Rennbericht Waldhaus-Marathon 21.05.2017

Von Sven Schulzke

Zusammen mit Marco Bisonni und Daniel Trachsel (Gastfahrer) waren wir diesmal zu dritt in den Hotzenwald unterwegs. Auch 2017 war der Waldhaus Bike-Marathon wieder gut besetzt: Es standen knapp über 800 Fahrerinnen und Fahrer am Start der 42 km-Strecke (950 hm), darunter etwa 80 Profis und Lizenzfahrer. Ich habe mich dieses Jahr zwar im Wesentlichen auf die Langstrecken-Marathons vorbereitet, wollte das Rennen aber auf jeden Fall mitnehmen, weil es immer eine tolle Atmosphäre hat und ich hier vor einigen Jahren mein allererstes MTB-Rennen gefahren war. Drei Tage vor dem Rennen hatte ich zum ‘Beine öffnen’ am MTB-Clubrennen teilgenommen. Geöffnet hatte es mir dort aber vor allem die Augen, denn auf den langen, leicht abfallenden Flachstücken im Clubrennen hatte ich bei 45-50 km/h den zuvor an einem kurzen Berg erarbeiteten Vorsprung wieder komplett eingebüsst und war mit der 1x11-Übersetzung wie der Hamster im Rad mit einer Kadenz von 110/min unterwegs gewesen, ohne ausreichend Druck aufs Pedal bringen zu können. Daher war jetzt für Waldhaus ein 36er Kettenblatt montiert (Danke Kai!), was zusammen mit einer 10-42 Kassette keine Ausreden in Flachpassagen mehr zuliess.

Wir starteten bei kühlem, sehr schönem Wetter und starkem Ostwind. Ich konnte nach einem konservativen Start die längeren Anstiege der ersten Rennhälfte wie geplant in gutem Tempo bei 90-95% Schwellenleistung fahren und hatte mir für den zweiten, sehr welligen Teil noch genügend Reserven behalten, da es dort nach Osten ging und der Wind auf den freien Hochflächen nicht zu unterschätzen war. Zwei Mal sprach ich unterwegs andere Fahrer an, von denen ich wusste, dass sie in den Vorjahren immer weit vor mir gelandet waren. Ich wollte von ihnen wissen, was sie so weit hinten machten? Bekam aber keine verständliche Antwort, nur schräge Blicke. Als dann etwa einen Kilometer vor dem Ziel das Trikot von Michael Fenske in Sicht kam - einem sehr erfahrenen und starken Marathon-Fahrer vom RSV Bad Säckingen – dämmerte mir langsam, dass es wohl ganz gut lief. Zu meiner Überraschung beendete ich das Rennen nach 1:38 h auf Platz 3/187 in der Kategorie Masters 3 (Platz 40/806 gesamt), ca. 30 s hinter dem Sieger in meiner Altersklasse. So kann es gerne weitergehen.

Marco Bisonni musste wegen starker Atembeschwerden aufgrund seines Asthmas das Rennen leider vorzeitig aufgeben, zeigte aber nach seinen langwierigen Verletzungen eine klar ansteigende Form. Gastfahrer Daniel Trachsel fuhr in seinem ersten MTB-Marathon auf einen hervorragenden Platz 36/187 Masters 3 und beendete das Rennen nach 1:54 h viel schneller, als er es erwartet hatte. Er wird uns bei zukünftigen Rennen hoffentlich wieder begleiten.

Sven Schulzke am Waldhaus-Marathon 2017