Velo-Club Riehen

MTB-Tourenwochenende im Oberengadin

Andi, Patrick und Rainer organisieren am Wochenende vom 13. – 15. August 2021 ein MTB-Tourenwochenende im Oberengadin. Du findest alle Informationen in der Ausschreibung.

Um dich fürs Wochenende anzumelden, schreibe eine E-Mail an info@vcriehen.ch. Anmeldeschluss ist der 24. April 2021.

09. Samschtigstour 17.04.21 – Besuch aus Österreich

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Bei nach wie vor, für diese Jahreszeit, frostiger Temperatur von gerade so um die ±9°C fanden sich doch wieder sieben Teilnehmer ein. Fürs Protokoll und Contact Tracing namentlich - André, Claude, Ed, Gianni, zum ersten Mal im laufenden Jahr René, Sascha und Hanspeter.

Laut Österreichischer UWZ (Unwetterzentrale) ist es nun auch amtlich, wir befinden uns im kältesten April seit 1997. Hat uns Österreich aufgrund Dessen für diese Ausfahrt gar einen Gesandten geschickt?

Schon bald fühlten wir uns nämlich irgendwie verfolgt, denn irgendwo zwischen Birsfelden und Rheinfelden hatte sich ein achter Pedaleur an unsere Gruppe angehängt. Vorerst als stiller Beifahrer.

Erst nachdem René, der sich die anstehenden Steigungen noch nicht zutraute, in Magden eine Kehrtwende Richtung Liestal vollzog, hörte ich von hinten, vom Fahrtwind etwas verrauscht, einen bayrischen oder sogar noch etwas weiter östlich liegenden Dialekt nach vorne dringen.

Zur restlosen Klärung der genauen Herkunft sollte es aber noch eine Weile oder genauer gesagt einen, durch eine kurze Abfahrt geteilten, Aufstieg dauern. Nachdem wir uns zuvor von Maisprach kommend die leichte Steigung, einmal mehr natürlich gegen den Wind, nach Buus warm gefahren hatten, ging es gleich Ausgangs Buus richtig zur Sache. Beginnend mit ordentlichen Steigungsprozenten flachte dieser erste Abschnitt gegen oben zur Zwischenabfahrt erstmal ab. Nur um im zweiten Abschnitt ins genau Gegenteil zu wechseln. Zum Schlegel, so heisst nämlich der mit 595m höchste Punkt der Tour, zeigte der Bordcomputer bis zu 13% Steigung an.

Nachdem sich sämtliche Pfeiff- Keuch- und andere Geräusche gelegt hatten, stellte sich dann heraus unser Begleiter wurde direkt aus der Steiermark eingeflogen. Er ist erst seit Anfang des Monats in Basel und war sichtlich erfreut über die Gelegenheit sich uns anschliessen zu können. Die Topographie bereite ihm zwar keine Probleme, sei sie in Steiermark doch in etwa gleich, aber mit den Ortskenntnissen hapere es natürlich schon noch etwas.

Übrigens von der anderen Seite, also von Hemmiken her kommend, findet sich für die 1.41 Km lange Steigung auf Strava eine Bestzeitenliste.

Ab Hemmiken ging es nur noch runter. Dementsprechend zügig wurde dieser Streckenabschnitt denn auch zurückgelegt. Eine klassische Rollerstrecke halt. Kurz nach der Hülftenschanze wurden wir von René bereits erwartet und so gelangten wir denn auch alle 7 (8) gemeinsam wieder nach Hause.

Urs, den es erwischt haben soll, wünschen wir baldige und vollständige Genesung.

Strecke: Riehen – Rheinfelden – Buus – Hemmiken – Ormalingen – Sissach – Muttenz - Riehen / 66 Km / 490 Hm

08. Samschtigstour 10.04.21 – In die Vertikale

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Vor drei Jahren, damals noch unter der Leitung von Kurt, bezwangen oder besser gesagt bestiegen wir Seltisberg von Bubendorf her kommend über die Südostflanke. Diese Fahrt blieb uns in so guter Erinnerung, dass wir fortan einen riesen Bogen um diese Steigung machten.

Die damalige Abfahrt ins Oristal hatte ich als deutlich flacher in Erinnerung. Auf der Suche nach immer neuen Streckenvarianten dachte ich mir warum nicht von dieser Seite hochfahren, das müsste deutlich besser gehen. Sicherheitshalber rekognoszierte ich die Strecke am Ostersonntag noch. Bis auf die letzten zwei- bis dreihundert Meter, auf denen die 10% Grenze überschritten wird, gut machbar.

Gesagt getan, die Route um den Bogen Hölstein – Bennwil - Oberdorf noch erweitert und die Strecke war geboren. Für die Teilnehmer André, Claude, Ed, Gianni, Kumar, Roland, Sascha und meiner Wenigkeit verlief die Fahrt bis zur Abzweigung nach Lupsigen, mit einer Ausnahme, trotz heftigem Gegenwind problemlos. Kumar konnte an seine aufsteigende Form der Vorwoche nicht ganz anknüpfen. Bei solchen Bedingungen kann man mit gekonntem Hinterradfahren enorm Kraft sparen oder, wenn man dauernd im Wind draussen hängt, halt eben auch liegen lassen. Kumar dürfte das wohl etwas zum Verhängnis geworden sein.

Tapfer kämpfte er sich zwar noch bis Lupsigen, wo wir auf ihn warteten, hoch drehte dort aber vernünftigerweise, mit dem Ziel via Büren Seewen nach Hause zu fahren, um. Zwischen Lupsigen und Seltisberg flachte die Strecke nochmals deutlich ab und ging in ein Hochplateau über auf dem es erstaunlicherweise sogar nahezu windstill war. Nach Seltisberg folgte eine 20%ige Abfahrt die, aufgrund starker Seitenwindverhältnisse, gedrosselt bewältigt werden werden musste. So konnte leider der Schwung nicht vollends in die Steigung mit dem bereits erwähnten letzten Steilen Abschnitt mitgenommen werden.

Genauso Steil wie zuvor hoch ging es nach Bubendorf auch wieder hinunter. Von der Vertikale mit Kopf oben in die Vertikale mit Kopf unten, so war das Blut am Ende dann doch wieder dort wo es hingehört. Von Bubendorf via Hölstein bis zu Abzweigung nach Bennwil war das Terrain wieder bekannt. Ab da begann auch für mich unbekanntes Gebiet. Laut Komoot sollte uns hinter Bennwil nochmals eine kurze aber mit bis zu 14% doch respektable Steigung erwarten. Tatsächlich hatten wir unmittelbar nach der Abzweigung nach Oberdorf eine Wand vor Augen und verloren etwas den Weitblick. Die Stelle an welcher Martin im Dezember verunfallte liessen wir, zugunsten der etwas weniger steilen Abfahrt nach Oberdorf, rechts liegen.

Martin, wir hoffen Du kannst die Walkingstöcke schon bald wieder gegen den Rennlenker tauschen.

Ab Oberdorf hatten wir dann endlich den Wind, wenigstens bis Muttenz, im Rücken.

Strecke: Riehen – Muttenz – Liestal – Lupsigen – Seltisberg – Bubendorf – Hölstein – Bennwil – Obedorf – Liestal – Muttenz – Riehen / 72 Km / 600 Hm

Serie Europa-Kriterium

Der dritte und vierte Teil der Serie «Europa-Kriterium» sind ab sofort publik: 3. Europa-Kriterium Basel 1948. Alle bisherigen Artikel zur Serie findest du in der Chronik.

07. Samschtigstour 03.04.21 – «Berggegenwindfahren»

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Bei leicht bewölktem Himmel und nicht mehr ganz so warmen Temperaturen wie in den Vortagen lockte die kurze Feiertagspause acht Teilnehmer (André, Ed, Martin, Urs, Volker, Sascha, Kumar und Hanspeter) zur Teilnahme an der 7. «Samschtigstour» 2021 aus dem warmen Osternest.

Ein kühler Wind kündigte bereits den vorhergesagten, nochmaligen, Wintereinbruch an. Irgendwo zwischen Muttenz und Liestal meinte Martin «letzten Samstag hatten wir ja auch noch Gegenwind». Der eine oder andere sah in etwas ungläubig an und dachte wohl nur «was heisst letzten Samstag».

Spätestens im Aufstieg zum Asphof, als uns ein kräftiger Fallwind ins Gesicht blies, dürfte der letzte bemerkt haben, dass auch an diesem Tag Gegenwind herrschte. Die Steigerung von Bergfahren heisst Berggegenwindfahren. Ich mag mich nicht erinnern, an dieser Steigung, jemals auch noch so gegen den Wind gefahren zu sein. Kumar zeigte eine frappante Formsteigerung und konnte, im Gegensatz zur Vorwoche, auch in der Steigung mithalten. Nach einer kurzen Verschnaufpause auf dem Asphof wurde die Abfahrt nach Wegenstetten unter die Räder genommen, mit dem Ziel möglichst viel Schwung in die Gegensteigung Richtung Schupfart mit zu nehmen.

Martin nutzte nach dieser Abfahrt die Gelegenheit zu einer Abkürzung und fuhr, gemeinsam mit Kumar, auf direktem Weg nach Möhlin. Treffpunkt sollte das Feldschlösschen Areal sein.

Für das restliche Sextett sollte der Schwung in die Gegensteigung nicht allzu weit reichen, den noch immer begrüsste uns der Wind von vorne. Mit der Richtungsänderung nach Mumpf war es damit für diese Ausfahrt dann aber vorbei. Auf der leicht abfallenden Strecke nahm der Zug Fahrt auf und die knapp 5.5 Km bis Mumpf flogen nur so an uns vorbei.

Als letzte Steigung stand nun die Kuppe zwischen Wallbach und Möhlin auf dem Tagespensum. Nun aber unterstützt durch einen kräftigen Rückenwind, war die (gefühlt) ziemlich flach. Wie vereinbart wurden wir in Rheinfelden bereits von Martin und Kumar erwartet und konnten so die Ausfahrt, nach zügiger Fahrt entlang des Rheines und durch die Hard, gemeinsam beenden.

Ein, zumindest für den Giro d’Italia, nicht ganz unbedeutendes Jubiläum stand an diesem 3. April auch noch an. Eine Zeitschrift, ohne die es kein Maglia rosa gäbe, feierte ihr 125jähriges Jubiläum. Am 3. April 1896 erschien die erste «La Gazetta dello Sport». Damals noch auf lindgrünem Papier. Rosa wurde sie nämlich erst ab 1900. Nochmals 31 Jahre später gab sie dann dem Leadertrikot des Giro, der Maglia Rosa, ihre charakteristische Farbe. Erster Träger war Learco Guerra, der die Eröffnungsetappe des 19. Giro d’Italia von Mailand nach Mantua gewann.

06. Samschtigstour 27.03.21 – Vertrauen auf „Zweiarmlängen“

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Obwohl in Berichten der „Samschtigstouren“ immer wieder erwähnt wurde wie sehr man die gegenwärtige Pandemielage ernst nimmt gibt es immer wieder einzelne Leute (obwohl noch nie vor Ort) die sich Sorge um unser Verhalten machen.

Zu Deren Beruhigung sei gesagt, wir sind alles erwachsene Leute die sich dem Ernst der Situation durchaus bewusst sind und auch entsprechend verantwortungsbewusst damit umzugehen wissen. Dem aufmerksamen Leser dürfte die Aufteilung in Gruppen, als vor wenigen Wochen noch die 5 Personen-Regel galt, nicht entgangen sein.

Wir leben momentan in einer Zeit die von mehr Vorschriften und Verhaltensregeln geprägt ist. Nicht alle machen für jeden gleich viel Sinn und ohne Diese in Frage stellen zu wollen, gilt es irgendwie für jeden Einzelnen sowie auch als Gruppe den Weg durch dieses Tal zu finden ohne ganz jede Lebensqualität einzubüssen. Und ja, es kann auch vorkommen, dass man sich für einen kurzen Augenblick vergisst und man sich näher kommt als es ratsam wäre. Da kann es durchaus hilfreich sein wenn jemand darauf hinweist, aber bitte massvoll und nicht massregelnd.

In der Regel dauern Ausfahrten zwischen 2 und 3 Stunden. Das heisst gut 1% der Woche verbringen wir gemeinsam, oder anders herum zu 99% bewegen wir uns irgendwo. Da geht es doch letztendlich um das Vertrauen darauf, dass sich Jede/r während diesen 99% so verhält, dass er während dieser 1%-Dauer niemanden gefährdet. Genau dieses Vertrauen habe ich, sonst würde ich schon lange keine Ausfahrten mehr abhalten.

Einmal mehr war es den auch eine schöne Ausfahrt die wir bei herrlichem Sonnenschein und nicht mehr ganz so frischen Temperaturen geniessen durften. Dem Fotografen präsentierten sich die Teilnehmer / -innen Johanna, André, Ed, Gianni, Harald, Kumar, Martin, Roland, Sascha, Urs und Hanspeter demonstrativ, aber auch humoristisch gemeint, auf „Zweiarmlängen“.

Unterstützt durch kräftigen Rückenwind segelten wir, durch die Hard, Augst nur so entgegen und mussten schon beinahe brüsk bremsen um die Abzweigung Richtung Liestal nicht zu verpassen. Entlang der unteren Peripherie ging es in Liestal weiter nach Itingen, wo uns ein Flickenteppich an Strasse erwartete wie er schöner nicht sein könnte. In Sissach wurde mir zu einem kurzen Adrenalinstoss verholfen, wahrscheinlich machte ich einen leicht verschlafenen Eindruck. Mit Urs im Gespräch fahrend wollte ich einfach nur nach links dem Strassenverlauf folgen. Er aber hatte plötzlich die Idee es gehe rechts ab, alles nicht so tragisch wäre ich nicht zu seine rechten Seite gefahren. So konnte ich nur noch abrupt in die Eisen steigen und hoffen es möge mir keiner hinten reinknallen. Uff… alles gut gegangen, es lauern also auch noch andere Gefahren.

In Gelterkinden, beim zweiten Kreisel, Frage nach hinten – Alle Da? Ja! Nur um Eingangs Tecknau dann festzustellen, nein doch nicht. Also halt umkehren nachsehen. Glücklicherweise kam dann Sascha mit Kumar im Schlepptau auch bereits um die Ecke. Leicht steigend ging es bis Zeglingen weiter um in einer scharfen Spitzkehre in die eigentliche Steigung des Tages, hoch nach Kilchberg, über zu gehen. Ich liess mich ans Ende des Hauptfeldes zurückfallen um auf Kumar, der von André geleitet wurde, zu warten. Sichtbar auf dem letzten Zacken mühte sich Kumar über den Anstieg, gerne hätte man etwas geschoben, aber auch das lässt man in Coronazeiten lieber sein.

Für die oben wartenden soll der Kampf um einen Sitzplatz auf der, von der Sonne, erwärmten Sitzbank übrigens weitaus kräftezehrender gewesen sein, wie zuvor die Eroberung des Bergpreises. Aufgrund der Abstandsregel durften natürlich auch nicht mehr wie zwei Personen gleichzeitig Platz nehmen. Statt einer Steigung machte uns nun auf der Strasse nach Rünenberg ein satter Gegenwind das Leben schwer. Erholung brachte erst die Abfahrt ins Homburgertal. Je mehr wir uns unserem Ausgangspunkt näherten je mehr bekundete Urs Mühe. Immer wieder fiel er ab, Eingangs Muttenz hatte er, gefühlt 10 Kilometer Abstand, Kumar aber der nie aufgab konnte ihn wieder heranführen. Oder bringe ich da etwas durcheinander? War das doch umgekehrt?

Ja, wie mir bestätigt wurde war es doch Urs der Kumar wieder nach vorne brachte. Bis auf Johanna die noch einen Abstecher über Seewen ins Programm nahm, um angeblich dort Nussstangen zu kaufen (bei Gildo Horn waren es seinerzeit noch Nussecken) brachten wir alle wieder unversehrt nach Hause.

Strecke: Riehen - Birsfelden - Augst - Liestal - Sissach - Gelterkinden - Zeglingen - Rünenberg - Sissach - Liestal - Muttenz – Riehen / 75 Km / 531 Hm

05. Samschtigstour 20.03.21 – Frühjahr - Tagundnachtgleiche

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Tagundnachtgleiche – noch nie gehört? Mit Äquinoktium geht es sogar noch geschwollener. Damit wird der Zeitpunkt bezeichnet an dem die Sonne genau senkrecht über dem Äquator steht. Tag und Nacht sind an diesem Tag in etwa gleich lang. Für uns Nordländer aber viel erfreulicher, das kalendarische Frühjahr beginnt.

Auf ihrer Reise von Süden nach Norden bringt uns die Sonne wieder längere und wärmere Tage. Um genau 10:37 also genau zwei Stunden und dreiundzwanzig Minuten vor Start der fünften Samschtigstour 2021 fand dieses Ereignis statt. Währendem das mit den längeren Tagen ja bereits zutrifft, war das mit wärmer definitiv Fehlanzeige. Die bereits erwähnten knapp zweieinhalb Stunden reichten dann doch nicht um Wärme über die 5288.40 Kilometer, die Basel nördlich des Äquators liegt, herbeizuschaffen. Im Gegenteil mit gerade mal 4°C war es regelrecht frostig und manch Einer fragte sich wohl insgeheim «wo bitte geht’s hier zum Frühling».

Nebst dem Tourenleiter waren es mit Johanna, André, Ed und Mike immerhin fünf Teilnehmer die sich das, hoffentlich vorerst zum letzten Mal, antun wollten. Bei Mike müssen wir uns wohl langsam daran gewöhnen, dass so allmählich jede Tour zu einer Abschiedstour wird und er uns leider nicht mehr so lange mit seiner Präsenz erfreuen wird. Ihn zieht es schon bald in Gefilde in welchen auch kalte Jahreszeit immer noch in kurzen Hosen zu überstehen sind. Schön für ihn, schade für uns.

Nachdem die äusseren Bedingungen für diesen Tag feststanden galt es nochmals eine eher steigungsarme Strecke zu bevorzugen. Die Strecke rheinaufwärts bis Mumpf / Wallbach erfüllt, mit gut 300 Hm, dieses Kriterium geradezu ideal. Im schlimmsten Fall ist hätte uns ein kräftiger Gegenwind das Leben schwermachen können. Freundlicherweise zeigte sich der Möhlin Jet an diesem Tag aber von seiner zahmen Seite. Auf einer grünen Welle reitend, tatsächlich standen alle Lichtsignale auf grün, konnten wir immer in Bewegung und damit auf Betriebstemperatur bleiben.

Die Aussicht die letzten Kilometer von Mailand – San Remo am TV doch noch live mitzubekommen führte auf dem Heimweg, ab Augst, zu einer leichten Erhöhung der Gangart, die das Ende der Tour nach rund zweieinhalb Stunden einläutete.

Rechtzeitig konnte ich zu Hause kurz vor Beginn der Cipressa ins Renngeschehen eingreifen und gerade als ich gedanklich, schon in der Abfahrt vom Poggio, bestens platziert war, machte mir dieser Styven einen bösen Strich durch die Rechnung. Aber da war ich wohl nicht der Einzige.

Strecke: Riehen – Birsfelden – Rheinfelden – Zeiningen – Mumpf – Möhlin – Birsfelden - Riehen
63 Km / 320 Hm

04. Samschtigstour 06.03.21 – Heiz-Jacken

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Der 6. März ist der 65 Tag bzw. in Schaltjahren der 66. Tag des Jahres, in 300 Tagen wird auch dieses Jahr bereits wieder vorbei sein. Auch sonst ein nicht ganz unbedeutender Tag. Wurde doch 1353, just zu diesem Tag, mit dem Abschluss des „ewigen Bundes“ durch Bern, die Eidgenossenschaft der acht alten Orte (Uri, Schwyz, Ob- & Nidwalden, Luzern, Zürich, Zug, Bern und Glarus) vollzogen.

Mit elf Radgenossen (Johanna, André, Claude, Ed, Gianni, Harald, Martin, Peter, Roland, Sascha und Hanspeter) starteten wir an diesem historischen Tag zur vierten „Samschtigstour 2021“. Erstmals durften wir im laufenden Jahr als Einheit auftreten und mussten uns nicht in Gruppen aufteilen. Das Wetter sonnig und schön. Allerdings liessen die max. vorhergesagten 8°C, begleitet von einer kalten Biese, zur Wahl der Bekleidung reichlich Spielraum. Gianni, im eher leichten Tenue angetreten, prophezeite denjenigen, die in Winterjacken erschienen, Schweissausbrüche. Im Laufental sei ein Föhneinbruch zu erwarten. Irgendwann wird er sicher kommen, der Föhneinbruch, aber nicht an diesem Tag.

Trotzdem sollte er, zumindest für den Aufstieg nach Nenzlingen, Recht behalten. In der mit Heizfäden (Originalton Gianni) durchwirkten Jacke begannen die Schweissporen umgehend ihre Arbeit aufzunehmen. Dem liess sich nur mit Tempodrosselung entgegenwirken. So teilte sich das Feld dann doch noch in zwei Gruppen, in die mit und in die ohne Heizjacken.

Auf dem nach Blauen führenden Höhenzug und der darauf folgenden Abfahrt nach Zwingen glich sich dann alles wieder aus. Noch immer mit Rückenwind, tatsächlich hatten wir für einmal die Gunst des Windes seit dem Start im Rücken, absolvierten wir die verbliebene Strecke bis zum ersten Richtungswechsel in Laufen. Vorbei am Bahnhof ging es über Wahlen zum Wendepunkt in Büsserach. Ab da deckte sich der Rückweg 1:1 mit demjenigen den wir bereits vor Wochenfrist absolviert hatten. Allerdings klinkte sich bis ins Lehenmatt, wo sich Roland verabschiedete und auch Johanna sich, völlig unbemerkt auf leisen Reifen davonschlich, diesmal niemand vorzeitig aus.

Erst in Birsfelden wurde, im hinteren Teil des Feldes, das Verschwinden Johannas bemerkt. Zuletzt bewusst wahrgenommen wurde Sie nach St. Jakob als wir entlang der Birs fuhren. Derweil die Anderen in Birsfelden warteten machte ich mich, nach kurzer Beratung, zwecks Vermisstensuche auf den Rückweg. Aber auch nach der Birsbrücke, mit freiem Blick Richtung St. Jakob weit und breit keine Spur von Johanna. Zu Hause angekommen erhielt ich dann per WhatsApp Entwarnung, auch Sie war, wie alle Übrigen gut nach Hause gekommen.

Strecke: 75 Km / 550 Hm

Riehen – Muttenz – Aesch –Grellingen – Nenzlingen – Blauen – Zwingen – Laufen – Büsserach – Zwingen – Dornach – Münschenstein – Riehen

3. Samschtigstour 27.02.21 – Sind viele Jäger wirklich des Hasen Tod?

Von Hanspeter Brack und André Fürbringer

Vor den angekündigten Lockerungen für die kommende Woche hiess es nochmals die erlaubte Gruppengrösse von maximal fünf einzuhalten. Mit insgesamt zehn Teilnehmern ging das hervorragend auf. Die Hasengruppe, bestehend aus Johanna, Ed, Gianni, Harald und Hanspeter begab sich als erste auf die Strecke. Die Chasing group, in der Zusammensetzung Claude, Sascha, Volker und Gast Roland, folgte unter der Leitung von André wiederum auf Sichtweite.

Da bis Liestal, im nahezu gleichbleibend starken Gegenwind, alle mit dem gleichen Gegner zu kämpfen hatten war die Verfolgergruppe mühelos auf Distanz zu halten. Und auch das Oristal hinauf änderte sich bis zur Hälfte des Aufstieges an dieser Sachlage nichts. Währendem sich die Hasen Gianni und Harald leicht absetzen konnten, wurde ich mit Johanna im Schlepptau sowie Ed, der auch bei uns verblieb, von den von hinten heranstürmenden Kletterspezialisten Sascha und Claude ein- und überholt. Da die zwei aber oben wieder auf die restliche Verfolgergruppe wieder warten mussten, war der Status Quo auf der Weiterfahrt Richtung Bretzwil, Nunningen und Fehren sogleich wieder hergestellt.

In Nunningen setzte dann der Schmelzprozess der Hasengruppe ein. Johanna verabschiedete sich Richtung Himmelried um mit der Ausfahrt einen Besuch zu verbinden. Verblieb also noch ein Quartett welches sich über Fehren in die Abfahrt nach Büsserach zu retten vermochte. Nach kurzer Wartezeit, am Ende der Abfahrt, traf auch die zweite Gruppe ein.

Nach kurzer Lagebesprechung ging es in gehabtem Abstand weiter Richtung Zwingen. Ordentlich durchgeschüttelt, wer braucht schon Paris – Roubaix wenn wir solch eine Strecke fast vor der Haustüre haben, erreichten wir das Laufental. Gianni’s Hoffnung auf Rückenwind für die Rückfahrt ging nicht auf. Mehrfach hatte man bei böigem Gegenwind, das Gefühl gegen eine Wand zu fahren. Tief geduckt konnte trotzdem konnte noch etwas am Schnitt gearbeitet und die Verfolger auf Distanz gehalten werden.

Nachdem Gianni in Dornach und Harald in Münchenstein nach Hause ausgeschert hatten verblieb von der ehemaligen Hasengruppe mit Ed und mir noch ein Rumpfteam. Dies veranlasste uns dann doch auf die Chasing group zu warten um den Rest des Weges gemeinsam zu absolvieren.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich noch den Besuch von Bruno am Treffpunkt. Erneut wurde er vom Pech verfolgt, befindet sich aber nach dramatischen Tagen wieder auf dem Weg der Besserung. Ich glaube ich spreche in aller Namen wenn ich Ihm an dieser Stelle gute und baldige Genesung wünsche. Vor allem aber hoffen wir mit Ihm auf endlich bessere Zeiten. Irgendwann muss ja jede Pechsträhne mal zu Ende gehen.

Chasing Hanspeter and his group, COVID zum 2.

Normalerweise bezahlt man fast Fr. 250.- für einen Startplatz im Verfolgungsrennen mit Fabian Cancellara und muss auch schon früh aus den Federn um den Start um 4.00 Uhr nicht zu verpassen. Bei uns im VCR kannst Du das alles haben, inkludiert im Jahresbeitrag und der Start um 13.00 Uhr ist mehr als Christlich, auch dieses Mal mit Sonne und etwas kühleren Temperaturen.

Trotz kleinem Fauxpas der Streckenführung letztes Mal gesellte sich Volker, Claude, Sascha, ich und Roland (ich glaube er wollte etwas mehr Action als das letzte Mal) in die Chasing Group.

Los ging es mit etwas Rückstand raus aus Riehen, Richtung Liestal und Büren immer gebremst vom starken Gegenwind und in Schlagdistanz zur Chasing Group. Ab und zu war es so still hinter meinem Hinterrad geworden, dass ich dachte irgendwie haben mich Alle verlassen. Dies war aber nur Taktisch von Sascha und Claude geplant, um dann in der Steigung von Büren Richtung Seewen den Turbo zu zünden und Alle stehen zu lassen, inklusive der ersten Gruppe. Volker, ich und Roland strampelten mehr oder weniger zusammen den Berg hoch, wohlwissend oben angekommen werden Sascha und Claude wieder auf uns warten. Hanspeter mit seiner Gruppe ist gerade weggefahren als wir oben ankamen. So liessen wir auch Roland kurz verschnaufen damit sich die Blutkörperchen wieder beruhigen konnten und wir mit etwas Abstand wieder voll in die Pedale treten konnten.

Der Wind war unser ständiger Begleiter und liess es sich nicht nehmen uns immer wieder runter zu bremsen. Über Nunningen, Fehren, Büsserach, Zwingen, Dornach und Münchenstein, wo die dezimierte Chasing Group nur noch aus Hanspeter («Rest flüchtete in alle Himmelsrichtungen nach Hause») und Ed bestand, erreichten wir zusammen Riehen, Windgeplagt nach 76km und 680HM. Wieder einmal hat es sich gelohnt den Drahtesel hervor zu nehmen Wind hin oder her, aber es wäre schon schön mal mit Rückenwind zu fahren… 😁

2. Samschtigstour 20.02.21 – Plus 30°

Von Hanspeter Brack und André Fürbringer

Für einmal ist damit nicht der Grad der Steigung gemeint, sondern der unglaubliche Temperaturanstieg innert Wochenfrist. Waren es am vergangenen Samstag noch, bei zwar schönem Wetter, Temperaturen im deutlichen Minusbereich (bis -14°) die selbst die hartgesottensten davon abhielten aufs Velo zu steigen, so stellten sich an diesem Samstag, bei bis zu 18°C, doch bereits die ersten Frühlingsgefühle ein.

So war denn der Aufmarsch von einem Dutzend Fahrerinnen und Fahrer für die Jahreszeit beachtlich. Johanna erschien in Begleitung ihres Nachbarn «Iceman» Roland, der die Rolle des ersten Gastfahrers im laufenden Jahr übernahm. Weshalb Iceman? Deshalb - kurze Hosen und Zehenwärmer.

Weiter trudelten nacheinander André, Gianni, Urs, Mike, Claude, Volker, Ed, Sascha und Manfred am Treffpunkt ein. Es stellte sich die Frage was tun, 3 Gruppen à 4 oder 2 Gruppen à 6? Eine etwas grosszügige Interpretation liess uns zum Schluss kommen 2 Gruppen à 5 plus je ein Tourenleiter könne den Vorschriften des Bundesrates gerade noch so entsprechen. So bildete sich ohne weiteres Abzählen eine erste Gruppe unter der Leitung von Hanspeter und eine zweite unter der Leitung von André.

Mit der zweiten Gruppe im Nacken nahmen wir in der Hard so allmählich Fahrt auf. Aber es war wieder einmal einer jener Samstage an denen einem jedes Rotlicht den Wind aus den Segeln nimmt. Glücklicherweise war es dann mit dem Abbiegen in Augst erstmal vorbei mit Verkehrsampeln. Ebenfalls vorbei war es für Mike – aber nur vorbei mit Hinterradfahren. Wie bereits am Start angekündigt verabschiedete er sich an dieser Stelle von uns um den weiteren Nachhausweg nach Zürich, alleine gegen den Wind kämpfend, unter die Räder zu nehmen.

Währendem wir kurz vor Liestal zur Hauptstrasse hoch fuhren sahen wir unter uns die zweite Gruppe der Ergolz entlang geradeaus weiterfahren. Viele Wege führen nach Hölstein. Es sollte der letzte Blickkontakt sein, fortan wurden sie nicht mehr gesehen.

Der zu Beginn sanfte Anstieg der Bennwilerstrasse, wir befinden uns geographisch bereits Ausgangs Hölstein, gab unserer, sich noch etwas im Wintermodus befindlichen, Muskulatur Gelegenheit sich langsam an höhere Belastung zu gewöhnen. Wie gewohnt machte sich Gianni auf den letzten 300 steileren Metern, hoch zum «Höchacher», auf und davon, Bergziege bleibt halt Bergziege.

Oben angekommen harrten wir, bei schönstem Sonnenschein, der zweiten Gruppe die da kommen sollte. Aber es kam Nix und bevor wir wieder eingeschneit wurden, man weiss ja nie, stürzten wir uns Richtung Tenniken zu Tal.

Eingangs Pratteln erfuhren, nach kurzer telefonischer Kontaktaufnahme, mehr über den Verbleib von Gruppe 2 und die Gründe weshalb sie sich erst in Tenniken befanden. Das aber nun aus der Sicht von André.

Verfolgergruppe II COVID Konform, Sascha, Volker, Manfred, Ed, Claude und meine Wenigkeit

Zum ersten Mal mussten wir dem Bundesrat Folge leisten und konnten nicht zusammen eine Ausfahrt unternehmen. Hanspeter schickte mir im Vorfeld die ausgesuchte Route und ich speicherte diese auf meinem Wahoo ordnungsgemäss ab.

Nach dem Start von Hanspeters Gruppe warteten wir noch ein paar Minuten bevor wir die Verfolgung aufnahmen. Wunderbares Wetter begleitete uns über die ganze Strecke und der Frühling hielt Einzug mit fast sommerlichen Temperaturen.

In der Hard konnten wir weit vorne bereits unsere vorausfahrende Gruppe erkennen. Abstand haltend blieben wir aber doch auf Schlagdistanz, jedoch ohne uns strafbar zu machen. Vor Liestal fuhren wir unten an der Ergolz entlang während die andere Gruppe den bekannten Weg über die Hauptstrasse Richtung Bubendorf fuhr. Von diesem Moment an waren wir ausser Sicht und keiner konnte mehr den Anderen sehen. Als wir dann Richtung Hölstein kamen zeigte mein GPS plötzlich eine Richtungsänderung an, was mich stutzig machte.

Verunsichert, wider besseres Wissen, liess ich mich dazu verleiten den Weg gemäss Wahoo zu einzuschlagen. Dies blieb natürlich nicht ohne Folgen. Plötzlich standen wir nämlich vor einer 20%-Plus Rampe die uns über einen, eher Gravelbike tauglichen Feld- / Waldweg, wieder auf den richtigen Weg Richtung Diegten brachte. Saschas Orientierungshilfe mit seinen GPS Inputs waren grandios.

Auf dem höchsten Punkt hielten wir kurz an, nahmen einen grossen Schluck aus der Flasche und ich hatte Glück, musste ich nicht noch den Mitstreitern ihr Velos reinigen Nun konnte uns nichts mehr vom falschen Weg abbringen und Zunzgen, Sissach, Liestal, Pratteln liessen wir rechts liegen und erreichten Riehen wieder nach 70km und 560 HM. 2 Gruppen kleine unterschiedliche Routen aber ein riesen Spass.

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