Bericht Alpenbrevet 2017

Von René Geiser

Ja, ich habe am Alpenbrevet teilgenommen. Mit einem Lachenden und einemWeinenden Auge denke ich an diesen tollen Anlass zurück. Das lachende genoss die Atmosphäre, die Strecke und die traumhafteLandschaft. Das Weinende sah, das ich kurz vor der Sustenpasshöhe vom Radgestiegen bin. Doch jetzt von Anfang an.

Ausgerechnet die Silbertour beim Alpenbrevet sollte mein erster Radmarathonsein. Ob das eine gute Idee ist. Anfangs Jahr begann ich mit dem Training. Bevor ich die Hügel um Riehenunsicher machte, habe ich zuerst im Flachen Kilometer abgespult. Danach fuhr ich in jeder freien Minute meinen Hausberg (St. Chrischona) raufund runter. Mein Training führte mich auch ins Schwarzbuebeland und in denSchwarzwald. Im Juli stellte ich mit Freude fest, dass ich an denSamstagsausfahrten nicht mehr als letzter beim Bergpreis angekommen bin. Bisim August wurden meine Ausfahrtenimmer länger. Die Chrischona bin ich zuletzt siebenmal hintereinandergefahren. Zum Abschluss machte ich noch einen Ausdauertest rund um denBlauen. Die Strecke führte mich via Tegernau übers Lipple auf den Blauen und wiederzurück. Via Sallneck, Hofen, Scheideck weiter nach Kandern und via Marzellwiederauf den Blauen und nach Hause. So kamen im Ganzen 4000 km und rund 40'000 hmzusammen. Ob das reicht???

Samstag 26. August 03h00, der Wecker klingelt. Bin gespannt wie ich michfühle. Obwohl ich seit einer Woche verschnupft bin und die Woche durchNachtschicht hatte, fühle ich mich gar nicht so schlecht. Schnell sind meineSachen gepackt. Mit dem Auto ging es zu meinem Bruder Daniel, der mich andiesem Tagbegleitete. Vor lauter Aufregung war während der Fahrt von Riehen nachMeiringen an Schlaf nicht mehr zu denken. In Meiringen angekommen waren dieVorbereitungen schnell erledigt.

Nach dem offizellen Start dauerte es gute zehn Minuten bis ich beimStart/Zielbogen durchfahren konnte. Die Fahrt nach Innertkirchen nutzte ich zum Einrollen. Die 33 Kilometer zur Grimsel-Passhöhe haben Spass gemacht. Das Wetter stimmte und die Landschaft war wunderschön. Oben angekommen wurde ich von meinem Bruder in Empfang genommen und mit Essen und Getränken versorgt. Die Abfahrt nach Gletsch war mit 6 km viel zu kurz. (Abfahrten sind doch das schönste beim Rennradfahren!!!).

Die 11 km rauf zur Furka konnte ich, ohne auf dem 'Zahnfleisch' zu fahren, in vollen Zügen geniessen. Auch hier wurde ich von meinem Bruder verpflegt. Die 20 km runter nach Andermatt waren einfach nur G....enussvoll. Ich wiederhole mich gerne. Abfahrten machen Riesenspass. Durch die Schöllenenschlucht ging es weitere 9 km ABWÄRTS nach Wassen.

Als nächstes kam der Sustenpass. Am Anfang der Steigung war ich überzeugt, dass ich auch diesen Pass ohne grössere Probleme raufkommen werde. Aber leider weit gefehlt. Je höher die Strasse stieg, um so heisser wurde es (Thermometer im Auto 28 Grad Aussentemperatur). Die Strasse erwärmte sich immer mehr. Ich spürte wie der Asphalt die Hitze nach oben reflektierte. Mein Computer zeigte mittlerweile 36 Grad an. Das war zu viel für mich. Entkräftet bin ich ca. 3 km vor der Passhöhe vom Rad gestiegen.

Das Alpenbrevet war für mich ein riesen Erlebnis. Das Gefühl vor, während und auch nach dem Brevet möchte ich nicht missen. Selbst mein DNF zähle ich zu den positiven Erfahrungen von diesem Wochenende.

Ob ich noch einmal an einem Radmarathon starten möchte… Ich weiss es nicht… aber: sag niemals nie…

René Geiser am Alpenbrevet 2017