Velo-Club Riehen

Veloferienwoche 2022 — Jetzt Interesse anmelden!

Nachdem mehrfach Interesse bekundet wurde, im 2022 wieder an einer Veloferienwoche teilzunehmen, sind entsprechende Schritte eingeleitet worden. Nachstehend einige Informationen:

Ort: Südfrankreich (allgemein bessere Strassen)


Datum: 14. – 21.05.2022

Wer an einer Teilnahme an der Ferienwoche Interesse hat, soll sich umgehend bei Kurt Kaiser melden: kkaiser@intergga.ch oder 076 398 08 01 (WhatsApp).

Für die Teilnahme an der Ferienwoche ist ein Covid-Zertifikat zwingend notwendig.


33. Samschtigstour 13.11.21 Jeder für sich allein…

Von Hanspeter Brack

… wäre an diesem Samstag wohl kaum aufs Velo gestiegen, darin waren wir uns einig. Schon kurz vor elf Uhr stellte sich mir, nach Konsultation diverser Wetter- und Regenradarwebsites die Frage absagen oder nicht. Da die meisten Vorhersagen Regen erst gegen Abend ankündigten entschied ich mich zur Durchführung.

Gespannt darauf ob überhaupt noch jemand auf die Idee kommt sich auf zwei Räder zu schwingen verliess ich pünktlich mein warmes trockenes zu Hause Richtung Treffpunkt. Tatsächlich konnten sich mit Claude, Martin und Volker tatsächlich noch drei weitere Mitstreiter zu dieser Ausfahrt aufraffen.

Aber bereits an Kurts heiss geliebtem Stutz in Altweil waren erste Regentropfen zu spüren und als es kurz vor Haltingen ernsthaft zu Nieseln begann zeigte der Tourenleiter wenig Lust auf eine Weiterfahrt. Die Aussicht bei den herrschenden Temperaturen möglicherweise bis auf die Haut durchnässt zu werden war wenig verlockend. Kurzer Halt, kurze Besprechung. Der Blick nach Kandern zeigte einen etwas helleren Himmel und gab Anlass zur Hoffnung. Nach gut schweizerischer Art wurde demokratisch entschieden weiterzufahren, umkehren gehe immer noch. Tatsächlich wurde kurz vor Rümmigen der Wasserhahn zugedreht und die Feuchtigkeitszufuhr beschränkte sich auf das Spritzen der Räder.

In gepunkteten Trikots erreichten wir Kandern. Allerdings waren die Punkte in unserem Fall braun und hatten nichts mit Bergpreis zu tun. Die überall herumliegenden Erdschollen hinterliessen sichtbar ihre Spuren. Über den Golfplatz ging es in die Abfahrt nach Riedlingen. Das Anfahren der Kurven erfolgte kontrolliert und eher verhalten. Nochmals ein kurzer Anstieg entlang der Lieler Strasse bis zur Siedlung am Holz. Auf der ebenfalls nach dieser Siedlung benannten Strasse fuhren wir dem Hügel entlang weiter nach Tannenkirch.

Da der Blick nach Basel die Hoffnung auf weiterhin trockenes Durchkommen sinken liess schenkten wir uns den Hügel nach Bamlach und steuerten Efringen auf direktem Weg an. Wie sich später herausstellen sollte ein guter Entscheid. Je näher wir Riehen kamen desto nasser wurden nämlich die Strassen.

Martin spendierte zum Abschluss noch eine Runde Kaffee mit Cremeschnitten. Und Schwups waren sie wieder da, die Kalorien.

Strecke: Riehen – Binzen - Kandern – Riedlingen – Siedlung am Holz – Tannenkirch – Efringen – Riehen / 48 Km / 265 Hm

32. Samschtigstour 06.11.21 – Gegen den Winterblues

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Nicht nur die Umstellung unserer Uhren vom vergangenen Wochenende, sondern auch die, im Verlauf der Woche, spürbar gesunkene Temperaturanzeige sprechen eine deutliche Sprache, wir gehen unaufhaltsam dem Winter entgegen. Währendem sich die Einen nun bereits auf Tage irgendwo im Schnee freuen und Andere sich einfach der ruhigeren Jahreszeit hingeben, gibt es noch die, die vom Winterblues heimgesucht werden. In der Schweiz sollen jährlich rund 160'000 Menschen von dieser milden Form der Winterdepression betroffen sein. Zwei bis drei Prozent der Bevölkerung sehen sich also plötzlich mit Stimmungsschwankungen und allen damit einhergehenden Auswirkungen konfrontiert. Wenn sich also jemand plötzlich nicht mehr so gut fühlt wie noch vor ein paar Wochen kann es durchaus auch daran liegen.

Ein probates Mittel dem zu begegnen ist einmal mehr die Bewegung. Natürlich kostet es, im Vergleich zur Sommerausrüstung, entschieden mehr Überwindung sich in enganliegende Velohosen und mehrere Schichten Oberbekleidung zu zwängen, ist man aber erst mal drinnen ist die halbe Schlacht schon geschlagen. Erfreulicherweise schreckten, mit André, Ed, Harald, Kumar, Martin S., Martin W, Sascha und Volker, nebst mir noch weitere acht Teilnehmer nicht vor dieser Prozedur zurück. Ein, für diese Jahreszeit, doch ansehnliches Feld welches sich auf den Weg Richtung Aargau machte. Via Grenzach und Kraftwerk Augst ging es Richtung Mumpf dem Wendepunkt des Tages.

Kraftwerk Augst ist eigentlich nur halb richtig handelt es sich doch um die zwischen 1908 und 1912 gemeinsam mit Grenzach-Wyhlen erbauten Laufwasserkraftwerke Augst und Wyhlen mit je zehn Turbinengruppen. Die Liste der Zulieferer liest sich wie das «Who is who» der damaligen schweizerischen Industrie. Escher & Wyss, Buss AG, von Roll, BBC, Maschinenfabrik Oerlikon, Kabelwerke Brugg, da erstaunt es wenig, dass von den ursprünglich zwanzig eingebauten Turbinengruppen sieben noch immer zuverlässig ihren Dienst verrichten.

Nach Passage dieses Bauwerkes, welches das vorhanden sein eines überregionalen Gedankens schon vor mehr als hundert Jahren dokumentiert, erwartete uns in Rheinfelden mit dem Fabrikareal der Feldschschlösschen AG schon der nächste geschichtsträchtige Bau. Erbaut 1880-1910 fällt die Entstehung beider Gebäude in den gleichen Zeitraum.

Mit leichtem Rückenwind läuft es, trotz erstem Anstieg in Zeiningen, gut und wir erreichten den Wendepunkt in Mumpf recht zügig. Über 8°C stieg die Temperaturanzeige auf dem Bordcomputer allerdings nie, daran vermochte auch der Sonnenschein der uns über die ganze Strecke begleitete nichts zu ändern. Auf der mittlerweile gut bekannten Anhöhe zwischen Wallbach und Möhlin mussten sich dann aber doch der Eine oder der Andere zu viel montierter Kleidungsstücke entledigen.

Ausserhalb Möhlin ging es, vorbei an der Saline Riburg, zu nächsten Rheinüberquerung. Über das neue Wasserkraftwerk Rheinfelden, ein ebenfalls ein überregionales Projekt erbaut 2003 – 2012, wechselten wir erneut auf die deutsche Rheinseite. Durch das Areal des Schlosses Beuggen näherten wir uns allmählich der Hauptsteigung des Tages. Gleich nach der Holzbrücke verkniffen wir uns die direkte Rückfahrt entlang des Rheines um nahmen noch die Fahrt über den Dinkelberg unter die Räder zu nehmen. Eine Steigung wie gemacht für kältere Jahreszeiten. Die Steigung verfügt doch über eine gewisse Länge kann aber, dank moderaten Steigungsprozenten, so gestaltet werden, dass man sich nicht völlig verschwitzt in die Abfahrt stürzen muss.So wurde das Ganze denn auch gestaltet und erst nach Mitte der Steigung, nachdem unser Drang nach oben durch ein Baustellenrotlicht jäh gebremst wurde, zog sich das Feld etwas in die Länge. Nach kurzem, dem Zusammenschluss dienenden Halt, folgte noch die Abfahrt nach Maulburg bevor es, bei nunmehr lediglich noch 5°C und leichtem Gegenwind, der Wiese entlang nach Hause ging.

Dem Winterblues erfolgreich ein Schnippchen geschlagen hiess es nun sich erfolgreich und möglichst unfallfrei wieder der zweiten Haut, die sich Winterausrüstung nennt, zu entledigen.

Strecke: Riehen – Grenzach – Augst – Zeinigen – Mumpf – Wallbach – Möhlin – Minseln – Maulburg – Riehen / 74 Km / 445 Hm

31. Samschtigstour 23.10.21 – Animationskünste

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Animation kennt man heute eher im Zusammenhang mit Filmen und oder virtuellen Darstellungen. Es geht aber auch verbal, einfach nur so von Mensch zu Mensch. Vom lateinischen animare abgeleitet bedeutet das so viel wie zum Leben erwecken.

Wie das gehen kann, demonstrierten Urs und André auf eindrückliche Art. Edith, schon des Öfteren am Treffpunkt präsent, allerdings nie im Renndress, liess sich erneut mit Stadtvelo und Alltagskleidern blicken. Einmal mehr versprach sie demnächst an einer Ausfahrt teilzunehmen. Im Nebensatz fügte sie gleich noch an am Sonntag selbst auch aufs Rennvelo zu wollen. Für Urs der gefundene Aufhänger um Edith zu überreden, unverzüglich nach Hause zu gehen, sich blitzartig umzuziehen und das Velo zu pumpen, um bereits an dieser Ausfahrt teilzunehmen. André griff ebenfalls in die Motivationskiste und gemeinsam schafften sie es tatsächlich Edith zur Teilnahme zu animieren.

Um ganz sicher zu sein, dass Edith sich die ganze Sache nicht doch noch anders überlegt, holte die komplette Gruppe bestehend aus André, Ed, Martin, Sascha, Urs und Hanspeter Edith zu Hause ab. Nach kurzer Wartezeit schob sich ein silbriges Giant Rennvelo, eine jugendliche Dame, gekleidet in eine nostalgisch VCR Winterjacke, hinter sich herziehend, um die Ecke. Die ganze Aktion wurde in der Rekordzeit von 16 Minuten abgewickelt.

Vom Wettergott wurde uns ein Herbsttag bereitgestellt wie er im Bilderbuch steht. An der Sonne noch beinahe warm, im Schatten halt eben «schattig». Genau richtig für eine Fahrt durch die Rebberge der näheren Umgebung. Zu diesem Zweck fuhren wir bis Hammerstein durchs Kandertal um dort nach Holzen ins Paralleltal zu wechseln. Da zwischen zwei Tälern meist ein Hügel steht waren somit auch die ersten Höhenmeter des Tages absolviert. Bis nach Riedlingen, dem Ende des Tales, ging es flach weiter um anschliessend, bis nach Feuerbach, sanft aber stetig zu steigen. Der Wald hatte innert Wochenfrist sein Herbstkleid angezogen und zeigte sich nun in allen erdenklichen Rot- und Gelbtönungen. Eine weitere typische Herbstsituation erwartete uns, nach kurzem knackigem Aufstieg, beim Waldparkplatz Stelli. Eine Gruppe Jäger feierte bei Wein und Bier ihren Tageserfolg.

Nach Bezwingung des nächsten Hügels, dem Übergang von Obereggenen nach Feldberg, erwartete uns die schon tiefer stehende Sonne mit flachen, lediglich durch die Rebstöcke gebrochenen, Strahlen. Ein kurzer Halt um alle aufschliessen zu lassen und die Atmosphäre zu geniessen. Nach Feldberg nochmals eine kurze Gegensteigung bevor es auf der langgezogenen Abfahrt via Mauchen nach Schlingen ging.

Zur Stärkung für den letzten Aufstieg wurde einmal mehr in Bad Bellingen für Kaffee und Kuchen Halt gemacht. Zum vielleicht letzten Mal für diese Saison konnten wir nochmals das Gartenrestaurant dazu in Beschlag nehmen. Für die Einen war es der willkommene Kaffee für die anderen der kälteste Radler aller Zeiten. Jeder nach seinem Gusto.

Frisch gestärkt konnten so die beiden letzten Anstiege in Angriff genommen werden. Erst durch die Rebberge Bamlachs hoch zum Golfplatz und anschliessend die kurze Steigung über die Siedlung Fohrenwald mit anschliessender Abfahrt nach Mappach und Egringen.

Eine schöne Ausfahrt endete für Edith, die sich hervorragend geschlagen hatte und gut mithalten konnte, mit dem Problem nun nicht zu wissen was sie am Sonntag, anstelle der geplanten Ausfahrt mit der nun freien Zeit anstellen soll.

Strecke: Riehen – Hammerstein – Holzen – Feuerbach – Feldberg – Mauchen – Schliengen – Bamlach – Kalter Herberge – Fohrenwald – Mappach – Fischingen – Riehen / 68 Km 540 Hm

29. & 30. Samschtigstour 09.10.21 & 16.10.21 – Zwischen Arbeit und Baustelle…

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

… ist es manchmal nicht so einfach auch noch Berichte zu Verfassen. Vor allem wenn es zu Komplikationen wie bei unserem Projekt Erdsondenheizung kommt, kann die Kapazität schon mal nicht mehr ausreichen. Aber Ende gut (fast) alles gut, die Heizung läuft. Alle bösen Mails an Luci waren deshalb unberechtigt.

Nun aber zum Geschehen. Am 09.10.21 lockte das schöne Wetter nochmals zu einer längeren Ausfahrt nahe der 100 Km Grenze. Ausgeschrieben war nochmals eine Fahrt über die östlichste Gemeinde das Baselbiets Anwil. Wie heisst es so schön im Baselbieter Lied « mer wei luege», in unserem Fall wer sich das nochmals antun will; Ganz Viele. Um es genau zu nehmen Zehn – André, Hansjörg, Harald, Ed, Kumar, der sich schon zu Beginn ein grosses Stück des Weges sparte indem er an der Kilchgrundstrasse auf uns wartete, Martin & Martin, Volker, Bruno und Hanspeter. Im Gegensatz zum letzten Mal, als Anwil via Oltingen angefahren wurde, wurde für dieses Mal der direkte Weg über Rothenfluh, mit dem kurzen aber ruppigen Aufstieg, gewählt. Bis zu diesem Aufstieg hiess es, wie die Italiener so schön sagen, gruppo completo. Damit ist in Wirklichkeit ereignislos und langweilig gemeint, sieht man vom stattlichen Schnitt, der zu diesem Zeitpunkt unsere Tachos zierte ab, war es das auch. Allerding im durchaus positiven Sinn, kein Ärger, keine hupenden Automobilisten, keine Defekte. Alles genauso wie man es gerne immer hätte. Einzig die kühle Bise hätte einem warmen Föhn weichen und auch mal von hinten kommen können dürfen. Etwas zu jammern findet man doch immer, wenn auch auf hohem Niveau.

Wie gewohnt fuhr in diesem einzigen nennenswerten Aufstieg jeder sein Tempo. Da aber jeder am Ende dieser Saison noch auf eine beachtliche Form zurückgreifen konnte, fielen die Abstände sehr moderat aus. Vielleicht verlieh das Wissen um die kommende Tempobolzerei, bis Frick auf leicht abfallendem Gelände, einigen auch Flügel. Damit ist es bereits vorweggenommen, es folgte ab Kienberg das bereits obligate Mannschaftszeitfahren. Einreihen, Kopf runter, Hinterrad halten und für zehn Kilometer höchste Konzentration.

Normalerweise ist danach das Kind im Manne wieder zufriedengestellt und der Affe gezähmt. Bis kurz nach Eiken schien das auch für dieses Mal genauso zu laufen. Tja wäre da nicht dieser andere Velofahrer gewesen der keck «Achtung hinten» rufend links an uns vorbeizog. Als sein Vorsprung bereits um die 400 Meter betrug erwachte auch der Affe in uns zu neuem Leben. André setzte als erster nach um dann doch wieder auf uns zu warten. Für unseren Herausforderer nochmals Gelegenheit seinen Vorsprung auszubauen. Nun erwachte auch in meinem Inneren der Ehrgeiz und verleitete mich meinerseits zum Nachsetzen. Als ich beinahe dran war, knallte mit einem noch nie gesehenen Energieschub Hansjörg an mir vorbei. Im Gegensatz zur Verfolgergruppe in der parallel laufenden Lombardeirundfahrt waren wir uns nun einig und neutralisierten diesen Angriff eingangs Mumpf endgültig.

Zeit zur Bestandesaufnahme, zwei fehlten. Martin W. hatte uns ausgetrickst und den offenbar kürzeren Weg untenrum dem Rhein entlang gewählt. Auf mirakulöse Weise erreichte er die Anhöhe zwischen Wallbach und Möhlin nämlich vor uns und erwartete uns bereits. Ob das mit rechten Dingen zugegangen war bleibt wohl für immer ein Rätsel. Kumar hingegen konnte das Tempo nicht halten und meinte nach kurzem Anruf er kenne den Weg nach Basel und wir sollen zufahren.

Es war ein würdiger Abschluss der langen Ausfahrten bei dem nochmals so richtig die Post abging und so ganz nebenbei wurde bei dieser Ausfahrt die Kilometerleistung des Vorjahres überboten.

Ein völlig anderes Profil zeigte die Tour vom 16.10.21. Mit einem kurzen Abstecher ins Elsass gefolgt von einem Wechsel in Badische war eine richtige Regiotour ausgeschrieben. Mit jedem Grad welches es nun in Zukunft kühler werden wird sinken erfahrungsgemäss auch die Teilnehmerzahlen. Umso erfreulicher, dass mit André, Gianni, Ed, Pascal, Volker, Bruno, Martin und mir selbst wiederum acht Teilnehmer den Weg zum Treffpunkt fanden. Von der kurzen über die ¾ bis zur langen Hose war alles vertreten. Damit ist auch alles zur Witterung gesagt. Schönster Sonnenschein, irgendwo zwischen noch warm und schon kühl.

Bei Gegenwind führte das erste Teilstück vorbei an Rosanöi bis Kembs Löchle wo mit einer Spitzkehre zum Kraftwerk gewendet wurde um wieder gut neun Kilometer rheinaufwärts nach Märkt zu fahren. Wer kommt denn auf so eine Schnapsidee. Gut, man will halt auch mal Rückenwind haben. Genau dort wo sich der Rhein in Rhein und Grand canal d’Alsace teilt wechselten wir in die badische Hügellandschaft. Ein erneuter Richtungswechsel führte uns nun wieder Rheinabwärts. Diese Variante kannte Bruno noch nicht. Efringen – Istein – Bamlach - Bad Bellingen – Schliengen hiessen die folgenden Dörfer.

Bei Schliengen war ein erneuter Richtungswechsel angesagt. Via Liel, der Name stammt vom keltischen Liela und bedeutet der Ort wo viele Weinstöcke stehen und die stehen auch heute noch, führte die Ausfahrt über die letzten zwei Hügel nach Kandern. Kandern, noch bis vor einigen Jahren bekannt für seine Tonziegelfabrik, entstand vermutlich bereits in vorgeschichtlicher Zeit genau wegen der für die Ziegel benötigten Tonvorkommen. Heute erinnert nur noch ein Museum an die Herstellung der Tonwaren. Auf dem Gelände der ehemaligen Fabrik entstanden inzwischen Wohnungen. Lediglich ein kleines Backsteinhäuschen ist als verschämter Zeitzeuge noch übriggeblieben.

All Dies liessen wir unbeachtet links liegen um rechts auf den Veloweg durchs Kandertal abzubiegen. Auf nahezu eigenem Weg, vorwiegend Velofahrern und Bauern vorbehaltenem, kann man in der Regel stressfrei bis Binzen durchfahren. Aber genau so ein Bauer musste an diesem ansonsten friedlichen Tag dann doch noch für etwas Unruhe sorgen. Mit seinem Gefährt, welches die gesamte Strassenbreite einnahm, kam er uns ziemlich provokant entgegen und machte keinerlei Anstalten ausweichen zu wollen. Zu Zeiten von Raumschiff Enterprise hätten wie uns auf die andere Seit beamen lassen können, da das aber keine Option war, blieb ihm am Schluss doch nichts anderes übrig als anzuhalten damit wir uns irgendwie an ihm vorbeiquetschen konnten.

Im Sportplatzrestaurant Binzen genossen wir zum Abschluss die letzten Sonnenstrahlen bevor wir uns Richtung warme Dusche verabschiedeten.

Grillfest 2021 — Ein Rückblick

Von Katrin Leumann

Mitte September trafen sich bei wunderschönem Spätsommerwetter etliche VC Riehen-Mitglieder von jung bis alt zum bereits traditionellen Grillfest im Eisweiher.

Das Wetter bat förmlich darum den lauen Abend nochmals draussen zu geniessen und so liessen es sich die Rund 40 Velobegeisterten nicht nehmen beim gemütlichen Zusammensein etwas Feines vom Grill zu essen. Dank fleissigen Helfern gab es auch noch eine Auswahl an Beilagen und Desserts was zum Verweilen einlud.

Die zahlreichen Kinder hatten jedoch kaum Zeit ihr Abendessen einzunehmen, denn ein kleiner Veloparcours mit Paletten, Holzlatten und einer Rampe fanden grossen Anklang. Kleinkinder auf dem Laufvelo, Kinder und Jugendliche bis zu den bikebegeisterten Väter liessen es sich nicht nehmen mit ihrem Velo das eine oder andere auszuprobieren. Als es dann jedoch dunkel wurde und der ankommende Herbst die Temperaturen sinken liess löste sich das gemütliche Beisammensein mit vielen helfenden Händen auf. Ich bin überzeugt, dass jeder mit einem Lächeln davon radelte und sich die eine oder andere Szene nochmals als Erinnerung im Kopf durchspielte.

Wir freuen uns bereits auf nächstes Jahr…

28. Samschtigstour 02.10.21 – Sommerausklang und Erleuchtung

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Tagsüber noch einigermassen warm wird ist es am morgen nun doch schon wieder merklich kühler. Grund genug die Startzeit der Samschtigstouren bereits wieder auf 13:00 Uhr zu legen. So gelingt es vielleicht dem nahenden Winter noch ein, zwei Ausfahrten in «kurz» abzutrotzen. Für die 28. Ausfahrt 2021 ist dies auf jeden Fall gelungen. Bei rund 22 Grad fand sich nochmals eine grössere Gruppe, namentlich Fanny, André, Bruno, Claude, Ed, Martin, Sascha, Volker, Urs und Hanspeter, zusammen.

Schon im ersten Aufstieg nach Brombach stöhnten die ersten über zu warm gewählte Bekleidung. Bruno hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeklinkt und auch André fühlte sich nicht gut und machte sich in Adelhausen gleich wieder auf den Rückweg. Glücklicherweise ging es ihm aber am Abend schon wieder besser.

Für uns gab es in der Abfahrt Richtung Rheinfelden erstmals Gelegenheit zur Erholung. Umso mehr wir vor Minseln auf einen Traktor auffuhren an dem es kein Vorbeikommen gab. Da wurde der Begriff mit angezogener Handbremse veranschaulicht.

Nachdem via Kraftwerk Rheinfelden auf die Schweizer Seite gewechselt wurde und Möhlin durchfahren war, verabschiedete sich in Zeiningen Martin ebenfalls. Damit waren die Aufgaben für diesen Tag abgehakt.

Nach einer herrlichen Fahrt bei besten äusseren Bedingungen erreichten wir als kompakte Gruppe Wegenstetten. Damit war es im Anstieg zum Asphof fürs Erste aber vorbei. Das warme Wetter verlockte nochmals dazu mit vollem Schub dem Kulminationspunkt entgegen zu stürmen. Währendem also vorne die Post abging jagten Fanny und Urs das Feld vor sich her.

Dass Fanny mit Schaltungsproblemen zu kämpfen hatte, der Umwerfer beförderte die Kette nicht mehr auf das grosse Kettenblatt, blieb Urs, ganz Gentleman, an ihrer Seite. Beim Halt auf dem Asphof wurde Fannys Problem mit ein paar magischen Drehungen an der Stellschraube gelöst. Es ereignete sich aber auch noch anderes Grosses. Urs wurde von der Erleuchtung heimgesucht, wusste er nämlich plötzlich die Aufschrift HPB auf meinem Velo Marke Eigenbau zu deuten.

Erleuchtet und mit grossem Gang ging es anschliessend in die Abfahrt. Die Pace konnte bis Muttenz aufrechterhalten werden, ausgebremst wurden wir nur durch die unzähligen Kreisel die auf dem Rückweg zu durchfahren waren. Einmal mehr fand der verdiente Abschlusstrunk in Muttenz statt.

Strecke: Riehen – Brombach – Adelhausen – Schloss Beuggen – Möhlin – Wegenstetten – Asphof – Sissach – Liestal – Muttenz - Riehen / 80 Km / 560 Hm

27. Samschtigstour 25.09.2021

Von André Fürbringer

Wieder einmal konnten wir mit einem Grossaufgebot in Riehen zu unserer sommerlichen Rundfahrt im Schwarzwald starten. Bruno, Sascha, Martin W., Martin S., Harald, Ed, Hanspeter, Hansjörg, Pascal, Harald 2, Lilian und ich.

Wie immer durfte natürlich der obligate Pfiff von Bruno zum Start nicht fehlen und so machten wir uns auf den Weg Richtung, Weil. Die ersten warmen Sonnenstrahlen waren uns bereits auf sicher. Doch bereits an der ersten Bahnschranke wurden wir mal von unserem Tempo ausgebremst und erhielten eine kleine Pause.

Nichts desto Trotz konnten wir bald wieder unsere Fahrt aufnehmen und genossen die Wunderbaren Landschaften Richtung Fischingen, Egringen wo uns Bruno verlies, weiter über Gupf, Schliengen, Mauchen, Schallsingen, Sitzenkirch von wo uns dann auch Pascal verlies. Hanspeter’s Tour wäre dann nach Kandern Richtung Riehen gewesen aber die renommierten «älteren Herren « HJ. und Martin S. wollten unbedingt noch die Scheideck erklimmen. Klar konnten wir hier nicht nein sagen und so fuhr jeder in seinem Tempo auf den 2. Höchsten Punkt unserer Ausfahrt.

Oben angekommen warteten wir auf HJ, Martin, Harald und Lilian. Aber warum kamen die nicht? Ja HJ. und Martin bogen Richtung Endenburg ab und wollten nochmals Höhenmeter gewinnen, bzw. mit der Idee den «Jungen» zeigen wir es mal! Hanspeter musste zurück nach Riehen da noch weitere Verpflichtungen auf Ihn warteten und nahm im Schlepptau Harald und Lilian gerade mit. Nach einigem hin und her folgte Sascha, Martin W. Harald, Ed und ich den Ausreissern Richtung Endenburg. In einer rasanten Abfahrt nach Hofen sammelten wir uns anschliessend zum Mannschaftzeitfahren nach Weitenau und Steinen, wo uns HJ. noch ein Stück Pizza spendierte. Sogar Pascal timte seine Runde genau richtig und ergatterte noch das 8. Stück. Wie immer an dieser Stelle herzlichen Dank.

Jetzt war es nicht mehr weit zurück und 3 überholende Herren wollten uns zeigen wo der Hase begraben sei. Dies liessen wir uns natürlich nicht bieten und fingen sie kurzerhand mit der ganzen Gruppe im Mannschaftszeitfahren wieder ab. Spass muss einfach sein…

So erreichten wir unser Endziel nach knapp 80km und 910 Hm. Wie immer ein Dankeschön an ALLE Teilnehmenden für den Samstäglichen Velo-Plausch. In diesem Sinne, gute Erholung bis bald.

26. Samschtigstour 18.09.21 – Halbetappen

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Zu Zeiten Sepp Vögelis, Tour de Suisse Direktor von 1967 – 1992, war es noch durchaus üblich, dass ein Renntag auch mal in zwei Etappen ausgetragen werden konnte. Meist bedeutete Dies für die Fahrer am Morgen eine kurze Etappe mit Massenstart, gefolgt von einem Einzelzeitfahren am Nachmittag.

Für die Protagonisten der 26. Samschtigstour fing der Tag ebenfalls mit einem Massenstart an, das auf 17.00 Uhr anberaumte Zeitfahren beschränkte sich allerdings lediglich auf das Drehen von Runden um den Grill. Man kam sozusagen nie aus der Verpflegungszone heraus. So geriet man auch kaum in Gefahr wegen unerlaubter Verpflegungsaufnahme innerhalb der letzten zwanzig Kilometer ausgeschlossen zu werden.

Auch das mit dem Massenstart hielt sich zu Beginn für einmal in engen Grenzen. Mit André, Martin S., Sascha, dem in Muttenz wartenden Martin W. und Hanspeter sah es zunächst nach einem Quintett für das morgendliche Training aus. Im Wissen, wie gerne er die Strecke Seewen – Nunningen befährt, rechnete ich insgeheim damit irgendwo auf der Strecke noch auf Kurt zu treffen. Und tatsächlich wartete er am Eingang zum Oristal bereits auf unser Eintreffen. Zusammen mit Sohn Marc steigerte sich die Zahl der Mitspieler damit zum Septett. Damit ist auch schon Einiges zum Streckenverlauf preisgegeben. Über Büren sollte mit dem nachfolgenden Aufstieg Seewen erreicht werden von wo aus, über Bretzwil, der offizielle Wendepunkt in Nunningen angefahren werden sollte. Mit rund 65 Km fiel die Wahl der Streckenlänge eher moderat aus. Dies hatte damit zu tun, dass Martin S. und Hanspeter sich, in ihrem jugendlichen Leichtsinn, bereit erklärt hatten die Bereitstellung der Getränke für den Nachmittag zu übernehmen und Diese zeitnah in den Kühlschrank zu befördern.

Aber zurück zum Geschehen auf der Strecke. Wir befinden uns bereits Ausgangs Büren, als Marc mit den Worten «Em Bappe sy Lieblingsstigg» an mir vorbeifährt. Damit meint er dieses Erste, gut hundert Meter lange Stück der Steigung nach Seewen, welches den im Oristal gefahren, gelichmässigen Tritt, unbarmherzig killt. Man muss tatsächlich kurz Luft holen um sich auf die Steigung einzulassen und einen neuen, anderen Rhythmus zu finden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt bekam auch noch der Letzte genug Wärme in seinen Körper.

In Seewen angekommen machte sich Martin S., um rechtzeitig mit den Getränken beim «Ysweier» einzulaufen, direkt via Grellingen auf den Heimweg. Zwei Dörfer weiter, in Nunningen, liess der Tourenleiter die Gruppe ebenfalls ihres Weges ziehen um Martin beim Ausladen behilflich zu sein. Derweil ich also ebenfalls Riehen entgegen hetzte und teilweise noch den verbrannten Gummi roch den Martins Reifen zuvor hinterlassen hatten, gönnte sich die nun wieder zum Quintett geschrumpfte Gruppe noch die Ecke über Fehren. Stimmt auch nicht ganz. Kurt nahm nämlich den Altersbonus in Anspruch, liess die letzte Rampe aus und ging bereits in Zullwil in die Abfahrtshocke. Die spätere Wiedervereinigung vollzog sich dann in Duggingen. Die anderen Vier sollen auf der Strasse Richtung Laufental, wegen zu schnellen Fahrens hinter einem Kleinlaster, mehrfach geblitzt worden sein. So wurde später zwischen Steak und Bratwurst jedenfalls berichtet.

Womit wir auch schon beim zweiten Ereignis des Tages angekommen sind, dem Grillplausch. Nachdem dieser coronabedingt vor einem Jahr ausgesetzt werden musste konnte man sich nun, mit einem doch etwas besseren Gefühl, wieder zusammen an einen Tisch, oder besser gesagt mehrere, setzen. Mit einem, entgegen den anfänglichen Vorhersagen, herrlichen Spätsommerabend herrschten für diesen Anlass beste Rahmenbedingungen. Mitgebrachte Salate und Grilliertes bildeten den Hauptgang welcher abschliessend mit diversen Kuchen abgerundet wurde. Herzlichen Dank an Alle die sich extra dafür an den Kochherd gestellt hatten und / oder am Backofen zugange waren. Es schmeckte hervorragend. Währendem sich Kinder und Jugendliche unermüdlich über den bereit gestellten Parcours, gegenseitig, zu Höchstleistungen antrieben, wurde an den Tischen angeregt diskutiert und geplaudert.

25. Samschtigstour 11.09.21 – Schichtwechsel

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Wie es heute in grossen Teams üblich ist trat zur 25. «Samschtigstour 2021» sozusagen die nächste Fahrerschicht an. Von der letzten wenig erbaulichen Tour waren nur Ed und ich selbst dabei. Dafür war mit André, Gianni, Martin und Sascha das eigentliche Kernteam wieder anwesend. Erweitert wurde die Gruppe durch Pascal.

Da einmal mehr die Wetterlage nicht so ganz klar vorhersehbar war und auch Regen ins Kalkül mit einbezogen werden musste wurde die Strecke so gewählt, dass wir uns nie allzu weit vom Ausgangspunkt entfernten. Trotzdem betrug die gesamte Streckenlänge 82 Km durchsetzt mit gut 700 Hm. Für Sascha, mit der Goldtour des am vergangenen Wochenende durchgeführten Alpenbrevets in den Beinen, sicher ein Klacks.

Nach den ersten flachen 15 Kilometern ging es nach Nollingen auch bereits in die erste Steigung die ihr endgültiges Ende erst in Nordschwaben finden sollte. Zwischendurch dienten flachere Abschnitte immer wieder zur Erholung. Bei einem Halt wähnten wir uns allerdings wieder um eine Woche zurückversetzt. Ein älterer Herr war der unumstösslichen Meinung das Trottoir gehöre an dieser Stelle zur Strasse und wir würden ihm eigentlich im Weg stehen. Pascal, am nächsten zur Strasse stehend, kam nur um Haaresbreite an einer Feindberührung vorbei.

Nachdem Ausgangs Norschwaben die letzten und zugleich steilsten 200 m dieses Tages absolviert waren folgte eine herrliche Schussfahrt hinunter nach Dossenbach wo bereits die nächste (kurze) Steigung in Warteposition bereitstand. Schnell erklommen näherten wir uns schon bald Schofpheim. Zuvor bogen wir aber auf Höhe der Motocross-Strecke rechts ab und genehmigten uns eine kleine Ehrenrunde auf diesem Hochplateau um der Hauptverkehrsachse zu entgehen.

Nachdem wir den Mittagsverkehr in Schopfheim hinter uns gelassen hatten setzten wir unsere Fahrt über Wieslet und Weitenau, bis zum Fuss der Steigung zur Scheideck die in Schlächtenhaus ihren Anfang nimmt, fort. Auch auf diesem Teilstück konnten wir uns über die Hügel welche die Dörfer trennen nochmals einige Höhemeter gutschreiben lassen.

So ist er halt der Schwarzwald. Ich habe kürzlich einen Bericht von zwei Hamburgern gelesen die, von Spanien kommend, mehrere Pässe der Pyrenäen und französischen Alpen befahren hatten und durch den Schwarzwald nach Haus gelangten. Beide waren sich einig, dass dieser Teil der Reise mit Abstand der Härteste war.

Mit Überquerung der Scheideck erhöhten wir die Anzahl an Höhenmeter nochmals um 170 und wurden dafür mit der immer wieder berauschenden Abfahrt nach Kandern belohnt. Die Rückfahrt durchs Kandertal konnten wir bei herrlichem Wetter und angenehmer Temperatur geniessen.

Die schon fast obligate Einkehr erfolgte im Gasthaus Schwanen in Binzen, dessen Gartenbeiz irgendetwas zwischen Kuhstall und Westernsaloon darstellen soll.

Tour: Riehen – Grenzach – Degerfelden – Nollingen – Minseln – Nordschwaben – Dossenbach – Schopfheim – Wieslet – Schlächtenhaus – Kandern – Binzen – Riehen / 82 Km / 710 Hm

24. Samschtigstour 04.09.21 – An Tagen wie diesen …

Von Hanspeter Brack

… geht manchmal gar nichts. Angefangen hatte es bereits am Mittwoch. Bei verlockender Wettervorhersage hatte ich bereits in der Früh die Tour eingestellt. Dachte ich. Eine Whatsapp Anfrage von Johanna am Freitagabend belehrte mich eines Besseren. Die Frage lautete nämlich, findet eine Ausfahrt statt. Da muss ich in der Eile wohl vergessen haben auf senden zu klicken.

Den Treffpunkt am Samstag mussten wir wegen des Dorfmarktes über den Hinterausgang, sprich über die Wettsteinanlage verlassen. In der Bahnhofstrasse nahm dann dieser seltsame Tag seinen Anfang. Ein Taxifahrer stoppte unmittelbar vor uns sein Fahrzeug in der Parkbucht vor der Post. Seiner, durch ihn, aufgestossenen Fahrertür konnte ich gerade noch so ausweichen. Das hätte auch schiefgehen können. In der nachfolgenden Diskussion zeigte er sich völlig uneinsichtig. Er habe wohl zurück geschaut aber wir seien zu schnell gefahren. Da erübrigt sich jeglicher weitere Kommentar.

Mit langsam sinkendem Adrenalinspiegel schraubten wir (Johanna, Gastfahrerin Fanny, Bruno, Claude, Ed, Volker und Hanspeter) uns Tritt für Tritt über Inzlingen der Abfahrt nach Degerfelden entgegen. Am Schloss Beuggen vorbei überquerten wir den Rhein nach Möhlin, wo dieser Tag seinen weiteren Verlauf nahm. Beim Anhalten an einer Kreuzung kam ich kaum aus dem linken Pedal. Wohl etwas verklemmt dachte ich mir. An der nächsten Kreuzung das gleiche Spiel nochmals. Das wäre zum zweiten Mal der Klassiker, Sturz im stehen gewesen. Nun war klar, etwas konnte nicht stimmen. Tatsächlich, die Schuhplatte am linken Schuh hielt noch mit einer Schraube, die restlichen zwei hatten sich gelöst und waren rausgefallen. Johanna erinnerte sich, das wir eingangs Möhlin an einem Veloladen vorbei gefahren sind. Also durch ganz Möhlin zurück, ganz schön lang dieses Dorf, zum Trekstore Manna. Gegen einen Obulus in die Kaffeekasse setzte er mir umgehend die fehlenden Schrauben ein.

Weiter gings. Eingangs Zeiningen wollten wir gleich nach der Autobahnbrücke auf den Veloweg nach Mumpf abbiegen. Vorbildlich zeigten wie unseren geplanten Richtungswechsel frühzeitig an und spurten anschliessend zur Fahrbahnmitte ein. Wums, ein Fiat 500 Abarth rauschte auf der Gegenfahrbahn Volldampf an uns vorbei und zeigte uns zum Abschluss der Aktion noch den Stinkefinger. Nett.

Die Weiterfahrt nach Mumpf auf dem Veloweg entlang der Autobahn, nicht wirklich schön aber wenigstens nahezu verkehrsfrei, gab uns etwas Zeit zum Verschnaufen. Es zeichnete sich ab, die Herausforderung an diesem Tag wird nicht die Strecke sein, sondern die anderen Verkehrsteilnehmer. Die Anfahrt zum Kaistenberg wählten wir ab Eiken über den Veloweg nach Oeschgen. So allmählich begannen wir den Tag doch noch zu geniessen und bereiteten uns auf die bevorstehende Überquerung des Kaistenbergs vor.

Man ahnt es wohl bereits, auch aus diesem Vorhaben wurde nichts. Zu beginn des Anstieges lachte uns ein rundes rot umrandetes Verkehrsschild, in dessen Zentrum sich ein Fahrrad befindet, an. Infolge Bauarbeiten war die Strasse für Velofahrer gesperrt. Als ob wir es nicht bereits gesehen hätten tönte es aus einem vorbeifahrenden Auto – do dürfet er nüüd faare. Danke.

Blieb nur noch die Kehrtwende nach Frick um von dort aus den Heimweg unter die Räder zu nehmen. Dieser verlief ohne weitere Zwischenfälle, an diesem Tag für uns keine Selbstverständlichkeit mehr. Volker brachte es bei der Verabschiedung auf den Punkt, nur noch nach Hause, Velo abstellen und für heute nicht mehr anrühren.

Strecke: Riehen – Inzlingen – Rheinfelden – Möhlin – Eiken – Oeschgen – Frick - Wallbach – Rheinfelden – Birsfelden – Riehen / 87 Km / 560 Hm

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