Velo-Club Riehen

Der Rückblick auf die Veloferienwoche 2019 ist aufgeschaltet. Zum Bericht.

13. Samschdigstour 08.06.19 – Pfingstdreieck

Von Hanspeter Brack, Fotos von André Fürbringer

Die dreizehnte Samschdigstour des Jahres war gleichzeitig auch die jährlich stattfindende Pfingstausfahrt. Indem uns zwischen regnerischem Donnerstag / Freitag, ab Sonntag gefolgt von weiteren niederschlagsreichen Tagen, ein Schönwetterfenster zur Verfügung gestellt wurde, waren uns auch sämtliche Wettergötter durchaus wohlgesonnen. Derweil ich dies Zeilen schreibe regnet es Bindfäden und man kann nur hoffen, die Bauernregel die da besagt „Regnets am Pfingstmontag so regnets noch sieben Sonntag“ möge nicht zutreffen.

Angesichts des Grossereignisses teilte sich die Tourenleitung an diesem Tag auf den wiedererstarkten Kurt und mich auf und so trafen wir, wie es sich für Rädelsführer gehört, als erste am Treffpunkt ein. Wir waren natürlich gespannt, wer sich alles einfinden würde und trotz Sonnenplatz war die Wartezeit bis zur Beantwortung dieser Frage eine durchaus erfrischende Angelegenheit. Zur Startzeit um 9:30 Uhr war dann klar mit André, Claude, Gianni, Heinz, Mike, Peter, René Geiser, Urs, und dem uns einen Teil des Weges begleitenden Bruno, sowie den beiden Leitwölfen, würde sich ein 11-köpfiges Feld die bevorstehenden gut 100 Km durchs Dreiland einverleiben wollen. René Gysi wird die Verpflegungsstelle auf direktem Weg ansteuern und dort zu uns stossen. Eine durchaus legitimes Vorgehen, mit Rücksicht auf die eigenen Möglichkeiten, teilzunehmen. Mit Carmelo wird ein weiteres Mitglied ennet der Palmrainbrücke zu uns stossen.

Zurück zu Chronologie. Die in Riehen gestarteten hatten schon bei der Brücke nach dem Eisweiher eine erste Schrecksekunde zu überstehen. Unvermittelt stellte sich aus dem Nichts ein Hund in den Weg,. Ausweichen, bremsen, dem Vordermann nicht ins Hinterrad fahren, Reaktion war gefragt. Alles gut gegangen. Die Halter, ein älteres Paar, sind mir aus ähnlichen Situationen durchaus bekannt. Mit bis zu sieben Hunden, welche sie frei und unbeaufsichtigt laufen lassen, sind sie völlig unbelastet jeglichem Verantwortungsbewusstseins und der Meinung, absolut im Recht zu sein, häufig anzutreffen. Glücklicherweise war dies für den Rest des Weges die einzige brenzlige Situation. Nach der Palmrainbrücke nahm die Gruppe Fahrt auf. Der tiefergelegte Dohlendeckel vor Rosenau, welcher mich vor Jahresfrist beinahe noch meine Reputation als Tourenleiter, von der ich damals allerdings auch noch gar nichts wusste, gekostet hätte, wurde diesmal souverän umschifft. Verbesserungspotential ausgenutzt. Auf Anweisung von Kurt wurde im ersten Kreisel bei Rosenöi links abgebogen, so eine Fahrt soll ja bilden und so wollte er uns in dem nachfolgenden Quartier, auf anschauliche Weise, leben und wohnen im Elsass näher bringen. Nach diesem kurzen Abstecher ging es weiter nach La Chaussée, von wo aus die Elsässer Hard befahren werden sollte. Was sonst als Bauarbeiten machte diese Absicht zunichte und so kam Plan B zum Einsatz. Fahrt nach Kembs und dort zum Rhein-Rhone Kanal. Flott ging es dem Kanal entlang, bis zum Beginn eines Kriegsgedenkweges an den 2.-Weltkrieg. Bei sowas befällt mich immer ein ungutes Gefühl. Flott ging es voran, dass wir beinahe die Abzweigung über die Brücke, bei welcher wir die Kanalseite wechseln mussten, verpasst hätten. Danke Kurt. Nach der Brücke kurzer Halt zwecks Orientierung. Dank Kurts unbestrittener Kompetenz im Kartenlesen war der schmale, pfeilgerade Weg nach Ottmarsheim bald gefunden. Dass der Abstand zu einem vor uns fahrenden Velofahrer, die Haltung liess erahnen es handelt sich nicht um ein Rennvelo, liess Gianni keine Ruhe. Er sah sich genötigt, nach das Loch zuzufahren, um den Velotyp zu eruieren. Leicht frustriert musste er feststellen, es handelt sich nicht um ein E-Bike, sondern um ein ganz normales Velo auf dem ein Fahrer mit Strohhut sitzt. Damit war auch das geklärt.

Der von links kommende Wind verführte, noch vor Bantzenheim, zu einem verfrühten Abbiegen nach Chalampé bzw. Neuenburg. Die Verlockung mit Rückenwind zu fahren war zu gross, sorry Kurt. Er hatte nämlich geplant erst von Bantzenheim Neuenburg anzusteuern, um dem Verkehr auszuweichen.

Zwischen Neuenburg und Steinenstadt, ich war gerade mit Urs an der Spitze fahrend in ein Gespräch vertieft, kam von hinten der Zuruf links abbiegen. Urs, reaktionsschnell wie immer, bog sofort in die gewünschte Richtung ab und fand sich vor einem Geröllweg wieder. Leute das war nicht nett (der ursprüngliche Ruf von Kurt war, bei nächster Strasse nach links. Die Wiedergabe nach vorne klappte nicht ganz, aber es war ja nur ein Weg und nicht eine Strasse…).

Via die nächsten Stationen, Steinenstadt, Schliengen erreichten wir, weit vor der errechneten Marschtabelle unseren Verpflegungspunkt Obereggenen, wo wir von René Gysin bereits erwartet wurden. Es wurde aber nicht, wie sonst an einem Verpflegungspunkt üblich, Bidons und Musetten gereicht, sondern wir setzten uns zu einem gepflegten Essen ins Restaurant Hirschen.

Die Wiedergabe der Sprüche oder das generelle Geflachse am Mittagstisch wiederzugeben würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, nur so viel, es war eine tolle Stimmung.

Mit vollen Wänsten schleppten wir uns anschliessend, in wirklich gemütlichem Tempo, zu St. Johannisbreite hoch. Die nachfolgende Abfahrt nach Kandern verleitete dann doch noch zur Tempobolzerei, welche mit warten bis zum Zusammenschluss, auch umgehend geahndet wurde. In einem Tempo, welche auch wirklich alle mitzugehen vermochten, absolvierten wir im Anschluss die Fahrt durchs sonnige Kandertal nach Binzen und Eimeldingen. Dank Veloweg abseits von jeglichem Verkehr, doch recht zügig., war auch Märkt, wo wir die diesjährige Pfingstausfahrt ausklingen lassen wollten, eigentlich viel zu früh erreicht. Aber bekanntlich soll man ja aufhören wenn’s am schönsten ist. Bei einem Glas, jeder was er mochte, kam dann doch noch etwas Neid auf. Am Nebentisch wurde nämlich ein 1. Geburtstag gefeiert, die Torte sah sündhaft gut aus und war für ein einjähriges Kind viel zu gross. Leider wurden wir in die Vernichtung derselben nicht mit einbezogen. So trösteten wir uns mit der Tatsache „wo nichts zugeführt wird, muss hinterher auch nichts abgestrampelt werden“.

Gefahren: 102 km / 487 km / reine Fahrzeit 4 Std.

Rennbericht Waldhaus Bike Marathon 2019

Von Mara Bisonni

Nach nicht optimalem Training in den letzten Wochen wegen meiner Konfirmation und vielen Prüfungen, war ich ein bisschen skeptisch wie meine Leistung sein würde. Dazu kam noch, dass ich ziemlich mit der Wärme und mit Heuschnupfen zu kämpfen hatte. Also hatte ich mir einfach vorgenommen das bestmögliche auf den folgenden 40 km zu geben.

Die ersten 10 km waren sehr hart für mich. Ich hatte sehr Mühe mit dem Atmen und fühlte mich einfach nicht gut, dazu kam dann auch das ich nur überholt wurde, was in dieser Situation nicht sehr förderlich war. Auch der Gedanke aufzugeben schwirrte in meinem Kopf herum, so setzte ich mir ein Limit, wenn ich mich nach 15 km nicht besser fühle gebe ich auf. Langsam fühlte ich mich besser und so war Aufgeben dann keine Option mehr. Mit dem Gedanken, dass das schlechteste Rennen immer noch das beste Training ist fuhr ich auf die letzten 10 km zu.

Irgendwie machte es Klick und meine Beine fühlten sich immer besser an. Endlich sah ich dann auch Fahrerinnen aus meiner Kategorie vor mir. Die letzten 10 km fuhr ich mit kräftig Druck auf den Pedalen und konnte einige Fahrerinnen überholen. Schlussendlich kam ich mit einer Zeit von 2h14min auf 40 km und 900 hm ins Ziel. Dies reichte sogar für den 3. Platz in meiner Kategorie. Grundsätzlich bin ich mit dieser Zeit zufrieden für einen Tag an dem ich mich nicht top gefühlt habe. Ich freue mich schon auf die Elsa Bike Trophy nächste Woche.

Schwarzbuebe-Rundfahrt 2019

Von Kurt Kaiser

Wurde der Eintrag auf der Webseite für die Rundfahrt übersehen? Oder machte es Mühe frühzeitig aus den Federn zu steigen? Nur Urs und Gianni nahmen um 08:30 Uhr die Fahrt von Riehen unter die Räder, um 09:15 Uhr am Start zur Schwarzbuebe-Rundfahrt zu stehen. Vor Ort wartet Kurt, der, welche Überraschung und Freude, René Gysin am Startort traf. Erfreulich zu sehen, dass er nach seinen gesundheitlichen Problemen schon wieder auf dem Rad sitzt. Dass er seine eigene Tour fährt, mehr als verständlich. Zum Zeitpunkt der in Dornach vereinbarten Zeit waren noch 2 andere VCRler bereits auf der Strecke. Nadine und Christian müssen wohl in aller Frühe aufgestanden sein. Sie befanden sich schon seit einiger Zeit auf der grossen Runde und legten die happigen 115 km zurück.

Mit Gianni und Urs hatte Kurt zwei gute Tempobolzer, für die 70 km Runde, zur Verfügung. Zum Glück verlief die Strecke bis an den Fuss der Steigung, hinauf nach Kiffis resp. Blochmont, flach. Einzig am Dorfausgang von Kleinlützel und den danach folgenden 2 Kamelbuckeln, liessen bei Kurt die Pulszahl an die obere Grenze steigen. Die Strasse im Lützeltal wurde grösstenteils neu geteert. Ein Genuss durch dieses schöne, kurvenreiche Tal zu fahren. Gezwungenermassen platzte die Truppe im Aufstieg zum Blochmont. Mit den Jüngeren mitzuhalten, liegt nicht mehr drin. Dass auch noch Frauen vorbei fahren ist auch nicht mehr neu. Es ist schlicht zu akzeptieren. Wenigstens in der Abfahrt gibt es die Möglichkeit, den Fahrtwind an der Spitze ins Gesicht wehen zu lassen. Nach dem Verpflegungsposten in St. Hyppolite behaupten Urs und Gianni unangefochten die Spitzenposition in der Gruppe. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als ein ‚Paloma‘-Mann (VC Paloma resp. Paloma= Taube) sich vordrängt und unbedingt seine Flügel auch noch in den Wind halten will. Es sollen doch alle auf ihre Rechnung kommen.

Am Zielort Dornach geniessen wir erfrischende Getränke und Kuchen und erfreuen uns an diesem schönen Velotag. Dass sich René, wie auch Nadine und Christian, nach ihren Fahrten, noch zum Trio hinzu gesellten, bewirkte, dass die ‚Sitzung‘ einiges länger dauerte, was bei den warmen Temperaturen gerne in Kauf genommen wurde.

12. Samschdigstour 01.06.19 – Zwei Fraktionen

Von Hanspeter Brack

Wie bei Top Mannschaften auf diesem Niveau üblich reicht die Qualität natürlich auch bei uns aus, um zwei Anlässe gleichzeitig zu bestreiten. So kam es, dass an diesem Samstag die eine Fraktion des VC Riehen schon zu früher Stunde aufbrach, um an der Schwarzbuebe-Rundfahrt teilzunehmen, währenddessen die andere Fraktion, die auf die Namen André, Volker, Urs R., Bruno, Martin und Hanspeter hörte, zur Samschdigstour erschien. Für die Damen wurde die Fahne durch Samira hochgehalten. Samira wurde anlässlich des SattelFest vom vergangenen Jahr von Kurt eingeladen, als Gast an einer unserer Samstagsausfahrten teilzunehmen, wovon sie nun Gebrauch machen wollte.

Im Einverständnis aller Teilnehmer wurde die Route in Gegenrichtung zur Ausgeschriebenen geändert. Damit wollten wir Bruno, dessen Wunsch es war auf ca. 40 km zu kommen, entgegenkommen und ihn bei seinem verzögerten Formaufbau unterstützen. So fuhren wir also der Wiese entlang nach Schopfheim, um irgendwo auf diesem Weg auf die abgebrochene Tour vom letzten Samstag, welche uns über Hasel führen sollte, einzusteigen.

Schon bald nach der Grenze gelang es uns Altherren, welche wir nun mal sind, die Veteranen des RSV Haltingen, obwohl teilweise bereits mit E-Power unterwegs, einzuholen. Bruno kommentierte dies mit der Feststellung, das Mannschaftszeitfahren sei bereits gewonnen. Schon bald danach, ausgangs Maulburg, betrachtete er seine Arbeit als getan und hiess uns, ohne ihn weiterfahren. Zu diesem Zeitpunkt waren ca. 18 km absolviert, inklusive Rückfahrt dürfte er sein angestrebtes Ziel also nahezu erreicht haben.

Für uns ging es, nachdem Schopfheim durchquert war, in die erste Steigung des Tages. Über die anfangs etwas steilere gegen oben hin aber abflachende Strasse schraubten wir uns nach Kürnberg hoch wo uns zwei drei Kehren weiter die Abfahrt nach Hasel erwartete. Eine wunderschöne Abfahrt mit aber teilweise leicht hängenden Kurven und deshalb vorzugsweise doch eher kontrolliert denn wagemutig zu befahren. Nach Hasel bewegten wir uns über ein Flachstück zur B518 welcher wir aber nur über knapp anderthalb Kilometer bis zur Abzweigung Wehr folgten.

In Wehr stand uns die zweite Steigung des Tages bevor, in ihrer Charakteristik genau das Gegenteil zur Ersten. Bis zur ersten Haarnadelkurve, welche sofern es der Verkehr zulässt am besten in der Strassenmitte zu bewältigen ist, noch moderat ansteigend, wächst sie gegen oben zu einer stattlichen Wand an. Für die Mühe entschädigte uns die anschliessende Fahrt über ein kleines Hochplateau ab Dossenbach, gefolgt von einer wirklichen Schussfahrt runter nach Schwörstadt. Unsere Gastfahrerin Samira hatte sichtlich Spass mit uns und bestätigte das auch. Mit zweieinhalbtausend Kilometern in den Beinen und Hochgebirgserfahrung hielt sie locker mit.

Ab Schwörstadt folgten wir mehrheitlich dem Radweg nach Rheinfelden, Nollingen, Degerfelden, Herten. Zwischen Herten und Degerfelden hatte Urs für uns noch den Tipp „Kickerhüttle“ in der Hinterhand parat. Angesichts des ersten Hitzetages des Jahres waren keine grossen Überredungskünste vonnöten, uns zu einer Einkehr zu bewegen. Der Rest ist schnell erzählt, Grenzach-Wyhlen, Grenzach und über den Schmugglerpfad entlang dem Hörnli nach Riehen. Ich denke ich spreche für alle, wenn ich abschliessend sage: Samira wir würden uns freuen dich wieder zu sehen.

Tagesleistung 65 km / 552 hm.

PS: Wir sind natürlich gespannt wie es der Schwarzbuebe-Fraktion ergangen ist.

11. Samschdigstour 25.05.19 – Wetterwärts

Von Hanspeter Brack, Fotos von André Fürbringer

Nachdem alle wieder aus der VC-Riehen Velowoche retour und im Alltag angekommen sind war nun wieder eine grössere Teilnehmerzahl zu erwarten. Mit Ardèche gestärkten Waden erschienen also Gianni, Martin, Peter und Heinz sowie die in der Zwischenzeit auch nicht ganz untätigen, zu Hause gebliebenen, André, in Begleitung seiner Tochter Bianca, Mike, Bruno und mir selbst. Ein illustres neunköpfiges Feld das sich da auf den Weg Richtung Hasel machen wollte. Vermisst wurde Urs Z. Es ging das Gerücht um er sei, wie schon einige Male in diesem Frühjahr, mit Umzugsarbeiten beschäftigt. Angesichts seiner absehbaren Pensionierung scheint er sich bereits frühzeitig ein neues Standbein aufbauen zu wollen.

Mit einem Kaltstart ging es sogleich in die Steigung hoch nach Inzlingen hinein. Bruno startete noch in der neutralisierten Zone, will heissen bevor wir anderen in die Pedale einklicken konnten und weit vom Ziel entfernt, den ersten Angriff des Tages. Viel zu früh wie sich schon bald herausstellen sollte. Ausgangs Inzlingen hatte sich das Feld bereits etwas in die Länge gezogen aber natürlich wurde auf der Einfahrt zum Parkplatz oberhalb Inzlingen bis zum Zusammenschluss gewartet. Bruno zog erneut, mit den Worten „so viele Domestiken kann ich mir finanziell nicht leisten“ an uns vorbei um sich kurz darauf mit der Begründung „Ranzeweh und kai Form das goot nit“ via Lörrach zu verabschieden.

Zu Acht traversierten wir durch die Waldstrasse weiter nach Adelhausen. In der langgezogenen, nicht zu unterschätzenden Steigung in das Dorf hinein liess Gianni mit einem trockenen Antritt seine Form aufblitzen und war bis das restliche Feld eintraf bereits wieder abgetrocknet, oder war er erst gar nicht ins Schwitzen gekommen? Ausgangs Adelhausen war dann schnell klar, mit der vorgesehenen Strecke wird das ohne Neoprenanzug wohl nichts werden. Über Hasel türmten sich bleischwere, beinahe schwarze, Wolken auf. Von nun an ging es „Wetterwärts“.

Ein Blick nach links liess die Aussicht auf eine trockene Fahrt über die Scheideck deutlich aussichtsreicher erscheinen. Trotzdem bewegten wir uns vorerst weiter in die Grauzone. Die Abfahrt nach Maulburg wollten wir uns denn doch nicht nehmen lassen. Auf der Fahrt nach Steinen mussten wir die Hauptstrasse überqueren. Wie generell an diesem Tag waren uns die Autofahrer sehr wohl gesonnen und drosselten gar ihr Tempo um uns Dies gefahrlos tun zu lassen. Bevor wir die Scheideck erreichten stellte sich uns nicht nur die zugehörige Steigung in den Weg, zur Effizienzsteigerung blies uns auch noch ein kräftiger Wind entgegen.

Ausgangs Schlächtenhaus war ich dann plötzlich einige Meter vor Gianni und nochmals einige Meter vor dem Feld. Was tun? Warten? Nein, gewartet wird oben. Gianni wird mich sowieso bald einholen. Aber Gianni kam und kam nicht. Erst auf den letzten Metern schloss er zu mir auf, überlies mir aber im Stile eines grossen Champions den Bergpreis. An dieser Stelle muss nun aber unser Gast Bianca dringend erwähnt werden, als Neueinsteigerin in diesen Sport absolvierte sie die gesamte Strecke mit Bravour und erreichte die Scheideck topfrisch. Mike hatte ihr im Aufstieg versprochen dies sei die letzte Steigung. Mike, man soll nichts versprechen was man nicht halten kann.

In der Abfahrt nach Kandern wurde uns mit einigen wenigen Tropfen zu verstehen gegeben wie nahe an der Regenzone wir uns befinden. Über die nun definitiv letzte Steigung hievten wir uns bei Kandern noch über den Golfplatz nach Riedlingen, denn statt noch über Tannenkirch zu fahren zog es uns nun endgültig zum hellen Himmel über Riehen. Nach Egringen bekamen wir aus sonnenklarem Himmel nochmals einige Wassertropfen ab. Befand die Sonne unsere Fahrweise nun zum Lachen oder zum Weinen, man weiss es nicht. Unsere Befürchtungen doch noch geduscht zu werden verdampften noch vor Fischingen im Sonnenschein. Während der ganzen Fahrt waren wir immer wieder von einem Grauschleier umgeben, aber irgendwie wurde uns eine meist sonnige Gasse frei gehalten. Sogar den Abschlusstrunk im Restaurant Sängerstübli konnten wir, wie es so schön neudeutsch heisst, Outdoor einnehmen.

Eckdaten der improvisierten Strecke Riehen – Inzlingen- Maulburg – Steinen – Scheideck – Kandern – Riedlingen – Fischingen – Riehen. 60 km und 650 hm.

Die Veloferienwoche 2019 in Bildern

10. Samschdigstour 18.05.19 – Überzeugungsarbeit und Patchworkbelag

Von Hanspeter Brack, Fotos von André Fürbringer

Nachdem die drei vergangenen Samstage eher von trübem, regnerisch kaltem Wetter geprägt waren konnte endlich wieder einmal eine Ausfahrt in Angriff genommen werden. Währendem der Hauptharst des Veloclubs wahrscheinlich gerade französische Autobahnen unsicher machte, stellte sich am Treffpunkt ein Rumpfteam, bestehend aus André, René und mir zusammen. Die bereits dreimal ausgeschriebene und ebenso oft abgesagte Strecke nach Liestal – Büren – Seewen – Fehren – Breitenbach und durch das Laufental retour nach Riehen. Angesicht der bevorstehenden Steigung von Büren nach Seewen machte René schon vor Abfahrt auf seinen Kriegsfuss, auf dem er mit Steigungen stünde, aufmerksam. Da man aber beim Velofahren den Fuss bekanntermassen eher zum Treten denn zum darauf stehen nutzt, ist auf dem Kriegsfuss stehen de facto eher schwierig. Trotzdem versuchten wir René mit der Ankündigung eines gemütlichen Tempos etwas zu beruhigen. So blieb dann auf der ereignislosen Fahrt nach Liestal doch auch noch Zeit für den einen oder anderen Schwatz. René sprach mich auf die soeben auf der Internetseite des Radrennclub Basel erschienen Memoiren des «Hans Schrade» an, welche auf einer Zusammenarbeit von Bruno Wüest und mir basieren. Wer Lust hat kann sich das ja mal zu Gemüte führen. Hans Schrade war ein wirklich interessanter und erfinderischer Mensch.

Ab Liestal ging es dann mit moderatem Gegenwind durch das leicht steigende Oristal Richtung Büren zum Fusse der Steigung hinauf nach Seewen. Der steilste Teil dieser Steigung beginnt gleich hinter Büren und erstreckt sich auf etwa zwei- bis dreihundert Meter danach flacht die Strasse bereits wieder ab. Aber unter dem Motto, was ich befürchtete wird wahr, ging vor René das Loch auf und in ihm reifte der Entschluss ab Seewen direkt Grellingen anzusteuern um dort auf uns zu warten. Nun war Überzeugungsarbeit angesagt. Währendessen Fotograf André vorausfuhr um einige Fotos zu schiessen nahm ich René ans Hinterrad. Indem ich Ihm ein Argument nach dem Anderen, weshalb es besser sei wenn wir nicht auf ihn warten würden, zunichtemachte, konnte ich ihn allmählich überzeugen mit uns die ganze Strecke zu absolvieren. Abgelenkt durch diese Unterhaltung erreichten wir beinahe nebenbei die Höhe oberhalb Seewen.

Nach einer kurzen Abfahrt erreichten wir in Seewen die Abzweigung nach «Brätzbel» und nochmals ein letzter Versuch «ich halte euch nur auf». Blödsinn, einfach nicht darauf eingehen. Auf der Höhe ist es nun fühlbar kühler, wärmere Temperaturen lassen immer noch auf sich warten. Schon bald erreichen wir Brätzwil wo wir von einem Fahrlehrerauto mit kleinstmöglichem Minimalabstand überholt wurden. Auf das verwerfen meiner Hände erhielten wir dann noch das allseits bekannte Fingerzeichen. Das erklärt natürlich so manch gängige Verhaltensweisen im heutigen Strassenverkehr. Nach Nunningen und Zullwil erreichen wir, so hat mir ein Brislacher mal erzählt, die Sonnenstube Fehren. Angeblich soll es dort sehr sonnig sein, davon ist heute allerdings nichts zu sehen. Wir verlassen die kühle Hochebene nun und stürzen uns in die Abfahrt nach Büsserach.

Die Steigungen hatten wir nun hinter uns, auf René mussten wir übrigens nie warten und auf der bevorstehenden flachen Heimfahrt wird er auch keine Probleme mehr haben. Auf der Fläche Tempo halten kann er problemlos. Wir können nun also noch etwas für die Tempofestigkeit tun. Auf der leicht abfallenden Strasse nach Zwingen geht es deshalb mit Ü40 Tempo doch noch etwas zur Sache. Breitenbach und Brislach fliegen nur so an uns vorbei. Die von einem Pachworkbelag überzogene Strasse schlägt uns dabei unbarmherzig in Hände und Rücken. Auf Anfrage wäre unser Herr Wessels, der ja gerne grosszügig mit unserem Geld umgeht, sicher bereit die Sanierung auch dieser Strasse zu übernehmen. Sei’s drum, Zwingen erreichen wir trotzdem unbeschadet. Bis Grellingen müssen wir uns für ein kurzes Stück auf der Hauptstrasse fortbewegen. Nach Grellingen nutzen wir die Möglichkeit Riehen mehrheitlich über velotaugliche Schleichwege zu erreichen, sogar im Joggeli zeigt uns André noch eine Möglichkeit wie die Strasse unter- statt überquert werden kann.

Nach drei Stunden gefahrenen 75 km und rund 645 hm waren wir wieder zu Hause.

Grüsse aus dem sonnigen Südfrankreich

Seit vergangenen Samstag sind die Strassen rund um Joyeuse in Südfrankreich unter den Rädern der VCR-Mitglieder. Bei optimalen Bedingungen spulen sie die zusammengezählt tausenden Trainingskilometer ab.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veloferienwoche 2019 grüssen alle Daheimgebliebenen.

Coole VCR Jugend Bike Tour im Gempengebiet 01.05.2019

Von Marc Fink

Spontan ist oft am besten. Auf Initiative von Max, wurde am Dienstagnachmittag noch schnell eine MTB-Tour für den 01. Mai ins Gempengebiet mit vielen flowigen downhill Trails organisiert und Moritz, Mads und Marc konnten dafür schnell begeistert werden. Bei Top-Wetter sind wir 4-M’s am Mittwochvormittag um 11:00 Uhr am VCR-Treffpunkt in Riehen gestartet. Vom Startpunkt am Riehener Dorfbrunnen sind wir zunächst zum Einrollen via Kraftwerk und Grün 99 nach Münchenstein gefahren. Zum Glück gab es genug Schatten beim anschliessenden, schweisstreibenden Aufstieg zum Gempenturm. Oben angekommen, haben wir uns eine schöne Pause mit super Aussicht gegönnt und erwartungsvoll der Abfahrt entgegengefiebert. Unserm Guide Max folgend, sind wir einige tolle Singletrails in Richtung Münchenstein gefahren und mussten leider feststellen, dass nach dem Surfen auf dem Banana Trail die Tour allmählich zu Ende ging.

Es war für uns eine spassige Bike-Tour mit tollen flowigen Trails, und ich musste mich als einziger Ü18 besonders anstrengen, hinterher zu kommen.

Danke an Max für die spontane Organisation — bitte wiederholen!

MTB und Rennvelo fahren mit dem Velo-Club Riehen
Fährst du auch gerne Velo? Dann schnuppere bei unseren Jugendtrainings rein: Informationen zum Trainingsangebot für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.

Osterfahrt nach Amsterdam

Von Christof Leumann

Da die Alpenpässe in den Süden zu Ostern noch von den grossen Schneemassen des Winters versperrt waren haben sich mein Coucousin, sein Studienkollege und ich auf eine Tour mit dem Rennrad in Richtung Norden gemacht. Bei unserem Start in Basel am Karfreitag haben wir noch für knapp eine Stunde Geleit vom frisch gebackenen Papa Landy bekommen.

Die Reise ging auf der deutschen Rheinseite bis Kmebs wo wir auf die französische Seite wechselten. Kurz nach dem Durchqueren der Festungsstadt Neuf-Brislach ging es dann dem alten Rhein – Rhone Kanal entlang bis in das malerische Strassburg wo in einer Touristenfalle mit wenig freundlicher Bedienung, grossen Preisen und kleinen Portionen der erste grosse Verpflegungsstopp stattfand.

Die Energiespeicher wurden dann am Rand von Strassburg in einem Café mit Kuchen noch komplett aufgefüllt.

Dem Rhein entlang ging es weiter nordwärts mit stetig leichtem Gegenwind. Mein Coucousin durchpflügte diesen unbeeindruckt wodurch sich nach einiger Zeit ein weiterer Rennradfahrer an unser Hinterrad heftete.

Plötzlich war in meinem Rücken ein Geräusch von aneinander reibenden Reifen und kurz darauf ein heftiges Scheppern zu hören. Den Franzosen der sich an unser Hinterrad geheftet hat hat es in einer unaufmerksamen Sekunde auf dem Asphalt verstrichen. Es war zwar alles noch dran und nichts gebrochen. Aber er sah schon sehr mitgenommen aus. Von unserer kleinen Gruppe blieben zum Glück alle sicher im Sattel und unverletzt.

Bei Lauterbourg im “Au bord du rhin“ gabs dann ein fantastisches Pastazvieri mit hausgemachten Nudeln und frischen Kräutern. Knapp eine Stunde später war dann unsere erste Etape beim barocken Schoss Karlsruhe zu ende.

Schon am morgenfrüh standen wir wieder bereit für die nächste Etappe. Wir wichen dem Wind über den Pfälzerwald nach Bingen an den Fuss des Rheingaugebirges. Die Strasse schlängelt sich abwechslungsreich dem Speyerbach entlang durch die Hügel. Zwischen Taunus und Hundsrück ging es dann dem Ostufer des Rheins entlang durch das UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal welches mit einer wunderbaren Landschaft, zahlreichen Burgen, historischen Gebäuden und Denkmählern gespickt ist. Eher spät haben wir im Hammerstein eine Unterkunft gefunden in der wir trotz später Ankunft mit gutem und nahrhaftem Essen versorgt wurden.

Die dritte Etappe führte über Bonn, Köln, Düsseldorf nach Arnheim. Dank einem Navigationsfehler kurz vor Düsseldorf haben wir in Hamm einen guten Verpflegungsposten gefunden.

Bei Enden / Babberich haben wir die Grenze zu den Niederlanden überquert. Danach waren es nur noch wenige Kilometer zum Entapenziel in Arnheim.

Die vierte und letzte Etappe führte uns am Ostermontag über Utrecht nach Amsterdam. Zu unserem Erstaunen war schon am Morgen ein Berg von stolzen 50 Metern Höhe zu bezwingen. Es schien an diesem Montag jeder auf dem Rad zu sein. So kam es auch dass uns seit dem Start in Basel der erste Rennradfahrer überholte. In der Hoffnung etwas Windschatten gespendet zu bekommen hefteten wir uns an sein Hinterrad. Dieser wehrte sich jedoch mit etlichen Sprintattacken bis er völlig entkräftet aufgeben musste und wir wieder ohne Windschatten weiterfahren mussten.

Bei unserer Nächsten Snickerspause passten wir wieder einen Rennradfahrer ab. Das halbe Snickers noch im Mund schwangen wir uns auf unsere Rennräder und machten uns auf die Verfolgung. So konnten wir bei stattlicher Geschwindigkeit für etwa 10 km etwas Energie sparen. Vor Amsterdam ging es dann an mäandernden Grachten an Windmühlen vorbei Richtung Hauptstadt.

Nach 825 Kilometern und dreieinhalb Tagen haben wir unser Ziel in Amsterdam erreicht.

Ältere Artikel →