Velo-Club Riehen

26. Samschtigstour 18.09.21 – Halbetappen

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Zu Zeiten Sepp Vögelis, Tour de Suisse Direktor von 1967 – 1992, war es noch durchaus üblich, dass ein Renntag auch mal in zwei Etappen ausgetragen werden konnte. Meist bedeutete Dies für die Fahrer am Morgen eine kurze Etappe mit Massenstart, gefolgt von einem Einzelzeitfahren am Nachmittag.

Für die Protagonisten der 26. Samschtigstour fing der Tag ebenfalls mit einem Massenstart an, das auf 17.00 Uhr anberaumte Zeitfahren beschränkte sich allerdings lediglich auf das Drehen von Runden um den Grill. Man kam sozusagen nie aus der Verpflegungszone heraus. So geriet man auch kaum in Gefahr wegen unerlaubter Verpflegungsaufnahme innerhalb der letzten zwanzig Kilometer ausgeschlossen zu werden.

Auch das mit dem Massenstart hielt sich zu Beginn für einmal in engen Grenzen. Mit André, Martin S., Sascha, dem in Muttenz wartenden Martin W. und Hanspeter sah es zunächst nach einem Quintett für das morgendliche Training aus. Im Wissen, wie gerne er die Strecke Seewen – Nunningen befährt, rechnete ich insgeheim damit irgendwo auf der Strecke noch auf Kurt zu treffen. Und tatsächlich wartete er am Eingang zum Oristal bereits auf unser Eintreffen. Zusammen mit Sohn Marc steigerte sich die Zahl der Mitspieler damit zum Septett. Damit ist auch schon Einiges zum Streckenverlauf preisgegeben. Über Büren sollte mit dem nachfolgenden Aufstieg Seewen erreicht werden von wo aus, über Bretzwil, der offizielle Wendepunkt in Nunningen angefahren werden sollte. Mit rund 65 Km fiel die Wahl der Streckenlänge eher moderat aus. Dies hatte damit zu tun, dass Martin S. und Hanspeter sich, in ihrem jugendlichen Leichtsinn, bereit erklärt hatten die Bereitstellung der Getränke für den Nachmittag zu übernehmen und Diese zeitnah in den Kühlschrank zu befördern.

Aber zurück zum Geschehen auf der Strecke. Wir befinden uns bereits Ausgangs Büren, als Marc mit den Worten «Em Bappe sy Lieblingsstigg» an mir vorbeifährt. Damit meint er dieses Erste, gut hundert Meter lange Stück der Steigung nach Seewen, welches den im Oristal gefahren, gelichmässigen Tritt, unbarmherzig killt. Man muss tatsächlich kurz Luft holen um sich auf die Steigung einzulassen und einen neuen, anderen Rhythmus zu finden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt bekam auch noch der Letzte genug Wärme in seinen Körper.

In Seewen angekommen machte sich Martin S., um rechtzeitig mit den Getränken beim «Ysweier» einzulaufen, direkt via Grellingen auf den Heimweg. Zwei Dörfer weiter, in Nunningen, liess der Tourenleiter die Gruppe ebenfalls ihres Weges ziehen um Martin beim Ausladen behilflich zu sein. Derweil ich also ebenfalls Riehen entgegen hetzte und teilweise noch den verbrannten Gummi roch den Martins Reifen zuvor hinterlassen hatten, gönnte sich die nun wieder zum Quintett geschrumpfte Gruppe noch die Ecke über Fehren. Stimmt auch nicht ganz. Kurt nahm nämlich den Altersbonus in Anspruch, liess die letzte Rampe aus und ging bereits in Zullwil in die Abfahrtshocke. Die spätere Wiedervereinigung vollzog sich dann in Duggingen. Die anderen Vier sollen auf der Strasse Richtung Laufental, wegen zu schnellen Fahrens hinter einem Kleinlaster, mehrfach geblitzt worden sein. So wurde später zwischen Steak und Bratwurst jedenfalls berichtet.

Womit wir auch schon beim zweiten Ereignis des Tages angekommen sind, dem Grillplausch. Nachdem dieser coronabedingt vor einem Jahr ausgesetzt werden musste konnte man sich nun, mit einem doch etwas besseren Gefühl, wieder zusammen an einen Tisch, oder besser gesagt mehrere, setzen. Mit einem, entgegen den anfänglichen Vorhersagen, herrlichen Spätsommerabend herrschten für diesen Anlass beste Rahmenbedingungen. Mitgebrachte Salate und Grilliertes bildeten den Hauptgang welcher abschliessend mit diversen Kuchen abgerundet wurde. Herzlichen Dank an Alle die sich extra dafür an den Kochherd gestellt hatten und / oder am Backofen zugange waren. Es schmeckte hervorragend. Währendem sich Kinder und Jugendliche unermüdlich über den bereit gestellten Parcours, gegenseitig, zu Höchstleistungen antrieben, wurde an den Tischen angeregt diskutiert und geplaudert.

25. Samschtigstour 11.09.21 – Schichtwechsel

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Wie es heute in grossen Teams üblich ist trat zur 25. «Samschtigstour 2021» sozusagen die nächste Fahrerschicht an. Von der letzten wenig erbaulichen Tour waren nur Ed und ich selbst dabei. Dafür war mit André, Gianni, Martin und Sascha das eigentliche Kernteam wieder anwesend. Erweitert wurde die Gruppe durch Pascal.

Da einmal mehr die Wetterlage nicht so ganz klar vorhersehbar war und auch Regen ins Kalkül mit einbezogen werden musste wurde die Strecke so gewählt, dass wir uns nie allzu weit vom Ausgangspunkt entfernten. Trotzdem betrug die gesamte Streckenlänge 82 Km durchsetzt mit gut 700 Hm. Für Sascha, mit der Goldtour des am vergangenen Wochenende durchgeführten Alpenbrevets in den Beinen, sicher ein Klacks.

Nach den ersten flachen 15 Kilometern ging es nach Nollingen auch bereits in die erste Steigung die ihr endgültiges Ende erst in Nordschwaben finden sollte. Zwischendurch dienten flachere Abschnitte immer wieder zur Erholung. Bei einem Halt wähnten wir uns allerdings wieder um eine Woche zurückversetzt. Ein älterer Herr war der unumstösslichen Meinung das Trottoir gehöre an dieser Stelle zur Strasse und wir würden ihm eigentlich im Weg stehen. Pascal, am nächsten zur Strasse stehend, kam nur um Haaresbreite an einer Feindberührung vorbei.

Nachdem Ausgangs Norschwaben die letzten und zugleich steilsten 200 m dieses Tages absolviert waren folgte eine herrliche Schussfahrt hinunter nach Dossenbach wo bereits die nächste (kurze) Steigung in Warteposition bereitstand. Schnell erklommen näherten wir uns schon bald Schofpheim. Zuvor bogen wir aber auf Höhe der Motocross-Strecke rechts ab und genehmigten uns eine kleine Ehrenrunde auf diesem Hochplateau um der Hauptverkehrsachse zu entgehen.

Nachdem wir den Mittagsverkehr in Schopfheim hinter uns gelassen hatten setzten wir unsere Fahrt über Wieslet und Weitenau, bis zum Fuss der Steigung zur Scheideck die in Schlächtenhaus ihren Anfang nimmt, fort. Auch auf diesem Teilstück konnten wir uns über die Hügel welche die Dörfer trennen nochmals einige Höhemeter gutschreiben lassen.

So ist er halt der Schwarzwald. Ich habe kürzlich einen Bericht von zwei Hamburgern gelesen die, von Spanien kommend, mehrere Pässe der Pyrenäen und französischen Alpen befahren hatten und durch den Schwarzwald nach Haus gelangten. Beide waren sich einig, dass dieser Teil der Reise mit Abstand der Härteste war.

Mit Überquerung der Scheideck erhöhten wir die Anzahl an Höhenmeter nochmals um 170 und wurden dafür mit der immer wieder berauschenden Abfahrt nach Kandern belohnt. Die Rückfahrt durchs Kandertal konnten wir bei herrlichem Wetter und angenehmer Temperatur geniessen.

Die schon fast obligate Einkehr erfolgte im Gasthaus Schwanen in Binzen, dessen Gartenbeiz irgendetwas zwischen Kuhstall und Westernsaloon darstellen soll.

Tour: Riehen – Grenzach – Degerfelden – Nollingen – Minseln – Nordschwaben – Dossenbach – Schopfheim – Wieslet – Schlächtenhaus – Kandern – Binzen – Riehen / 82 Km / 710 Hm

24. Samschtigstour 04.09.21 – An Tagen wie diesen …

Von Hanspeter Brack

… geht manchmal gar nichts. Angefangen hatte es bereits am Mittwoch. Bei verlockender Wettervorhersage hatte ich bereits in der Früh die Tour eingestellt. Dachte ich. Eine Whatsapp Anfrage von Johanna am Freitagabend belehrte mich eines Besseren. Die Frage lautete nämlich, findet eine Ausfahrt statt. Da muss ich in der Eile wohl vergessen haben auf senden zu klicken.

Den Treffpunkt am Samstag mussten wir wegen des Dorfmarktes über den Hinterausgang, sprich über die Wettsteinanlage verlassen. In der Bahnhofstrasse nahm dann dieser seltsame Tag seinen Anfang. Ein Taxifahrer stoppte unmittelbar vor uns sein Fahrzeug in der Parkbucht vor der Post. Seiner, durch ihn, aufgestossenen Fahrertür konnte ich gerade noch so ausweichen. Das hätte auch schiefgehen können. In der nachfolgenden Diskussion zeigte er sich völlig uneinsichtig. Er habe wohl zurück geschaut aber wir seien zu schnell gefahren. Da erübrigt sich jeglicher weitere Kommentar.

Mit langsam sinkendem Adrenalinspiegel schraubten wir (Johanna, Gastfahrerin Fanny, Bruno, Claude, Ed, Volker und Hanspeter) uns Tritt für Tritt über Inzlingen der Abfahrt nach Degerfelden entgegen. Am Schloss Beuggen vorbei überquerten wir den Rhein nach Möhlin, wo dieser Tag seinen weiteren Verlauf nahm. Beim Anhalten an einer Kreuzung kam ich kaum aus dem linken Pedal. Wohl etwas verklemmt dachte ich mir. An der nächsten Kreuzung das gleiche Spiel nochmals. Das wäre zum zweiten Mal der Klassiker, Sturz im stehen gewesen. Nun war klar, etwas konnte nicht stimmen. Tatsächlich, die Schuhplatte am linken Schuh hielt noch mit einer Schraube, die restlichen zwei hatten sich gelöst und waren rausgefallen. Johanna erinnerte sich, das wir eingangs Möhlin an einem Veloladen vorbei gefahren sind. Also durch ganz Möhlin zurück, ganz schön lang dieses Dorf, zum Trekstore Manna. Gegen einen Obulus in die Kaffeekasse setzte er mir umgehend die fehlenden Schrauben ein.

Weiter gings. Eingangs Zeiningen wollten wir gleich nach der Autobahnbrücke auf den Veloweg nach Mumpf abbiegen. Vorbildlich zeigten wie unseren geplanten Richtungswechsel frühzeitig an und spurten anschliessend zur Fahrbahnmitte ein. Wums, ein Fiat 500 Abarth rauschte auf der Gegenfahrbahn Volldampf an uns vorbei und zeigte uns zum Abschluss der Aktion noch den Stinkefinger. Nett.

Die Weiterfahrt nach Mumpf auf dem Veloweg entlang der Autobahn, nicht wirklich schön aber wenigstens nahezu verkehrsfrei, gab uns etwas Zeit zum Verschnaufen. Es zeichnete sich ab, die Herausforderung an diesem Tag wird nicht die Strecke sein, sondern die anderen Verkehrsteilnehmer. Die Anfahrt zum Kaistenberg wählten wir ab Eiken über den Veloweg nach Oeschgen. So allmählich begannen wir den Tag doch noch zu geniessen und bereiteten uns auf die bevorstehende Überquerung des Kaistenbergs vor.

Man ahnt es wohl bereits, auch aus diesem Vorhaben wurde nichts. Zu beginn des Anstieges lachte uns ein rundes rot umrandetes Verkehrsschild, in dessen Zentrum sich ein Fahrrad befindet, an. Infolge Bauarbeiten war die Strasse für Velofahrer gesperrt. Als ob wir es nicht bereits gesehen hätten tönte es aus einem vorbeifahrenden Auto – do dürfet er nüüd faare. Danke.

Blieb nur noch die Kehrtwende nach Frick um von dort aus den Heimweg unter die Räder zu nehmen. Dieser verlief ohne weitere Zwischenfälle, an diesem Tag für uns keine Selbstverständlichkeit mehr. Volker brachte es bei der Verabschiedung auf den Punkt, nur noch nach Hause, Velo abstellen und für heute nicht mehr anrühren.

Strecke: Riehen – Inzlingen – Rheinfelden – Möhlin – Eiken – Oeschgen – Frick - Wallbach – Rheinfelden – Birsfelden – Riehen / 87 Km / 560 Hm

23. Samschtigstour 28.08.21 – Plan B - Kanalwärts

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Einmal mehr musste man, wegen unsicherer Wetterlage, lange auf die Bekanntgabe der Samstagsroute warten. Da noch am Donnerstag mit einer grossen Regenwahrscheinlichkeit zu rechnen war wählte ich eine Tour von ca. 68 Km in der näheren Umgebung mit vielen Abkürzungsmöglichkeiten. Sollte sich die Lage positiver entwickeln hatte ich noch einen Plan B im Hinterkopf.

Erfreulicherweise sah die Wetterlage am Samstagmorgen tatsächlich etwas besser aus und meine Mitstreiter André, Bruno, Claude, Ed, Harald, Martin S, Martin W, und Sascha waren schnell für Plan B zu Begeistern. Einzig Bruno, der sich für die ausgeschriebene Tour Chancen für die Absolvierung der ganzen Tour ausrechnete, verlor für kurze Zeit etwas den braunen Teint. Nach gutem Zureden kehrte dieser aber schnell zurück. Um es mit Angies Worten zu sagen – Bruno wir schaffen das.

Nachdem in Weil einige Hausecken umkurvt waren, befanden wir uns schon bald jenseits des Rheins auf französischem Territorium. Plan B sah nämlich, nach langer Corona bedingter Pause,vor via Elsass Neuenburg zu erreichen um dort für die Rückfahrt den Rhein zu überqueren.

Nach gut zwanzig Kilometer schnurgerader Fahrt entlang des Rheins war Niffer erreicht und damit begann einer der schönsten Abschnitte dieser Tour, entlang dem Rhein-Rhone-Kanal. Nach einer Bauzeit von 49 Jahren verband dieser Kanal ab 1833 die Küsten des Mittelmeeres mit denjenigen der Nordsee in Form einer schiffbahren Verbindung. Auch sonst veränderte der zu dieser Zeit gefürchtete Rhein sein Gesicht durch die von Johann Gottfried Tulla entworfenen Pläne zur Begradigung des Rheinverlaufes. Malaria und Hochwasser machten damals den Leuten das Leben entlang der Rheinauen schwer, heute kaum zu glauben.

Trotz den für diese Jahreszeit schattigen Temperaturen war die Fahrt entlang des Kanals, mit seiner ganz eigenen Ambiance, einmal mehr ein Genuss. Auf halber Strecke hörte ich wie der immer noch hinter mir fahrende Bruno Bedauern mit mir hatte. Er war nämlich der Meinung, der vorderste sei der einsamste Mensch in dieser Gruppe. Für mich fühlte sich das nicht so an, umgeben von Natur ist man nie einsam.

Nach Verlassen des Kanals und Fahrt quer durch Waldgebiete standen wir in Schalambi, wo wir auf die badische Seite zu wechseln gedachten, vor einer, wegen Bauarbeiten, gesperrten Brücke. Uff, Glück gehabt: Übersetzen zu Fuss ist möglich. Wir wählten eine Zwischenlösung- fahren auf dem Fussweg im Schritttempo. Die Schuhplatten ablaufen wollten wir uns ja auch nicht. Auf der anderen Seite angekommen wurden wir bereits von der deutschen Polizei erwartet, so schien es jedenfalls. Das sie sich dann doch nicht für uns interessierten kam uns sehr entgegen.

Mit Rückenwind und daraus resultierendem Tempo 30 ging es nun auf die Rückfahrt. Dem entsprechend schnell war die «Chuechbaiz» in Bad Bellingen, Bruno noch immer am Hinterrad, erreicht. Schnitt zu diesem Zeitpunkt 26,8 und keiner hatte es bemerkt.

Frisch gestärkt stand nun die einzige Steigung des Tages nach Bamlach und gleich weiter über den Golfplatz auf dem Programm, ein paar Prozente mussten es schon noch sein. Zur Belohnung ging es anschliessend bis Eimeldingen nur noch abwärts und ab da war sowieso nur noch Ausrollen angesagt.

Eines hatte Bruno am Ende des Tages mit Nino Schurter gemeinsam, auch er konnte sagen Ich hab’s noch drauf.

Strecke: Riehen – Weil – Rosenau – Niffer – Chalambé - Neuenburg – Steinenstadt – Bad Bellingen – Bamlach – Eimeldingen - Riehen / 83 Km / 160 Hm

MTB Wochenende im Engadin

Von Claude Mettler

Anreise

Unter dem herbert.bike Motto «Das Bett zum Trail» durften wir im Hotel Cresta Palace in feudalem Ambiente die Zimmer beziehen. Neben den Biker-Bedürfnissen wie Bike-Garage, Werkstatt und exzellenter Lage für die anstehenden Touren beinhaltete das Angebot die freie Fahrt auf allen Bergbahnen der Umgebung, was die früh Angereisten bereits zu Nutzen wussten. Beste Wetteraussichten, gute Küche am Abend und Fachgespräche über Velos, Ersatzteile und VO2 max. liessen die Vorfreude auf die anstehenden Tage noch wachsen.

Samstag

Das reichhaltige Frühstücksbuffet verleitete zu längerem Verweilen, die anstehende Bernina-Tour mit Ziel Poschiavo liess die Gruppe aber schon vor 8 Uhr ins Abenteuer aufbrechen. Der stetige Aufstieg durch eine atem(be)raubende Natur, mit Aussicht zum Morteratsch-Gletscher, liess manch eine Pulsfrequenz höher schlagen. Fast ununterbrochen auf Singletrails unterwegs, erreichten wir die Bernina-Passhöhe, genossen kurz die Lago Bianco- Atmosphäre, bevor sich die Abfahrt nach Poschiavo durch anspruchsvolle, steinige und durchflutete Wege in die Tiefe schlängelte.

Freitag der 13. war da schon gestern, aber hatte wohl verschlafen. Defekte Schaltung, platte Reifen und dies gleich mehrfach liessen die angestrebte Zugverbindung zurück auf den Berninapass in weite Ferne rücken. Immerhin ist bei einigen die Erkenntnis gereift, dass manch Millimeter mehr Federweg doch gut gewesen wäre oder wie bei den gemieteten Bikes, der Vermieter aus nachvollziehbaren Gründen die Dämpfer deshalb so prall gefüllt hat. Die altbewährten Fähigkeiten für Reparatur, Navigation und ich-lass-mir-die-Freude-nicht-nehmen haben uns dennoch durch die pittoreske Landschaft nach Poschiavo geführt.

Zwar haben wir den frühen Zug verpasst, uns dafür aber an dem doppelstöckigen Veloanhänger vom Postauto und der rasanten Extrafahrt zurück erfreut. Mit dem Ziel noch mit der Bahn auf den Piz Nair zu gelangen, war die Abfahrt getaktet mit schnellen Antritten, kurzen Pausen und direkter Linienwahl... Und tatsächlich sind wir quasi mit der letzten Bahn in mondähnlicher Umgebung aus Stein und Schotter angekommen.

Die Tour zur Trais Fluors hoch über Celerina war ein Singletrail-Feuerwerk sondergleichen. Der Aufstieg war zwar steil und streng, die Abfahrt nach Samedan inklusive dem wenig bekannten Trail von der Alp Muntatsch bot dann aber Flow-Spass, der seinesgleichen sucht. Die Rückfahrt mit wunderbarer Abendstimmung nach Celerina bot ein würdiger Abschluss der Bikeroute. Die lokale Kulinarik genossem wir mit Capuns, Pizokel und Hackbraten nach Nanni`s Art im Heimatli (https://rosatsch.ch/)

Sonntag

Bei besten Bedingungen und strahlendem Blau nutzten wir das Bahnticket für die weniger attraktiven Höhenmeter zugunsten der tollen Abfahrten. Ein Single-Trail-Aufstieg hoch zum Suvretta Pass und schon lag die genussvolle Abfahrt durch das malerische Val Bever vor uns. Langgezogene Wege, steinige Passagen bis hin zu engen Spitzkehren beglückten unsere Biker-Herzen und beanspruchten unsere Konzentration. Da kam die Einkehr im Chesa Spinas zur kurzen Verschnaufpause genau richtig, bevor wir die Suvretta-Loop Route fertig fuhren. Glücklicherweise blieben auch Mann und Material grösstenteils unbeschadet.

Die Gruppe hat sich am Nachmittag dann aufgeteilt und jeder hat nach Lust und Laune noch den einen und anderen gebauten Trail (Olympia Trail, WM Trail) genossen. Die aus den Hochglanz-Prospekten bekannten Anleger, Steilwandkurven und die Aussicht aufs Engadin haben geradezu verleitet, noch einige Tage anzuhängen. Es war aber auch gleichzeitig der würdige Abschluss für einen tollen VCR-Gruppenevent. Klar stand noch eine etwas längere Heimfahrt an, aber mit dem Wissen drei neue VCR-Mitglieder dazugewonnen zu haben, eine super Zeit verbracht zu haben und die schönen Momente mit nach Hause zu nehmen, können wir von einem bereichernden Wochenende berichten.

Drei neue Mitglieder für den VCR: Daniel, Thomas und Thomas

Teilnehmer: Thomas Berweger, Rainer Büchele, Patrick Hetzel, Lucius Humm, Claude Mettler, Sven Schulzke, Thomas Wolff, Daniel Trachsel, Andreas Zeller

22. Samschtigstour 21.08.2021

Von André Fürbringer

Heute hatte ich mal wieder das Vergnügen eine Tour zu führen, da 1. das Elsass angesagt war und 2. leider Hanspeter kurzfristig eh ausfiel, dies aber nichts zu Sache hatte. Gute Besserung von uns.

Wie immer pfiff uns Bruno zum Start, wo auch noch Ed, Gianni, Hans-Jörg, Martin W., Sascha, Claude und ich uns auf die Sättel schwangen und Richtung Lange Erlen davonzogen. Gemütlich bis Allschwil schlugen wir uns tapfer durch den Basler Morgenverkehr, wobei Hans-Jörg anmerkte, «am Morgen da ist die Welt noch in Ordnung».

Schon bald überquerten wir die F-Grenze und genossen die fast leeren Elsässerstrassen. Nach Buschwiler verliess uns Bruno der eine eigene Tour startete, wir folgten den Strassen weiter Richtung Folgensburg wo uns eine der vielen kleinen Steigungen erwartete. Auf der Höhe des Golfplatzes konnten wir dann endlich die erste Abfahrt geniessen und nahmen Tempo auf. Eigentlich ging es wie von alleine und bis nach Hundsbach waren wir wie im Tour de France Fieber.

Von nun an war es ein ständiges auf und ab über Bisel, wo die Meisten dachten, top schon wieder in Basel, einfach falsch geschrieben und leider nicht der Wahrheit entsprochen, Moernach, Koestlach, Vieux-Ferrette zum Café in Ferrette wo wir von Sascha zu einem Znüni eingeladen wurden. Herzlichen Dank nochmals.

In Ferrette ist übrigens Antony Eleveur de fromages, der seit 1979 Käse herstellt die in alle grossen Häuser und Länder verkauft resp. exportiert werden.

Nun waren die Batterien bei Hans-Jörg langsam im roten Bereich mit dem ständigen auf und ab und er wollte von nun an seinen eigenen Chef sein und verabschiedete sich von uns und fuhr seine eigene Strecke bis zum abgemachten Bierhalt, bei Gianni.

Da waren es nur noch 6 kleine VCR’ler die den Chemin Du Musenrain und den Blochmont meisterten. Damit wir nicht direkt auf der Strasse zum Blochmont hochfuhren, streute ich noch den Bogen durch die Rue de la Scierie ein, bevor wir dann auch die Strasse zum Blochmont Climb erreichten. Unter der Tempovorgabe von Sascha, kein Halten gab es mehr, zog er uns durch die schönen Wälder hoch zum höchsten Punkt. Da ich mich etwas zurückfallen liess und mit Martin auch den Kulminationspunkt erreichte ist es mir nicht möglich den Bergpreiskönig auszurufen.

Unterdessen kletterte das Thermometer auf gute 30c und der letzte Leymen Climb hatten wir easy geschafft bevor es über Rodersdorf, Leymen unter dem Tempo von Martin nach Benken ging. Irgendwie muss er gewaltig Durst bekommen haben, attackierte er doch noch an einem kleinen Hügel wie Pogacar und liess uns fast Alle stehen.

Richtung CH Grenze wussten wir, jetzt gibt es noch im Garten von Gianni ein Bier. Statt locker nach Basel zu fahren, wählte er absolute Insider Schleichwege zu sich und schaute, dass wir noch ein paar Kilometer und Höhenmeter mehr auf das Tacho bekamen. Aber es ist alles verziehen, zauberte er doch und seine Frau in einem wunderbaren Schattengarten, Bier, Wasser, Cola, Schinkengipfeli und eine hervorragende Wähe hervor.

Herzlichen Dank an Gianni und seine Frau Gemahlin für die tolle Verköstigung.

Ja das war’s mal wieder von einer von Eindrücken tollen Rundfahrt im Elsass, 107km, 1175 Hm.

21. Samschtigstour 14.08.21 – Hotter than July …

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

… heisser als der Juli hiess das 1980 erschienene Album von Stevie Wonder. Besser wie auf den laufenden Sommer hätte dieser Titel kaum je passen können. Derzeit sieht es nämlich tatsächlich nach einem, im Vergleich zum Juli, erheblich heisseren August aus.

Seit vielen Wochen zum ersten Mal sah es schon zu Wochenbeginn nach stabiler Wetterlage mit vorwiegend Sonnenschein aus. Endlich Gelegenheit sich mal auf die andere Seite der beiden «Hauensteine» zu wagen. Die Frage wer sich an die hundert Kilometer und gut 1000 Höhenmeter wagen will war schnell geklärt. Beim Start um 9:35 setzte sich das Feld aus André, Bruno, Claude, Ed, Kumar und Hanspeter zusammen. Martin hatte sich den Weg nach Riehen erspart und erwartete uns in Liestal beim «Törli».

Für einmal wählte ich in Liestal den nicht die Strasse am Bahnhof vorbei, sondern mitten durchs Städtchen. Keine gute Idee. Obwohl eindeutig als Veloweg angeschrieben, wurden wir aufs heftigste angeschnauzt. Halt – absteigen – Fussgängerzone. André machte vor lauter Schreck einen Satz vom Velo und wurde in der Folge immer kleiner da er sich die Schuhplatten von den Sohlen lief.

Martin, den wir schon von weitem warten sahen, wurde umgehend in die Gruppe integriert. Er löste Bruno, der sich schon in Pratteln ausgeklinkt hatte, ab.

Nachdem wir Ausgangs Liestal noch Kurt, der aus dem Fünflibertal kam, gekreuzt hatten befanden wir uns bereits im Waldenburgertal. Aufgrund der umfassenden Bauarbeiten zur Erstellung der neuen Bahntrasses ähnelte die Streckenführung des Veloweges eher einem Geschicklichkeitsparcour. Mehrfach sahen wir uns mit abrupten Richtungswechseln, Kurven bis 180 Gras, konfrontiert.

Alles wurde von Allen gut gemeistert und mit Beginn der eigentlichen Steigung kurz nach Waldenburg waren sämtliche baubedingten Hindernisse geschafft.

Wie erwartet zog sich die Gruppe in diesem Aufstieg etwas auseinander. Kumar hiess derjenige der sich opferte um das Ganze von hinten zu kontrollieren. Damit handelt er sich in Langenbruck einen kleinen Rückstand ein.

Nach kurzer Pause auf der Passhöhe und noch kürzere Abfahrt wurde noch das letzte Stück des Aufstieges bis Bärenwil bewältigt. Die nachfolgende Abfahrt durch die Tüfelschlucht, hinunter nach Hägendorf, liess unsere Trikots doch ein klein wenig trocknen. Immerhin so, dass wir bei der Einkehr in Kappel nicht tropften. Den Kalorienhaushalt mangels Nussgipfel oder Ähnlichem mit Cola aufgefüllt ging es der Dünnern entlang weiter bis Olten.

Mittlerweile war es nochmals deutlich wärmer geworden, erste sprachen auch bereits schon von heiss. Jedenfalls zeigte die Temperaturanzeige kurz oberhalb des Motorradtreffpunktes in Trimbach stolze 39 Grad. Zu diesem Zeitpunkt kämpfte Kumar, für den es die erste so anspruchsvolle Ausfahrt war, schon spürbar, aber auch unverdrossen, gegen den Berg. Ich hiess die Anderen zufahren und nahm ihn ins Schlepptau. Mit 8 - 9 Km/h schraubten wir uns wortlos den Berg hinauf um gemeinsam die Passhöhe zu erreichen. Oben angekommen wurden wir von unseren völlig ausgepumpten, teilweise in der eigenen Schweisslache liegenden, Mitstreitern erwartet.

Kumar, der sich einmal mehr höchst beachtlich geschlagen hatte, versprachen wir hoch und heilig, dass es nun nur noch abwärts gehen werde. Er sah uns nur mit ungläubigen, alles sagenden, Augen an. Irgendwie kam das nicht glaubwürdig rüber. Für einmal aber hielten wir unser Versprechen.

In Liestal wählten wir vorsichtshalber nun wieder die Variante am Bahnhof vorbei und entgingen damit jeglichen Anfeindungen. Die restliche Fahrt bis zum Abschlusshalt in Muttenz lief von allein und war schnell abgehakt.

Strecke: Riehen – Muttenz – Liestal – Waldenburg – Langenbruck – Kappel – Olten – Hauenstein – Liestal – Muttenz – Riehen / 100 Km / 1050 Hm

Clubrennen Nr. 5 2021 — BZF Arlesheim – Gempen — 03.08.2021

Von Lucius Humm

Bei leichtem Regen mache ich mich auf den Weg zum Start des fünften und zweitletzten Clubrennens in Arlesheim. Das Bergzeitfahren führt über die Schönmatt auf den Gempen und ist mit zwischenzeitlichen 20% Steigung ein Härtetest. Von den sieben Personen am Start werden fünf das Rennen mit dem Velo unter die Räder nehmen — Lucas Vater als Zuschauer und ich als Zeitnehmer haben's bequemer und fahren nachdem alle auf der Strecke sind mit dem Auto hoch. Ein paar Eindrücke von unterwegs:

Oben angekommen müssen wir uns nur kurz gedulden und schon tauchen die ersten Fahrer am Horizont auf. Als erster überquert Luca die imaginäre Ziellinie, dicht gefolgt von James. Danach folgt Gabriel, kurz vor den von ihm überholten Mark und Peter. Zu guter letzt und uns aller Überraschung schiesst Roland mit einem Affenzahn durchs Ziel — er war extra aus Deutschland angereist und hatte den Start um ein paar Minuten verpasst. Nächstes Mal warten wir auf dich, Roland!

Pünktlich mit dem Rennende intensiviert sich auch der Regen wieder. Wir verabschieden uns und schon nach wenigen Minuten schüttet es aus allen Kübeln. Wie aus den vergangenen Wochen gewohnt kreuzen bereits nach kurzer Zeit kleine Bäche die Strasse. Hoffentlich sind trotzdem alle gut nach Hause gekommen und finden auch wieder am 21.08. den Weg an den Start des letzten Clubrennens der Saison auf den Passwang.

Rangliste BZF Arlesheim – Gempen

20. Samschtigstour 31.07.21 – Eine VCR-Woche in 3 Akten

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

1. Akt Montag

Für einmal begannen die VCR Aktivitäten bereits am Montag. Nicht weniger als 14 VC-ler/innen trafen sich am Montag um 16:00 Uhr zur ultimativen Verabschiedung von Mike.

Natürlich lief auch dieser Anlass nicht gänzlich ohne sportliche Betätigung ab, war doch vor dem grossen Schmaus ein Spaziergang zur Schliesse zu absolvieren.

Die kulinarische Vorgabe „Basler Spezialitäten“ wurde mit einer Mehlsuppe gefolgt von Basler Geschnetzelten abgerundet mit einem Läckerlimousse hervorragend umgesetzt. Es war ein rundum gelungener Abend um Mike in sein neues Leben zu entlassen, in dem künftig andere kulinarische Spezialitäten auf dem Speiseplan stehen werden.

2. Akt Freitag

Nach langer Corona bedingter Pause fand wieder einmal eine Monatsversammlung statt. In entspannter Atmosphäre wurden Neuigkeiten bekannt gegeben. Nicht zuletzt sorgten natürlich die Erfolge der Delegation von Swiss Cycle an der laufenden Olympiade für viel Gesprächsstoff, allen voran die der Mountainbikerinnen.

Leider aber musste auch die Abwesenheit zweier Vereinsmitglieder, die in der Vergangenheit an kaum einer Versammlung fehlten, registriert werden. Wie Kurt zu berichten wusste, haben derzeit beide mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Die Teilnehmer der Monatsversammlung wünschen Beiden auch im Namen des VCR gute Besserung und Genesung.

3. Akt Samstag

Den Abschluss dieser sehr VCR lastigen Woche bildete wie immer, sofern der Wettergott mitspielt, die Samschtigstour. Nach einer wiederum sehr regenreichen Woche hatte Petrus für diesen Samstag ein Einsehen mit uns Tourenfahrern und stellte uns einen niederschlagsfreien Tag zu Verfügung.

Johanna, André, Bruno, Ed, Hansjörg, Kurt, Martin S., Martin W. und Hanspeter nahmen dies dankend an und fanden sich pünktlich am Treffpunkt ein. Brunos Tagesziel hiess, wie er mir beim Start mitteilte, bis Feuerbach mitzuhalten. Das muss doch auch noch bis mindesten über den ersten Berg gehen, so meine Überlegung. Und da die grossen Tempobolzer urlaubs-bedingt ohnehin fehlten dachte ich mir eine Erfolgsversprechende Strategie aus. So wurde denn die Fahrt bis zur ersten Steigung in Fischingen zwar in zügigem aber dennoch motor-schonendem Tempo absolviert.

Für die Steigung selbst wurde ein Rhythmus angeschlagen der es Jedem/er erlaubte im geschlossenen Feld rüber zu kommen. Die nachfolgenden, knapp, neun Kilometer bis Riedlingen stellten ebenfalls kein Problem dar. Bruno gab mir mit seinen Anweisungen klar zu verstehen auf welcher Seite meines Hinterrades er sich gerade verstecken möchte und der Klang seines Atems bestimmte mehrheitlich das Tempo.

Parallel mit Brunos Zuversicht begann die Strasse entlang des Feuerbachs wieder leicht zu steigen und schon bald war das gesetzte Tagesziel erreicht. Mit nunmehr gestärktem Selbstvertrauen ging es unverzüglich weiter in die nächste Rampe, die beim Wanderparkplatz Stelli ihren Höhepunkt erreicht. Was Viele nicht wissen, es gibt eine etwas moderatere, durchs Dorf führende, Variante um die Höhe zu erreichen und diese wählte ich für diesen Tag. Auf den letzten Steigungsmetern vor dem „Stelli“ blieb uns die Spucke weg. Was war denn das? Bruno überraschte uns alle und sicherte sich mit einem trockenen Antritt den Bergpreis. Das hat man nun davon. Es gibt also nicht nur das Comeback von Cavendish zu verzeichnen. Nein es zeichnen sich weit bedeutsamere Rückkehrer ab zu denen, in einem gewissen Sinn auch Kurt zu zählen ist. Allerdings war der nie wirklich weg.

Nach kurzer Verpflegung stürzten wir uns alsbald in die Abfahrt hinunter nach Niedereggen wo es bereits wieder zu steigen begann. In Obereggenen verabschiedete sich Bruno sichtlich zufrieden mit sich und der Welt Richtung Kandern, derweil wir uns noch den Aufstieg nach Felberg zur Brust nahmen.

In der für seine Kirschblüte bekannten Gegend, in der in normalen Zeiten das jährliche Kirschblütenfest stattfindet, hängen nun bereits die vor der Reife stehende Äpfel an den Bäumen. Nach der Passage von Feldberg, nochmals gefolgt von einem kurzen Aufstieg, konnten wir uns auf der Abfahrt nach Müllheim endlich wieder etwas erholen und auch mal die Beine hängen lassen.

Nach Müllheim erwartete uns, auf dem Verbindungsstück nach Schliengen, ein spürbarer Gegenwind. Druck auf den Pedalen war gefragt.

In Bad Bellingen gab es, vor dem letzten Aufstieg nach Bamlach, noch einen Verpflegungshalt in der allseits bekannten Kuchenbeiz. Urs das wäre dein Preis gewesen.

Frisch gestärkt und mit aufgefülltem Kalorienhaushalt war die restliche Strecke der Tour ein Klacks.

Strecke: Riehen – Fischingen – Riedlingen – Feuerbach – Niedereggenen – Feldberg – Müllheim – Bad Bellingen – Bamlach - Efringen – Fischingen – Riehen / 75 Km / 490 Hm

19. Samschtigstour 17.07.21 – Sommerherbst

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Nach einer, im wahrsten Sinn des Wortes, abgesoffenen Woche begann der Samstag mit Hochnebel aber immerhin trocken. Die Luft war, durch die heftigen Niederschläge der ganzen Woche, so mit Feuchtigkeit getränkt, das auf das Mitführen eines Bidons schon beinahe verzichtet werden konnte. Beim Einatmen musste eher darauf geachtet werden sich nicht zu verschlucken.

Dem Frieden am Himmel mochte an diesem Samstagmorgen wohl so Mancher nicht richtig trauen, denn mit den fünf Teilnehmern André, Bruno, Ed, Martin und Hanspeter war der Aufmarsch eher bescheiden. Auch die laufenden Sommerferien (Sommer?) waren einer grösseren Teilnehmerzahl natürlich auch nicht förderlich.

Trotzdem, das kann man vorwegnehmen, war es für die Jahreszeit eine besondere aber auf ihre Weise schöne Tour. Schönwetter kann ja schliesslich jeder.

Nachdem wir den in Aesch wartenden Martin eingesammelt hatten, ging es in Grellingen gleich links in die Steigung nach Nunningen. André kam zuvor kurz in Versuchung den am Bahnhof wartenden Bus in Anspruch zu nehmen.

Genau diesen Bus hatten wir dann kurz nach der ersten Rechtskurve im Rücken. Geduldig wartete er bis wir ihn vorbeilassen konnten. Anschliessend absolvierten wir den Aufstieg nahezu unbehelligt.

Was uns die Gelegenheit bot die eher herbstliche Stimmung, die durch die im Bachbett hängenden Nebelfetzen unterstrichen wurde, aufzunehmen. Einzig die nicht zum Herbst passende Temperatur rief uns die Sommerzeit in Erinnerung.

Gemeinsam erreichten wir Nunningen. Nach einer kurzen Abfahrt hiess es in Bretzwil scharf rechts einbiegen und sofort runterschalten, denn der Abschnitt bis zur Eichhöhe verlangt nach kleineren Gängen. Mit diesem Übergang war denn auch schon der mit 685 MüM höchste Punkt der Tour erreicht. Dies drückte sich auch in der Temperatur von bescheidenen 14°C aus.

Nach der Abfahrt nach Reigoldswil wartete die weiterhin leicht abfallende Fahrt durchs „Fünlibertal“ auf uns. Kurz nach Ziefen zu linker Hand eine weiter Kuriosität; wo zu dieser Jahreszeit normalerweise ein abgeerntetes Feld zu sehen ist befand sich nun ein „Ententeich“.

Überhaupt waren wir auf der ganzen Strecke im wieder mit über die Strasse laufendem Wasser konfrontiert. So ganz trocken ging es also doch nicht ab.

Die beiden nachfolgenden Abschnitte, Bubendorf – Hölstein – Diegten und Diegten – Buckten, beinhalteten nochmals zwei Übergänge die das Konto an Höhenmetern ansteigen liess.

Wie immer brachten wir die Strecke bis Sissach mit ein paar Kurbelumdrehungen hinter uns. Das letzte nennenswerte Hindernis wartete erst zwischen Pratteln und Muttenz wieder auf uns. Einmal mehr befand sich ein See an einer Stelle wo sonst keiner hingehört und zwar genau auf dem Veloweg. Unter dem Motto wer sein Velo liebt der schiebt umrundeten wir dieses Gewässer auf dem bereits wieder einigermassen abgetrockneten Rasenstreifen zwischen Tramtrasse und Veloweg.

Beim Überqueren des Kraftwerkes Birsfelden konnten wir dann zum Abschluss noch die Ausschwemmung welche der Rhein im Bereich der Grenzacherstrasse verursacht hatte bestaunen.

Strecke: Riehen – Grellingen – Nunningen – Bretzwil – Reigoldswil – Bubendorf – Hölstein – Diegten – Buckten – Sissach – Muttenz - Riehen / 92 Km / 910 Hm

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