Pfingsttour 2017 – Fahrt in den Sundgau

Von Kurt Kaiser

Wird das Wetter halten? Gewitter sind möglich. Gemäss Wetterradar bleibt Basel mehrheitlich trocken. Jedoch das nahe Elsass? Um es vorweg zu nehmen, wir hatten keinen Regen! Die paar Tropfen nach dem Mittagessen konnten uns nichts anhaben und zwingen uns lediglich zu einem intensiveren Veloputzen.

Es finden sich auf dem Dorfplatz ein: Christine, Martin, Mike, René, Pascal, Luzi (ohne MTB), Urs, Claude, Bruno, Ben, der gleich noch seinen Kollegen Walter mitbringt und Kurt. Auf Platz treffen wir auf Hansruedi und auch Urs, mit seinen eingebunden Handgelenken. Wehmütig stehen beide da und erzählen ihre Leidensgeschichten. Urs muss seine Unfallgeschichte zum zigfachen Mal erzählen. Warum nicht einen Flyer erstellen, zum Verteilen, mit Unfallbeschrieb? Weiterhin gute Besserung und baldiger Rückkehr aufs Velo.

Wir fahren direkt nach Reinach. Auf dem Käppeli wartet Marc und fährt mit uns ein Stück weit mit. Nachwuchs im Hause Kaiser Junior lassen eine ganztätige Abwesenheit nicht zu. Ausgangs Biederthal werden wir gestoppt. Ben steht am Strassenrand, mit dem Velosattel in der Hand, während andere auf der Strasse nach einer Schraube suchen. Diese wird gefunden. Dennoch ist an eine Weiterfahrt nicht zu denken. Ben und sein Kollege Walter kehren ihre Räder und fahren zurück. Ben wohl stehend und im Wiegetritt?

Die Weiterfahrt erfolgt über Rädersdorf nach Winkel. Danach rasant auf der abfallenden Strasse nach Durlinsdorf, Moos und Seppois. Dass für die meisten das Gebiet unbekannt ist, zeigt sich auch darin, dass sie zweimal bei einer Wegkreuzung zurückgepfiffen werden müssen. In Seppois zweigen wir ab und nehmen den Anstieg nach Largitzen unter die Räder. Die wunderbare Landschaft, in saftigem Grün, lässt uns die Abfahrt, hinunter nach Hitzbach und Carspach, doppelt geniessen. Auf der wenig befahrenen Strecke von Carspach nach Fulleren und Mertzen können wir nochmals die Ruhe der Umgebung in uns aufnehmen, soweit nicht langsam ein Hungergefühl sich störend bemerkbar macht. Wie weit ist es noch zum Mittagshalt? So die bange Frage von verschiedener Seite. Noch etwa 4 km sind durchzustehen.

Im La Pomme d’Or, in Strueth, kehren wir ein. Dieses Restaurant hatten wir schon 2 Jahre zuvor besucht. Eine Adresse zum Weiterempfehlen, www.restaurant-la-pomme-dor.fr Die Tische sind für uns, im Gartenrestaurant, bereits bereit gestellt. Bei der Anfahrt konstatieren wir einige schwarze Wolken in süd-westlicher Richtung. Holen uns die Gewitterzellen ein? Vorerst sitzen wir im Trockenen. Pascal tritt leider aus privaten Gründen den Rückweg an, ohne Mittagessen. Hoffentlich holt er sich keinen Hungerast. Was bestellen wir, um nicht allzu viel Zeit zu verlieren. Wir einigen uns auf Tarte flambée und Lasagne légume. Während wir auf unser Essen warten, trägt man Köstlichkeiten für andere Gäste an uns vorbei. Uns läuft das Wasser im Mund zusammen. Da hiess es doch, man hätte die Karte auf dieses Wochenende neu gemacht und Tagliatelle und Nouille nicht mehr auf der Karte. Was sehen wir, Teller mit Filetsteak und Teigwaren, Nudeln. Teigwaren wären für uns willkommen gewesen. Mit Lasagne haben wir ja auch ‚pasta‘. Wir trösten uns mit dem Gedanken, dass Fleisch schwerer verdaulich ist.

Inzwischen verdunkelt sich der Himmel und es fallen ein paar wenige Regentropfen, die uns nicht weiter stören. Wir sitzen ja im Trockenen und zudem werden wir in nordöstlicher Richtung wegfahren. Da soll das Wetter besser sein. So die Interpretation des Wetterradars. Martin gibt einige Anekdoten seiner Südseereise preis, während Kurt darauf aufmerksam gemacht wird, dass wir bereits weit mehr Höhenmeter zurückgelegt haben, als angesagt. Dabei sind doch noch einige Hügel vor uns. Ist das Bikemap-Programm fehlerhaft oder schlicht ein Fehler beim Ablesen?

Auf ein Dessert verzichten wir und machen uns auf den Weg. Wir fahren ein kurzes Stück zurück, biegen in Mertzen auf den Weg des einstigen Bahntrassées (Dannemarie-Seppois-Pfetterhouse). Der Weg, einsam, kein Auto, kein Velofahrer, nur wir, sozusagen schnurgerade bis Seppois, vorbei an Karpfenteichen mit wunderbar blühenden Seerosen, Storchensiedlung, Feld und Wald. Einziger Schwachpunkt der nasse Weg, es tropft von den Bäumen, obwohl es nicht mehr regnet. Entsprechend werden unsere Fahrräder von den am Boden liegenden Pflanzenteilen verdreckt.

Bis Allschwil werden wir durch ein zermürbendes Auf und Ab gefordert. Seppois-Bisel-Waldighofen-Muespach-Folgensbourg-Wentzwiller-Bouxwiller und zwischen jedem Dorf ein Hügel. Es gehört sich doch, dass wir zusammen bleiben und allenfalls warten bis auf dem Hügel wieder alle zusammen sind. Entgegen der Aufforderung ‚zufahren, nicht warten‘ bleiben wir dieser Devise treu. So erreichen wir alle zusammen Hegenheim resp. Allschwil. Leider wird man nicht einig, ob und wo wir noch zum Abschluss des wundervollen Tages, diese schöne Pfingsttour ausklingen lassen. Einige zieht es direkt nach Hause. Schade! Es bleibt für Sonntag das Veloputzen, mit der Erinnerung an die schöne Pfingstausfahrt.

130 km, 1142 hm.