Velo-Club Riehen

What’s Spontan?

Von Hanspeter Brack

Am Donnertag wurden erneut Lockerungen im Zusammenhang mit Covid19 bzw. Corona Virus oder wie auch immer dieses blöde Ding nun auch heissen mag beschlossen. Plötzlich ist Vieles was noch vor drei bis vier Wochen unmöglich erschien wieder möglich. Für mich massgeblicher waren allerdings die erfreulich und konstant tiefen Fallzahlen der vergangenen Tage und dies trotz einigen Blödmännern/-frauen welche offensichtlich gedachten in der Steinen umgehend den Morgenstreich nachzuholen. Glücklicherweise ohne Folgen.

So überlegte ich mir ob nun bereits der Zeitpunkt gekommen sei für einen Restart der „Samschtigstouren“. Aus meiner Sicht sprach nichts, ausser vielleicht, dass lediglich spontane Gruppen ab 30 Personen, erlaubt seien, dagegen. Das tönte ziemlich nach Gummi, was ist nun als spontan zu betrachten? Eine ziemlich unklare Vorgabe des Bundesrates welcher ansonsten, aus meiner Sicht, einen Super Job zur Krisenbewältigung gemacht hat. Gewiss sieht das nicht jeder so und das darf auch so sein. Das Risiko bewertete ich in jedem Fall als kalkulierbar und letztendlich war es, im Gegensatz zum Arbeitsplatz, immer noch jedem selbst überlassen ob er nun erscheinen wollte oder nicht. Wir werden mit grösster Wahrscheinlichkeit ohnehin für die nächsten Monate wenn nicht Jahre mit diesem Virus zu leben lernen müssen. Ein Restrisiko wird bleiben aber das beginnt ohnehin mit unserer Geburt, wir vergessen das zuweilen nur allzu gerne. So setzte ich also eine WhatsApp zur Ausschreibung der Tour in Umlauf. Umgehend kam der Einwand, nur spontane Gruppen seien erlaubt. OK, dachte ich mir, vielleicht auch nicht verkehrt noch eine Woche zuzuwarten. ,Irgendwie war aber, nach so langer Zeit, das Bedürfnis da die anderen wieder einmal zu sehen und zu sprechen.

So setzte ich erneut, diesmal unter den üblichen Verdächtigen, eine WhatsApp, mit der Frage wer sich möglichst spontan am Samstag beim Joggeli Gartenbad zu einer noch spontaneren Ausfahrt einfinden möchte, ab. Die Resonanz war schon nach kurzer Zeit überwältigend, i bi derby, i chum au, i freu mi wie e glaine Goof, So hallte es zurück. Es war förmlich zu spüren wie alle mit qualmenden Reifen bereit standen. Ich meinte sogar verbrannten Gummi gerochen zu haben.

Ganz spontan fand sich letztendlich ein gutes Dutzend Fahrer um die Saison neu zu lancieren, an den braungebrannten Beinen war auszumachen, die meisten waren trotz Corona nicht untätig. Einer kam leider nicht bis zum Joggeli durch, für ihn endetet die Fahrt bereits bei irgendeiner Tramschiene, naja Busreifen sind halt breiter wie Rennvelopneus. Wie wir später vernahmen war ausser einer Havarie des Lenkers, verbunden mit dem Verlust von etwas Tapete, gottlob weiter nichts passiert.

Spontan wie wir nun mal waren, wir waren sogar so spontan, dass wir, mit einer Ausnahme, alle das Vereinstrikot angezogen hatten, starteten wir unsere Fahrt in Richtung Asphof mit einiger Verspätung. Nach so langer Zeit gab es natürlich auch einiges zu erzählen und so fanden bis Liestal rege Unterhaltungen statt. Ausgangs Lausen wurde die Kadenz etwas erhöht und die Wortfetzen wurden weniger. Nach einem Hauseckenkriterium in Sissach, Leute ich wollte euch nur zeigen es gibt auch hinter dem Bahnhof noch Wohnquartiere, stand schon bald der Anstieg zum Asphof auf der Tagesordnung. Anlass genug für Gianni ein erstes Mal den Turbo zu zünden. Ich schaffte es mich an sein Hinterrad zu hängen bis… ja bis sich meine linke Hüfte noch als Folge meines Sturzes von vergangenem Jahr wieder mal meldete. (Oje jetzt fängt der auch mit diesen Ausreden an, war aber tatsächlich so.) Ob ich bis oben hätte hängen können, ich glaube nicht. Gianni ist einfach unser Bergkönig. Immerhin für den Fahrer vom VC Gelterkinden hat es gereicht. Was soll man machen da werden wir halt wieder zu kleinen Jungs, macht aber auch Spass.

Nach erfolgtem Zusammenschluss stand zur Erholung erstmal die Abfahrt nach Wegenstetten bevor. Leider viel zu kurz und so befanden wir uns unvermittelt im nächsten Aufstieg, welcher uns nach Schupfart hinüber führen sollte. Gianni zündete die zweite Stufe, hängte sich in Schrittmachermanier an zwei E-Bike Fahrer und war schon bald nur noch als kleiner Punkt kurz vor dem Kulminationspunkt auszumachen. Lohn seiner Arbeit, er musste auf uns warten bis wir gemeinsam die wiederum nicht sehr lange Abfahrt nach Schupfart ins Dorf unter die Räder nehmen konnten. In der Abfahrt roch es plötzlich deutlich nach Landwirtschaft, oder hatte gar einer Blähungen bekommen, man weiss es bis heute nicht so richtig. Nun stand nur noch die Steigung rüber nach Eiken zu Buche. Den Schwung aus der Abfahrt gut mitgenommen spürten wir diese eigentlich erst als wir schon oben waren. Nach berauschender Abfahrt war in Eiken erstmal Einkehr angesagt. Regelkonform verteilten wir uns in einer Gartenbeiz. Früher gab es da mal eine hübsche Serviertochter, wie mein Tischnachbar kundtat. Er sei sogar extra wegen ihr des Öfteren hier gewesen. Nun ja, wenn es immer noch Dieselbe ist, hatte er zumindest keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Hansjörg spendierte, anlässlich seines vergangenen Geburtstages, ein z’Vieriplättli. Ein Anlass der üblicherweise traditionell in der Velowoche stattgefunden hatte. Dieses Jahr kamen wir in den Genuss. Ich wusste doch, auch Corona muss für etwas gut sein. Hansjörg, nochmals vielen Dank.

Mannschaftsgeneralmanager Kaiser befand Dies übrigens für unseriös und tat uns seinen Unmut drüber, per WhatsApp, unmissverständlich kund. Nach knapp zwei Stunden schon in der Beiz bei viel zu fettem Essen geht gar nicht. Lieber Kurt schon in Pratteln umdrehen geht auch nicht, da verliert man einfach die Kontrolle. Auch der mit den Tramschienen meldete sich noch zu Wort. Kommentar kurz und knapp, i bi hässig. Wegen den Tramschienen oder wegen dem Essen?

Beflügelt von dem schwer verdaulichen Essen (eigentlich ein Wiederspruch in sich) und endlich mit Rückenwind flogen wir Mumpf nur so entgegen. Infolge schon länger anhaltender Bauarbeiten (wir Riehener kennen das ja) mussten wir einen Schleichweg nach Wallbach nehmen, von wo aus wir die noch zu überquerende Anhöhe nach Möhlin erreichen wollten. Zuvor aber rutschte der Tourenleiter, knirsch ich, aus dem Pedal, was an dieser engen Stelle einen liegenden Ausflug des Hintermannes in die Botanik zur Folge hatte.

Die Abfahrt in Augst wurde nochmals mit Top Speed genommen, ein Mitstreiter verschoss unter lautem Gejohle des gesamten Feldes in der kurzen Gegensteigung seine letzten Körner. Wie er später mitteilte hatte er nach Augst ein Loch. Allerdings konnte er dies gekonnte überspielen und so wurde das Tempo bis Birsfelden nochmals recht hoch gehalten. Des Kaiser’s Standpauke blieb nicht ohne Wirkung, man bemühte sich sichtlich um Seriosität.

An der Schleuse begannen sich die Wege zu trennen, man verabschiedete sich per Ellbogencheck, Fusstritt oder Faustschlag. Die Umgangsformen verändern sich deutlich, möglichweise werden Faustschläge schon bald nicht mehr als Tätlichkeiten geahndet sondern als rücksichtsvolle Begrüssungszeremonie gesehen. Bei manch einem kämen mir da ganz eigene Assoziationen hoch aber das wäre dann in einem anderen Umfeld. Mit den VClern hat es einfach nur wieder Spass gemacht, hoffentlich bis zum nächsten Samstag. Dann wieder offiziell.

Drahteselgrüsse — 16.05.2020

Von Kurt Kaiser

Nach fast 1-wöchiger Abstinenz geht es heute wieder auf den Drahtesel. Aber, hallo! Was heisst da Drahtesel. Soviel Metalliges ist ja nicht mehr an diesem Gerät. Vielleicht eher Carbon-Bock? Es ist noch früh am Morgen und das Thermometer zeigt 11 Grad. Noch etwas zuwarten, bis es gegen Mittag wärmer wird. Somit ein Freudentag?

Nein, eher ein Trauertag, denn heute sollte ich, mit den VCR-Kollegen und einigen ‚Zugewandten‘, auf der Fahrt in den Süden, d.h. in die Veloferien sein. Ein harter Schlag diese Corona-Quarantäne. Die Absage der Ferienwoche habe ich schon am 10. März den Interessierten mitgeteilt und jetzt sind wir im Monat Mai und die Grenzen gegen Süden immer noch geschlossen.

Seit Jahrzehnten ist es das 1. Mal, dass die Veloferienwoche ausfällt. Die Ferienwoche wurde meist, abwechslungsweise, in italien oder Südfrankreich abgehalten. Nur in ganz wenigen Fällen am gleichen Ort. So lernten wir viele wunderschöne Gegenden kennen. Dieses Jahr wäre das Ziel Castagneto Carducci/Toscana gewesen. Die Gedanken an die schöne Gegend, mit dem Aufstieg von Suvereto hinauf nach Sassetta / Monteverdi /Canneto etwas vom Schönsten, was man ‚erfahren‘ kann.

Mehr als 13 km schlängelt sich die Strasse den Berg hinauf. Die Natur, Feld, Wald, Blumen und Tiere, einfach einzigartig. Nicht selten begegnet man auch Wildschweinen. Im Übrigen auch eine tolle Gegend für Biker. Es werden in diesem Jahr 700-800 km auf dem Tacho fehlen. Es bleibt die Wehmut, die Sehnsucht und die Vorfreude auf hoffentlich die nächste Veloferienwoche

Weiterhin gute Gesundheit und schöne Ausfahrten.

02.05.2020 — Tourenfahren wie bisher?

Von Hanspeter Brack

Nach rund acht Wochen Lock down soll ab dem 11. Mai die Rückkehr zum Normalzustand beginnen, was auch immer das heisst. In diesem Rahmen sollen auch sportliche Aktivitäten in kleineren Gruppen, immer noch nicht mehr wie fünf und immer noch mit zwei Meter Abstand, wieder erlaubt sein.

Was bedeutet das nun für die Aktivitäten des VC Riehen? Diese Frage wurde per WhatsApp innerhalb des Vorstandes rege diskutiert. Während für die Jugend das Risiko wahrscheinlich eher vertretbar wäre ist, aus meiner Sicht, gerade für das Tourenfahren auf der Strasse, mit deutlich mehr zur Risikogruppe zählenden Teilnehmern, die Gefährdung schwer einschätzbar. Letztendlich lautet die Frage nicht nur was ist erlaubt sondern welches Risiko wollen wir eingehen und welche Verantwortung können wir überhaupt übernehmen. Die zwischenzeitlich ausgearbeiteten Richtlinien von Swiss Cycling besagen nämlich ganz klar, für Umsetzung und Einhaltung derselben ist der Verein verantwortlich. Könnte auch heissen im Falle eines Verstosses, bewusst oder unbewusst, absichtlich oder unabsichtlich, würden auf den Verein unter Umständen erhebliche Kosten zu kommen.

Obwohl die Aufnahme der „Samschtigstouren“ natürlich sehr verlockend ist bin ich nach reiflicher Überlegung zum Schluss gekommen, dass Touren in Gruppen à fünf Teilnehmer mit zwei Meter Abstand wenig verlockend erscheinen. Es erscheint mir sinnvoller die Lage Ende Mai neu zu beurteilen. Bis dann sollten sich die Auswirkungen der Lockerungen, ob weiterhin positiv oder eher wieder negativ, zeigen und deutlich tragfähigere Grundlagen zur Entscheidungsfindung liefern. Zum jetzigen Zeitpunkt ähnelt das alles ein wenig dem Kaffeesatzlesen.

Bis dahin bleibt es natürlich allen unbenommen sich selbst zu kleinen Gruppen zusammenzufinden um nicht ganz alleine unterwegs sein zu müssen. Wir sind und waren immerhin zu jeder Zeit in der glücklichen Lage, wenn auch alleine, unserem Hobby nachgehen zu dürfen. Davon wurde, wie ich auf meinen Ausfahrten sehen durfte, durchaus auch Gebrauch gemacht. Erfreulicherweise kamen mir des Öfteren Fahrerinnen oder Fahrer des VC Riehen entgegen.

Leider wird uns dieser Corona Virus voraussichtlich noch einige Zeit begleiten und wohl der Preis sein den wir für den Globalisierungswahn der vergangenen Jahrzehnte zu bezahlen haben. Vor vierzig Jahren wäre dieser Virus mit grösster Wahrscheinlichkeit in China geblieben. Heute, mit einem grenzenlosen Tourismus und dem gewinngesteuerten weltweiten verschieben von Fach- und Führungskräften, haben wir Tür und Tor weit geöffnet. Nun war / ist es nicht, wie immer befürchtet, ein Computervirus sondern ein richtiger Virus der alles lahmgelegt hat. Es hätte gerade in jüngster Vergangenheit auch schlimmeres sein können. Es bleibt zu hoffen auch die Wirtschaft möge Dies erkennen und künftig wieder auf kürzere Lieferketten setzen. Menschen und Klima oder umgekehrt würden nur profitieren, dann wäre das Ganze doch für etwas gut gewesen. Wie wenig es für eine bessere Luftqualität brauchen würde haben wir nun gesehen, wir alle können dazu beitragen. Das war für mich schon immer nicht eine Frage der Gesinnung sondern eine Frage der Vernunft.

Zugegebenermassen bin ich vom ursprünglichen Thema ein paar Ecken abgewichen, nebst humorvollen Tourenberichten muss aber Mal auch für ein paar ernsthaftere Gedanken Platz sein. Abschliessend hoffe ich auf weiterhin sinkende Fallzahlen welche die Aufnahme der meisten Vereinsaktivitäten in gewohntem Umfang, hoffentlich ab Juni, wieder zulassen würden.

Bis dahin sammelt ob Einzeln oder in kleinen Gruppen fleissig Kilo- und Höhenmeter, vor allem aber bleibt fit und gesund. Um es mit den Worten von Martin unserem Beisitzer zu sagen, mir fehlen unsere Ausfahrten aber Vorsicht schützt vor Nachsicht.

Liebe Grüsse und bis bald, Hanspeter.

11. Samschtigstour 14.03.20 – Elf zogen aus …

Von Hanspeter Brack, Bilder André Fürbringer

… namentlich André, Bruno, Gianni, Martin S., Martin W., Pascal, Peter, Urs R., Urs z., Ed als Gast und Hanspeter, sieben kamen durch. Mit Hansjörg wäre das dutzend sogar voll gewesen, er hatte aber bereits ein Einzeltraining hinter sich und stattete uns auf dem Heimweg lediglich einen kurzen Besuch ab.

Was wir zu Beginn noch nicht wussten, es sollte, wohl passend zur derzeitigen Situation, eine eher etwas kuriose Ausfahrt werden. Bis kurz nach Efringen ging zwar vorerst noch alles Gut. Ab da fing es aber an. Martin W., mit neuen Reifen bewaffnet, aber schon am Start über ein holperndes Vorderrad klagend, sprang beinahe der Pneu vom Vorderrad. Das Michelin Männchen hatte wohl einige seiner Ausschusspneus auf den Markt geworfen und Martin war nun der Leidtragende. Jedenfalls zwang ihn das Malheur zur Umkehr.

Kurz vor Bad Bellingen hatte auch Bruno (jeweils für den Startpfiff zuständig) sein Tagesziel erreicht. Nachdem er sich bis zu diesem Zeitpunkt wacker geschlagen hatte und wie immer mannschaftsdienlich fuhr, schlich er sich still und leise von dannen. In Schliengen galt es ein paar Ecken mehr wie üblich zu fahren, was umgehend zur Schlussfolgerung der Tourenleiter habe wohl eine Abzweigung verpasst führte. Dem war jedoch nicht so. Er lotste lediglich die Gruppe an einer Jahrhundertbaustelle mitten im Dorf vorbei und schon bald befand man sich auf der Anfahrt zum Weinanbaugebiet Mauchen. Vor der Abzweigung nach Feldberg wurde der Zusammenschluss des Feldes, welches sich in der Steigung zuvor etwas auseinandergezogen hatte, mit einer kurzen Verschnaufpause herbeigeführt. Hügelig ging es weiter, Feldberg war schnell passiert und der Schwung aus der nachfolgenden Abfahrt konnte voll in die kurze Steigung nach Schallsingen mitgenommen werden.

Unterhalb Schloss Bürgeln, bei der Abzweigung Richtung Kandern, war dann der nächste Abgang zu verzeichnen. Pascal verabschiedete sich, wie schon am Start angekündigt Richtung Badenweiler von wo aus er noch den Blauen erklimmen wollte. Wir machten uns in die entgegengesetzte Richtung, über die St. Johannesbreite, auf nach Kandern wo, mit Überquerung der Scheideck, die letzte Steigung des Tages zu Buche stand. Urs R. war mit dem bisher geleisteten vollauf zufrieden und trat deshalb die Heimreise bereits auf dieser Seite des Hügelzuges durchs Kandertal an. Daran konnte auch Martin S., der ihm Anbot gemeinsam gemütlich über die Scheideck zu fahren, nichts ändern. Kurz vor dem Kulminationspunkt sorgte Gianni für Chaos indem er André nach Endenburg leitete und uns, die wir auf der Scheideck warteten, animieren wollten ebenfalls noch nach Endenburg zu fahren. Dazu hatten wir aber keine Lust mehr. Gianni blieb also nichts Anderes übrig wie André hinterher zu hechten um ihn zurück zu holen was ihm aber erst kurz vor Endenburg gelingen sollte. Derweil beschlossen wir die Abfahrt gemütlich zu absolvieren um an einer etwas windgeschützteren Stelle auf die Beiden zu warten. Beim Wort gemütlich stellte jemand die Frage können wir das? Ja konnten wir und nach kurzer Wartezeit in Schlächtenhaus komplettierte sich die Gruppe wieder. Die Fahrt auf der leicht abfallenden Strasse nach Steinen war wie immer ein Genuss. Mit einer kontrollierten Fahrt entlang der Wiese wurde die Ausfahrt beendet.

Strecke 78 km / 650 hm

Es war wiederum eine schöne Ausfahrt obwohl jedem die Situation in welcher wir uns derzeit befinden irgendwo im Kopf herumgeistert. Wie sich die Situation in unmittelbarer Zukunft entwickeln wird ist derzeit nicht absehbar. Welche Massnahmen noch getroffen werden, werden müssen, wird sich zeigen und auch inwiefern wir unseren Aktivitäten nachgehen werden können. Vorerst können wir nur hoffen möglichst unbeschadet und gesund aus dieser Krise herauszukommen.

10. Samschtigstour 07.03.20 – Ab in den Faltenjura…

Von Hanspeter Brack, Bilder André Fürbringer

hiess es für André, Gianni, Martin S., Martin W., Urs, Hanspeter, unser bald Neumitglied Werner und unseren Gastfahrer Ed von der britischen Insel. Vor rund 188 Millionen Jahren ist er unter grossem Druck aus dem kalkhaltigen Meeresboden, Mitteleuropa war damals mehrheitlich vom warmen tropischen Ozean bedeckt, entstanden. Der kühlen Witterung geschuldet bewegten wir uns allerdings lediglich am Fusse der Falten ohne diese erklimmen zu wollen.

Via Muttenz, Dornach Aesch näherten wir uns der ersten Falte, dem Blauen, die sich zu unserer rechten Seite erhob. Zuerst mussten wir allerdings bei der Brücke in Aesch auf Martin W. warten der dort zu uns stossen wollte. Bei unserem Eintreffen weit und breit kein Martin. In guter Absicht fuhr er uns entgegen, allerdings hatte er für dieses Vorhaben die falsche Strasse ausgewählt. Auch nach Aesch führen halt viele Wege.

Einmal mehr fuhren wir (windtechnisch gesehen) in die falsche Richtung und freuten uns, da wir ab Zwingen denselben Rückweg haben sollten, auf einen satten Rückenwind. Diese Rechnung sollte nicht aufgehen. Eingangs Laufen wurden wir dann wieder einmal von einem laut hupenden Auto überholt, irgendwie gehört das im Laufental einfach dazu. Für gewisse Leute scheint da ein Velo an sich eine Provokation darzustellen. Auf der Ebene zwischen Walen und Büsserach präsentierte sich uns der Gebirgszug in Richtung Passwang im weissen Winterkleid. Im Laufe der Woche musste es doch noch weit hinunter geschneit haben. Kurz vor Büsserach ein vermeintlicher Antritt von André, er wollte einfach auch mal ein paar Bilder von vorne schiessen. Werner hatte das nicht mitbekommen und hechtete hinterher um das Loch zu schliessen. So kommt man natürlich nicht auf das Klassenfoto.

Die anschliessende Fahrt nach Zwingen wurde zu einem veritablen Mannschaftszeitfahren genutzt, leider wurde Martin W. im Kreisel in Breitenbach von einem Transporter ausgebremst und verpasste so für die nächsten paar Kilometer den Anschluss.

Ab Zwingen blies uns, wie erhofft, ein kräftiger Rückenwind Grellingen entgegen. Die Freude währte nur kurz. Schon bald nach Einbiegen auf die Baselstrasse empfing uns der Wind wieder von der anderen Seite und so sollte es dann auch bleiben.

Den Abschlusstrunk gab es allen Viren zum Trotz, nach langem, wieder einmal im Crazy Horse beim VCR besser bekannt als «Rossbollebaiz».

Strecke 65 km / 450 hm

9. Samschtigstour 29.02.2020 — Schwarzes Weekend mit lauter Verboten und Absagen, Corona Teufel!

Von André Fürbringer

Was für ein aufregendes Weekend nach dem Entscheid des Bundesrades sämtliche Veranstaltungen über 1000 Personen abzusagen wegen dem Coronavirus. Dies hat mich natürlich mit unserer Wagenclique auch hart getroffen und so mussten wir heute früh schon gut disponieren wo und wie wir, unser Material von fast 1 Tonne hinbringen. Dies hat aber gut geklappt und somit sind wir bereit für 2021.😉 Da die Wetteraussichten nicht gut aussahen, hat Hanspeter die Tour eigentlich schon im Web abgesagt. 😏 Als er dann mich noch angerufen hatte, dachte ich jetzt ist das Coronavirus wirklich auch in Riehen Dorf angekommen. Somit war jegliche Veranstaltung annulliert.

Als dann Volker ein trauriger Smiley in den Chat tat, dachte ich mir jetzt muss ich doch noch fragen ob er eine Runde drehen möchte, da ich wusste Hanspeter fühlte sich die ganze Woche nicht wohl und legt eine Pause ein. Klar möchte er eine Runde machen also beschlossen wir uns am Dorfplatz zu treffen. Bei der Anfahrt war mir natürlich schon klar, dass wir mit der Veranstaltung aus dem 1000 er Raster fallen und somit höchstens auf Kantonaler Ebene verhandeln müssten.

Schnell war aber klar auch dies wird kein Problem sein, da nur noch Bruno am Brunnen wartete und sehr wahrscheinlich gar nichts vom Virus mitbekommen hatte. So wiedersetzten wir uns eigentlich den Anweisungen aber wir dachten uns, dass es keine Konsequenzen zu befürchten gibt😏. Zu Dritt haben wir dann beschlossen, dass wir über Schopfheim, Scheideck, Kandern, Weil am Rhein wieder nach Riehen fahren. Wie so oft kamen uns an der Wiese Richtung Lörrach, Heinz und Johanna entgegen. 🚲😂

59km und 530 hm zuckten unsere Muskeln da wir wie gegen eine Wand fuhren. 🌬 Nach 15 km verliess uns Bruno und wollte, dass wir uns alleine weiter auf dem Weg machen damit wir einen guten Schnitt erreichen würden. Gleichzeitig schloss sich uns ein jüngerer ex. Velorennfahrer aus Deutschland an und freute sich mit uns mitzufahren. Im Cross-Selling versuchten wir natürlich sofort Ihn auch für den Club zu gewinnen mal schauen, er ist in Rheinfelden zu Hause. So erreichten wir dann Binzen wo wir uns verabschiedeten da er den Weg über Lörrach fuhr und wir über Weil am Rhein. Jetzt noch neben dem Coronavirus auch Windgeplagt erreichten wir aber wieder Riehen trotz allen Verboten. 🤣 Fasnächtler suchen nach Lösungen wir haben sie mit dem VC Riehen gefunden und brauchten nicht einmal Doggter FMH, ah jä, si .👍

8. Samschtigstour 22.02.2020 – Geschüttelt nicht gerührt

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Im Frühling, also demnächst, wird er in die Kinos kommen, der neue James Bond. Jeder wird wohl wissen welche Zubereitungsart Bond, James Bond, für seinen Martini bevorzugt. Und genau so sollten wir uns für ein Teilstück der Strecke fühlen. Nur wussten das André, Gianni, Heinz, Martin, Peter, Volker und Werner (noch Gast) noch nicht. Und auch der Tourenleiter, dem die Strecke von einem Arbeitskollegen empfohlen wurde, hatte keine Ahnung was auf die stattliche Gruppe zukommen würde.

Aber der Reihe nach, mit der Fahrt hoch nach Inzlingen stand, unmittelbar nach dem Start, zum ersten Mal in der laufenden Saison eine nennenswerte Steigung im Programm. Gleich zu Beginn der Steigung bildete sich vorneweg ein erstes kompaktes Feld. Dahinter bildeten Heinz und der Tourenleiter ein gut harmonierendes Duo, welches sich in gleichmässigem Tempo nach oben schraubte und auf Höhe des Inzlinger Schlosses sogleich an der wartenden Spitzengruppe vorbeizog. Aufgereiht wie auf einer Perlenschnur wurde die Abfahrt nach Degerfelden in zügigem Tempo absolviert. Bei Rheinfelden wurde, der am Start vermisste, Martin eingeholt. Zeitgleich verabschiedete sich Heinz der, nach Rücksprache, die Gruppe zufahren lassen wollte. Bei wiederum traumhaftem Wetter fuhren wir auf dem Veloweg Schwörstadt entgegen. Bei der Wehramündung dann ein erstes Stück Naturweg. Soweit alles OK, das wurde mir auf “Komoot“ auch so angezeigt. Kein Grund zur Beunruhigung, nach ca. 500 Meter wieder befestigte Strasse. Nach Schwörstadt glaubte ich dann meinem Arbeitskollegen, der mir versichert hatte am Rhein entlang fahren zu können, mehr wie der auf dem Navi abgespeicherten Streckenführung. Da wird am Montag wohl gleich ein Mitarbeitergespräch fällig. Nun begann nämlich die nicht enden wollende „Martinistrecke“. Der Weg am Rhein entlang entpuppte sich als veritable Holperpiste und wir wurden, während die Getränke in unseren Bidons überschäumten, ein ums andere Mal von oben bis unten durchgeschüttelt. Power Plate braucht da kein Mensch mehr, hoffentlich endet das nicht noch im Kiesbett. Aber alles ging gut, Defekte waren keine zu verzeichnen und im Gegensatz zu Paris Roubaix war das wohl immer noch eine Autobahn. Zur langsamen Angewöhnung war der anschliessende Veloweg durch Wallbach, immer noch deutsche Rheinseite, mit Betonsteinen besetzt. Zwar immer noch besser wie das nachfolgende Kopfsteinpflaster durch Bad Seckingen aber eben die Rüttelpartie hatte noch kein Ende.

Erst nach Überquerung der Holzbrücke hörte das Zähneklappern auf und der Schaum in den Bidons bildete sich wieder vom gasförmigen in den angestammten flüssigen Zustand zurück. Bei Mumpf wurde die Autobahn überquert. Richtig gehört es gibt tatsächlich nicht nur eine Unter- sondern auch eine Überführung, die einem sogar ein gewisses Mass an Fahrtechnik abfordert. Finden tut man sie wenn man einfach zu früh links abbiegt. Als Nächstes stand die Steigung vor Zeiningen zu Buche. Eine Steigung für die es irgendwie einfach nicht den richtigen Gang gibt.

An der Tankstelle eingangs Rheinfelden wurden wir von einem „netten Herrn“ in einem blubbernden Amischlitten der uns, rücksichtslos, auf dem Veloweg quer vor unsere Velos fuhr, abrupt zum Stillstand gebracht. Um nicht zu stürzen musste ich mich sogar kurz auf der Kofferraumhaube abstützen. Es zeigte sich, das Auto hat doch Bremsen, denn nun konnte der Fahrer, wohl aus Angst um sein Auto, plötzlich anhalten. Wir hatten allerdings keinen Gesprächsbedarf und liessen ihn kurzum stehen.

Zu guter Letzt schoss, auf der Anfahrt zum Kraftwerk, auf der Sternenfeldstrasse eine Zeitfahrmaschine (natürlich mit Fahrer) an uns vorbei. Gianni zeigte, mit den Worten siehst du was die Felgen ausmachen, auf die Räder. Das muss doch auch ohne gehen, also aus dem Sattel und hinterher. Das Loch wurde nicht grösser aber auch nicht kleiner. Dann bekam er aber die Kurve bzw. Ecke bei der Delica überhaupt nicht in den Griff und wir waren wieder vorbei. Gianni siehst Du was Fahrtechnik ausmacht?

Das Kind im Mann war nun auch befriedigt und mit lachenden Gesichtern verabschiedeten wir uns an der Schleuse von Gianni und Peter.

Strecke 66 km / 440 hm

7. Samschtigstour 15.02.2020 – Kaum ausgesprochen ist’s ausgebrochen

Von Hanspeter Brack, Bilder von Sonja Nafzger

Erneut lud der bisher unglaubliche Winter, der noch gar keiner war, zu einer Ausfahrt bei nahezu frühlingshaften Bedingungen zu einer Ausfahrt ein. Allerdings ist der Fahrtwind immer noch sehr kalt und so ist nach wie vor fahren in vorwiegend ebenem Gelände angesagt. Es geht um’s Kilometer sammeln.

Die Kilometer vom vergangenen Samstag gutsschreiben lassen wollten sich Sonja, Martin S., Martin W., Urs Z., erneut als Gast Werner und natürlich der Tourenleiter. Die Strecke zeigte eine ähnliche Charakteristik wie schon vor Wochenfrist. Erneut ging es zum Wendepunkt nach Neuenburg, diesmal jedoch auf der deutschen Rheinseite. Gedacht war eine Rückkehr über Müllheim, Schliengen, mit ausfechten eines kleinen Bergpreises zwischen Liel und Riedlingen und anschliessendem geordnetem Rückzug entlang dem Feuerbach nach Egringen.

Aber eben nur gedacht. Zwar lief, bei schönstem Sonnenschein, zunächst alles wie geplant und Neuenburg wurde zügig erreicht. Ausgangs Neuenburg erzählte Sonja Martin W. irgendetwas über Platten, so genau hatte ich das nicht mitbekommen. Jedenfalls sass Martin, kaum war es ausgesprochen, unverzüglich auf der Felge. Unter dem aufmunternden Kommentar von Urs machten wir uns an die Behebung des Defektes.

Urs behält den Überblick

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Martin ein ganzes Arsenal von Pumpen auspackte, wäre dieses Vorhaben durchaus als erfolgreich zu bewerten gewesen. Martin aber wählte ausgerechnet diejenige Pumpe aus, bei der ein Adapter auf das Ventil zu schrauben war. Also aufschrauben, Pumpe aufsetzen und Patrone in den Schlauch entleeren. Soweit war noch immer alles im grünen Bereich, OK vielleicht etwas kalte Finger, die Patrone war halt nicht isoliert. Pumpe abnehmen, Adapter abschrauben, Pffff…. Martin hatte mit dem Adapter auch gleich wieder das Ventil herausgeschraubt und beides war nun zuverlässig miteinander verschraubt. Daran änderte auch das ungläubige Gesicht von Martin wenig. Verzweifelt aber mit umso mehr Ausdauer gesegnet versuchte er die beiden Teile voneinander zu trennen.

Martin kann es nicht glauben

An den beiden Fingern mit denen er das Ventil zu halten versuchte zeichnete sich schon bald ein lehrbuchmässig gerolltes Gewinde ab, lösen lies sich nichts. Derweil Martin seine vergeblichen Versuche unermüdlich fortsetzte wechselten wir den Schlauch nochmals und mit einem anderen Pumpenmodell gelang die Schadensbehebung letztendlich dann doch.

Martin kann es immer noch nicht glauben

Frohen Mutes wurde die Fahrt, für immerhin 500 Meter, fortgesetzt. Nun sah sich Martin S. genötigt auch noch seinen Beitrag, zu einer kurzweiligen Ausfahrt von der man etwas erzählen kann, zu leisten. Zuerst roch es nach verbranntem Gummi, dann stieg Martin vom Velo. Sein Hinterrad steckte völlig schief im Rahmen und streifte an der Bremse. Man konnte es zwar richten aber so richtig anziehen liess sich der Schnellspanner nicht mehr. Der erste Gedanke war ab Bahnhof Müllheim den Zug nehmen. Der zweite Gedanke, das Rad irgendwie so herzurichten um eine Heimfahrt erfolgreich abschliessen zu können, war doch noch von Erfolg gekrönt. Zwar mussten wir die hintere Bremse durch komplettes lösen des Bowdenzuges ausser Funktion setzen, konnten aber die Fahrt gemeinsam fortsetzen. Auch der Defektteufel musste nun einsehen, dass wir für diesen Tag nicht aufzuhalten waren und schlich sich von dannen. In Schliengen entschied sich der Tourenleiter, um Martins Velo nicht über zu strapazieren, von der vorgesehen Tour abzuweichen. Die Überquerung des Hügels hinüber nach Riedlingen hätte das Problem möglicherweise verschärft. So wurde der Hinweg auch zum Rückweg, sich richtig gemerkt hat es kaum einer. Die Rückfahrt verlief in der Folge bis Altweil ohne weitere Zwischenfälle. Dort gerieten wir beim Lindenplatz unvermittelt in die Zeremonie des Narrenbaums setzen. Obwohl abgestiegen und zu Fuss durch die Menschenmenge unterwegs, mussten wir uns doch das eine oder andere Mal „anpflaumen“ lassen. Da half nur freundlich lächeln, uns konnte sowieso nichts mehr erschüttern.

Zum Abschluss offerierte uns André, der an dieser Ausfahrt wegen Grilldienst nicht teilnehmen konnte, eine Bratwurst vom Grill. Die neuste Eigenkreation aus der Manufaktur Henz entpuppte sich als echtes Meisterwerk und stellte damit einen würdigen Abschluss der 
siebten Tour 2020 dar.

Strecke 76 km / 300 hm

Grüsse aus Gran Canaria

Von Marco Bisonni

Marco Bisonni auf Gran Canaria

Liebe Vereinsmitglieder

Zurzeit befinde ich mich für 10 Tage auf Gran Canaria. Bei angenehmen 25–30 Grad kann ich intensiv an meiner Form arbeiten.

Durch die langen Anstiege und tollen Abfahrten sind die langen Trainingseinheiten abwechslungsreich und kurzweilig. Es macht unglaublichen Spass mit meinem neuen Koba R31 Disk Rennvelo die Insel unsicher zumachen.

Ich hoffe ich kann etwas Sonne mit auf Riehen bringen.

Liebe Grüsse, Marco

Jahresrückblick Samschdigstouren 2019

Von André Fürbringer

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