Rennbericht MTB CM Rundstreckenrennen Maienbühl

Von Kai Amrhein

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Fünftes Rennen in der MTB Clubmeisterschaft 2017 des VC Riehen, meine Teilnahme nur durch etwas Wetterglück ermöglicht: Eigentlich hätte das Rennen vor 14 Tagen stattfinden sollen, an einem Termin, an dem ich mich noch in den Ferien befand. Aber an jenem Abend war, wie schon öfter dieses Jahr, Unwetter in Riehen.. Wetterglück also mal, im speziellen Sinne. Doch auch im eigentlichen Sinne hatten wir Wetterglück, bei freundlichen 22 Grad konnten erlesene fünf Starter das Rennen antreten. Was die Strecke angeht, so hatte uns die Rennleitung um Mauro und Luzi diesmal etwas Neues ausgesucht: Eine kurze und sehr schnelle Runde im Gebiet rund um den Maienbühl, direkt in den Riehener Vorbergen also, musste 5 Mal von den Herren oder 4 Mal von den Damen absolviert werden.

Das Höhenprofil des Maienbühl-Rundkurses

Dabei sind im Anstieg ca. 55 Höhenmeter auf 1,1 km Strecke bei leichtem Schotter zu bewältigen, es hat zwei dezidiert steilere Stücke mit ca. 8-10 Prozent Steigung. In der Abfahrt hingegen geht es etwa 500 Meter sehr schnell und flüsssig über einen Waldboden Trail die 55 Höhenmeter wieder runter. Hier gibt es mit je einer Baumstamm Über- und Umfahrung ebenfalls zwei markante Wegpunkte. Insgesamt also eine interessante technische Herausforderung, in dieser Abfahrt die richtige Linie für maximale Speed zu finden. Was die Starter angeht, so waren diesmal mit von der Partie: Das Bisonni Imperium vertreten durch Mauro und Mara, als Antagonisten die Familie Amrhein mit Svenja und mir, und ganz allein auf sich gestellt, aber doch irgendwie über uns allen schwebend: Präsident Luzi. In der Herrenkonkurrenz war die zu erwartende Rangverteilung auf dem Papier schon recht eindeutig, aber bei den Damen durfte man mit einem spannenden Rennausgang rechnen: Mara hatte in den bisher zwei Aufeinandertreffen mit Svenja gezeigt, dass sie am Berg Vorteile hat – aber eine schon technische Abfahrt, so wie heute auf dem Programm, könnte das Pendel vielleicht doch in Richtung der bestens vollgefederten Kontrahentin ausschlagen lassen…

Für mich selbst war das Rennen vor allem unter dem Gesichtspunkt der Vorbereitung relevant: In ca. 4 Wochen steht mein erklärter Saisonhöhepunkt an, das 6-Stundenrennen von Heimbuchenthal (siehe http://www.mtb-heimbuchenthal.de). Dazu muss ich kurz erwähnen, dass Heimbuchenthal (ca. 20 km. östlich von Aschaffenburg, ca. 60 km östlich von Frankfurt am Main, im Mittelgebirge Spessart gelegen) mein Heimatort ist und ich schon mehrere Male und mit sehr unterschiedlichem Erfolg an dem dortigen Rennen teilgenommen habe. Ich werde auch dazu einen Rennbericht verfassen, wenn es soweit ist… Zurück ins hier und jetzt: Also…Vorbereitungsrennen: Ich hatte an meinem Rad über die letzten Wochen hinweg verschiedene Modifikationen vorgenommen, welche sich bisher noch nicht im Renneinsatz bewähren mussten, z.B. die Umstellung vom Shimano SPD Pedal auf Crankbrother Eggbeater. Oder die Umstellung auf einen (ungepolsterten) Sattel mit Carbon-Gestell… der so filigran aussieht… würde der wirklich der Rennbelastung und meinem Gewicht standhalten? Ich war also vor allem gespannt darauf, wie ich damit zurechtkommen würde. Die andere Frage war, wie ich mit der zuletzt recht hohen Belastung (letztes Wochenende die Sahne-Pfälzerwald-Tour mit über 3000 Höhenmetern, vorgestern das Bergzeitfahren zum Gempenturm als Teil der Rennrad Clubmeisterschaft mit 45 Minuten Vollgas) zurechtkommen würde – was auch für Svenja und Luzi noch zu beantworten wäre.

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Wir nehmen Aufstellung vor der vereinbarten Startlinie, gerade so passen wir alle 5 nebeneinander. Luzi zählt den Countdown runter… etwas eigentümlich: 10, 5, 4, 3, 2, 1… und los geht’s.
T plus 1:00 min
Keine grosse taktische Vorbereitung nötig heute: Das einzige taktische Ziel besteht darin, in der Abfahrt möglichst ohne vorausfahrenden Kontrahenten anzukommen, da es dort keine Möglichkeit zum Überholen geben würde: Wie man oben reingeht würde man auch unten wieder rauskommen… also im Zweifel besser selbst Hindernis sein, als einen anderen zum Hindernis haben. Was die Renneinteilung angeht, traf meine Erwartung nahezu sofort ein: Ich würde im Wesentlichen gegen meine eigene Zeit antreten. Bereits im ersten Anstieg blieben die anderen Kollegen hinter mir zurück. Ich würde meine Leistung also daran messen, die 5 Runden mit einem möglichst konstant hohen Tempo zu absolvieren – und versuchen, in der Abfahrt vom Gewöhnungseffekt zu profitieren: Mit jeder erneuten Durchfahrt sollte es doch eigentlich bessergehen – oder?
T plus 3:30 min
Der Anstieg ist ein erstes Mal absolviert.. das untere, längere Teilstück sitzend, das obere, steilere stehend… keine schlechte Option denke ich, aber trotzdem spürt man die 55 Höhenmeter. Jetzt also Gabelfederung öffnen, Sattelstütze absenken und hinein in die Abfahrt.
T Plus 4:50 min
Erste Zieldurchfahrt, erste Runde absolviert. 3:37 für den Anstieg, 1:05 für die Abfahrt… macht zusammen 4:42.
T plus 8:40 min
Zweite Runde, ohne besondere Vorkommnisse. Diesmal: 3:50 für den Anstieg und 0:58 für die Abfahrt, macht 4:48
T plus 13:20 min
Dritte Runde, ohne besondere Vorkommnisse. Diesmal: 3:51 für den Anstieg und 1:00 für die Abfahrt, macht 4:51
T plus 18:00 min
Vierte Runde, und diesmal gibt es eine Überrundung zu berichten: In der Anfahrt komme ich an Mauro vorbei, von den anderen aber fehlt jede Spur, die befinden sich also noch „vor“ mir auf der Strecke. Ansonsten: 3:49 für den Anstieg und 0:58 für die Abfahrt, macht 4:47
T plus 21:00 min
Im Anstieg, und jetzt fahre ich von hinten auf die beiden Damen auf: Mara etwa 20 Meter voraus, Svenja dahinter am Kämpfen. Also haben sich die beiden vier Runden lang recht nah beieinander befunden.. wie erwartet, eine spannende Angelegenheit.
T plus 24:15 min
Fünfte und letzte Zielpassage, das Rennen ist zu Ende. Für die Statistik: 3:48 für den Anstieg, 1:06 für die (bewusst etwas vorsichtiger angegangene) letzte Abfahrt, macht 4:54. Ich parkiere mein Velo (Sattel gehalten, Eggbeater Pedale ebenfalls gut, kann man abhaken), und laufe ein Stück zurück auf die Abfahrt um zu sehen, was sich bei den Damen tut. Und da kommen sie schon um die Ecke, Mara voraus, Svenja am Hinterrad. Richtig Spannung kommt leider nicht mehr auf, weil das Rennen 15 Meter nach der (überhol-unmöglichen) Abfahrt zu Ende ist… und somit bleibt es bei dieser Reihenfolge im Schlussklassement.

Interessant dann am Abend noch die Auswertung bei Strava (Daten von Mauro, Luzi und mir liegen vor): Mauro hat die 5 Abfahrten zwischen 1:00 und 1:07 absolviert, mit der zweiten Runde als schnellster Runde, Luzi zwischen 0:58 und 1:07 ebenfalls auf der zweiten Runde am Schnellsten und ich auch: 0:58 bis 1:05, die zweite Runde am schnellsten.

Alle Ranglisten und aktuelles Gesamtklassement