Pfingsttour 2015

Von Kurt Kaiser

7 Fahrer, Urs, René, Martin, Jean-Claude, Heinz, Hansjörg und Börn (seine 2. Ausfahrt mit dem VCR) finden sich hinter dem Gemeindehaus zur diesjährigen Pfingstausfahrt, während Einer sich in Aesch (Kurt) der Truppe noch anschliessen wird. Das Wetter — entgegen der ursprünglichen Prognosen zu Beginn der Woche — gut, wenn auch morgens noch recht kühl. Die vorgesehene Strecke: Riehen – Aesch – Leymen – Winkel – Seppois – Mertzen – Carspach – Grentzingen – Hundsbach – Folgensburg – Bourgfelden – Weil – Riehen = 124 km / 940 hm.

Bevor es losgeht, interessiert sich auch die Polizei für einen Fahrer mit den VCR-Clubfarben. Jean-Claude fährt noch kurz zum Bäcker, für ein Brötchen. Doch oha lätz, beim Zurückfahren wird er aufgehalten. Es gilt Fahrverbot in der Zone. Man lässt für einmal Gnade vor Recht gelten. Ein Warnschuss.

Kurt wartet in Aesch, beim Löhrenacker Sportplatz und vertreibt die Zeit, den jungen zukünftigen Stars (?), die beim Streller-Cup engagiert sind, zuzusehen. Dort, die Gruppe biegt um die Ecke, ab auf’s Velo. Doch er wird gleich zurückgepfiffen. Einer will wieder ‚schmutzige‘ Schlagzeilen schreiben. Ein Defekt, und weit und breit kein Materialwagen. Mit Hilfe von Björn behebt Martin den Schaden. In Rädersdorf steigt Heinz kurz vom Velo. Etwas ist mit seiner Gangschaltung nicht ganz in Ordnung.

Flott fahren wir voran und sind bereits vor 11:30 Uhr in Winkel. Die Reservation im ‚La Pomme d’or‘ in Strueth wurde auf 13 Uhr vorgenommen. Wir laufen Gefahr, viel zu früh dort einzutreffen. Wir beschliessen, einen kurzen Halt in Durlinsdorf (Auberge Mazarin) zu machen. Die lokalen Gäste schauen verwundert ob der Gümmeler, die herein kommen. Wir bestellen wohl etwas andere Getränke, als an der Bar konsumiert werden. Mit der aufgestellten Gesellschaft, inkl. Wirt und Wirtin, ist schnell ein Kontakt hergestellt. Zu aller und grossen Überraschung wird uns mitgeteilt, dass die Runde von einem der Gäste bezahlt wurde. Wir schauen wohl etwas verwundert in die Welt. Das ist uns sicher noch nie passiert. Wer ist der Spender? Franz Stöckli, vormals Lehrer in Aesch, und nun domiliziert in Mörnach hat Geburtstag und ist 65. Ob die 1. AHV-Rente ob der Grosszügigkeit ausreicht? Hat ihn der heimatliche Dialekt angesprochen? An dieser Stelle nochmals ein dickes Dankeschön für diese grosszügige Geste!

In Seppois-Le-Bas nehmen wir den idyllischen Radweg, auf dem ehemaligen Trassée der Eisenbahn, quer durch das Sundgau (Dannemarie-Pfetterhouse und Verbindung in die Ajoie, 1901-1970). In Friesen stoppt uns eine Baustelle. Freundlicherweise lassen wir einer Automobilistin die Vorfahrt. Kaum überholt, hält sie unvermittelt mitten auf unserer Strassenseite an, um links abzubiegen. Achtung! Die Lücke reicht gerade noch aus, dass ein Fahrer durchkommt. Doch das plötzlich verringerte Tempo wird René zum Verhängnis. Der Sprung mit dem Velo auf das Trottoir, um den Vorderleuten nicht ins Rad zu fahren, gelingt leider nicht so gut, wie man im Fernsehen, z.B. Flandern-Rundfahrt, von den Profis vorgeführt bekommt. Ein Reifenschaden! Zudem muss Heinz feststellen, dass seine Gangschaltung den Geist aufgegeben hat. Die Kette bleibt auf dem kleinsten Ritzel. Ein Dorf später in Strueth das Restaurant. Allerdings ist es nicht das Restaurant, welches Kurt ursprünglich ins Auge fasste. Nach dem Pech, stellt sich dies als Glücksfall heraus. Ein gutes, feines Restaurant. Sehr zu empfehlen! Pomme d’or (http://www.restaurant-la-pomme-dor.fr). An Wochenende und Feiertagen ein 3-Gang Menü zu unglaublichen € 10! Das Essen ist ausgezeichnet, ebenso die Gaststätte und der schöne, geschützte Gartensitzplatz.

Martin verabschiedet sich nach kurzem Imbiss. Er muss frühzeitig zu Hause sein. Nach einigen Diskussionen beschliessen wir, Heinz nicht alleine mit seinem Problem, zurück fahren zu lassen. Wir fahren geschlossen zusammen und zwar auf der gleichen Strecke zurück, da diese weit weniger giftige Steigungen aufweist. Vorher legen wir die Kette auf einen kleineren Gang und befestigen das Kabel am Sattel. So kommt er doch gut wieder zurück nach Basel. Auch Dank der grossen Unterstützung und Schubkraft von Björn. Schon hörte man munkeln, dass zukünftig eine Zange mitgeführt wird, um das Kabel durchzuschneiden, um dann nach Hause gestossen zu werden. Was Radfahrern nicht alles in den Sinn kommt, wenn die Beine zu schmerzen beginnen…

Obwohl die Strecke nicht wie vorgesehen gefahren werden konnte und trotz kleiner Missgeschicke, war es eine tolle, schöne und gelungene Pfingstausfahrt! 132 km / 980 hm.