Velo-Club Riehen

COVID-19 Schutzkonzept

Für die Rückkehr zum fast normalen Trainingsbetrieb braucht der Velo-Club gemäss den Richtlinien ein Schutzkonzept. Dieses hat der Vorstand auf Basis des Schutzkonzepts von Swiss Cycling erarbeitet.

COVID-19 Schutzkonzept herunterladen

Engadiner Bike Giro 10.–12.07.2020

Von Marco Bisonni

Nachdem durch Covid-19 alle Rennen abgesagt wurden, startete die nationale Saison mit dem 3-tägigen Etappenrennen durchs schöne Engadin. So reiste ich am 9.7. motiviert und zuversichtlich ins Engadin. Gemeinsam mit meinem Coach habe ich mich dazu entschieden auf eine klassische höhen Anpassung zu verzichten und auf alternative Methoden zusetzen. Ich stellte mich auf drei intensive Tage mit steilen Anstiegen und tollen Single Trails ein. Die Vorfreude war riesig mit meinem neuen KOBA Sentiero C2 und dem Goldwurst-Power Trikot in einem Rennen starten zu können.

Stage 1 (36 km und 1350 hm)

Das 100-Köpfige Elitefeld war mit unglaublich vielen Topfahrer besetzt. Dementsprechend war der Start, der ersten kurzen Etappe, über 28km und 1400hm unglaublich schnell. Bereits bei den ersten Kurbelumdrehungen schmerzte meine Lunge und ich hatte das Gefühl, dass kein Sauerstoff in meinem Körper ankommt. Ich versuchte ruhig zu bleiben und meinen Rhythmus zufahren. Leider blieb eine Verbesserung aus und ich konnte meine Leistungsfähigkeit nur zu ca. 70% ausschöpfen. Enttäuscht kam ich ins Ziel. Einen Tag zum vergessen….

Stage 2 (71 km und 2550 hm)

Beim Aufstehen war die Freude gross. Ich fühlte mich einigermassen gut erholt und das Wetter war kühl und leicht regnerisch. Bedingungen die mir durchaus entgegenkommen. Der Start verlief etwas besser, jedoch konnte ich weiterhin nicht meine gewohnte Leistung erbringen. Bei Kilometer 40 kam eine kurze Abfahrt gefolgt von einer knackigen Gegensteigung. Ich versuchte den Schwung über die Kuppe mitzunehmen, dabei sprang meine Kette raus und verfing sich beim Pedal. Als ich runterschaute sah ich, dass mein Schaltauge gerissen war. Damit war das Rennen für mich gelaufen. Frustriert rollte ich runter ins Tal.

Stage 3 (64 km und 2350 hm)

Leider hatte mein nicht beenden der Etappe 2 zur Folge, dass ich nicht Teil der Wertung war. Zum Glück aber, hat mir der Veranstalter ermöglicht die letzte Etappe als «Out oft the Race» zu fahren. Ich versuchte die tolle Stimmung und die atemberaubende Strecke möglichst zu geniessen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mir dies bei dem letzten 15km langen Anstieg nur teilweise gelang 😉 Zufrieden und mit vielen neuen Erfahrungen erreichte ich das Ziel.

Ein grosses Kompliment geht an den Veranstalter. Alles war super organisiert, das Schutzkonzept wurde gewissenhaft umgesetzt und die Strecke war mit unglaublich vielen schönen Trails versetzt. Zurzeit befinde ich mich in einem weiteren Trainingsblock. Diesen werde ich mit dem Argovia Cup in Hägglingen (16.8.) beenden. Anschliessend werde ich vom 20.8-23.8 beim Rothaus Bike Giro starten.

19. Samschtigstour 25.07.20 – Manni und sein Velo …

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

… (auch) eine unendliche Geschichte, aber dazu später mehr.

Vorerst beginne ich mit einem kurzen Rückblick auf die 18. Tour vom 18.07.20. bei der Gianni, Pascal, André, Kurt, Hansjörg, Manfred, Claude, Peter, Martin, Ed und Hanspeter für die ansehnliche Zahl von 11 Teilnehmern sorgten. Bis Brombach gab es entlang der Wiese ein gemütliches Einfahren bis die erste Steigung hoch zum Waldparkplatz Kreuzeiche erstmals für eine erhöhte Pulsfrequenz sorgte. Nach dem, in einer Senke liegenden, Dorf Ottwangen nochmals eine kurze Steigung bis Adelhausen gefolgt von einer Schussfahrt nach Maulburg. Ein kurzes Stück durch das kleine Wiesental bis Wieslet wo wir uns aus diesem Tal bereits wieder verabschiedeten, um via Weitenau nach Hofen an den Fuss der Steigung hoch nach Endenburg zu gelangen. Bei der Kirche Hofen ein kurzer Halt zwecks Lagebesprechung und weiterem taktischen Vorgehen. Ein Blick über die Strasse verhiess nichts Gutes. Die Strasse nach Endenburg war als gesperrt signalisiert, Durchfahrt nur bis … möglich. Pascal übernahm die Rolle des Kundschafters und spurtete das Dorf hoch um schon nach kurzer Zeit mit Entwarnungsmeldung zurückzukommen, gemäss einer Anwohnerin soll die Strasse passierbar sein. Kurt und Hansjörg wollten sich für den Aufstieg mehr Zeit nehmen und verfolgten deshalb die Taktik einer verkürzten Strecke. Den Schwenk von Riedlingen rüber nach Schliengen wollten sie auslassen um direkt den vereinbarten Treffpunkt Yachthafen Märkt anzupeilen.

Der Aufstieg nach Endenburg wurde zu einer Angelegenheit zwischen Pascal und Ed. Bei ihnen treffen zwei, nicht unwesentliche, Parameter welche Gipfelstürmer auszeichnen zusammen, Leichtgewicht und, man darf immer noch sagen, Jugend. Auch Claude wäre hier noch dazu zu zählen, aber der hatte den Abgang verpasst und musste sich erst mühsam nach vorne kämpfen.

Die Abfahrt nach Kandern war wie immer ein Genuss und wurde in horrendem Tempo absolviert, trotzdem blieben alle auf der Ihnen zur Verfügung stehenden Seite der Strasse. In Kandern verabschiedete sich Pascal von uns um der eigenen Wege weiterzuziehen. Uns stand als nächstes die Überquerung der Anhöhe hinüber nach Liel bevor um nach einem flachen Zwischenstück (Liel – Schliengen – Bad Bellingen) mit der Steigung nach Bamlach die Jagd nach Höhenmetern für diese Ausfahrt abzuschliessen. Apropos abschliessen, abgeschlossen wurde die Fahrt mit einem redlich verdienten Umtrunk im Yachthafen wo Kurt und Hansjörg, vor beinahe leeren Gläsern bereits auf uns warteten. So gemütlich kann deren Fahrt wohl auch nicht gewesen sein.

Bei der Verabschiedung, verabschiedete sich die Sektion Basel West und angrenzende Ortschaften (Gianni, Peter, Martin) gleich in corpore in die Velowoche(n).

Mit Blick auf den Bericht der 19. Samschtigstour wäre an dieser Stelle noch Manfred zu erwähnen der bereits am Start über ein Geräusch am Vorderrad berichtete.

Nun aber zur 19. Ausfahrt die trotz fehlender Sektion West auf immer noch sechs Startberechtigte kam, namentlich waren dies André, Kurt, Hansjörg, Manfred, Ed und Hanspeter. Zum warmfahren blieb nicht viel Zeit oder besser gesagt gleich die Steigung nach Inzlingen musste für eine betriebsbereite Muskulatur sorgen. Dementsprechend notierten wir denn auch als geschlossene, kompakte, Gruppe diese ersten Höhenmeter, es sollten ja noch einige folgen. Die nächste bereits nach Möhlin wo es in den Sonnenberg hineinging. Dass sich der Tourenleiter zuvor ein erstes Mal verfahren hatte, sehe ich lediglich als Randnotiz. Dieser Sonnenberg hat es je nach Formstand schon noch in sich, mit seinen zwei terrassenförmigen hochprozentigen Rampen ist er nicht jedermanns Freund. Für uns an diesem Tag kein ernsthaftes Problem. Karenzzeitüberschreitungen oder Aufgaben waren keine zu verzeichnen, alle konnten die Fahrt fortsetzen und in der nahfolgenden Abfahrt waren die Trikots gleich wieder trocken. Kurt liess mit einem wilden Ritt seine Abfahrerqualitäten aufblitzen. Da kann man nur hoffen, alles was hinter einem Mauervorsprung sein könnte möge bitte auch dort bleiben. Andere Möglichkeiten will man gar nicht in Erwägung ziehen. Dass die Leibchen nicht allzu lange trocken blieben dafür sorgte der in Buus beginnende Anstieg nach Hemmiken. Nächste Randnotiz, der Tourenleiter verfuhr sich ein zweites Mal, merke Hellikon ist nicht Hemmiken. Kurt als ausgewiesener Kenner der regionalen Geographie rettete die Situation und brachte uns auf den rechten Weg. Den vorausfahrenden Hansjörg konnten wir, durch lautes Rufen, noch zurück beordern. Als Entschädigung darf er sich drei extra Höhenmeter gutschreiben. War die Neigung der Strasse bis Hemmiken noch als angenehm und relativ gelichmässig zu bezeichnen so galt es für die Passage zum Asphof fürs erste den Kopf etwas zurück zu nehmen. An der brutalen Rampe Ausgangs Hemmiken hätte man ihn nämlich leicht anschlagen können. Gottlob waren es nur ein- zweihundert Meter. In Gelterkinden gab es neue Gruppenbildungen, aus der Sechsergruppe wurde eine Vierer und eine Zweier. Kurt, mit sich und der Welt zufrieden aber dem ständigen Verfahren des Tourenleiters überdrüssig, und Hansjörg starteten das Unterfangen Paarzeitfahren Gelterkinden – St. Jakob Crazy Horse auch bekannt als Rossbollebaiz.

Die verbliebene Vierergruppe hatte noch nicht genug und nahm noch die Zusatzrunde „Tecknau – Zeglingen – Kilchberg – Rüneberg – Sissach“ unter die Reifen. Die bis Rüneberg stetig steigende Strasse sorgte nochmals für einige Höhenmeter. Die nicht ganz ungefährliche Abfahrt „Sommerau „ wurde mit den Prädikaten waghalsig Manfred und André bis verhalten Hanspeter und Ed absolviert.

Eingangs Thürnen tönte es hinter mir plötzlich nach wegfliegenden Teilen gefolgt von aufgeregten Rufen. Ausgelöst durch brüskes Bremsen roch es auch gleich nach verbranntem Gummi. Was war passiert? An Manfreds Kettenwechsel hatte sich ein Kettenrädchen aus dem ihm angestammten Platz im Schaltwerk in Richtung Strassenbelag verabschiedet. André konnte zwar das Rad wieder finden leider aber weder den zughörigen Bolzen, noch die Staubdeckel, noch die Lagerbüchse. Verdikt irreparabler Materialschaden. Mit nur einem Kettenrad lässt sich bekanntlich weder Schalten noch weiterfahren. Endstation Besenwagen, der musste aber erst angefordert werden. Um Marion die Sache etwas einfacher zu gestalten zogen wir Manni noch bis zu Bahnhof Sissach wo wir ihn in der Gepäckaufbewahrung deponierten.

Vor zwei Jahren Ausfall infolge ungenügend vernieteter Kette, vor Wochenfrist Geräusche am Vorderrad, nun zerlegen des Kettenwechsels bei voller Fahrt, eingedrücktes Oberrohr (auch nicht ganz unkritisch), Manni dein Velo ist schwer in die Jahre gekommen, da wären langsam ein paar Gedanken vonnöten.

Nunmehr zu Dritt machten wir uns auf die, aussichtslose, Jagd nach Kurt und Hansjörg. Eingeholt hatten wir sie nicht mehr aber immerhin waren die Gläser nicht schon wieder halbleer und der Wurstsalat war auch noch nicht serviert. Eigentlich wäre die Geschichte nun zu Ende, wenn da nicht Hansjörg mit seinem Rebberg gewesen wäre in dem wir zu guter Letzt dann auch gelandet sind. Mit, in Querfahrermanier, geschultertem Rad stürmte Kurt die paar Meter bis zu Hütte, wir begnügten uns mit schieben. Das Schieben setzen wir nach gut 90 Km und 994 Hm (Hansjörg 997) fort, allerdings nennt sich das dann ruhige Kugel.

17. Samschtigstour 11.07.20 – Zweipässe - Fahrt

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Zwei Pässe ein Name, Hauenstein, auseinanderzuhalten durch oberen und unteren. Aber welcher ist nun welcher? Dies herauszufinden machten sich André, Gianni, Martin S., Martin W., Peter, Ed und Hanspeter auf den Weg. Als Erster wird Derjenige angesteuert bei dem Name der Ortschaft und Name des Passes nicht gleich lauten. Nachdem noch am Freitag schwülwarmes Wetter herrschte hatten die Nacht und ein kurzer Regen am frühen Morgen für Abkühlung und angenehme Bedingungen gesorgt.

Allzu viele Wege nach Liestal gibt es nun ja wirklich nicht, genau genommen, wenn man mehrheitlich auf Veloweg fahren möchte, nur einen. Zwar eher langweilig aber als Einrollstrecke durchaus zu gebrauchen. Kurz vor Frenkendorf wurden wir, auf Höhe der Hülftenschanze, von „Marathon man“ Martin W. bereits erwartet. Er hatte sich diesen Übernahmen mit mehreren veritablen Ausfahrten während der gesamten Woche redlich erstrampelt und sich für diesen Samstag den Weg von Therwil nach Riehen geschenkt.

Nach der Durchfahrt durch Liestal begann mit dem Einstieg ins Waldenburgertal der schöne, interessante und auch anspruchsvolle Teil der Ausfahrt. Erst am Waldrand entlang, dann über freies Feld, ab Hölstein in ein Hauseckenkriterium übergehend, führte uns die Route nach Waldenburg und damit an den Fuss der eigentlichen Hauensteinsteigung. Auf gut 5 Km mit durchschnittlich 4.9% Steigung waren nun ziemlich genau 200 Hm zu überwinden. Die maximalen Steigungs-% betragen immerhin 9,5. Derweil sich vorne Gianni, Peter, André und Ed einen beinharten Kampf um den Bergpreis am, nun sei es verraten, oberen Hauenstein lieferten (so wurde jedenfalls berichtet) bildete ich gemeinsam mit den beiden Martin die Nachhut.

Damit war aber noch nicht ganz Schluss mit Steigung. Nach kurzer Abfahrt durch Langebruck bogen wir links nach Bärenwil ab wo nochmals knapp 50 Höhenmeter zu überwinden waren. Die Abfahrt durch die Tüfelsschlucht wie immer traumhaft, irgendwie hat diese Schlucht eine ganz spezielle Atmosphäre.

In Kappel, im Restaurant Linde, stand ein Tankstopp an von dem sich die beiden Martin etwas früher wieder auf die Strecke begaben. Sie wollten den unteren Hauenstein mit etwas Vorsprung in Angriff nehmen. Es sollte sich herausstellen dass wir ihnen zu viel Vorsprung gegeben hatten und sie deshalb oben auf uns warten mussten. Zunächst ging es allerdings der Dünnern, einem Nebenfluss der Aare, am Fusse des Borns, entlang nach Olten. Ein Veloweg der zügiges Tempo zulässt und mitten in Olten endet.

Bereits in Trimbach begann es wieder zu steigen, 295 Höhenmeter auf 7,7 Km waren zu erklimmen. Mit durchschnittlich 3,8% und maximal 6.3% ist die Steigung etwas moderater. Aber Obwohl kräftig reingehalten und ein hohes Tempo angeschlagen wurde waren die Ausreisser, wie bereits erwähnt, nicht mehr zu stellen.

André hatte es allerdings nicht bis nach ganz oben geschafft, ihm war bereits vorher die Luft ausgegangen. Also eigentlich nicht ihm sondern seinem Hinterrad. Einmal mehr hatte er sich selbstlos geopfert um den Part den des Pannenopfers zu übernehmen. Wenn das so weitergeht werden wir ihn wohl bald Poulidor nennen müssen. Auch Frankreichs Nationalidol hatte seinerzeit das Talent jeden Nagel am Strassenrand zielsicher aufzuspüren.

Um das Ganze für uns nicht allzu einfach zu gestalten blies uns ab Hauenstein, bis nach Hause, ein kräftiger Gegenwind ins Gesicht. Anlässlich Andrès Geburtstag ging die Rundfahrt mit Kaffee und Kuchen bei ihm zu Haus zu Ende. Herzlichen Dank für die Einladung, der Kuchen war hervorragend und natürlich wünschen wir an dieser Stelle nochmals alles Gute, Gesundheit und noch viele gemeinsame Kilometer auf dem Velo.

Gefahrene Kilometer 103 / Höhenmeter 1163

16. Samschtigstour 04.07.20 – Experiment Vorhut

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Vortrupp, Vortrab, Schrittmacher, Stosstrupp, Bahnbrecher, alles Synonyme für Vorhut. Tatsächlich könnte man auch von Allem etwas hinein interpretieren in diese erstmals umgesetzte Idee einer, zu einem früheren Zeitpunkt startenden, vorausfahrenden, langsameren Gruppe. Martin S. holte sich Kurt und Hansjörg ins Boot, oder eben aufs Velo, und initiierte so eine 3er Vorhut.

Den regulär um 9:30 Uhr gestarteten Fahrern, die mit André, Gianni, Martin W., Urs, Manfred und Hanspeter, sowie den Gästen Werner, Ed und Harald eine 10er Verfolgergruppe bildeten, oblag die Aufgabe der Einholung. Eines kann man gleich vorneweg nehmen, der Vortrab hatte seine Sache gut gemacht. Den Verfolgern präsentierte sich nämlich eine Strecke in hervorragendem Zustand. Sämtliche Hindernisse waren aus dem Weg geräumt, die Kurven mehrheitlich sauber ausgewischt und unser Kommen angekündigt. Anders kann ich mir die Ola Welle mit welcher wir an der Wiese bereits erwartet wurden nicht erklären.

Das wir auf dem ersten flachen Teil der Strecke entlang der Wiese eine Chance zur Einholung hätten war nicht zu erwarten. Vielmehr konnten wir uns doch Hoffnung machen unseren Stosstrupp gegen Ende des rund zwölf Kilometer langen Aufstieges zum ehemaligen, uns Baslern bestens bekannten, Wintersportort Gersbach einzuholen. Den Berg von Schopfheim via Kürnberg bezwingend kämpften wir uns Meter um Meter die wunderschöne Strasse, die man am sich am Wochenende mit zahlreichen Motorradfahrern teilen muss, dem höchsten Punkt auf rund 900 M.ü.M. entgegen. Hat man erst Mal seinen Tritt gefunden, eine, wegen ihrer Gleichmässigkeit, gut zu fahrende Steigung. Aber je näher wir Gersbach kamen umso grösser wurden auch unsere Augen, von der Vorhut weit und breit nicht zu sehen. Langsam kam der Verdacht auf die mussten mit Licht am Velo gestartet sein. Eingangs Gersbach wurden wir dann doch von Martin erwartet. Kurt und Hansjörg wollten ihren Vorsprung nicht preisgeben und hatten sich ca. eine halbe Stunde vor uns, so lange wartete Martin nämlich bereits, in die Abfahrt gestürzt. Wenn man weiss wie Kurt (noch immer) zu Tale bolzt, dann bestand für uns eine eher bescheidene Chance zur Einholung. Der im Wehratal vor uns fahrende Linienbus macht sie dann endgültig zu Nichte. Wir hätten zwar deutlich schneller fahren können kamen aber nicht vorbei und mit zehn Mann schon mal grad gar nicht.

Mit spitzbübischem Grinsen und ein paar spöttischen Bemerkungen wurden wir deshalb in Wehr von Kurt und Hansjörg in Empfang genommen. Triumphierend hatten die Beiden ihre Vorausfahrt nun doch abgebrochen um auf uns zu warten. Das Erfolgserlebnis sei ihnen von Herzen gegönnt. Wie Radiotour vermeldete ging es nun «Tutti insieme» durch das Naturschutzgebiet an der Wehramündung, gespickt mit ein paar hundert Meter unbefestigter Strasse, weiter nach Schwörstadt und über den Veloweg entlang des Rheins nach Rheinfelden.

Im Kickerhüttle zwischen Degerfelden und Herten hatte der Tourenleiter endlich Einsicht und es gab den von Harald schon im Aufstieg nach Gersbach herbeigesehnten, wie er es nannte, Pit Stop. Allerdings nicht zum Reifenwechsel, sondern nur zum Auftanken. Zur Ergötzung der anwesenden Gäste liess Manfred es sich nicht nehmen, infolge verpassen des Veloweges, eine Querfeldeinlage über den Fussballplatz zum Besten zu geben. Nach ordentlicher Registrierung aller Namen durch den jeweiligen Tischmeister erhielten wir unsere Getränke und die Flüssigkeitsspeicher konnten wieder aufgefüllt werden.

Zur Erleichterung der Bestimmung der Täterschaft wurde die Ausfahrt am Grenzacher Zoll mit einem Gruppenfoto beendet.

Fazit: Das Konzept könnte durchaus Zukunft haben, am Feintuning muss noch etwas gearbeitet werden. Vor allem die Frage wieviel Vorsprung braucht es tatsächlich kann nur über Erfahrungswerte beantwortet werden.

15. Samschtigstour 27.06.20 – Kaistenbergrundfahrt

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Drei Gastfahrer/innen Samira, Ed und Werner sowie die VCler André, Martin und Hanspeter fanden sich um 13.00 Uhr am Treffpunkt ein. Somit ergab sich ein Teilnehmerverhältnis von 50 zu 50.

Mit fünf Minuten Karenzzeit startete das Unternehmen Kaistenberg, bei sehr schwülen Wetterbedingungen, gleich mit der ersten Steigung hoch nach Inzlingen. Immer etwas mühsam so ein Kaltstart in den Berg hinein, dementsprechend zurückhaltend wurde die Strecke absolviert. Erst mal den Motor auf Touren bringen.

Kurz vor der Abfahrt zeichnete sich im Gegenlicht ein blau/weisses Trikot ab. Um einen kleinen Vorsprung einzufahren hatte sich René direkt auf die Strecke begeben. Damit war nun doch noch eine kleine Übermacht der VC-Mitglieder gegeben umso mehr auch Werner wohl bald zu den Mitgliedern zählen dürfte.

Via Kraftwerk Rheinfelden übersiedelten wir wieder auf Schweizer Boden um die Fahrt nach Zeiningen, Steinen fortzusetzen. Währendem wir noch bei strahlendem Sonnenschein unterwegs waren, zeigte der Blick nach links ein komplett anderes Bild, gut waren wir nicht im Schwarzwald auf Achse. Kaum den Kopf wieder gedreht ging es nun doch auch bei uns los. An einen so schnellen Wetterumschwung kann ich mich kaum erinnern. Praktisch aus dem Nichts.

Aber man muss eben auch Glück haben. Die Wetterfront erreichte uns genau vor dem Bahnhof Mumpf und gab uns so die Gelegenheit rechtzeitig unterzustehen und das Schauspiel zu geniessen.

Gefühlte 10 Minuten später war der Spuck vorbei und wir setzten die Fahrt nach Frick fort. René kündigte uns an den Kaistenberg auszulassen und die Rückreise bereits ab Frick unter die Räder zu nehmen. Für uns aber stand nun der Kaistenberg, vielen noch bekannt von der 33 Mal durchgeführten Kaistenbergrundfahrt. Leider ist auch diese längst verschwunden. Im Gegensatz zur ehemaligen Rundfahrt mussten wir nur einmal rüber und durften in der Folge die Rundfahrt auf mehrheitlich ebenen Rollerstrecken fortsetzen. Im Aufstieg deckte Samira ihre Karten auf und zeigte uns wo der Hammer hängt. In bescheidenem Understatement, fast ein wenig verlegen, führte sie dies lediglich auf Ihren Gewichtsvorteil zurück. Sie zeigte auf welch hohem Niveau auch Frauen diesen Sport zu betreiben in der Lage sind, das war stark und macht Spass.

Über eine rasante Abfahrt erreichten wir Kaisten, ein Dorf mit geschichtlichem Hintergrund. Die mehrmals wechselnden Besitzverhältnisse gehen von den Alemannen über die Römer, die Habsburger zu den Burgundern. Als diese von den Eidgenossen vernichtend geschlagen wurden gehörte es plötzlich zu Vorderösterreich um 1797 wiederum französisches Protektorat zu werden.

Erst 1803 wurde es zusammen mit dem Kanton Aargau eidgenössisch.

Ausgangs Laufenburg schlug bei André die Defekthexe zu und bescherte uns eine kurze Pause bevor es gegen kräftigen Gegenwind Richtung Stein weiterging. Ab Wallbach offenbarte sich uns, anhand der teilweise noch nassen Strassenabschnitte, mit welchem Wetterglück wir bedacht wurden. Da musste kräftig was runtergekommen sein von dem wir verschont wurden.

Nach einem kleinen Umtrunk im Restaurant Bahnhöfli in Kaiseraugst und der abschliessenden Triumphfahrt durch die Hard war auch diese Ausfahrt bereits wieder Geschichte.

Strecke 94 Km / 748 Hm

14. Samschtigstour 20.06.20 – Nordwärts

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Nachdem es privat schon länger kein Problem mehr war deutsche Trainingsgefilde in das Training einzubeziehen ist dies nun offiziell wieder erlaubt und somit auch für grössere Gruppen möglich. Nach drei Monaten Fahrten kreuz und quer durch das Baselbiet für die meisten wohl eine willkommene Abwechslung. Umso mehr Verkehrsaufkommen und Aggressivität gegenüber Velofahrern, im Vergleich zur Schweiz, deutlich geringer sind.

So legte ich diese Tour ausschliesslich auf deutschen Boden. Die mit 84 Km und rund 900 Hm als mittelschwer eingestufte Runde führte nach einer Einrollstrecke entlang der Wiese über die Scheideck nach Kandern und über die St. Johannishöhe nach Badenweiler. Die meisten Höhenmeter verteilten sich den auch auf diesen ersten Abschnitt von gut 40 Km.

In Steinen wurden die acht Teilnehmer/inen Katrin, Lilian (Gastfahrerin), André, Harald, Martin, Martin, René und Hanspeter einmal kurz geduscht. Katrin dachte sich zu diesem Zeitpunkt, wie sie mir später erzählte, warum kehren die nicht um, im Regen habe ich zu meiner aktiven Zeit eigentlich genug trainiert. Ein Blick nach links, die Richtung in die wir wollten, liess mich aber auf ein baldiges Ende des kühlen Nasses von oben hoffen. So kam es denn auch. Kurz nach der Abzweigung nach Schlächtenhaus war der Regen wie abgeschnitten und die Strasse ging beinahe schnurgerade von nass zu trocken über. Auf der Scheideck kamen wir trotzdem nicht trocken an, statt von aussen kam die Feuchtigkeit nun einfach von innen.

Kurz nach Kandern drehte Renè, mit Trainingsrückstand angetreten, seinen Lenker um 90° und machte sich auf den Heimweg. Sein Soll für diesen Tag war erfüllt. Als nächster klinkte sich Martin, bei dem noch Rasenmähen und Grill anwerfen auf dem Programm standen, nach der St. Johannishöhe aus. Er wählte die Abkürzung über Obereggenen, Schliengen.

Den Anderen stellte sich nun noch eine langgezogene, schleichende und eine kürzere, eher ruppige, Steigung in den Weg. Währendem erstere durchaus auch im grossen Blatt zu bewältigen ist verlangt die Zweite dann doch nach einem Umwerfen auf das kleine Ritzel. Mit dem Quervelo erschienen stellte sich diese Frage für Katrin nicht. Im Gegensatz zu früher verfügen Quervelos heute, vorne, ohnehin nur über ein Kettenrad.

Auch dieser letzte Teil der ersten Streckenhälfte wurde von allen mit Bravour gemeistert und nachdem wir Badenweiler rechts liegen gelassen hatten wurde der zweite Abschnitt mit einer Abfahrt mit bis zu 12% Gefälle eingeläutet. Nachdem Müllheim durchfahren war wurde auf dem Veloweg nach Schliengen noch etwas am Tageschnitt gefeilt um dann in Bad Bellingen in Form von diversen Getränken den Kalorienhaushalt wieder aufzufüllen. Dank an dieser Stelle an Harald der die Zeche für alle beglich.

Übrigens wurden wir von anderen Gästen informiert, dass schon zwei von uns durchgefahren seien. Wir werden wohl in Bälde erfahren ob sich René und Martin wieder gefunden hatten.

Frisch gestärkt ging es anschliessend in die letzte Steigung, den Rebberg vor Bamlach. Kurze Abfahrt gefolgt von nahezu topebenem Gelände. Das Ganze zügig gefahren und schon waren wir in Fischingen. Noch ein Katzensprung bis Riehen wo wir uns für einmal auch am Ausgangspunkt verabschieden konnten.

Auch unsere beiden Begleiterinnen haben sich, in einer ausgeglichenen Gruppe, hervorragend geschlagen. Währendem das bei Katrin sicher keine Überraschung war, gebührt Lilian umso mehr Respekt hat sie doch die ganze Strecke auf einem Alltagsvelo bewältigt. Beide mit erfrischend viel Humor, jederzeit gerne wieder.

Gefahrene Kilometer 84 / Höhenmeter 930

13. Samschtigstour 13.06.20 – Grüssen oder doch lieber nicht?

Von Hanspeter Brack

Nach ziemlich genau drei Monaten Pause fand am vergangenen Samstag wieder eine reguläre Ausfahrt für die Tourenfahrer statt. Genau genommen fiel der offizielle Neustart bereits auf den 6. Juni, fand aber, wetterbedingt, beinahe unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Einzig Martin konnte sich zu einer Fahrt über die Scheideck aufraffen und so geriet die 12. Samschtigstour einer Zweimannshow begleitet von ziemlich wechselhaften äusseren Bedingungen.

Auch für die 13. Tour war die Wettervorhersage während der ganzen Woche nicht sehr vielversprechend. Umso erfreulicher die Kehrtwende vom Samstag. Trotz morgendlichem Regen versprach uns der Regenradar einen niederschlagfreien Nachmittag und tatsächlich lichteten sich gegen Starttermin die Wolken um die Sonne durchzulassen. Für die vier Teilnehmer André, Gianni, Martin und Hanspeter also nahezu perfekte Bedingungen. Als erster Fixpunkt stand Seewen, welches wir über den Aufstieg nach Büren erreichen wollten auf dem Programm. Nachdem wir das Verkehrsgewimmel in Liestal hinter uns gelassen hatten (definitiv vorbei die schöne Lockdownzeit mit nahezu verkehrsfreien Strassen) erwartete uns im Oristal eine steife Brise, ungeschickterweise einmal Mehr leider von vorne.

Trotzdem erreichten wir Büren und damit die erste Steigung zügig. In der oberen Hälfte der Steigung wurden wir grusslos überholt. Mit verwundertem Blick fragte mich Gianni grüsst man heute nicht mehr? Nein Gianni man grüsst nicht man nimmt Abstand. Die Abfahrt hinunter nach Seewen bescherte uns eine kleine Verschnaufpause bevor es sanft steigend weiterging. Kurz vor Brätzwil bogen wir Richtung Ziefen links ab um kurz darauf den höchsten Punkt des Tages zu erreichen. Nach rasanter Abfahrt war Ziefen erreicht. Auf eigenem Terrain sprich Veloweg ging es weiter nach Bubendorf. Ausgangs Bubendorf, beim Abbiegen auf den Veloweg nach Hölstein, wurden wir aus einem vorbeifahrenden Auto mit dem Ausdruck Idioten bedacht. Dann lieber nicht gegrüsst werden. Korrekt rechts und hintereinander gefahren frage ich mich auch heute noch weshalb überhaupt. Wohl einfach nur wegen Anwesenheit.

Nach Hölstein erwartete uns mit dem Übergang nach Diegten die letzte Steigung des Tages. Auf der Höhe angekommen zeigte uns Gianni eine Alternative für die Abfahrt talwärts. Statt auf der Hauptstrasse weiter zu fahren gibt es kurz nach dem Kulminationspunkt die Möglichkeit linker Hand auf einen befestigten Wirtschaftsweg abzubiegen. Eine schöne, stressfreie Abfahrt welche etwas unterhalb Diegten endet. Auf leicht abfallender Strecke war Sissach wie im Flug erreicht. Via Lausen und Füllinsdorf umfuhren wir den Verkehrsknotenpunkt Liestal um die Ausfahrt mit einer kurzen Einkehr in Muttenz abzuschliessen.

Gefahrene Kilometer 82 / Höhenmeter 808

Eröffnungsfeier und Tag der offenen Tür 13.06.2020

Am kommenden Samstag eröffnet die Bike Trial Academy Basel offiziell ihre neue Halle.

Wo
Lysbüchelstrasse 500 / Elsässerstrasse 213
Wann
Samstag, 13.06.2020, 11:00 – 18:00

Test-Bikes vorhanden, eigenen Helm und Handschuhe mitbringen. Für das leibliche Wohl ist mit Getränken, Muffins, Glacé und Würsten (auch Vegi) vom Grill gesorgt.

Flyer

Trainingsausfahrt ins Baselbiet 07.06.2020

Von von Marco Bisonni

Strecke
Riehen-Aesch-Hofstetten-Challhöchi-Laufen-Fehren-Reigoldswil-Niederdorf-Liestal-Gelterkinde-Wegestetten-Möhlin-Birsfelden-Riehen
Daten
130 km / 1500 hm / 4h 30min
Teilnehmer*innen
Sven S., Rainer, Marco B., Marco B., Claude, Laura, Felix

What’s Spontan?

Von Hanspeter Brack

Am Donnertag wurden erneut Lockerungen im Zusammenhang mit Covid19 bzw. Corona Virus oder wie auch immer dieses blöde Ding nun auch heissen mag beschlossen. Plötzlich ist Vieles was noch vor drei bis vier Wochen unmöglich erschien wieder möglich. Für mich massgeblicher waren allerdings die erfreulich und konstant tiefen Fallzahlen der vergangenen Tage und dies trotz einigen Blödmännern/-frauen welche offensichtlich gedachten in der Steinen umgehend den Morgenstreich nachzuholen. Glücklicherweise ohne Folgen.

So überlegte ich mir ob nun bereits der Zeitpunkt gekommen sei für einen Restart der „Samschtigstouren“. Aus meiner Sicht sprach nichts, ausser vielleicht, dass lediglich spontane Gruppen ab 30 Personen, erlaubt seien, dagegen. Das tönte ziemlich nach Gummi, was ist nun als spontan zu betrachten? Eine ziemlich unklare Vorgabe des Bundesrates welcher ansonsten, aus meiner Sicht, einen Super Job zur Krisenbewältigung gemacht hat. Gewiss sieht das nicht jeder so und das darf auch so sein. Das Risiko bewertete ich in jedem Fall als kalkulierbar und letztendlich war es, im Gegensatz zum Arbeitsplatz, immer noch jedem selbst überlassen ob er nun erscheinen wollte oder nicht. Wir werden mit grösster Wahrscheinlichkeit ohnehin für die nächsten Monate wenn nicht Jahre mit diesem Virus zu leben lernen müssen. Ein Restrisiko wird bleiben aber das beginnt ohnehin mit unserer Geburt, wir vergessen das zuweilen nur allzu gerne. So setzte ich also eine WhatsApp zur Ausschreibung der Tour in Umlauf. Umgehend kam der Einwand, nur spontane Gruppen seien erlaubt. OK, dachte ich mir, vielleicht auch nicht verkehrt noch eine Woche zuzuwarten. ,Irgendwie war aber, nach so langer Zeit, das Bedürfnis da die anderen wieder einmal zu sehen und zu sprechen.

So setzte ich erneut, diesmal unter den üblichen Verdächtigen, eine WhatsApp, mit der Frage wer sich möglichst spontan am Samstag beim Joggeli Gartenbad zu einer noch spontaneren Ausfahrt einfinden möchte, ab. Die Resonanz war schon nach kurzer Zeit überwältigend, i bi derby, i chum au, i freu mi wie e glaine Goof, So hallte es zurück. Es war förmlich zu spüren wie alle mit qualmenden Reifen bereit standen. Ich meinte sogar verbrannten Gummi gerochen zu haben.

Ganz spontan fand sich letztendlich ein gutes Dutzend Fahrer um die Saison neu zu lancieren, an den braungebrannten Beinen war auszumachen, die meisten waren trotz Corona nicht untätig. Einer kam leider nicht bis zum Joggeli durch, für ihn endetet die Fahrt bereits bei irgendeiner Tramschiene, naja Busreifen sind halt breiter wie Rennvelopneus. Wie wir später vernahmen war ausser einer Havarie des Lenkers, verbunden mit dem Verlust von etwas Tapete, gottlob weiter nichts passiert.

Spontan wie wir nun mal waren, wir waren sogar so spontan, dass wir, mit einer Ausnahme, alle das Vereinstrikot angezogen hatten, starteten wir unsere Fahrt in Richtung Asphof mit einiger Verspätung. Nach so langer Zeit gab es natürlich auch einiges zu erzählen und so fanden bis Liestal rege Unterhaltungen statt. Ausgangs Lausen wurde die Kadenz etwas erhöht und die Wortfetzen wurden weniger. Nach einem Hauseckenkriterium in Sissach, Leute ich wollte euch nur zeigen es gibt auch hinter dem Bahnhof noch Wohnquartiere, stand schon bald der Anstieg zum Asphof auf der Tagesordnung. Anlass genug für Gianni ein erstes Mal den Turbo zu zünden. Ich schaffte es mich an sein Hinterrad zu hängen bis… ja bis sich meine linke Hüfte noch als Folge meines Sturzes von vergangenem Jahr wieder mal meldete. (Oje jetzt fängt der auch mit diesen Ausreden an, war aber tatsächlich so.) Ob ich bis oben hätte hängen können, ich glaube nicht. Gianni ist einfach unser Bergkönig. Immerhin für den Fahrer vom VC Gelterkinden hat es gereicht. Was soll man machen da werden wir halt wieder zu kleinen Jungs, macht aber auch Spass.

Nach erfolgtem Zusammenschluss stand zur Erholung erstmal die Abfahrt nach Wegenstetten bevor. Leider viel zu kurz und so befanden wir uns unvermittelt im nächsten Aufstieg, welcher uns nach Schupfart hinüber führen sollte. Gianni zündete die zweite Stufe, hängte sich in Schrittmachermanier an zwei E-Bike Fahrer und war schon bald nur noch als kleiner Punkt kurz vor dem Kulminationspunkt auszumachen. Lohn seiner Arbeit, er musste auf uns warten bis wir gemeinsam die wiederum nicht sehr lange Abfahrt nach Schupfart ins Dorf unter die Räder nehmen konnten. In der Abfahrt roch es plötzlich deutlich nach Landwirtschaft, oder hatte gar einer Blähungen bekommen, man weiss es bis heute nicht so richtig. Nun stand nur noch die Steigung rüber nach Eiken zu Buche. Den Schwung aus der Abfahrt gut mitgenommen spürten wir diese eigentlich erst als wir schon oben waren. Nach berauschender Abfahrt war in Eiken erstmal Einkehr angesagt. Regelkonform verteilten wir uns in einer Gartenbeiz. Früher gab es da mal eine hübsche Serviertochter, wie mein Tischnachbar kundtat. Er sei sogar extra wegen ihr des Öfteren hier gewesen. Nun ja, wenn es immer noch Dieselbe ist, hatte er zumindest keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Hansjörg spendierte, anlässlich seines vergangenen Geburtstages, ein z’Vieriplättli. Ein Anlass der üblicherweise traditionell in der Velowoche stattgefunden hatte. Dieses Jahr kamen wir in den Genuss. Ich wusste doch, auch Corona muss für etwas gut sein. Hansjörg, nochmals vielen Dank.

Mannschaftsgeneralmanager Kaiser befand Dies übrigens für unseriös und tat uns seinen Unmut drüber, per WhatsApp, unmissverständlich kund. Nach knapp zwei Stunden schon in der Beiz bei viel zu fettem Essen geht gar nicht. Lieber Kurt schon in Pratteln umdrehen geht auch nicht, da verliert man einfach die Kontrolle. Auch der mit den Tramschienen meldete sich noch zu Wort. Kommentar kurz und knapp, i bi hässig. Wegen den Tramschienen oder wegen dem Essen?

Beflügelt von dem schwer verdaulichen Essen (eigentlich ein Wiederspruch in sich) und endlich mit Rückenwind flogen wir Mumpf nur so entgegen. Infolge schon länger anhaltender Bauarbeiten (wir Riehener kennen das ja) mussten wir einen Schleichweg nach Wallbach nehmen, von wo aus wir die noch zu überquerende Anhöhe nach Möhlin erreichen wollten. Zuvor aber rutschte der Tourenleiter, knirsch ich, aus dem Pedal, was an dieser engen Stelle einen liegenden Ausflug des Hintermannes in die Botanik zur Folge hatte.

Die Abfahrt in Augst wurde nochmals mit Top Speed genommen, ein Mitstreiter verschoss unter lautem Gejohle des gesamten Feldes in der kurzen Gegensteigung seine letzten Körner. Wie er später mitteilte hatte er nach Augst ein Loch. Allerdings konnte er dies gekonnte überspielen und so wurde das Tempo bis Birsfelden nochmals recht hoch gehalten. Des Kaiser’s Standpauke blieb nicht ohne Wirkung, man bemühte sich sichtlich um Seriosität.

An der Schleuse begannen sich die Wege zu trennen, man verabschiedete sich per Ellbogencheck, Fusstritt oder Faustschlag. Die Umgangsformen verändern sich deutlich, möglichweise werden Faustschläge schon bald nicht mehr als Tätlichkeiten geahndet sondern als rücksichtsvolle Begrüssungszeremonie gesehen. Bei manch einem kämen mir da ganz eigene Assoziationen hoch aber das wäre dann in einem anderen Umfeld. Mit den VClern hat es einfach nur wieder Spass gemacht, hoffentlich bis zum nächsten Samstag. Dann wieder offiziell.

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