Velo-Club Riehen

Corona-Update: Aufgrund der Verlängerung der im November festgelegten Bestimmungen finden bis und mit 22. Januar 2021 keine Hallentrainings statt. Bleibt gesund und haltet Abstand!

Generalversammlung 2021

Aus offensichtlichen Gründen kann die Generalversammlung nicht wie geplant am Freitag, 29. Januar 2021 im Haus der Vereine stattfinden. Der Vorstand plant gerade den genauen Modus der GV und wird die Mitglieder schriftlich informieren, sobald eine Entscheidung getroffen wurde.

Dankeschön

Von Hansjörg Keller

Liebe VCR Leute, es ist nicht schwer, mal den Verantwortlichen zu danken die über das spezielle Jahr 2020 im Verein verschiedene Arbeiten gemacht haben. Namentlich erwähne ich mal Kurt, der versuchte wieder eine tolle Velowoche auf die Beine zu stellen, Sonja die uns dienstags immer fit halten wollte und Hanspeter für seine tollen Touren. Allen anderen natürlich die den Verein unterstützten gilt der Dank natürlich auch. In diesem Sinne hoffe ich auf ein besseres 2021 und bleibt gesund.

MTB Jugendtraining 09.01.2021

Von Lucius Humm

Grüsse vom ersten MTB Jugendtraining im neuen Jahr bei frostigen Temperaturen und Sonnenschein.

Tourensport-Rückblicks-Collage 2020

Von Hanspeter Brack

Tourensport-Rückblicks-Collage 2020

Liebe Vereinsmitglieder,

mit einer kleinen Collage rufe ich die «Samschtigstouren» des abgelaufenen Jahres nochmals ein klein wenig in Erinnerung. Es war ein Jahr weit weg von gewohnter Normalität und auch das neue Jahr wird uns Diese so schnell nicht zurückbringen. Möglicherweise muss der Begriff Normalität sogar neu definiert werden. Aus Global könnte wieder vermehrt Lokal werden. Gut haben wir, mit unseren zwei Rädern, noch längst nicht alle Winkel und Ecken unserer Region erforscht. Zum Tourenjahr 2020 verbleibt zu Berichten, trotz beinahe dreimonatigem Lockdown und ein paar Ausfahrten weniger, wurden sowohl mehr Kilometer wie auch mehr Höhenmeter absolviert, zu verdanken einer durchschnittlich höheren Teilnehmerzahl. Erfreulich auch die, im Verlaufe des Jahres neu hinzugekommen, Mitstreiter die sich im Verlauf der Saison als echte Bereicherung etablieren konnten. Tourenmässig war es ein tolles Jahr, leider etwas getrübt durch einen Unfall während der letzten Ausfahrt des Jahres. Dem Betroffenen wünsche ich an dieser Stelle nochmals gute und schnelle Genesung.

Ich bedanke mich bei Allen für das Vertrauen und die rege Teilnahme und freue mich auf hoffentlich wiederum zahlreiche Ausfahrten im 2021.

Ich wünsche Euch alles Gute, Gesundheit und das notwendige Quäntchen Glück, welches es eben immer auch noch braucht, für das kommende Jahr.

Hanspeter

33. Samschtigstour 28.11.20 – Sofort(im)bild

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Auf den Tag genau vor 72 Jahren (28.11.1948) ging in Boston, mit dem Model 95, die erste von Dr. Edwin Land entwickelte Polaroid-Kamera in den Verkauf. Dem Bedürfnis immer alles optisch festhalten und auch noch sofort das Ergebnis vor Augen zu haben kann heute natürlich mit jedem Smartphone auf brillante Weise entsprochen werden. Der Erfindung der Polaroid Folie an sich tut dies aber bis heute keinen Abbruch, findet sich Diese nämlich noch heute in vielen Sonnenbrillen. Für das Fotografieren unterwegs währen anno dazumal doch um einiges grössere Trikottaschen vonnöten gewesen.

Was hat das alles nun mit der 33-ten Samschdigstour zu tun? Ausser dem Datum rein gar nichts. Die Täterschaft bestehend aus Alice, Johanna, André, Ed, Martin, Mike, Sascha, Urs und Hanspeter wurde wie üblich digital verewigt und selbst tönende Folien in irgendwelchen Sonnenbrillen waren an diesem Tag nicht von primärem Interesse. Vielmehr drehten sich die Bedürfnisse um warme Füsse und Finger.

Währendem der erste Drittel der Tour noch vielfach im wärmenden Sonnenlicht absolviert werden konnte, ging das ganze Unterfangen dann aber zu Beginn des mittleren Drittels, Ausgangs Rheinfelden, ziemlich abrupt mehr und mehr zu neblig bis trüb über. Auch der Blick Richtung Möhlintal versprach für die Fahrt nach Wegenstetten keine Erhellung. Parallel zum Ansteigen der Strasse, die ihren Höhepunkt für einmal nicht beim Asphof sondern etwas weiter rechts unmittelbar oberhalb Hemmiken finden sollte, sank die Temperaturanzeige bis sie kurz vor 0°. Die Tannenbäume im umliegenden Wald zeigten sich wie von einer leichten Zuckerschicht überzogen. Da müssen einige Dosen Schneespray draufgegangen sein.

Nach Wegenstetten riss Alice, die es offenbar nicht mehr im Feld hielt, aus und eröffnete damit die Schlussoffensive am einzigen nennenswerten Hügel an diesem Tag. Die Punkte für den Bergpreis allerdings vergab sie indem sie an der Abzweigung nach Hemmiken weiter Richtung Asphof vorbeistürmte. Hätte ich sie im dichten Nebel nicht beinahe verschwinden sehen und gerade noch zurückbeordert wäre sie uns in die Abfahrt entwischt.

Beim nachfolgenden Halt auf dem Kulminationspunkt entpuppte sich der dichte Nebel dann doch nur als beschlagene Brille. Dem Gruppenbild mit Damen stand also nichts im Weg, neblige Verschleierungen waren keine zu befürchten. Trotzdem hätte man Dies auch an einem sonnigeren Flecken erledigen können, hätte man denn alles gewusst.

Zwischen Hemmiken und Ormalingen wurden wir nämlich tatsächlich zu Beginn des letzten Drittels wieder mit Sonne verwöhnt. In Ormalingen schoss, beim Einbiegen in die Alte Landstrasse, eine Gruppe Velofahrer in horrendem Tempo an uns vorbei. Urs erwachte aus der Kältestarre und blies zum Gegenangriff. Erbarmungslos jagten wir das Grupetto vor uns her bis eingangs Gelterkinden die Waffen gestreckt wurden und wir unsererseits glorreich vorbeizogen. Manch einer mag es jetzt schon ahnen, alles sinnlos übertrieben. In Wahrheit gelang uns die Einholung nur dank einem Halt der anderen Gruppe.

Nachdem wir uns noch in den City‘s Sissach und Liestal durch den Einkaufsrummel gekämpft hatten, vor Liestal beinahe von einem ungeduldigen Automobilisten abgeräumt wurden, erreichten wir reichlich frisch aber zufrieden und unversehrt wieder unseren Ausgangspunkt.

Gefahrene Kilometer 73 / Höhenmeter 450

31. Samschtigstour 14.11.20 – Spätherbsttag und 32. Samschtigstour 21.11.20 – Frühwintertag

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Mangels Zeit während der vergangenen Woche gibt es nun 2 Berichte in einem. Gegensätzlicher hätten die äusseren Bedingungen wohl kaum sein können, war die 31. Tour noch von herrlichem Spätherbstwetter begleitet erwartete uns nur eine Woche später, zu 32. Ausfahrt, der erste Wintertag.

Doch der Reihe nach, es war nochmals eine Zehnergruppe (Johanna, André, Ed, Gianni, Martin W., Mike, Peter, Sascha, Werner) welche am 14.11. pünktlich am Treffpunkt eintrudelte. Martin S. machte sich eine Viertelstunde vor uns auf den Weg und hoffte nicht vor dem Hardwald eingeholt zu werden. Wir hätten also so um die zwei Minuten auf 10 Km aufholen müssen und da Martin auf der Fläche nur unwesentlich langsamer unterwegs ist standen die Chancen ihn an diesem Tag noch zu sehen von vornherein schlecht.

Auf dem Programm stand dieselbe Tour (Riehen - Liestal - Gelterkinden - Asphof - Schupfahrt - Eiken - Wallbach - Möhlin - Birsfelden - Riehen) die wir bereits zum Ende des Lockdowns End Mai als «Spontantour» absolviert hatten. Bis an den Fuss der Asphofsteigung wurde die Fahrt durchs Baselbiet bei leichtem Gegenwind, mit etwas moderaterem Tempo wie zur Sommerszeit, zügig und gleichmässig absolviert. Einzig die Passage durch die Kantonshauptstadt und das nachfolgende Lausen brachen etwas den Rhythmus.

Auffallend an diesem Tag war das aggressive Verhalten diverser Automobilisten. Obwohl innerhalb der für Velofahrer markierten Fläche fahrend, wurde uns der Unmut über unser Vorhandensein durch lautes Gehupe kundgetan. Selbst im Aufstieg zum Asphof, weit auseinandergezogen, jeder in seinem eigenen Rhythmus unterwegs, blieben wir davon nicht verschont. Gesprengt wurde das Feld übrigens gleich auf den ersten Metern durch Johanna, gefolgt von Gianni und weiteren Ungestümen. André, Martin und ich zogen es vor möglichst trocken oben anzukommen weshalb wir den Aufstieg eher verhalten absolvierten. Vorbei an den oben Wartenden stürzten wir uns sogleich in die Abfahrt nach Wegenstetten von wo die Strasse übergangslos in die nächste Steigung, hoch zum Flugplatz Schupfahrt, geht. Nach einer weiteren Abfahrt stand uns Ausgangs dem Dorf Schupfahrt noch der letzte Teil der Steigungstrilogie bevor. Zu unserem Pech konnten wir den Schwung der Abfahrt, aufgrund eines Baustellenrotlichts, nicht in die Rampe mitnehmen. In der langgezogenen Abfahrt Richtung Eiken, teilweise im Wald verlaufend, war es merklich kühler wie auch schon. Die Rückfahrt über Wallbach verlief, abgesehen von einem Plattfuss den sich Gianni in Möhlin eingehandelt hatte, völlig unspektakulär. Trotz Rückenwindunterstützung war danach aber die noch immer vorhandene, wenn auch nicht ganz reale, Hoffnung Martin noch einzuholen, endgültig begraben.

Strecke 84 Km / 630 Hm


Eine Woche später.

Trotz frostigen Temperaturen um die 6° kam mit Johanna, André, Ed, Martin, Sascha und mir selbst, erfreulicherweise, doch ein Sextett zusammen. Da in Deutschland, aufgrund der Coronamassnahmen, mittlerweile noch maximal 2er Gruppen erlaubt sind und im Elsass gar nichts mehr geht, bleiben nurmehr Ausfahrten in der Schweiz. Da wiederum bleiben, im Grossen und Ganzen, auch nurmehr drei Möglichkeiten. Rheinaufwärts, Richtung Liestal oder Richtung Laufental. Mit diesem eingegrenzten Jagdgebiet werden die, vor allem für die kalte Jahreszeit bevorzugten, flachen Strecken sehr schnell sehr überschaubar.

Für dieses Mal wagte ich Angesichts des angesagten sonnigen Wetters nochmals eine Ausfahrt über den Höhenzug Seewen – Bretzwil – Nunningen – Fehren. Nachdem wir Martin, der in Liestal auf uns wartete, in unsern Zug integriert hatten passierten wir gemeinsam das Oristal bis Büren. Bereits im Aufstieg nach Seewen fiel die Temperaturanzeige gegen 2°. Dementsprechend gemütlich absolvierten wir diese Höhenmeter und erreichten als kompakte Gruppe den Kulminationspunkt oberhalb Seewen. War die Fahrt über Bretzwil und Nunningen zwar frisch aber durchaus noch zum Aushalten, wurden wir Ausgangs Zullwil mit Beginn der Steigung nach Fehren von weissen Wiesen empfangen. Zwar nicht Schnee aber auch kalt, sehr kalt. Ein Nordhang an den die Sonne bereits jetzt nicht mehr herankommt und demzufolge der Nachtfrost zum Tagfrost wird, Temperatur ±1°. In Fehren, gegen Süden liegend von der Sonne beschienen, hatte man schon fast wieder das Gefühl von Wärme. Allerdings war es in der Abfahrt nach Büsserrach mit diesem Gefühl auch gleich wieder vorbei. Glücklicherweise war die Strasse, welche Abschnittsweise durch den Wald abgeschirmt wird, trocken. Trotzdem war Vorsicht geboten und die liessen wir denn auch walten. Ziemlich durchfroren aber zwischenfallfrei erreichten wir Büsserrach.

Wie gewohnt nahm der Zug auf der abfallenden Strasse Richtung Zwingen schnell an Fahrt auf. Nicht auszudenken was da bei gutem Strassenbelag drin liegen würde. So aber wurden wir wieder einmal durch die Sprünge von einem Flicken zum Nächsten ordentlich durchgeschüttelt, eine passable Alternative zu jedem Powerplate Gerät. Mit der Kälte im Nacken wurde das Tempo auch auf der Laufentalstrasse weiterhin auf ordentlichem Niveau gehalten. Konversation gegen Null, irgendwie war jeder auf seine Art, fast meditativ, mit sich und der Kälte beschäftigt. Sascha brachte Dies dann nach einem Platten in Birsfelden auf den Punkt, Zitat «so Einsilbig war es glaube ich noch nie»

Irgendwie war es, spätestens nach einer warmen Dusche, trotzdem schön und erfrischend.

Strecke 76 Km / 625 Hm

30. Samschtigstour 07.11.20 – Gegen den Sonnenuntergang

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Johanna, André, Bruno, Daniel, Ed, Martin, Werner, Sascha, Kumar — mit diesem Andrang war angesichts der fortgeschrittenen Jahreszeit nicht zu rechnen. Nach der üblichen Karenzzeit von fünf Minuten erfolgte Bruno’s legendärer Startpfiff, zuvor ermahnte der Tourenleiter nochmals alle Teilnehmer doch bitte diszipliniert hintereinander zu fahren. Mehrheitlich wurde Dies während der gesamten Tour auch beherzigt, Danke.

Bei schönstem Wetter und rund 12°C Aussentemperatur absolvierten wir das erste Teilstück, mit Ausnahme eines Kettenabwurfs bei Martin, locker und entspannt. Unmittelbar vor dem Bahnhof Grellingen ein Antritt unseres Kameramanns André. «Ich fahre voraus um ein Video zu drehen» waren seine Worte im vorbeirauschen und mit vollem Schub fuhr er in die Steigung Richtung Nunningen. Schade, falscher Berg, falsche Steigung, falsche Route, Nenzlingen nicht Nunningen war angesagt. Als er uns, bereit zur Aufnahme, rechts statt links abbiegen sah, erkannte er seinen Irrtum und fand, den Schwung der Abfahrt nutzend, schnell wieder Unterschlupf im Feld.

Nach einer kurzen Verschnaufpause der nächste Versuch, diesmal am richtigen Berg. Um ihm genügend Vorsprung zu geben wurde das Tempo im Feld, bis zum Einbiegen in die Steigung nach Nenzlingen, ein wenig gedrosselt. Vereinzelt hinter mir krachende Schaltungen verrieten, nicht jeder wusste wie es nach dieser 180° Kurve gleich zur Sache geht. Nach und nach zogen wir, mit oder ohne «Wheelie» an André vorbei und wurden auf Zelluloid bzw. Speicherchip gebannt.

Im oberen Teil konnte sich eine Gruppe absetzen die aber, in Unkenntnis der Streckenführung, am Wartepunkt einfach weiterfuhr. Natürlich in die falsche Richtung. So waren dann die Letzten plötzlich wieder die Ersten und fuhren, bei deutlich wärmerer Temperatur wie noch zuvor in der Talsohle, dem Dorf Blauen entgegen. Nach kurzer Wartezeit stiessen auch die Falschfahrer, mit leicht abgehetztem Gesichtsausdruck, wieder zu uns. Nach kurzer Abfahrt ging es via Laufen – Wahlen nach Büsserrach wo schon der nächste Aufstieg auf uns wartete. In mehreren Gruppen hievten wir uns hoch zur Sonnenterasse Fehren, so das Image des kleinen Dorfes hoch über dem Laufental. Dem Solisten welcher uns zu Beginn des oberen Teiles mit strammem Tritt einholte ging schon bald die Luft aus und Anfangs Dorf war die ganze Aktion wieder neutralisiert. Kumar bekundete, vor allem mit den Steigungen, nun zusehends Mühe. Da kam ihm das Rennen, welches wir uns mit einer Gruppe Italiener lieferten, auch nicht gerade entgegen. Erst als sich die «Ciclista» Richtung Ziefen verabschiedet hatten hielt wieder Ordnung und Ruhe Einzug.

Etwas abgeschlagen erreichte auch Kumar den vermeintlich letzten Aufstieg nach Hochwald, wo er in Empfang genommen und mit gleichmässigem Tritt hochgezogen wurde. Statt wie vorgesehen über Gempen nach Dornach hinunter zu fahren entschieden wir uns für die direktere Linie über die Abfahrt nach Muttenz. Mittlerweile fuhren wir nämlich gegen den Sonnenuntergang (nicht zu verwechseln mit dem Sonnenuntergang entgegen) welcher an diesem Samstag auf 17:04 Uhr angekündigt war. Allerdings stand uns da noch die Rampe die zum Gempenturm führt im Wege. Kumar beschworen wir zuvor, da technisch noch nicht so versiert, eindringlich in der Abfahrt nicht über seine Verhältnisse zu fahren. Nachdem sich Martin schon bei den Stollenhäusern verabschiedete brachten wir alle, wenn auch teilweise gut abgekühlt, heil, sturzfrei und ohne heikle Situationen nach Muttenz hinunter wo sich Johanna als nächste verabschiedete. Die restliche Gruppe rettete sich noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang über das Kraftwerk wo man sich nach 82 Km und 960 Hm nach Hause verabschiedete.

29. Samschtigstour 24.10.20 – Endlich wieder …

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

nein nicht Sommer, dafür war der Wind einfach zu kalt, aber wenigstens wieder Sonne am Himmel. Nach den vergangenen, von eher bescheidenem Wetter geprägten, Samstagen wurde durch den sonnigen Tag nochmals Weiblein (hört, hört) und Männlein hervor bzw. aufs Velo gelockt.

Als Schweizer seit Donnerstag mit dem Stempel «Risikogebiet» behaftet war noch nicht klar ob die ausgeschriebene Strecke überhaupt in Angriff genommen werden kann oder ob bereits am Zoll Grenzach Endstation sein würde. Für diesen Fall wäre noch ein Plan B bereit gewesen. Checkpoint Grenzach war aber problemlos zu passieren und so stand einem planmässigen Ablauf nichts mehr im Wege. Die Kleiderwahl hätte übrigens unterschiedlicher nicht sein können, von kurzen über ¾ bis lange Hosen war alles vertreten. Die optimale Kleiderwahl gestaltet sich derzeit, der Mischung aus noch warmer Sonne aber bereits kaltem Wind geschuldet, zu einem Lotteriespiel. Dies tat aber der Freude endlich wieder gemeinsam unterwegs zu sein keinen Abbruch.

Gut eingefahren erreichten wir die erste Steigung des Tages, die uns in mehreren Stufen via Karsau über Minseln, oder wie Kurt in gepflegtem Alemannisch (Regionalvariante Dinkelbergisch) zu sagen pflegt Meisele, nach Nordschwaben brachte. Sonja die auf der flachen Anfahrt zu Protokoll gab mit der Pace gerade so mit zu kommen drückte gleich zu Beginn der ersten Höhenmeter mächtig aufs Tempo. Bei einem kurzen Halt, zum Sammeln und Sortieren, auf dem Wanderparkplatz Altreb wollte uns Urs eigentlich die Alpen näherbringen, diese aber verschwanden im Dunst in weiter Ferne. So genossen wir einfach ein wenig das herrliche Wetter um uns schon bald in die wunderschöne Abfahrt nach Dossenbach zu begeben. Eine Abfahrt die mir, vielleicht geht es auch Anderen so, das Gefühl gibt irgendwie plötzlich in einer völlig anderen Umgebung, Welt oder was auch immer zu sein. Man kommt weg von Verkehr und Hektik und mit einem Schlag wird es ruhig.

Nach Dossenbach war damit aber schon wieder Schluss, befindet man sich doch bereits wieder auf gut befahrener Strasse. Um dem sogleich wieder zu entkommen wählten wir einen kleinen Wirtschaftsweg auf dem wir zuerst Eich und anschliessend Schopfheim erreichten. Das Zentrum umfuhren wir um bis Wieslet für ein kurzes Stück das kleine Wiesental zu befahren. Noch kurz zweimal auf und ab und wir befanden uns bereits ins Schlächtenhaus am Fuss der letzten nennenswerten Steigung. Sehr zum Leidwesen von Sonja die eigentlich der Meinung war wir würden ab Schopfheim den direkten Weg nach Hause wählen. Wer vorgängig die Routenbeschreibung liest ist da dann doch deutlich im Vorteil. Mit teilweise angelaufener Brille wurde aber auch die Scheideck von allen formidabel gemeistert.

In der Abfahrt sorgte Kumar für sich, den entgegenkommenden Autofahrer, sowie für Diejenigen die sich unmittelbar bei Ihm befanden für einen kurzen aber heftigen Adrenalinstoss. Auf die linke Strassenseite geratend hätte das, ohne das in diesem Fall dringend notwendige Glück, auch schiefgehen können.

Dank dem wir Dieses aber hatten, kamen, nach einer lockeren Fahrt durchs Kandertal, alle wieder unversehrt am Ausgangspunkt an. Die meisten peilten unverzüglich ihren Heimathafen an und für das verbliebene Quartett (Sonja, André, Urs und Hanspeter) passte der freie Vierertisch vor der Amsel wie Faust auf … und die Getränke waren noch selten so erfrischend. Brrr…

Teilnehmerinnen: Sonja, André, Bruno, Ed, Gianni, Kumar, Martin, Sascha, Urs, Werner, Hanspeter

Gefahrene Strecke: 80 km / 810 hm

28. Samschtigstour 19.09.20 – Satishkumar Udayakumar zum Zweiten

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Es war einmal mehr Wetter mit dem ich so gar nichts anfangen kann. Dieses Unentschlossene nicht richtig nass aber auch nicht richtig trocken, noch nicht kalt aber auch nicht mehr warm. Der Herbst und ich passen einfach nicht zusammen. Da beneide ich doch die Bären, einen Sommer lang dicken Bauch anfressen, Stein vor die Höhle und warten bis es wieder warm wird. Bei uns Velofahrer ist das in der Regel ja eher umgekehrt.

Der Blick nach draussen riet eher zur Absage der Tour, der Blick auf den Regenradar gab eher wieder Anlass zur Hoffnung. Hätte ich die Tour abgesagt wäre es nachmittags sicher schön geworden, so aber setzte just in dem Moment als ich mich zu Hause aufs Velo schwingen wollte der Regen ein. Mit der Hoffnung es würde ausser André, mit dem ich mich abgesprochen hatte, wohl niemand erscheinen, machte ich mich auf den Weg zum Treffpunkt. André wusste von Martin, der eigentlich in Aesch auf uns warten wollte, über bereits stärkere Niederschläge im Laufental zu berichten.

Die vorgesehene Strecke war damit gestorben. Als wir uns kurz vor Startzeitpunkt bereits auf eine MTB Weltmeisterschaft vor dem Fernseher, in der warmen trockenen Stube, freuten, trudelten Ed, (klar bei ihm löst solches Wetter geradezu heimische Gefühle aus) Werner und als Gastfahrer Satishkumar Udayakumar auf. Da hatten wir uns halt eben zu früh gefreut.

Manch einer wird sich nun fragen wer ist Satishkumar Udayakumar. Einige dürften sich noch an ihn erinnern. Im April vergangenen Jahres war er, als Vertreter Indiens, zum ersten Mal mit von der Partie. Damals hätte die Tour für ihn bereits in Inzlingen zu Ende sein dürfen, aber wacker, wenn auch zum Schluss geradezu nach Wasser lechzend, kämpfte er sich über die ganze Strecke.

Glücklicherweise liess der Regen schon kurz nach dem Start nach und auf der improvisierten Strecke (Riehen – Schopfheim – Wieslet – Weitenau – Schlächtenhaus – Steinen – Riehen) ging Strassenzustand allmählich zu trocken über.

Im Geheimen macht ich mir nun doch schon Hoffnung auf eine Überquerung der Scheideck. Schon wieder zu früh gefreut, in Wieslet begann es nämlich bereits wieder zu nieseln und André benötigte nicht viel Überredungskunst uns davon zu überzeugen, Schlächtenhaus rechts liegen zu lassen um bereits in Weitenau nach Steinen hinunter zu stechen.

Im Nachhinein das einzig Richtige (ausser man mag Regen) denn entlang der Wiese gestaltete sich die Rückfahrt mehrheitlich trocken.

Irgendwie hatte es am Schluss doch noch Spass gemacht, Kumar hat zwischenzeitlich einiges an Training und benötigter Muskulatur zugelegt und konnte mühelos mithalten.

Rückblick auf die Saison 2020

Von Mara Bisonni

In dieser etwas speziellen Saison, hatte ich trotzdem die Chance vier Rennen zu bestreiten. Nach einer langen Rennpause, vielen Trainingskilometer und einem Trainerwechsel, konnte ich endlich beim Argovia Cup Langendorf am Start stehen. Es war für mich auch das erste Rennen als Juniorin und im Goldwurst-Farben.Da es nicht nur ein gewöhnlicher Lauf des Argovia Cups war, sondern auch ein C1 Rennen, war die Konkurrenz entsprechend gross. Auch die Bedingungen waren sehr hart, es regnete pausenlos schon das ganze Wochenende. Ich hatte Mühe einen Rhythmus zu finden, aufgrund von den vielen Laufpassagen. Ich konnte das Rennen trotzdem durchziehen und beendete es auf dem 12. Platz.

In der Woche darauf ging es dann gleich weiter mit dem Jura Bike Marathon. Mit einem Rahmenbruch am Tag davor, einer falschen Startzeit und Strecke, fühlte ich mich am Start nicht top vorbereitet. Aber ich wollte mein Bestes geben. Ich fand einen guten Rhythmus, verpflegte mich gut und konnte so auf den dritten Platz fahren (meinen erster Podestplatz als Juniorin). Um so mehr freute ich mich nun auf die nächste Woche.

Bei der O-Tour in Alpnach statt für mich eine herausfordernde Strecke auf dem Plan, 45km und 1800hm. Ich hatte einen guten Start und konnte direkt zur Elite aufschliessen, aber ich merkte schnell, dass das Tempo für einen 15km langen Anstieg etwas zu schnell war. Ich probierte dann mein eigenes Tempo zu fahren, aber Rückenschmerzen erschwerten dies. Um so erleichterter war ich, als ich endlich den höchsten Punkt der Strecke erreichte. In der zweite Rennhälfte konnte ich nochmal Plätze und Zeit gut machen. Das Ziel erreichte ich in 3h und 26min und als 13.Frau. Die O-Tour zeigt nochmal das XCM genau das richtige für mich ist, denn trotz dieser herausfordernden Strecke hatte ich grossen Spass.

Als Saisonabschluss stand der Nationalpark Marathon in Scuol auf dem Plan. Ich fühlte mich richtig gut und wusste diese schnelle Strecke (47km, 800hm) wird mir liegen. Es war eine wirklich schnelle Strecke, bis zum ersten Verpflegungsposten hatte ich einen Schnitt von über 27km/h. Ich konnte dann bei dem etwas längeren Anstieg ein gutes Tempo fahren und fühlte mich stark. In der letzten Abfahrt konnte ich dann nochmal richtig Gas geben und den dritten Platz in genau 2h ins Ziel fahren. Genau so wollte ich die Saison abschliessen 😊

Es war zwar eine sehr kurze Saison, aber dennoch konnte ich viel lernen. Ich habe auch gesehen, dass ich mit meinem Training und Trainer auf dem richtigen Weg bin. Jetzt steht erst einmal eine Pause an, bevor es dann mit neuer Motivation in die Vorbereitung der Saison 2021 geht.

27. Samschtigstour 19.09.20 – Dreibezirkerundfahrt

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Der vorhergesagte Wetterumbruch im Laufe der kommenden Woche liess erneut ein ansehnliches Teilnehmerfeld zusammenkommen. Die zwanzig Beine die den, nochmals zu erwartenden, Sommertag geniessen wollten, gehörten zu André, Gianni, Martin S., Martin W., Heinz, Pascal, Werner, Sascha, Ed, und Hanspeter.

Ausgeschrieben war eine anspruchsvolle Tour ins Oberbaselbiet, welches sich namentlich aus den drei Bezirken Liestal, Waldenburg und Sissach zusammensetzt. Nach gemütlicher Anfahrt wurden wir in Liestal von Martin W., der sich den Umweg über Riehen erspart hatte, bereits sehnsüchtig erwartet. Für Werner war bereits die Einfahrt ins Waldenburgertal, bei der man das Gefühl hat durch ein Nadelöhr in Freiheit entlassen zu werden, Neuland. Nach der urbanen Umgebung von Liestal befand man sich, ein paar Pedaltritte weiter, schlagartig auf freiem Feld auf welchem der Veloweg nach Bubendorf verläuft.

War bisher alles sozusagen topfeben begann es im Fünflibertal in Fahrtrichtung Ziefen langsam an zu steigen. Eingangs Ziefen, vor der Holzbrücke, bogen wir auf die Strasse nach Arboldswil ab. Noch sanft beginnend stellte sich uns eine Steigung mit bis zu 14% in den Weg. Nun schlug die Stunde von Heinz. Mit allen Mitteln versuchte er uns abzuschütteln. Diskussion und Handlung in etwa wie folgt: Mir ist das etwas zu schnell, fahrt ihr nur. Nein Heinz, kein Problem wir fahren langsamer. Nein fahrt ihr. Wir liessen uns an sein Hinterrad zurückfallen um ihn das Tempo bestimmen zu lassen. Heinz zog das Tempo wieder an, wir liessen uns erneut nicht abschütteln. Fahrt ohne mich, lasst mich mein eigenes Tempo fahren. Machen wir ja. Wir blieben hartnäckig an Heinz dran und erreichten Arboldswil dann doch gemeinsam.

Weiter nach Titterten wo sich uns vor der Abfahrt nach Liedertswil – Oberdorf nochmals 16% Anstieg in den Weg stellten. Laut Komoot soll das steilste, ca. 0.06 Km lange Stück sogar um die 30% betragen. Was nun auch stimmen mag, wie Kurt so schön zu sagen pflegt, hiess es Oberkörper nach vorne legen um das Vorderrad auf der Strasse zu halten und Kopf zurücknehmen um ihn nicht auf Derselben anzuschlagen.

Die folgenden 5 Km Abfahrt nach Oberdorf waren mit lockerem Tritt zu bewältigen und auch die Weiterfahrt nach Hölstein war ehren mühelos zu absolvieren. Einzig ein Ausflug zur Kläranlage in Niederdorf sorgte für einen kurzen Rythmuswechsel. Die Strasse bis zu Kläranlage geteert, ging in einen Mergelweg über. Da Mergelstaub aber einem geschmeidigen Kettenlauf nicht sehr zuträglich ist vollzogen wir eine Spitzkehre zurück zur Hauptstrasse. Bei der nächsten Möglichkeit ab der Hauptstrasse zu kommen waren wir bereits in Hölstein. Währendem sich Heinz und Martin S. direkt auf die Anfahrt zur «Rossbollebaiz» begaben schwenkte das Feld auf die Beinwilerstrasse ab. Nach Überwindung des Höchachers folgte die Abfahrt nach Diegten wo wir uns Ausgang Dorf, via Känerkinderstrasse, über die letzte Steigung des Tages nach Känerkinden hievten. Das Ganze entwickelte sich irgendwie zu einem Manschaftszeitfahren. Statt nun gleich wieder nach Buckten runter zu fahren verschoben wir uns auf der Höhe zuerst nach Wittinsburg um von dort ins Homburgertal hinunter zu stechen.

Nach den bewältigten Höhenmetern wirbelten unsere Beine die Rückfahrt über Sissach – Liestal – Muttenz mehr oder weniger autonom ab und bei unserem Eintreffen im Schänzli hatten Heinz und Martin gerade ihre Bestellung aufgegeben.

Gefahrene Strecke 84 Km / 876 Hm

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