Gentlemen-Ausfahrt 25.06.2016 – Die letzte Meile

Von Kurt Kaiser

Die Startzeit wird von 13 Uhr auf 10 Uhr vorverlegt, auf Grund der Wettervorhersage. Hoffentlich lesen alle den Eintrag auf der Webseite. Am vergangenen Wochenende war dies nachweislich nicht der Fall. Immerhin finden sich 5 zum genannten Zeitpunkt ein: Johanna, Nina, Heinz, Urs und Kurt. Der Wetterfrosch meldet, dass es etwa gegen 13 Uhr Gewitterzellen haben könnte… Allenfalls können wir abkürzen, anstatt über Ober Eggenen über Riedlingen fahren.

Mit leichtem Schiebewind fahren wir flott voran. Hier und da sieht man die Nachwehen der starken Regenfälle vom Vortag. Schmutz und Geröll hat es von den Rebbergen heruntergespült. Auf unserer Fahrt sehen wir in manchen Dörfern Feuerwehr und Anwohner bei Aufräum- und Reinigungsarbeiten.

Nach Fischingen resp. der Gärtnerei plötzlich der Weg gesperrt, versehen mit einem Fahrverbot. Für Velofahrer sollte das Durchkommen doch kein Problem sein. Für diese Ignoranz werden wir bestraft. Am Ende des Weges, bei der Ausfahrt zur Hauptstrasse Egringen-Efringen, ersehen wir den Grund der Sperrung. Eine riesige Wasserlache. Was nun, umkehren? Die 20 Meter werden wir wohl durchkommen. Das Rennvelo müssen wir ohnehin nach der Ausfahrt putzen. Die braune Sauce entpuppte sich um einiges tiefer als angenommen. Durchgekommen sind alle 5. Wir wurden abgestraft!

In Liel ein kurzer Halt. Direkt nach Riedlingen, oder wie vorgesehen über die St.Johann-Breite? Die Fahrt und das Wetter zu schön, um eine Abkürzung zu nehmen. Die angenehme Steigung auf die Höhe fahren wir zügig hoch. Oben angekommen eine kurze Verschnaufpause. Zwei Rennvelofahrer tauchen plötzlich auf. Kaum zu glauben, die kennt man doch. Peter und Hans Zimmerli vom Radrennclub, Letzterer auch Mitglied beim VCR. Mitstreiter aus früheren wunderbaren Rennzeiten. Ihr Streckenplan Kandern-Riedlingen-Tannenkirch. Ja gut, wir fahren zusammen, anstatt von Kandern direkt zurück zu fahren. Dieser Entscheid war rasch gefällt, ist doch die Fahrt über die Anhöhe von Tannenkirch sehr schön. Was fehlte war einzig die Sicht auf die Alpen.

Der Blick in die Rheinebene, auf der Höhe vor Fischingen verheisst nichts Gutes. Im Elsass und Richtung Leimental grössere Gewitterzellen. Kommen wir noch trocken durch? Eingangs Weil die ersten Regentropfen. Muss das jetzt wirklich noch sein? Ereilt uns, auf den letzten Kilometer, das gleiche Schicksal wie eine Woche zuvor? Bei der Kirche in Weil giesst es wie aus Kübeln. Wir flüchten unter ein Vordach. Der Regen lässt leicht nach, also nehmen wir den Rest der Wegstrecke unter die Räder. Nass sind wir ja schon. Kaum wieder auf dem Sattel und Petrus öffnet die Schleusen vollends. Nirgends ein Unterstand. Es donnert und kracht direkt über uns resp. die Gewitterzone liegt über Riehen. Ein Verabschieden liegt nicht mehr drin. Ciao, ciao und jeder nimmt seinen Weg. Ob Richtung Riehen Dorf, Grendelmatte oder Lange Erlen/Basel keiner oder keine konnte diesem Regen entkommen sein. Die Wassermassen die vom Himmel kommen sind enorm. Die Zusatzschlaufe war ja schön, aber dass wir noch so abgestraft werden, war unschön!