Rennbericht Eschborn–Frankfurt

Von Gabriel Trickes

Zum ersten Mal stehe ich am Start für ein Rennen im Jahr 2017: Eschborn-Frankfurt. Es ist das Jedermann Rennen zur Pro-Tour am Mittag, bei dem Topfahrer wie Sagan, Greipel und Co starten werden. Meine Trainingskilometer lassen zwar noch auf sich warten, dennoch bin ich guten Mutes und starte aus Block A auf die 125km / 1500hm quer durch Frankfurt und den Taunus. Für einen Maitag ist es empfindlich kühl und die Wolken drohen jeden Moment die Schleussen zu öffnen. Vorbei an den Wolkenkratzern geht es in rasantem Tempo durch die Stadt und die vielen engen Kurven.

Am Fusse des großen Feldbergs (Taunus) sortiert sich das Feld; die Spitze muss ich ziehen lassen. Zu allem Übel setzt nun auch der Regen ein. Richtig unangenehm bei 3-9 Grad und es sind noch 75km zu fahren. Durch den Taunus geht es immer wieder kurze aber steile Stiche hoch. Mittlerweile hat es sich eingeregnet und die Abfahrten werden aufgrund der Spurrinnen und Lachen sehr anspruchsvoll. Auf dem Weg nach Mammolshain, dem letzen Berg mit der Spitzensteigung von annähernd 20% bin ich dann schließlich komplett durchnässt und die Kälte hat den ganzen Körper durchdrungen. So überlege ich zum ersten mal während eines Rennens, ob ich von der Möglichkeit Gebrauch mache und die Extra-Schleife über den Mammolshainer Stich auslasse. Der Schweinehund verbietet mir das allerdings und so fahre ich mit einer Gruppe auf den letzten Stich zu.

Der Regen wird nochmals stärker. Ich muss an die Profis später denken; die müssen bereits im strömenden Regen starten. Die Nässe und Kälte hat die Beine mittlerweile fast taub werden lassen. Die Kraft mag noch da sein; vorsichtshalber trete ich aber nur behutsam der Berg hoch und lasse die Gruppe ziehen. Mittlerweile ist die Platzierung nur noch zweitrangig für mich und ich wünsche mich nur noch ins Ziel, welches schließlich nach 3h 40min in Sicht kommt. Ausklicken ist nur schwerlich möglich, da die Kälte mich nun fest im Griff hat und ich stark zittere. Die Rettungsfolie und Decken bringen nun endlich Wärme.

Wenn ich am Nachmittag – endlich wieder aufgewärmt – den Profis zusehe und Sagan ins Auto steigen sehe bin ich wenigstens ein bisschen über meine Leistung stolz: Im Gegensatz zum Weltmeister bin ich durchgefahren.

Gabriel Trickes im Ziel in Frankfurt, Foto: Frank Depping