City Bike Marathon München

Von Marco Bisonni

Die Saisonvorbereitung war lang. Im Gegensatz zu den letzten Jahren reduzierte ich meinen Trainingsumfang über den Winter. Durch diese Massnahme kam ich ohne wirkliche verletzungs- oder krankheitsbedingte Ausfällen durch den Winter. In zwei Trainingswochen in Gran Canaria und Finale Ligure konnte ich einen guten Grundstein für die kommende Saison legen. In den letzten Wochen fühlte ich mich von Training zu Training besser. Ich habe eine gute Grundlage gelegt, doch noch wenig intensive Trainings absolviert. Bis die Saison richtig losgeht, dauert es ja noch einen Moment.

Vergangenen Dienstag startete ich beim Dienstagabend Strassenrennen in Möhlin. Ziel war es ab zu checken was ich bereits leisten kann und meine Beine im Hinblick auf das Rennen am Wochenende etwas zu reizen. Da die Sicherheit im Vordergrund stand fuhr ich nur die Hälfte des Rennens im Peleton, ansonsten fuhr ich meinen Rhythmus. Ich fühlte mich gut, doch mit den ständigen Rhythmuswechseln hatte ich so meine Mühe.

Bereits am Freitag reiste ich mit meiner Familie nach München. Am Samstagmorgen ging es erstmal in das Zentrum von München zum Shopping. Am Nachmittag fuhr ich einen Teil der Strecke ab. Auf dem Programm standen 80 km durch die Stadt und Parks von München. Zu bewältigen waren nur knapp 300 hm. Die ersten 6 km führten neutralisiert durch die Innenstadt. Anschliessend folgten viele Kilometer auf staubigen Kieswegen einem Fluss entlang. Als nächstes wurde die Alianz Arena umfahren bevor es Richtung Start / Ziel Bereich beim Olympiapark ging. Mein 7.8 kg Race Hardtail mit Starrgabel war für diese Bedingungen optimal.

Am Sonntag um 8:20 Uhr ging es auf die Strecke. Auf den ersten neutralisierten 6 km fiel das Tempo nur selten unter 50 km/h. Das Feld war sehr unruhig. Auf den nächsten 20 km welche dem Flussentlang führten konnte ich mich in der grossen Spitzengruppen integrieren. Das Tempo war extrem hoch, nach 45 min betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit 43 km/h. Der Staub der aufgewirbelt wurde machte meiner Lunge etwas Mühe. Die Zuschauer mussten mit Tüchern den Mund und die Augen vor dem Staub schützen Es folgten enge Passagen und mehrere Stürze, was zur Folge hatte, dass das Feld in viele Gruppen geteilt wurde. Leider hatte ich nicht den besten Abgang erwischt. Die nächsten Kilometer waren sehr unruhig und es folgte Angriff auf Angriff. Ich etablierte mich in einer 10 Kopf starken Gruppe. Da viele die Führungsarbeit verweigerten lag es an mir und einem weiteren Fahrer das Tempo hochzuhalten. Bei den zwei kurzen Anstiegen hatte ich Mühe den Rhythmus zuhalten, doch ich hielt mich in der Gruppe. Nach 2h und 7min kam ich zufrieden ins Ziel. Ich fühlte mich sehr gut und war äusserst zufrieden mit der Zeit. Sofort ging ich ins Hotel um zu Duschen, denn anschliessend stand noch ein schön deftiges Bayrisches Essen auf dem Programm. Fein war es ☺

Auf der Rückreise schaute ich mal im Internet nach meiner Platzierung. Da bekam ich einen kleinen Schock. Overall belegte ich den 40. Platz. Dies bedeutete den Sieg in der Kategorie U23!!!!!!!!!!!!!! Die Freude war riesig, mit einem Beigeschmack von Enttäuschung über die verpasste Siegerehrung. Mit meiner Zeit hätte ich in der Kategorie Elite den 15. Platz belegt. Ich kann also in jeder Hinsicht zufrieden sein mit der Leistung.

Zu erwähnen ist auch die tolle Leistung meines Vater der die kleine Runde über 60 km fuhr und für diese nur 2h und 6min benötigte. Kommendes Wochenende werde ich vorrausichtlich an einem XC Rennen in Delémont starten. Nächstes grosses Ziel ist der UCI Bike Marathon in Singen (10.05.15) wo ich mit Sven Schulzke und Alberto Montenori im dreier Team versuchen werde eine Topplatzierung zu erreichen.