Feldberg by fair means

Von Patrick Hetzel

Für unsere 4. grössere MTB Tour 2015 hatten wir uns vorgenommen am WE 22./23.8. Rainers Idee einer kleinen bergradfahrerischen Pioniertat umzusetzen: Mit dem MTB von Riehen aus auf den Feldberg und zurück und nebenbei wollten wir quasi als Erst-Befahrung die wichtigen 4-Eintausender des Wiesentals in 2 Tagen «überfahren».

Zusätzlich planten wir uns «by fair means» zu bewegen, also auf künstliche Hilfsmittel wie Lastenträger, Fixseile und zusätzlichen Sauerstoff zu verzichten und alles Gepäck und Materialen selbst im Rucksack mitnehmen.

Die Wettervorhersage war bis auf ein paar Wölkchen am Sonntag-Nachmittag ausgezeichnet und so starteten um 6.30 Uhr am Dorfplatz Riehen 4 hochmotivierte VCR-MTBler und 3 Gastfahrer. Über den Maienbühl ging’s der Ostvariante des Westwegs folgend über Adelhausen, Hohe Flum (536 m ü. M.), Schweigmatt, Hohe Möhr (983 m ü. M. mit Turm über 1000 m ü. M.!) zum Weissenbachsattel, wo wir in der romantischen, 2 Meter neben der Motorrad-Hauptroute gelegenen, Pass-Beiz eine kurze Mittagspause einlegten. Danach auf herrlichen trails vorbei am Hochkopf übers Präger Eck auf den Blössling (1309 m ü. M.) und nach rassiger Abfahrt weiter über den berüchtigten Wiesentrail (Steigung bis gefühlte 50%) durch die Südwand des Herzogenhorns bis auf den Gipfel (1415 m ü. M.).

Von da aus war’s nur noch ein Katzensprung über den Feldbergpass und 2-Seen-Blick zum Windgfällweiher. Dort hatten wir unser Tagesziel erreicht, wechselten ins Badeoutfit, kühlten uns im herrlich frischen See und trafen Mauro, der aus gesundheitlichen Gründen nur per Auto in den Südschwarzwald reisen konnte. Nach Schwarzwälder-Kirschtorten-Apero ging’s weiter ins Hotel Peterle in Falkau, wo wir nach Duschen, Dampfbad und Sportschau (Auswärtssieg SC Freiburg!) einen sehr gemütlichen Abend mit wunderbarem Essen verbrachten.

Bei zunächst weiterhin optimalem Mountainbike-Wetter und Bodenbedingungen ging’s dann Richtung zurück in die Heimat. Über den Feldberg (1493 m ü. M.) «flogen» wir praktisch zum Notschrei, weiter über herrliche Wald- und Wiesentrails zum Fuss des Belchen und über die Nordseite Richtung Gipfel. Nach der einzigen längeren Tragepassage der Tour konnten wir radelnd gerade noch den Gipfel erreichen, bevor wir uns vor einem kurzen Unwetter ins Belchenhaus retten mussten. Unwetter zum richtigen Zeitpunkt!

Genauso rasch wie das Unwetter gekommen war, verzog es sich auch wieder und so blieb uns kaum Zeit den leckeren Kuchen und ca. 5 Liter Johannisbeerschorle, Spezi und Kaffee zu uns zu nehmen bevor wir weiter konnten. Den auf die Belchen-Abfahrt folgenden trail-Abschnitt von Kreuzweg bis Eggerten darf man ohne geringste Übertreibung als einen der 3 Top-trails der Region bezeichnen, für manche (incl. mir) ist es DER single-trail (z.T. knapp an der 2m-Grenze!): mehr als 5km, z.T. wurzlig überwiegend aber flowig und leicht abschüssig: Mountainbike @ its best ! Und so wundert es nicht, dass wir alle breitest grinsend und leicht berauscht vom Eggerten Pass aus den letzten Tausender der Tour, den Blauen (1165 m ü. M.), locker pedalierend unter die Räder nahmen. Statt der gewohnten tollen Aussicht von unserem «Hausberg» kündigten dunkle Wolken aber den nächsten Regen an. Nach der rassigen Abfahrt begleitete uns dann ab Kandern ein stetiger Regen auf unserem Weg über den Roten Rain-Nebenau-Burg Rötteln nach Riehen.

Durchnässt, aber vor allem happy über unsere Erst-Befahrung aller grossen 4-Tausender des Wiesentals in 2 Tagen erreichten wir Riehen am frühen Nachmittag.

Dabei waren: Bernd Klein-Reesink (VCR, bis Weissenbachsattel), Thomas Wolff (Gast aus Basel, bis Feldbergpass), Rainer Büchele (VCR), Andreas Zeller (VCR), Alberto Montironi (Gast aus Riehen), Claude Mettler (Gast aus Riehen), Patrick Hetzel (VCR, Bericht), Mauro Bisonni (VCR, technical und psychological support).

Dem VCR einen herzlichen Dank für das Abendessen-Sponsoring für die Mitglieder!

Daten
Tag 1 82.9 km / 2715 hm
Tag 2 83.3 km / 2029 hm