Velo-Club Riehen

Am Samstag, 13.04.2024 findet die Saisoneröffnungsfahrt 2024 statt: Alle Infos und Anmeldung

08. Samschtigstour 06.04.24 – Waterloo

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Auf den Tag genau, am 06.04.1974, gewann die schwedische Popgruppe ABBA mit ihrem Song Waterloo den Grand Prix Eurovision de la Chanson. Schon 50 Jahre ist das her. Obwohl im Songtext eine Geliebte ihre Eroberung beschreibt, verbinden die meisten von uns das Dorf Waterloo wohl eher mit Napoleons letzter Schlacht am 18. Juni 1815.
In Anlehnung an seiner dabei erlittenen Niederlage entstand die Redewendung «sein Waterloo erleben».

Nun denn, einer der fünf Teilnehmer (André, René, Roland, Urs, Hanspeter) sollte tatsächlich so ein ganz, ganz, ganz kleines Waterloo erleben. Um 13:05 erfolgte der Start bei hochsommerlichen Temperaturen, unterwegs zeigte die Temperaturanzeige bis 31°C an. Auf der französischen Rheinseite ging es wieder einmal nach Chalampé zur Rheinüberquerung nach Neuenburg. Roland der angekündigte hatte nur bis Kembs mitzukommen konnte überredet werden die ganze Strecke zu absolvieren. Zum Leidwesen von Urs, der eigenen Aussagen zufolge gerne mit Roland umgekehrt wäre.

Den Wechsel ins Elsass vollzogen wir für diese Mal nicht via Palmrainbrücke. Um dem dort üblicherweise starken Verkehr zu entgehen fuhren wir auf der deutschen Seite nach Märkt um über das Kraftwerk Kembs die Rheinseite zu wechseln. Damit konnten wir auch gleichzeitig die, meiner Meinung, langweilige Anfahrt bis Niffer verkürzen. So richtig schön wird es ja erst dem Kanal entlang. Ein Abschnitt den Roland, zu meiner Verblüffung, nicht kannte.

Wie immer sollte über die Pont du Bouc der Kanal für die Weiterfahrt nach Ottmarsheim überquert werden. Nachdem ich unter der Brücke durchgefahren war dachte ich zuerst die Abzweigung verpasst zu haben. Mit der Auffahrt auf den, parallel zu Brücke verlaufenden, Veloweg kam aber alles goldrichtig. Das hatte ich noch nicht gekannt. Künftig kann auch diese Brücke deutlich ungefährlicher passiert werden.
Auf sehr holprigem Asphalt erreichten wir, quer durch den Wald, Ottmarsheim von wo aus es, auf stark befahrener Strasse, weiter nach Eichwald ging. Chalampé hiess auf Deutsch mal Eichwald. Es wird vermutet, dass auch der französische Name vom alemannischen Wort «Schlamper» kommt. Gegründet 1709 hat der Ort eine bewegte Geschichte hinter sich. Vor der Rheinbegradigung zu Anfang des 19. Jahrhunderts wechselte der Rhein immer wieder seinen Flusslauf und da dieser die natürliche Grenze darstellte gehört der Ort mal zu Frankreich und mal zu Deutschland. 1878 entstand die Eisenbahnbrücke Neuenburg – Eichwald. Im 2. Weltkrieg wurden Brücke und Dorf komplett zerstört, 1940/41 wieder aufgebaut und beim Abzug 1945 nochmals, teilweise, zerstört.
Mittlerweile (oder schon länger) gibt es auch eine Brücke für den öffentlichen Verkehr, erst gerade erneuert und fahrradfreundlich gemacht. Diese nutzten wir für den Landeswechsel. Der Rückenwind vom Hinweg blies uns nun auf dem Heimweg frontal ins Gesicht. Vor allem auf der offenen Strecke von Neuenburg nach Steinenstadt. Zum Füllen der leeren Kalorienspeicher wurde in Bad Bellingen Kuchen aufgetischt.

Gestärkt traten wir anschliessend die restliche Rückfahrt an. Bis ca. Km 65 ging alles noch einigermassen gut. Nach Istein aber begann für Roland, der sich bis dahin mehr als wacker geschlagen und entgegen seinen Befürchtungen nicht als Bremsklotz fungierte das, bereits erwähnte, persönliche (wirklich ganz kleine) Waterloo. Mehr und mehr musste er Streckenlänge und Gegenwind nun Tribut zollen. Mit den Worten «jetzt mien er mi aifach in Rueh loo» kämpfte er sich immer noch beachtlich über die letzten Kilometer.

Vor der abschliessenden Einkehr im Sängerstübli vollzog er sogar noch einen Schuhwechsel und erschien in der Folge schon beinahe wieder in alter Frische. Wie immer wurde die Ausfahrt, mehr weniger Ernst, resümiert um völlig unbelastet die kommende in Angriff nehmen zu können.

Strecke: Riehen - Eimeldingen - Märkt - Kembs - Niffer - Ottmarsheim - Chalampé - Neunburg - Steinenstadt - Bad Bellingen - Istein - Fischingen – Riehen / 88 Km / 315 Hm

07. Samschtigstour 30.03.24 – Hanami

Von Hanspeter Brack / Bilder Hansjörg Keller

Auf speziellen Wunsch wurde die 7. Ausfahrt 2024 mit dem Hanami verbunden, was nicht anderes heisst als «Blüten betrachten». Es handelt sich dabei um die japanische Tradition in jedem Frühjahr mit dem „Kirschblütenfesten“ die Schönheit der in Blüte stehenden Kirschbäume zu feiern. In Japan bezieht sich das vorwiegend auf die japanische Kirsche die besonders viele Blüten, jedoch keine essbaren Früchte trägt und regional bereits Ende Januar mit der Blüte beginnt. Sie wird als Sinnbild von Schönheit und Vergänglichkeit gesehen.
Bei uns ist diese Blütenpracht auch überall zu sehen, in besonders konzentrierter Form in und um das Kirschblütental Niedereggen und Obereggenen. Wenn Tal und Hügel in strahlendem Weiss leuchten wird auch dort ein Kirschblütenfest gefeiert.

Die Gelegenheit zur Sichtung der Blütenpracht liessen sich André, Gianni, Martin, Hansjörg, Urs, Volkhard und Hanspeter nicht entgehen.
Was so gar nicht zur Frühling und Blüte passen wollte waren die äusseren Bedingungen weshalb, ebenfalls auf Wunsch, der Start um eine Stunde nach vorne verlegt wurde. Man könnte auch sagen der anstehende Wechsel auf die Sommerzeit wurde um einen Tag vorgezogen. Unter bedecktem Himmel und 13°C begaben wir uns auf die Reise. Etwas Trost spendete der Gedanke an all diejenigen die, nach stundenlangem im Stau stehen, auf der Alpensüdseite mit Schnee empfangen wurden. Da war es bei uns dann doch etwas weniger garstig und die lockeren Sprüche die von hinten zu vernehmen waren bestätigten die ausgelassene Stimmung. Via Fischingen ging es nach Riedlingen und weiter nach Feuerbach.

Nachdem wir die Steigung Ausgangs Feuerbach erklommen hatten befanden wir uns dann wirklich inmitten der weissen Blütenpracht und konnten uns für die nächsten Kilometer, die uns nach Feldberg führen sollten, ausgiebig im «Hanami» üben.
Nach Feldberg hatten wir mit den Fortsetzungsmöglichkeiten die Qual der Wahl. Wir entschieden uns für die mittlere die uns in die Abfahrt hinunter nach Auggen brachte. Zuvor aber wollte Urs noch einen Vortrag zur örtlichen Fauna und im speziellen zur Kirsche, lat. Prunus avium, zum Besten geben. Wahrscheinlich ordnete er seinen Beitrag der Fauna zu, weil es sich dabei um die im Obstbau weit verbreitete Vogelkirsche oder auch Süsskirsche handelt. Den nächsten Beitrag zum Thema Eichelhäher wird er dann, konsequenterweise, wohl der Flora zuordnen.
Gegen leichten Gegenwind näherten wir uns Schliengen und damit auch schon bald dem üblichen oder schon beinahe obligatorischen Halt in Bad Bellingen. Bei Kaffee und Kuchen gab das Thema Flora und Fauna nochmals zu reden und führte zu einigen Wortspielereien und Kalauern.

Gesättigt und aufgewärmt setzten wir anschliessend die Fahrt fort und gönnten uns dabei die Sparvariante. Was nichts anderes heisst wie die Steigung nach Bamlach und die Steigung in Kleinkems liessen wir für einmal links liegen und begnügten uns mit der jeweils untenrum führenden Rentnervariante.
Zu guter Letzt zeigte sich, entgegen jeglicher Vorhersagen, sogar noch die Sonne und liess, für den Schlussabschnitt, die Temperatur doch noch Richtung 18°C klettern.

Strecke: Riehen - Fischingen - Riedlingen - Feuerbach - Feldberg - Auggen - Efringen - Fischingen - Riehen / 73 Km / 545 Hm

5. Samschtigstour, 9.3.2024 - Blochmont

Von André Fürbringer

Unsere heutige Tour führte wieder einmal durch das wunderschöne, geschichtlich interessante Elsass von Basel, über Allschwil, Schönenbuch, Hagenthal, Bettlach, Oltingue, Lindenberg, Kiffis, Wolschwiller, Rodersdorf, Leymen, Therwil, Basel zurück nach Riehen. Zur richtigen Zeit fanden sich Martin, Volker, Ed, Gianni, H.J und meine Wenigkeit ein. Den Meisten war bewusst da geht es nicht nur gerade aus, sondern eher up and down, und von der tollen Gegend mit seinen Geschichten war nicht viel aufzunehmen, Velofahrer halt, eher einige mit sich beschäftigt oder man verpuffte seine ganze Kraft bereits beim andauernden Schwatz. Spätestens in Oltingue verabschiedete sich Ed von der Gruppe und fuhr direkt zurück mit Krämpfen in beiden Beinen.

Somit reduzierte sich das Teilnehmerfeld und der längere Anstieg auf den Blochmont stand an. Martin, Volker und Gianni machten sich an die Spitze während dem ich mich zurückfallen liess und H.J im Schlepptau Kurve um Kurve hochzog. Seine Kommentare wurden immer weniger und nun wurde es eher schwer abzuschätzen ist er noch da oder hat er in der letzten Kurve eine Pause eingelegt. Nein es war alles im Lot und seine Muskelkraft reichte locker die letzten Steigungen nach Kiffis zu meistern. Nun hatten wir die HM gemeistert und es ging fast nur noch abwärts.
In Leymen kehrten wir kurz ein für einen Kaffee und ein Basler Bestatter ja richtig gehört hat unsere Runde übernommen. Haben wir so Alt ausgesehen, dass er sich schon Hoffnungen machte? Das wird immer sein Geheimnis bleiben

Gestärkt radelten wir die letzten Kilometer zurück wobei Gianni vor Therwil und H.J kurz vor der Heuwaage sich verabschiedeten. Bei herrlichem Frühjahrs- Wetter kamen dann doch noch 72km, 758Hm und 12c im Schnitt auf unseren Tacho. Ein gelungener Samstag.

Kurt Steiner, 11.07.1936 – 02.03.2024

Von Kurt Kaiser

Dieser Tage ist Kurt Steiner, Mitglied im VC Riehen seit 1954, verstorben. Kurt ist in Zürich aufgewachsen. Im VC An der Sihl Zürich hat er seine ersten Sporen im Radrennsport abverdient. Als gelernter Konditor bestätigte er sich später sehr erfolgreich als Versicherungsvertreter. Recht erfolgreich verlief auch seine Rennfahrerkarriere. Er war bekannt als versierter Taktiker und Spezialist für Bahn-und Rundstreckenrennen. Auf den Rennbahnen in Zürich-Oerlikon und Basel, wie auch auf ausländischen Bahnen, insbesondere in Dänemark, war er ein gefürchteter und sehr erfolgreicher Konkurrent.

Noch als Aktiver unterstütze er den VC Riehen in der Medienarbeit. Sein Netzwerk war gross und entsprechend konnte er Inserenten für die Programmgestaltung des Riehener Kriteriums gewinnen.

Seinem Traum, in Basel eine Hallenrennbahn zu erstellen, war kein Erfolg beschieden und liess leider auch enttäuschte Radsportfans zurück.

Wir entbieten uns herzliches Beileid.

3. Samschtigstour 02.03.24 - Heterogenes Team

Von Urs Zwahlen

Bei trockenem Wetter, bedecktem Himmel und 10 Grad finden sich sechs Fahrer auf dem Dorfplatz ein: Duracell-Martin, der fasnachtsgestärkte Hansjörg, Naturtalent Urs R., Gommer-Marathonlangläufer Kai, Werkstatt-Daniel sowie der erkältungsgeschwächte Schreiberling Urs. Leider muss Tourenleiter Hanspeter kurzfristig absagen, so dass wir die vorgegebene Tour spontan in Angriff nehmen. In moderatem Tempo fahren wir durch die Hard und via Kaiseraugst Richtung Rheinfelden. Unglaublich, wieviel Verkehr auf der naheliegenden Autobahn herrscht. Bald schon meldet sich Daniel, dass er bald abreissen und selbständig zurückfahren wird. Kein Wunder - ein Rucksack gefüllt mit Ersatzreifen, -schlauch, Werkzeug, Flickmaterial etc. sowie eine Trikottasche, welche angeblich dank seinem Portemonnaie fast bis zum Hinterrad hinunter hängt (ob Daniel wohl sämtliches Münz der letzten Monate mitschleppt?), erschweren die durch Bise und entsprechendem Gegenwind eh schon mühsame Fahrt. Schön, dass er doch noch einige Kilometer mitfährt und sich erst nach Rheinfelden auf die Heimfahrt macht.
Zur Besichtigung schlägt Hansjörg vor, die Rennstrecke der Dienstagabendrennen zu befah-ren - dies auch als Vorbereitung für unseren baldigen Einsatz als Streckenposten. Unglaublich auch hier der Lärm der nebenan vorbeiführenden Autobahn. Kurz vor der Abzweigung nach Wallbach winkt uns in Möhlin aus dem Stopsack ein freundlicher Rennvelofahrer zu - Stevie, ebenfalls aus Riehen, ist auf Trainingsfahrt in gleicher Region. Er schliesst sich uns kurz an, um sich dann auf der Meelerhöchi nach Zeiningen zu verabschieden. Da auch Kai seinen gu-ten Fitnessstand verbessern möchte, fährt dieser gleich mit. Die verbleibenden vier Radler beschliessen, dort den schönen und vor allem ruhigen Veloweg zu nehmen und das eigentliche Ziel, Mumpf, auszulassen. Via Möhlin, Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt, Nollingen und Herten, fahren wir über Grenzach-Wyhlen zurück und beenden die Tour ausnahmsweise mal ohne Getränkestop in Riehen.

60Km, 390Hm

24.02.24 - Wetterglück
Der strahlendschöne, stahlblaue morgendliche Himmel wird gegen Mittag allmählich von Wol-ken überdeckt, welche sich gegen 13:00 Uhr, dem Startzeitpunkt der Ausfahrt, in dunkelgraue Regenwolken verwandeln. Über den naheliegenden Jurahöhen sind bereits Regenschauer zu beobachten, weshalb wir - iPhone sei Dank - kurz den Regenradar konsultieren. Dieser zeigt an, dass sich die grosse Niederschlagszelle Richtung Nordost verschiebt. Spontan entscheiden wir, Richtung Nordwest und somit Richtung Mulhouse zu fahren. Via Rheininsel und Kembs fahren wir auf der immer wieder schönen Strecke dem Rhein-Rhône-Kanal entlang bis zur Pont du Bouc bei Rixheim. Von dort geht die Fahrt durch den Hardtwald zurück. Zum Glück sorgen zweimal zwei Fussgänger mit Hunden sowie gleich drei Autos auf der 15 Kilome-ter langen, sehr langen, geradeaus führenden Strecke für etwas Abwechslung. Wieder aus dem Wald heraus, sehen wir in Rosenau die schwarzen Wolken Richtung Schwarzwald da-vonziehen. Die nassen Strassen auf deutscher Seite des Rheins lassen uns wissen, dass wir eine gute Tourenwahl getroffen haben. Mit Kaffee und heisser Schoggi wärmen wir uns im Sängerstübli nach schöner und vor allem trockener Ausfahrt wieder auf.
André, Hansjörg, Martin, René, Urs Z.

65Km, 180Hm

02. Samschtigstour 03.02.24 – Schon fast ein Grossaufgebot …

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

fand sich zum Start der zweiten Samschtigstour 2024 ein. Nach einem doch (relativ) kalten Januar mit Temperaturen um die Null Grad, oder auch darunter, lockte das schon fast frühlingshafte Wetter mit André, Daniel, Martin, René, Roland, Sascha, Urs und Hanspeter gleich acht Teilnehmer auf den Velosattel.

Nachdem alle Materialdiskussionen beendet, alle Fragen geklärt und alle Absichten kundgetan waren, machte sich der Tross auf den Weg Richtung Leimental. Via Muttenz ging es auf den Veloweg der entlang der Birs nach Dornach führt. Dort, über drei Kreisel gehuscht, befanden wir uns schon bald in Aesch.
Verlief bis dahin alles in geordneten Bahnen kam nun plötzlich Chaos auf der schon bald in Anarchismus gipfelte. In Aesch die falsche Abzweigung erwischt zeigte, die zuvor homogene Gruppe, nach einigen Zusatzkehren durch ein Villenviertel, Auflösungserscheinungen. Bald Jeder beanspruchte für sich, den besten Weg nach Ettingen zu kennen.
Zugegeben meiner war es nicht. Das musste auch René mit ausbaden pardon ausfahren, immerhin konnten wir für uns in Anspruch nehmen einige Höhenmeter mehr absolviert zu haben. Zu guter Letzt führten dann doch alle Wege nach Ettingen und so erfolgte der Zusammenschluss kurz vor dem Ortseingang.

Velowegmässig hat sich einiges in dieser Ecke getan, so konnten wir fernab der Hauptstrasse zum nächsten Eckpunkt der Tour nach Flüh gelangen. Aus alter Gewohnheit und weil der Tourenleiter den Veloweg nicht geblickt hatte erreichten wir Leymen nochmals über die Autostrasse. Beim nächsten Mal wird alles besser. Versprochen.
Nun befanden wir uns quasi schon wieder auf dem Heimweg und da Roland immer noch nicht kalt bekommen hatte war auch er immer noch dabei als es in Biel-Benken in den kurzen aber ekelhaften «Stutz» Richtung Oberwil ging. Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde es zweistellig. Zum Ausgleich befanden wir uns am Ende aller Mühsal und der Strasse bereits bei der ehemaligen Ziegelei in Oberwil, also bereits auf der Höhe. Drei Wellen weiter befanden wir uns bereits in Allschwil.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Tennishalle Bachgraben kämpften wir uns über die Dreirosenbrücke an das Kleinbasler Rheinufer. Durch die flanierende Menschmenge ging es nur gemächlich weiter und statt Antrittsstärke waren nun Steuerkünste gefragt.

Strecke: Riehen - Muttenz - Dornach - Aesch - Ettingen - Flüh - Leimen - Biel Benken - Oberwil (Ziegelei) - Allschwil - Basel – Riehen / 57 Km / 360 Hm

Rückblick "Samschtigstouren" 2023

Von Hanspeter Brack

Wenn man (fast) alle absolvierten Touren der Saison 2023 übereinander legt dann sieht das so aus:

Am 07.01. startete die Touren-Saison 2023 mit einer 60 Km Fahrt durch das badische Umland. Wegen durchzogener Wetterbedingungen fanden sowohl im Januar wie auch im Februar insgesamt nur je zwei Ausfahrten statt. Man tröstete sich zu diesem Zeitpunkt mit der Perspektive des bevorstehenden Frühjahres. Der sollte nicht besser werden. Die von starken Niederschlägen geprägten Monate März bis Mai liessen viel Ausfahrten zu einer Zitterpartie werden, oder eine Durchführung gar nicht erst zu.

Anfang Juni wurde dann sprichwörtlich der Wetterschalter umgelegt. Praktisch über Nacht stiegen die Temperaturen. Daran mussten wir uns am 10. Juni auf den 85 Km, die es auf der Strecke Riehen – Kandern – Badenweiler – Müllheim – Efringen – Riehen, zu bewältigen galt erstmal gewöhnen. Von nun an sollte es bis weit in den Oktober hinein sommerlich bleiben. So konnte auch die, um eine Woche, verschobene Pfingsttour bei perfekten äusseren Bedingungen stattfinden. Nach einer schönen und zügigen Fahrt das Elsass hinab wurde, nach Landeswechsel bei Neuenburg, das «Nudelhüsli» in Kandern angesteuert, wo wir mit Pasta und anderen Leckereien verwöhnt wurden.
Eine Woche später fand, mit Überquerung des Oberen und des Unteren Hauenstein, ein erster Saisonhöhepunkt statt. Nach zwei Jahren Bauzeit konnte man endlich wieder einigermassen unbehindert das Waldenburgertal passieren. Anfangs Juni amtete für einmal Urs als Tourenleiter, führte die Teilnehmer ins Elsass und kratzte dabei erneut an der 100 Km Marke.

Der grossen Hitze des Hochsommers geschuldet wurden dann aber bis Ende August wieder eher etwas kürzere Strecken absolviert. Dabei wurde abwechselnd das badische und das schweizerische Umland befahren. Nenzlingen, Blauen, Lehnacker, Sallneck, Titterten, Diegten, viel wurde nicht ausgelassen.
Ein weiteres Saisonhighlight stellte sicher der 9. September dar. Nicht nur wegen des Grillabends sondern auch der denkwürdigen Fahrt Richtung Norden bis Heitersheim. Am Ende der Strecke konnte, über die mehrheitlich flachen 100 Km, fast ein 30iger Schnitt verbucht werden. Zugegeben, der eine oder andere musste dabei wohl etwas an die Grenzen gehen aber für Gesprächsstoff, zwischen Steak und Dessert, war gesorgt.
Mittlerweile war die Jahreshälfte deutlich überschritten und eigentlich hatte keiner damit gerechnet der Tourensaison einen weiteren Höhepunkt hinzufügen zu können. Dank anhaltender Wärme kam es aber anders. Am letzten Septembersamstag konnten wir unseren Wirkungskreis mit einer Fahrt über den Kaistenberg nochmals deutlich Richtung Osten ausweiten. Leider bleibt mir die an sich schöne Tour, durch die teilweise sehr aggressiven und dummen Automobilisten, in sehr schlechter Erinnerung. Diesen Hügel habe ich aus meinem Repertoire gestrichen.

Am 7. Oktober konnten wir bei noch immer über der 20°C Marke liegenden Temperaturen dann auch noch die Fahrt über Gersbach mit anschliessender Abfahrt das Werratal hinunter in Angriff nehmen. Normalerweise um dies Jahreszeit bereits zu kalt brachte uns nur die enge Werratalschlucht etwas zum frösteln.
Danach wiederholte sich das Bild des Frühlings. Einfach in die andere Richtung. Über Nacht schlug das Wetter um leider nicht nur auf kalt, sondern auch auf kalt und nass. So kamen denn im November und Dezember zwar noch ein paar kürzere Ausfahrten zustande, irgendwie aber immer auf der Flucht vor dem nächsten Regenguss.

Auf insgesamt 37 Samschtigstouren wurden Total 2779 Km und 20'135 Hm absolviert. Leider war auch ein Sturz zu verbuchen, der aber glücklicherweise ohne dramatische Folgen blieb.

Frohe Festtage!

Der Vorstand wünscht allen Mitgliedern und Radsportbegeisterten frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Abschlussbericht Saison 2023

Von Mathis Kobel

Als allererstes will ich mich kurz vorstellen, für die, die mich noch nicht kennen:
Ich heisse Mathis Kobel, bin 16 Jahre alt (Jahrgang 2007) und bin seit 2020 Mitglied im VCR. Diese Saison hatte ich meine ersten Velorennen, sowohl auf dem Mountainbike, wie auch auf dem Rennvelo.

Da dies meine erste Saison war, habe ich noch nicht an übermässig vielen Rennen teilgenommen. Das erste Rennen war Teil des Argovia Cups, einer MTB Rennserie, und fand in Lostorf statt. Aufgrund mangelnder Erfahrung und technischen Könnens bin ich auf den letzten Platz gefahren. Trotzdem war ich mit diesem Resultat zufrieden, zum einen weil ich das Rennen fertig gefahren und zum anderen weil ich meiner Meinung nach gar nicht so langsam gewesen war, die anderen waren einfach technisch viel stärker.

Zum Glück standen nach dieser Erfahrung zuerst einmal die Sommerferien an, während denen ich weiter trainiert habe und auch angefangen habe, mich in meinem Umfeld und im Internet nach leistungsorientierten Teams oder Vereinen zu informieren. Dabei bin ich auf die Cycling Academy Nordwestschweiz (CA NW) gestossen, die Jugendliche ab 14 zum Rennradfahren animieren möchte und auch das nötige Material, Trainings und Wissen zur verfügung stellt, um den Einstieg in den Wettkampfsport zu ermöglichen.

Als nächstes stand ein weiteres Mountainbikerennen des Argovia Cups an, diesmal in Hägglingen. Schon beim Aufwärmen hatte ich Mühe mit den alten Klickpedalen, die ich an meinem Velo hatte. Dies verschlimmerte sich dann während der ersten Runde des Rennens, als ich mich mit meinem linken Fuss auf einmal nicht mehr einklicken konnte. Daraufhin bin ich in die Tech Feed Zone gefahren, wo sich herausstellte, dass das Cleat abgefallen war. Somit war ich gezwungen, aufzugeben.

Eine Woche darauf fand der Basel Bike Cup statt, an dem ich auch teilgenommen habe, diesmal zum ersten Mal in den Farben der Cycling Academy NW. Im Vergleich zu den vorherigen zwei Rennen war dies ein Nationales Rennen mit internationaler Beteiligung. Nach den letzten zwei Rennen, an denen ich mitbekommen hatte, wie stark andere Jugendliche in meiner Alterskategorie sind, hatte ich mir keine grossen Hoffnungen gemacht.

Diese Einschätzung erwies sich als richtig, da ich wieder einen letzten Platz einfuhr, nur vor den Fahrern, die während des Rennens ausgeschieden waren. Grund für dieses Resultat war wiederum mein mangelndes technisches Können.

Drei Wochen später stand mein erstes Strassenrennen, die Tour de Jura, an. Die Tour de Jura ist ein relativ kurzes Strassenrennen (5 Runden von jeweils 9,6 km) mit einem ansteigenden Zielsprint. In Vorbereitung auf die Tour de Jura hatte ich mit der CA NW einige Male an einem ähnlichen Aufstieg Sprints geübt.

Im Rennen waren wir zu fünft aus dem Team und hätten uns theoretisch gut gegenseitig helfen können. Jedoch hatte das Peloton am Ende der ersten Runde angegriffen und wir haben uns aus den Augen verloren. Ich bin zurückgefallen, da ich nicht schon zu Beginn alle Energie aufbrauchen wollte. In der zweiten Runde habe ich zwei meiner Teammitglieder und auch noch einige andere, die zurückgefallen waren, eingeholt und durch gegenseitiges Helfen konnten wir, kurz vor Ende der zweiten Runde, uns wieder ans Peloton anschliessen. Dieses hatte aber erneut am Berg wieder angegriffen und somit fielen wir wieder zurück. In der dritten Runde hatte ich mich von meiner Gruppe abgesetzt, in der Hoffnung, wieder zum Peloton aufzuschliesen zu können. Ich habe immer wieder kleine Grüppchen eingeholt, mich kurz im Windschatten ausgeruht und habe dann, als ich dran war mit der Führungsarbeit, wieder angegriffen.

In der letzten Runde habe ich noch zwei Fahrer eingeholt, die, wie mir schien, strategisch langsam fuhren, um mir dann in den Windschatten zu sitzen. Somit war die letzte Runde deutlich langsamer als die Vorigen. Als wir an der letzten Steigung ankamen, habe ich angegriffen und bin als 32. ins Ziel gefahren.

Eine Woche später ging es dann ins Fricktal, wo das Wittnau Regional Verfolgungsrennen stattfand, das heisst, dass man zuerst ein Zeitfahren absolviert und nachher noch ein Rennen fährt, bei dem man mit dem Rückstand startet, den man sich während des Zeitfahrens eingeholt hat.

Weil die Strecke des ersten Teils hauptsächlich flach und bergab ging, waren alle relativ schnell unterwegs. Nach dem ersten Teil lag ich auf dem 5. Rang mit 1:15 min Rückstand auf den Führenden.

Der zweite Teil ging einen Hügel hoch, somit war das Ganze ein wenig langsamer als der erste Teil. Mir ist es gelungen, den 4. Rang, mit 1:26 min Rückstand auf den 3. Platz, zu erreichen und somit ein neues Bestresultat zu setzen.

Alles in allem bin ich zufrieden mit der Saison trotz den zwei letzten Plätzen, die ich auf dem Mountainbike gefahren bin. Ich bin auch sehr zufrieden mit meiner Leistung auf dem Rennvelo, hoffe jedoch, nächste Saison mehr Rennen zu fahren.

Als Ziel, erhoffe ich mir vorne mithalten zu können und mich sowohl technisch, wie auch Ausdauermässig zu Verbessern.

Als letztes würde ich mich gerne noch bei Luzius Humm und Kai Amrhein und dem VC Riehen für das Organisieren der Mountainbike- und Rennvelo- Jugendtrainings, durch die ich überhaupt richtig zum Velofahren gekommen bin, bedanken. Weiterhin möchte ich mich auch noch bei Marcia Eicher und der CA NW bedanken für die Trainingsmöglichkeiten und die Rennbegleitung. Als letztes möchte ich mich noch bei meiner Familie bedanken, die mich die ganze Zeit unterstützt hat.

34. Samschtigstour 11.11.23 – Ich hab noch Sand in den Schuhen…

Von Hanspeter Brack

so präsentierten sich meine Treter am Sonntagmorgen nach dem Abtrocknen. Leider aber nicht aus dem sonnigen Hawai sondern von den nassen Strassen des Markgräfler Landes. Meinen drei Mitstreitern André, Ed und Martin dürfte es auch nicht besser ergangen sein, zumal sie mutig auf Überschuhe verzichteten.

11.11. 11 Uhr 11 ennet der Grenze Beginn der fünften Jahreszeit. Traditionell beginnt an diesem Tag und zu dieser Uhrzeit bei unseren nördlichen Nachbarn die Faschingszeit mit der Erstürmung der Ratshäuser. Davon war nach unserem Start um 13.00 Uhr weder etwas zu hören noch zu sehen. Offenbar waren sämtliche Regierungssitze geentert und alle Krawatten abgeschnitten.

Wettermässig war es ein Pokerspiel welches gerade so aufging. Die diversen Regenradare waren sich nicht so ganz einig, die Tendenz versprach aber doch ein regenfreies Fenster am Nachmittag. Bereits in Haltingen wusste man nichts von diesem Versprechen, es schüttete wie aus Kübeln. Gut hatten wir bereits die Winzergenossenschaft erreicht deren Vordach uns Schutz bot. Zu allem Überfluss schien uns, bei einem Blick Richtung Riedlingen, die Sonne auch noch frech auszulachen. Der Regenguss war glücklicherweise bald vorüber hinterliess aber «saichnassi Stroose».

Dem zum Trotz wagten wir die Fortsetzung der «Samschtigstour» und wurden auf dem Weg nach Riedlingen tatsächlich, zeitweise, sogar mit Sonnenschein belohnt. Da der Blick nach links sich in den unendlichen Weiten von Grau in Grau verlor hielt sich die Freude in Grenzen. Immerhin keimte die Hoffnung auf wenigstens weiterhin von oben nicht benetzt zu werden. Im diese Chance zu vergrössern bogen wir schon Eingangs Riedlingen in die kurze Steigung nach Tannenkirch ein und bogen auf Höhe der Kalten Herberge bereits wieder auf den Rückweg ein. Welmlingen, Efringen, Eimeldingen ohne Halt lautete die Ansage. Obwohl es immer dunkler wurde hatten wir weiterhin nur mit der Strassennässe zu kämpfen und erreichten den Ausgangspunkt bis auf die Füsse, doch einigermassen trocken, wen auch, durch einen Strich der linke und rechte Körperhälfte trennte, deutlich gezeichnet. Zu Hause gleich noch das Velo mit dem Gartenschlauch abspritzen und ab unter die Dusche. Schön war es irgendwie trotzdem.

Strecke: Riehen - Fischingen - Riedlingen - Tannenkirch - Welmlingen - Efringen - Eimeldingen – Riehen / 47 Km / 215 Hm

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