Pfingsttour 2018

Von Kurt Kaiser

Die Ankündigung auf der Webseite für die Pfingstausfahrt lautete: Treffpunkt 09:30 Uhr, Distanz ca. 130 km. ca. 640 hm. Um es gleich vorweg zu nehmen. Es wurden 142 km mit 867 hm. Es ist halt so eine Sache mit den Zahlen. Da stehen zwei bereits um 09:00 Uhr auf dem Dorfplatz und sonst niemand. Kann doch nicht möglich sein. Der Eine hat sich die Webseite nicht angesehen, wir sind doch immer um 9 Uhr gefahren, und der Andere, man glaubt es kaum, derjenige welche die Tour ausgeschrieben hat. Es ist noch recht kühl. Also ab ins Kaffee zu einem Trink.

Um 09:30 kreuzen auf: Daniela, Sonja, René, Luzi, Heinz, Bruno, Kurt, Hansjörg, Urs, Valentin, Mike, Marco, Gianni und Martin (Gast). Unterwegs gesellt sich noch Carmelo hinzu. Das Radio in der Trikottasche stellte er rechtzeitig ab. Erfreulich zu vermerken, dass auch 3 jüngere Mitglieder die Pfingstausfahrt mitfahren.

Die Strecke: Riehen-Weil-Hüningen-Kembs-Kanalweg-Rixheim-Habsheim-Eschentzwiller-Dietwiller-Landser-Steinbrunn-Emlingen-Altkirch-Carspach-Fulleren-Strueth-Seppois-Pfetterhouse-Winkel-Ligsdorf-Raedersdorf-Wolschwiller-Leymen-Reinach-Schänzli-Riehen = 142 km.

Die vermeintliche flache Strecke wird zügig angegangen. Die Jungen müssen, fast logischerweise, etwas gezügelt werden, das Tempo nicht zu sehr zu forcieren. In Niffer verabschiedet sich Bruno. So hatte er das Vorgesehen. Grund: ein Walliser Mittagessen. Was gab es da wohl? Die Fahrt entlang des Rhein-Rhône-Kanals, wie immer ein Genuss. Rixheim und Habsheim werden problemlos durchfahren. Das Flachfahren findet ein Ende. Es beginnen die Elsässer Kamelbuckel. Auch wenn nicht sehr lang und steil, spürt man diese in den Beinen. Altkirch durchfahren wir als ob wir dies immer wieder tun. Es gibt sicher schönere Städtchen in Frankreich. Die Landschaft, die uns nach Carstadt erwartete, auf dem Weg nach Fulleren, wunderschön, wie auch zuvor von Dietwiller bis Emlingen. Fast wähnte man sich in der Velowoche in der Toskana. In Strueth wurden wir im La pomme d’Or erwartet. Die Tische auf der Terrasse stehen für uns bereit. Wir müssen uns nur noch hinsetzen. Wer hätte gedacht, dass wir heute draussen Mittagessen? Die vereinbarte Mahlzeit, Crudité, Nouilles, viande de veau, sauce champignons, wurde von allen goutiert, so dass wir möglichst wenig Zeit verlieren. Bekanntlich dauern in Frankreich Mittagessen etwas länger… So verzichten wir auf ein Dessert, auch wenn es der gemütliche Rahmen angemessen abgerundet hätte. Das Restaurant La Pomme d'Or ist eine empfehlenswerte Adresse.

Nach 1 ¼ Std. Mittagspause steigen wir wieder auf’s Rad. Fahren zurück, von wo wir gekommen waren, aber nur bis Mertzen, um den Weg der alten Bahnstrecke zu befahren. Bahngeleise gibt es keine mehr. Die Fahrt auf dem alten Trassée, flankiert von Bäumen, ein Genuss. Nur ein paar wenige Radfahrer. In Seppois werden wir abrupt gestoppt. ‚Blatte‘! Daniela sitzt auf der Hinterradfelge. Hilfreiche Hände beheben für sie den Schaden. Valentin, unser einziger lizenzierte Fahrer im VCR, kann Marco überreden, mit ihm noch eine Zusatzschlaufe zu machen. Als Jungspunt und gut trainiert hat er noch einige Kräfte auf Lager. Die vorgesehene Zusatzschlaufe: Winkel-Lucelle-Bourignon-Soyhières-Laufen. Mit dem Bourignon noch ein ansehnlicher Hügel zu bewältigen. Wie ist es ihnen ergangen? Nach behobenem Defekt fahren wir auf dem Bahntrassée bis Pfetterhouse, am alten Bahnhofgebäude vorbei, über Moos und Durlinsdorf zur Kreuzung vor Winkel. Für einmal kein Halt und Ruhepause auf den ‚pensionierten Bänkli‘. René führt die Gruppe zügig das romantische Tal der Ill hinunter Richtung Raedersdorf. In den Beinen spürt man so langsam die Anstrengung und die Distanz. Nach dem Gianni und Hansjörg die Direttissima Richtung Basel nehmen, macht der Rest der Gruppe noch einen letzten Erholungsstopp in der ‚Rossbollebeiz‘ resp. Crazy Horse auf dem Schänzli. Viele FCB-Fans stärken sich mit einem Nachtessen für den letzten Match der Saison im Joggeli. Das Donnergrollen bleibt für uns nicht unbemerkt. Es wäre schön, wenn wir noch trocken nach Hause kämen.

Die Pfingstausfahrt endet einvernehmlich. Allgemein wurde die Fahrt als sehr schön eingestuft. Es war ein lohnendes Erlebnis.