Trainingsrennen Möhlin 2015

Von Gabriel Trickes

Auf die Frage, ob ich die Dienstagabendrennen in Möhlin mitfahren würde, antwortete ich ohne zu zögern mit ja. Den Hinweis, dass dort eine bunte Gruppe von Lizenzfahrern, Amateuren und (ehemaligen) Profis mitfahren, beeindruckte mich zunächst wenig. Ohne große Rennerfahrung stehe ich daher jeden Dienstag im April am Start und muss feststellen, dass die Fahrweise und das Konkurrenz(denken) nicht mit normalen Hobbyrennen zu vergleichen ist.

Ab dem ersten Meter geht es im Rennen zur Sache. Scharfe Kurven, andauernde Zwischensprints, hohes Tempo und viel „Nähe“ lassen die Trainingsrennen wie harte Ausscheidungsrennen erscheinen. Nach dem ersten Zieleinlauf bin ich erstaunt, dass ich eigentlich ganz gut mithalten konnte. Trotz rasendem Puls gewinne ich mit jedem Rennen an Sicherheit im Peloton und mein Ehrgeiz entwickelt sich: Wenn ich mithalten kann, müsste ich eigentlich auch Punkte im Zieleinlauf holen können; Kraftreserven dafür sind vorhanden.

Im letzten Rennen male ich mir daher einige Chancen aus. Da es regnet, hoffe ich auf ein kleines Starterfeld und geringeres Tempo. Weit gefehlt! Die Gruppe von Velofahrern ist zwar kleiner. Es treten aber nur die starken Fahrer an; Schönwetterfahrer bleiben zu Hause. Es wird das härteste Rennen der Möhlin-Saison. Die Kurven werden tatsächlich langsamer durchfahren, dafür wird danach umso mehr beschleunigt.

Mit Wasser in den Schuhen (Es regnet von oben und unten!) bin ich darauf bedacht, mich aus allem herauszuhalten und Kräfte zu sparen. Dabei verpasse ich allerdings auch die Bildung einer Spitzengruppe; das Nachsetzen hilft nichts mehr. Die Punkteplätze sind wieder davongefahren. Neben einer guten Regen-Übung lerne ich, dass einige Erfahrung, Taktiererei sowie auch Glück zu einem Velorennen gehört. Nächstes Jahr versuch ich es wieder!