Velo-Club Riehen

Veloferienwoche 2023

Auf vielseitigen Wunsch wird erneut eine Veloferienwoche im 2023 organisiert. Interessentinnen und Interessenten mögen sich bitte bis Ende Oktober melden. Definitive Anmeldung erfolgt alsdann anfangs 2023.

Nachstehend einige Informationen:

Ort
F 84210 Pernes-les-Fontaines / Vaucluse
6 km südlich Carpentras / 20 km nordöstlich Avignon
Datum
06. – 13.05.2023
Kosten
DZ, ca. € 95.-/Person/Tag – Halb-Pension
EZ, ca. € 105.-/Person/Tag – Halb-Pension
Hotel
l’Hermitage, 614 Grande Route de Carpentras, 84210 Pernes-les-Fontaines
https://www.hotel-lhermitage.com
Fahrt
Privatwagen – Angabe ob Selbstfahrer, Anzahl Mitfahrgelegenheiten, Mitfahrgelegenheit benötigt

Wer Interesse an einer Teilnahme an der Ferienwoche hat, soll sich bis Ende Oktober melden. Definitive Teilnahmebestätigung anfangs 2023 erforderlich.
Kurt Kaiser oder 076 398 08 01 (WhatsApp)

38. Samschtigstour 03.12.22 – Antriebslos

Von Hanspeter Brack

Dick eingepackt erschienen Johanna, Martin Sascha, Felix und Hanspeter zur ersten Tour des bereits schon wieder letzten Monats 2022. Die 7° die mein Bordcomputer beim Start noch anzeigte fielen schon kurz nach Binzen auf den Nullpunkt. Dementsprechend ruhig verlief die Fahrt durchs Kandertal. Bloss nicht zu viel Energie unnütz vergeuden.

Eingangs Kandern vermeldete Martin Antriebsprobleme. Noch selten waren wir so froh darüber, auf diese Weise, einen Grund zur Streckenkürzung präsentiert zu bekommen. Wir einigten uns schnell darauf die Fahrt, wie vorgesehen, über den Golfplatz nach Riedlingen fortzusetzen um dann Richtung Egringen, Fischingen und Binzen die Rückfahrt zu absolvieren.

Aus radsportlicher Hinsicht wäre an diesem 3. Dezember noch der 76. Geburtstag des Gewinners der Tour de France von 1980, Hendrik Gerardus Joseph Zoetemlk Spitzname Joop, zu vermelden.

Obwohl er die Tour de France nur einmal gewinnen konnte wird er noch immer als bester Rundfahrten-Fahrer aller Zeiten gelistet. Auch der ihm anhaftende Ruf des ewigen Zweiten scheint angesichts 431 gewonnener Rennen nicht so ganz berechtigt zu sein. Die Tour 1980 gewann er im legendären Ti Raleigh Team von Peter Post in dessen Diensten einst auch Stefan Mutter, Beat Breu, Ueli Sutter und Urs Freuler fuhren.
Den Älteren unter uns dürfte das noch guter in Erinnerung sein, den Jüngeren sei die Nachforschung zu Zeiten, in denen sich die Bremskabel noch über den Lenker wölbten und Schalthebel am Unterrohr gesucht werden mussten, empfohlen. Es hat durchaus seinen Reiz.

37. Samschtigstour 26.11.22 – Karpfen für Basel

Von Hanspeter Brack

Bei schönstem Sonnenschein durfte zur 37. Samschtigstour 2022 gestartet werden. Gut eingepackt liessen sich Martin S., Martin W., Sascha, Felix und Urs diese Gelegenheit nicht entgehen. Erneut sollte es, 35 Tage vor Jahresende, ins Baselbiet gehen. Von Riehen bis Pratteln im Einrollmodus unterwegs, kam kurz vor Frenkendorf erstmals Bewegung in die Gruppe. Den, ohne Gruss, an uns vorbei preschenden Fahrer wollten wir nicht so ohne weiteres ziehen lassen. Mit ein paar kräftigen Tritten waren wir wieder dran und bei ihm begann, an der Betätigung der Schaltung deutlich zu vernehmen, die Suche nach dem richtigen Gang. Als wir in Frenkendorf links abbogen wählte er die Geradeausvariante. Lapidarer Kommentar von Urs «hätt i an siinere Stell au eso gmacht». Ich wahrscheinlich auch.

Nachdem wir Liestal und Sissach hinter uns gelassen hatten, ging es in Gelterkinden via Rickenbach über das Buuser Eck nach Buus. Rickenbach, für uns Basler im 14. Jahrhundert eine nicht ganz unbedeutende Gemeinde. 1510 nämlich liess die Basler Obrigkeit hier südlich des Dorfes einen ca. drei Hektar grossen Fischteich anlegen. In diesem wurden Karpfen, auch Weihnachtskarpfen, für die Stadtbasler gezüchtet. Die Einwohner konnten sich mit Pflege und Unterhalt des Weihers, zu einem guten Teil, ihr Einkommen sichern. Zusätzlich wurde noch von etwas Ackerbau und Viehzucht gelebt. Später kam noch die Posamenterei, vornehmlich das Weben von Seidenbändern aber auch die Herstellung von Borten, Fransenborten, Quasten, Spitzen und derlei Ziergeflecht hinzu. 1831 sprach sich Rickenbach denn auch, mit 36 zu 21 Stimmen gegen die Kantonstrennung aus. 2014 ein ganz anderes Bild, auch in Rickenbach stimmten 80-90% der Einwohner gegen die Wiedervereinigung Beider Basel. Mit dem Verschwinden des Fischweihers nach 1778 und der Aufgabe der Posamenterei verschwand offenbar auch die Verbundenheit mit den Städtern, "glichwool hett sich dr Ka... None Gool die Gmeind zu sinere Waalheimat usgsuecht".

Im Dorf selbst hat man die Wahl Rheinfelden via Wintersingen oder via Buus anzufahren. Wir wählten die Variante Buus. Währendem es nach Wintersingen nämlich richtig steil wird, fällt die Steigung zum Buuser Eck mit gleichmässigen 8-10% Steigung schon richtig moderat aus. Derweil Felix im Sommermodus (kurze Hose, kurzes Trikot) vorneweg stürmte liess es Martin S. hinten gemütlich angehen. Er hatte für den Aufstieg auf den Einsatz des Motors verzichtet und schaltete ihn erst für die Abfahrt zu.
Riskante Manöver wusste die steile und dazu noch nasse Abfahrt nach Buus zu verhindern. Buus selbst zeigte uns, im wahrsten Sinn des Wortes, die kalte Schulter. Brr... war das kalt. Schnell weg, noch neun Kilometer bis Rheinfelden. Zunehmend wurde es wieder etwas wärmer, neun Grad fühlen sich einfach besser an wie sechs. Entlang des Rheines wurde die Kadenz erhöht und so noch etwas am runden Tritt gearbeitet.

Zum Abschluss kam uns oberhalb des Kohlistieges Hansjörge entgegen, der spontan umdrehte um anschliessend die Zeche im Sängerstübli zu übernehmen. Nochmals besten Dank, immer wieder gerne.

Wir möchten es auch nicht versäumen KK beste Genesung und baldige Rückkehr auf den Rennsattel zu wünschen.

Strecke: Riehen - Muttenz – Liestal – Gelterkinden – Rickenbach - Buus - Rheinfelden - Birsfelden - Riehen / 65 Km / 420 Hm

36. Samschtigstour 19.11.22 – Regenflucht

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Voller Zuversicht steuerten mit André, Claude, Ed, Martin S., Martin W., Sascha und Felix, Urs und Hanspeter neun Teilnehmer den Treffpunkt zur 36. Samschtigstour 2022 an. Trotz wolkenverhangenem Himmel wollten wir für einmal allen Wettervorhersagen und sämtlichen Regenradars, die auf eine trockene Ausfahrt hoffen liessen, Glauben schenken.

Bei einigermassen erträglichen Temperaturen verlief die Fahrt nach Augusta Raurica dann auch im absolut trockenen Bereich. Mit der Einfahrt in Liestal sollte sich das aber schlagartig ändern. Die Kantonshauptstadt empfing uns mit Nieselregen, war das nun Nebel oder bereits Regen. Nach kurzer Beratung entschlossen wir uns vorerst zur Weiterfahrt, obwohl der Blick Richtung Schwarzwald, wie Urs richtig bemerkte, Besseres verhiess. Die Frage nach Nebel oder Regen wurde mit Eintritt ins Waldenburgertal, wo uns ein gleichmässiger Landregen erwartete, definitiv beantwortet.

Der Blick talaufwärts liess auf keine baldige Besserung hoffen. Als Erster streckte André mit den Worten «ihr könnt schon weiterfahren, ich kehre um» die Waffen. Mit wenigen Ausnahmen waren ihm wohl die meisten dankbar. Ich sowieso, im Regen bin ich genug gefahren. Mit einer 90° Wende setzten wir zur Regenflucht an. Rheinfelden wurde als nächstes Ziel auserkoren. Mit Ausnahme von Sascha, Felix und Claude die sich Richtung Gempen verabschiedeten, fuhren wir auf soeben zurückgelegter Wegstrecke retour nach Kaiseraugst.

Schon bald waren wir dem Regen wieder entflohen und konnten unsere Fahrt, nunmehr mit Dreckverspritzten Velos und (nicht vom Bergpreis) gepunkteten Trikots fortsetzten. Nachdem wir in Möhlin auf die deutsche Rheinseite gewechselt hatten, war uns zeitweise sogar eine Fahrt im Sonnenlicht gegönnt. Letztendlich wurden sowohl ausgeschriebene Distanz wie auch Höhenmeter nahezu erreicht, einfach auf anderer Strecke.

Als ich abends auf dem Hundespaziergang Claude begegnete konnte ich noch in Erfahrung bringen, wie es den drei «Gempener» ergangen war. Auch sie waren von weiterem Regen verschont geblieben und wieder gut zu Hause angekommen.

Strecke: Basel – Birsfelden – Kaiseraugst – Liestal – Kaiseraugst – Rheinfelden – Möhlin – Degerfelden – Grenzach – Riehen – 65Km / 320 Hm

35. Samschtigstour 12.11.22 – Alte Garde?

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Zwei Wochen waren vergangen seit der letzten Tour. Witterungsmässig hatte sich seither so Einiges getan. Endgültig vorbei das Nachdenken ob noch kurze oder schon lange Kleidung, dann schon eher, wie früher beim Metzger, die Frage «darfs e bitzeli mee sii»?

Gerade mal 12° am Start, Tendenz sinkend. Trotzdem zeigten sich mit André, Ed, Gianni, Kurt, Volker und Hanspeter sechs Mitglieder am Start. Bei Kurt blieb es dann beim Zeigen. Er hatte seine Trainingsfahrt für dieses Mal erfreulicherweise nach Riehen verlegt, um uns einen Besuch abzustatten. Irgendwie kamen wir auf die ältere Dame zu sprechen, die uns im vergangenen Sommer, nach einer Ausfahrt, im Dorf in ziemlich direkter Weise auf unser Alter ansprach. Sind denn in diesem Verein nur noch alte Männer? So lautete ihre Frage. Wir bedauerten, entschuldigten uns beinahe, nicht ganz ihren Vorstellungen zu entsprechen. Den Nebensatz, sie sei aber auch nicht mehr so taufrisch, konnten wir uns aber doch auch nicht verkneifen. Episoden, die in irgendeiner Hirnwindung hängen bleiben, um dann und wann zur allgemeinen Belustigung wieder hervorzukriechen. Auch nicht unbedingt erwähnenswert hätte nicht just an diesem Samstag eine Fortsetzung stattgefunden.

Als wir nämlich in Steinen das Wiesenufer verliessen und am Bahnübergang vor geschlossener Bahnschranke warten mussten tönte es aus heruntergelassener Fensterscheibe plötzlich «aha alte Garde unterwegs, aber alle mit Top Rädern». Für diesen Motivationsschub nahm sich der Fahrer sogar Zeit anzuhalten. So langsam begannen wir nun aber doch an der eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. OK, das Durchschnittalter von gut 60 Jahren liess sich nicht wegdiskutieren aber trotzdem, also bitte. Wie bringt man das nun wieder in eine positivere Form?

Wieder einmal kam mir Wikipedia zu Hilfe. Was dort zum Begriff alte Garde nachzulesen ist macht dann das Ganze doch wieder etwas stimmiger.

WIKIPEDIA

Alte Garde war in einigen Heeren die, meist inoffizielle, Bezeichnung für lang bewährte, besonders kriegserprobte Verbände, die sogar innerhalb der Gardetruppen einen Sonderstatus genossen (vgl. Crème de la Crème).

Damit kann man leben.

Lange Zeit darüber nachzudenken hatten wir ohnehin nicht. Kurz nach Weitenau forderte die erste Steigung Richtung Hofen unsere Aufmerksamkeit und spätestens im Aufstieg zur Scheideck war der Vorfall gänzlich abgehakt. Wie (fast) immer gab es auf der Scheideck einen kurzen Halt. Für ungewohnt viel Betrieb auf dem Parkplatz sorgten diverse Hunde mit zugehörigen Führern(innen). Auf Volkers Frage «seid ihr Jäger», vermutlich tauchte vor seinem geistigen Auge bereits wieder eine Schüssel Rehpfeffer auf, kam die Antwort «ja, wir jagen Radfahrer, aber nur bergauf».

Dann nichts wie bergab weiter nach Kandern. Auf trockenen Strassen, eine völlig sichere Abfahrt. In Riedlingen bogen wir links weg, um sogleich in die Steigung nach Tannenkirch einzubiegen. Zu Beginn des Anstieges zeigten sich nun bereits erste Nebelschwaden, die sich aber auf halber Höhe bereits wieder lichteten. Allerdings nur um Ausgangs Tannenkirch in eine stockdicke Nebelwand überzugehen. Mit Überquerung des Golfplatzes retteten wir uns in die Rheinebene, wo es wie erhofft zusehends wieder durchsichtiger und damit sicherer wurde.

Eine unangenehme Begleiterscheinung des Nebels war die hohe Luftfeuchtigkeit welche die Temperatur, die zwischen 6° und 7° pendelte, gefühlt deutlich kälter wahrnehmbar machte. Der Ruf nach einer heissen Schokolade liess uns zum Abschluss auf dem Sportplatz Binzen einkehren.

Strecke: Riehen – Steinen – Weitenau – Schlächtenhaus – Kandern – Reidlingen – Tannenkirch – Bamlach – Efringen – Binzen – Riehen / 68 Km / 560 Hm

34. Samschtigstour 29.10.22 – In das Gilgenbergerland!

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

In das was bitte? Gilgenbergerland, noch nie gehört. Auf die Gebietsbezeichnung bin ich auch erst bei den Recherchen zu diesem Tourenbericht gestossen. Gemeint ist damit der Höhenzug, auf dem, unter anderen, die Ortschaften Fehren und Nunningen liegen. Nunningen wird dabei als Zentrum gesehen.
Das «Schwarzbuebeland» oder amtlich den Bezirk Dorneck-Thierstein nahmen die sieben Teilnehmer (André, Bruno, Martin, Sascha in Begleitung von Sohn Felix, Volker und Hanspeter), an diesem 29. Oktober bei 23°C in kurzen Hosen und kurzem Trikot, also nochmals unter die Räder.

Bei der Frage in welchem Bezirk wir uns nun gerade befanden war es nicht immer so einfach geographisch den Überblick zu behalten. Was gehört nun zu Dorneck und was zu Thierstein? Nach einer kleinen Schlaufe über Muttenz mit anschliessender Fahrt durch das Industriegebiet Münchenstein befanden wir uns, in Dornach, ein erstes Mal im Bezirk Dorneck. Diesen verliessen wir aber sogleich, verbunden mit einem gleichzeitigen Kantonswechsel, wieder Richtung Aesch wo bereits Martin auf uns wartete. Mehrheitlich mit Rückenwind ging es im Laufental weiter. Die Talsohle und damit die stark befahrene Hauptstrasse verliessen wir beim (berüchtigten) Kreisel in Laufen. Mit dem erneuten Kantonswechsel zwischen Brislach und Breitenbach befanden wir uns für die nächsten neun Kilometer im Bezirk Thierstein. Damit es jetzt noch etwas Verwirrender wird, mit der Bewältigung des Aufstieges nach Fehren näherten wir uns nun auch Tritt für Tritt dem Gilgenbergerland. Temperaturmässig wähnte man sich eher an einem etwas kühleren Sommertag und nicht bereits mitten im Herbst. Auch auf dem Hochplateau herrschten noch sagenhafte 22 Grad Celsius.

Die Abstände im Aufstieg fielen moderat aus, dementsprechend kurz war auch die Wartezeit in Fehren. Kurz durch schnaufen, nachtanken und weiter ging es. Hinab nach Zullwil hinauf nach Nunningen. Damit war der Bezirk Thierstein abgehakt und wäre da nicht «Bräzbel» (Brätzwil) welches da völlig unkoordiniert zwischen die beiden Bezirke hineinragt wären wir nahtlos wieder zurück im Bezirk Dorneck gewesen. So aber mussten wir uns bis Seewen gedulden.
Seewen hat in der Entstehung dieser solothurnischen Enklave bzw. Bezirke insofern eine gewisse Bedeutung als dass es die erste zugehörige Ortschaft war. Der Stadtstaat Solothurn, der sich im 15. und 16. Jahrhundert sehr um die Erweiterung seines Territoriums bemühte konnte 1483 das Dorf Seewen von der Domfrau Elisabeth von Säckingen käuflich erwerben. 1527 waren mit dem Erwerb der Dörfer Nunningen, Meltingen und Zullwil, welche einem gewissen Hans Imer von Gilgenberg abkauft werden konnten die solothurnischen Expansionsgelüste befriedigt. Woher der Begriff Schwarzbubenland stammt ist nicht ganz geklärt. Als am wahrscheinlichsten angenommen ist die Herleitung vom Verb schwärzen, einer Umschreibung für Schmuggeltätigkeit welche der Bevölkerung dieser Region nachgesagt wurde.

Verlief die Fahrt von Nunningen nach Seewen auf abfallendem Gelände als kompakte Gruppe sehr zügig, wurden wir im Aufstieg nach Hochwald wieder etwas eingebremst und das Gruppengefüge gestaltete sich unverzüglich wieder etwas luftiger. Für Sascha mit dem Ötztaler in den Beinen war das sowieso nur ein Klacks und auch Felix rollte mühelos an die Spitze. Auf der Ebene vor Hochwald etwas Tempo herausgenommen und schon war der Anschluss für alle wieder geschafft bevor die letzte Steigung, die uns nach Gempen führen sollte, erreicht war.
Die Abfahrt nach Gempen wurde weit auseinandergezogen absolviert und für einmal schaute ich mir das Geschehen von hinten an. Ganz so eilig hatte sich es auf dieser, in jüngster Vergangenheit in Verruf gekommenen, Strasse dann doch nicht.
In Dornach kam noch kurz etwas Hektik auf. Die einen gingen hoch zum Bahnhof die anderen geradeaus unten durch. Kurz vor dem Veloweg entlang der Birs konnte aber auch das geregelt werden und die Temperaturen luden noch immer zu einem Abschlusstrunk im Schänzli ein wo eine Ausfahrt auf geschichtsträchtigem Boden ihren Ausklang fand.

Strecke: Riehen - Muttenz - Aesch - Zwingen - Büsserrach - Fehren - Nunningen - Seewen - Hochwald - Gempen - Dornach - Münchenstein - Riehen / 75 Km / 730 Hm

33. Samschtigstour 22.10.2022 - Herbstsommer

Von Hanspeter Brack

Wiederum war, genau auf Samstagmorgen, eine Regenfront angesagt und wiederum stellte sich die bange Frage, wird es wenigstens am Nachmittag trocken bleiben. Am Ende kam es dann ganz anders. Das Nass wurde bereits während der Nacht auf Samstag vollumfänglich abgeladen und durch einen wunderschönen bis zu 24° warmen Sommertag, der sich in den Herbst verirrt hatte, abgelöst. Gut für uns, schlecht für die erstmalig vorgesehenen Skirennen in Zermatt. Etwas kritisch betrachtet stellt sich einem halt schon die Frage, muss das denn, noch dazu um diese Jahreszeit, wirklich sein?

Eine andere Frage stellte sich uns, wo bitte sind denn jetzt die kurzen Velosachen schon wieder? Die wurden nämlich, völlig unerwartet, nochmals benötigt. Die einen haben sie gefunden, die anderen offensichtlich nicht oder trautem dem Sommerblinzeln dann doch nicht so ganz.
Acht Teilnehmer (André, Bruno, Claude, Ed, Gianni, Martin S., Martin W. und Hanspeter) liessen sich das Vergnügen nicht entgehen. Zu drei Vierteln unmotorisiert und demzufolge zu einem Viertel motorisiert wurde gleich zu Beginn die erste Steigung hoch nach Inzlingen in Angriff genommen. Dem aufmerksamen Leser dürfte nicht entgangen sein, die Gruppe der E-Racer hat sich vergrössert.

Bruno hat, ganz nach Vorbild Martin, ebenfalls aufgerüstet und konnte am Berg bestens mithalten. In der Abfahrt nach Degerfelden wurde es ihm sogar bereits wieder zu langsam, so jedenfalls interpretierte ich sein mehrfaches stossen von hinten.

Nach Nollingen erfolgte der Wechsel, via Wasserkraftwerk Rheinfelden auf die Schweizer Seite, wo es talaufwärts Richtung Wegenstetten weiterging. Die ersten Scharmützel wurden aber erst im bei der Überquerung nach Schupfart ausgetragen. Kurz vor dem Kulminationspunkt zog Martin, völlig überraschend, das Tempo an. Sein zweiwöchiges Trainingslager in Spanien, es wird auch noch von einem Besuch bei Médico Fuentes gemunkelt, zeigte spürbar Wirkung.

Etwas auseinandergerissen ging es in Schupfart in die ruppige Steigung, die sich uns vor Eiken noch in den Weg stellte. Die nachfolgende Abfahrt wurde, nach kurzer Verschnaufpause, wieder geschlossen absolviert.

Bis auf den Hügel zwischen Wallbach und Möhlin waren die Höhenmeter des Tages nun mehrheitlich absolviert und wir konnten auf dem Rückweg unsere Rollerqualitäten vollumfänglich ausspielen. Dank der allseits noch vorhanden Spätform kam im Zusammenhang mit den milden Temperaturen nochmals ein ganz beachtlicher Schnitt zusammen. Nach drei verregneten Samstagen war es wenig mit den jungen Pferden, die das erste Mal auf die Weide durften. Wobei das mit dem Jung immer eine Frage des Blickwinkels ist.

Darf’s etwas mehr sein? Von solch schönen Herbsttagen definitiv ja.

Riehen - Inzlingen - Degerfefelden - Schloss Beuggen - Möhlin - Wegenstetten - Eiken - Wallbach - Rheinfelden - Birsfelden – Riehen / 77 Km / 590 Hm

Abschlussbericht Saison 2022

Von Lena Schulenburg

Ich würde sagen die Saison 2022 war für mich bisher meine erfolgreichste Saison. Ich hatte viele gute Rennen auf der Strasse und auch auf dem Bike. Mit diesen Leistungen bin ich sehr zufrieden. Generell habe ich diese Saison viel gelernt und bin auch oft über mich hinausgewachsen. Dieses Jahr durfte ich sogar an den nationalen Sichtungstag nach Grenchen. Dort konnte ich eine sehr erfolgreiches Bergzeitfahren abliefern. Auch mit dem Technik Parcours bin ich sehr zufrieden, dort konnte ich 19 von 24 Punkten holen und bin damit im obersten Drittel der nationalen Spitze.

Hier sind ein paar meiner erfolgreichsten Rennen. Der GP-Oberbaselbiet in Zunzgen welchen ich auf einem sehr guten 11. Platz abschließen konnte obwohl ich die jüngste im Starter Feld war. Die Strecke war definitiv auch nicht gerade einfach, weil es die ganze Zeit bergauf oder bergab ging. Zudem war die Strassenqualität nicht gerade die Beste. An dieser Stelle möchte ich Kurt noch einmal dafür danken, dass er mich am Bergpreis so tatkräftig angefeuert hat. Auch Ende August konnte ich mein Potenzial in Uzwil zeigen. Am Rennen ,,Rund um Uzwil“ konnte ich den genialen 2. Rang einfahren obwohl ich wieder die Jüngste war. Die Strecke war sehr technisch und hatte einen sehr heftigen Schlussanstieg, trotzdem hat mir diese Strecke sehr gut gefallen. Durch dieses Renne habe ich gelernt schneller „runter“ zu fahren. Das Wetter war so gut wie am GP-Oberbaselbiet.

Leider hatte ich Mitte Saison noch Corona und konnte deswegen nicht an der „Tour du Bern“ teilnehmen. Auch das Gempen-Bergzeitfahren war ein Erfolg. Mit dem 3. Platz bin ich zufrieden. Dazu schreibe ich nicht mehr, denn die Strecke sollte allen ein Begriff sein. Auch der Proffix Swiss Bike Cup war ein Erfolg. Ich habe mir schon immer gewünscht, dass Basel ein Schlamm Rennen wird und dieses Jahr hat es endlich geklappt. Ich hoffe, dass das nächste Jahr ähnliche Bedingungen herrschen werden. Obwohl es durch den ganzen Schlamm viel schwieriger geworden ist hat es mir sehr viel Freude bereitet, mein Heimrennen bei solchen Bedingungen zu fahren. Allerdings musste ich auch sehr viel laufen wie z.B. den Hauptaufstieg zur Einfahrt in den Trail.

Aber auch das Rennen in Gränichen werde ich nicht vergessen. Es war nämlich im Hochsommer und ich weiss schon das es im Sommer sehr warm ist aber bis zu 37°C war dann doch ein bisschen zu heiss. Ich glaube das, dass mein erstes Rennen bei einer solchen Hitze war und ich wäre auch nicht undankbar, wenn es das letzte wäre. Gränichen gehört nicht zu meinen Lieblingsstrecken auch wenn es auf dem Bike mein zweites Zuhause ist. Der Start und vor allem die erste Runde ist mir aber gleichwohl gut gelungen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden auch mit diesem Ergebnis. Auch in Steinmauer (Schweizermeisterschaft Strasse), Rickenbach und Savognin konnte ich gute Ergebnisse abliefern. Aber wenn ich alle Rennen aufführen würde, wäre ich vermutlich nie fertig mit Schreiben. Meine letzten Zeilen widme ich all den Leuten die mich supportet und unterstützt haben. Allgemein meiner

Familie die mir Halt in guten und schlechten Zeiten gibt und mir hilft meine Ziele zu erreichen. Meiner Mutter, welche sich um Verletzungen und das Essen kümmert und schaut das im Background alles läuft. Auch an Sven geht ein riesiges Dankeschön welcher, für mich die Trainingspläne geschrieben und koordiniert hat und sich unter anderem auch um mein Wohlbefinden sorgt. Auch an Marcia und Greg (CANW) möchte ich ein Dankschön richten, weil sie mir, in ganz vielen Trainings von der CANW, Tipps gegeben haben wie ich mich verbessern kann. Auch an alle anderen Leute die mich unterstütz haben geht ein Dankeschön. Ohne die ganze Unterstützung wäre das alles nicht möglich. Und last but not least ein Dankeschön an alle die mich am Streckenrand angefeuert haben und somit eine coole Rennatmosphäre geschaffen haben.

Ein spezielles Dankeschön muss ich noch einmal Greg widmen welcher seit neustem für meine Trainingspläne verantwortlich ist.

Vielen Dank fürs lesen — ich hoffe auf eine weitere positive Saison und wer weiss, vielleicht sehe ich nächstes Jahr das eine oder andere bekannte Gesicht.

Liebe Grüsse
Lena Schulenburg

Samschtigstour-32-08.10.2022 – Die Tage werden kürzer,

Von Hanspeter Brack

die Kleidung länger. Schön zu sehen bei den vier Teilnehmern, André, Claude, Volker und Hanspeter, der vergangenen Samstagstour. Nach einem wetterbedingten Unterbruch von ziemlich genau einem Monat ging die Tourensaison 2022, mit einem übergangslosen Wechsel vom Sommer in den Herbst, der offizielle Jahreszeitenwechsel war am 23.09.22, weiter.

Zu Anfang der Woche sah es noch erneut nach einem verregneten Samstag aus. Am Freitag dann doch etwas bessere Aussichten und am Samstagmorgen nach Konsultation des Regenradars endgültig Entwarnung. Kurz vor dem nachmittäglichen Start sorgte eine vorüberziehende, Nässe abladende Wolke, dann doch nochmals für Verunsicherung. Dies und die ferienbedingte Abwesenheit einiger Stammfahrer war wohl die Ursache für den eher spärlichen Aufmarsch. Leider fand auch Brunos angekündigter Premieren-ERace-Auftritt nicht statt. Aufgeschoben ist hoffentlich nicht aufgehoben.

Noch unter einer Hochnebeldecke wurden die ersten Kilometer via Fischingen, über den schon beinahe abgeernteten Rebberg, nach Riedlingen absolviert. André’s Vorgabe spätestens um 15:50 Uhr zu Hause sein zu müssen sorgte für eine zügiges Tempo. So war denn das Erreichen des Waldparkplatzes «Stelli», nach Überwindung der Steigung Ausgangs Feuerbach, deutlich unter einer Stunde, abgehakt. Nach kurzer Abfahrt nach Niedereggenen durften wir die Steigung nach Feldberg, der Hochnebel hatte sich zwischenzeitlich verzogen, unter sonnigem Himmel absolvieren. Da war es das bekannte, diffuse, Herbstlicht welches die Hügel noch etwas sanfter erscheinen lässt.

Die Heimreise erfolgte über die schöne Abfahrt nach Mauchen. Das darin aufgenommene Tempo konnte bis nach Hause hochgehalten werden. Der traditionelle Kuchenhalt in Bad Bellingen fiel der Zeit-Limite zum Opfer, dafür konnte ich mir in aller Ruhe noch die Endphase der Lombardeirundfahrt live zu Gemüte führen.

Apropos Profiradsport, der 8. Oktober ist diesbezüglich nicht ganz ohne Bedeutung. 1889, vor 133 Jahren, kam in Anderlecht der Erste dreifache Tour de France Sieger Philippe Thys zur Welt. 1913, 1914 und 1920 gelang im Dies. Wäre ihm nicht der erste Weltkrieg (1914-1918) dazwischen gekommen dürfte er sich möglicherweise in die Gilde der Rekordsieger mit fünf Siegen einreihen. Mit seinem Sieg 1913 im Alter von 22 Jahren gehört er noch immer zu den jüngsten Siegern. Es war die Zeit als man die Colles noch in modischem 8 um die Schultern schlang.

Strecke: Riehen – Fischingen -Riedlingen – Feuerbach – Feldberg – Mauchen – Schliengen – Efringen – Riehen / 70 Km / 475 Hm

Clubmeisterschaft – Rennen 2 – Bergzeitfahren Gempen

Von Kai Amrhein

Auch dieses Jahr gibt/gab es wieder eine kleine Serie von Rennen, die gemeinsam mit dem VC Peloton ausgetragen wurden und die als Clubmeisterschaft gewertet werden können. Nach einem ersten Rennen im August rund um Waidhof oberhalb von Inzlingen, stand jetzt am 20. September ein weiteres Rennen auf einer klassischen Strecke an, ein Bergzeitfahren „Dornach-Gempen“ über die Serpentinenstrasse.

Rennstrecke als Segment "Gempen Bergzeitfahren" bei Strava

Es fanden sich acht Teilnehmer ein, sieben Herren und eine Dame – alle mit mehr oder weniger VC Peloton Hintergrund. Die potentiellen Kandidaten aus den Reihen des VC Riehen waren wohl alle verhindert - schade.
Und ohne grosses Zeremoniell gab Lucius also um 19.00 Uhr das Rennen frei für den ersten Teilnehmer, gestartet wurde in Abständen von 30 Sekunden. Nach 4 Minuten war also das gesamte Starterfeld auf der Strecke, und Lucius und ich konnten mit dem Auto am Feld vorbei zum Ziel eilen, wo wir dann wieder die Zeitnahme organisierten.
Und es wurde sehr gut gefahren, eine Siegerzeit von unter 15:00 Minuten dokumentiert die gute Leistungsfähigkeit des Teilnehmerfeldes: Mit 14:55 sind nur 3,7 Prozent aller 4300 jemals bei Strava registrierten Leistungen besser als die Siegerzeit. Ähnliches bei den Damen: Die dort erbrachte Zeit von 18:21 ist besser als 95,5% aller 620 bei Strava registrierten Leistungen in diesem Abschnitt.

Dann wurde es langsam dunkel und kalt, also noch schnell zwei Fotos für die Anwesenden Reporter und schon war es erledigt, unser Bergzeitfahren Gempen-Dornach. Für die nächste Woche – wiederum Dienstag, der 27.09.2022 – ist ein weiteres Rennen geplant, wiederum ein Zeitfahren, allerdings flach am Rhein in der Region Huninguen-Kembs-Rosenau – vielleicht schafft es ja jemand vom VCR?

Rangliste Bergzeitfahren Dornach – Gempen

Teilnehmerfeld mit Dame
Siegerpodest — von links Gaugler/Daynes/Geiger

31. Samschtigstour, 10.09.2022 – Schwimmfest

Von Hanspeter Brack / Fotos von André Fürbringer

Nur zwei Wochen nach dem eidg. Schwing- und Älplerfest nun auch noch das Schwimmfest des VC Riehen.

Früh aufgestanden und sämtliche Regenradarseiten abgeklappert erschien mir die Durchführung der 31. Samschtigstour durchaus erfolgsversprechend. Von möglicherweise ein paar wenigen Tropfen, um 11.00 Uhr, bis es kommt gar nichts mehr waren sich alle Prognosen einigermassen einig. Na also, alles bestens, kein Grund zur Absage. Nanu, was soll das? Als ich mich kurz vor halb zehn aufs Velo schwingen wollte, Tropfen auf dem Sattel. Umso besser, dann kommen die halt jetzt schon statt erst um elf. Allerdings der Blick nach oben liess erste Zweifel aufkommen.

Naja, vielleicht kommt ja gar niemand und ich kann getrost wieder nach Hause. Pech gehabt, Ecke Schmiedgasse Wendelinsgasse sehe ich sechs Unverdrossene und zu allem Entschlossene. Johanna, André, Kumar, Martin S., Martin W., Sascha liessen sich durch nichts und niemanden abhalten. Meine, angesichts des noch immer leichten Niederschlages, zaghafte Frage, wollte ihr wirklich gehen, wurde sogleich im Keim erstickt. Nun sin wir schon mal hier… Ok, dann los, wenn ihr es so haben wollt.

Bis Fischingen hielt sich das mit dem Regen noch einigermassen in erträglichem Rahmen, wenn’s nicht schlimmer wird geht’s ja noch. Falsch gedacht, bereits nach Überquerung des Rebberges in Fischingen lief uns das Wasser, wie es oben reinkam, unten wieder aus den Schuhen. Die Intensität hatte innert weniger Meter erheblich zugenommen. Nun nicht mehr ganz so zuversichtlich setzen wir trotzdem den Weg in Richtung Riedlingen fort. Es wurde nicht besser, wegen zu hohem Wellengang entschlossen wir uns zur Streckenänderung. Anstatt über Feuerbach und Feldberg nach Müllheim zu gelangen, wurde direkt Schliengen anvisiert. Allerdings auch nur um bereits nach Erreichen des nächsten Hügels eine erneute Streckenkorrektur vorzunehmen. Auf Initiative von André kämpften wir uns, durch die entgegenkommenden Fluten, entlang des Hügels nach Tannenkirch und Gupf.

Die Überquerung des Golfplatzes Bamlach schenkten wir uns ebenfalls und nahmen den Rückweg via Welmlingen – Efringen – Eimeldingen unter den Kiel, pardon die Räder. So wurden aus den geplanten 80 Km zu guter Letzt noch 47. Mit dem Sand, den ich mir anschliessend von den Beinen wusch, bin ich nun auch bereits für das erste Glatteis des kommenden Winters gewappnet.

Bis zum Abend hatten sich die Schwimmhäute zwischen den Zehen schon weitgehend zurückgebildet und wir konnten beim gleichentags stattfinden alljährlichen Grillfest bereits wieder darüber lachen.

Ältere Artikel →