Rennbericht Rothaus Riderman 23.09.2016 – 25.09.2016

Von Siggi Schörlin

Freitag 23.09.2016

Wieder einmal war es soweit. Vor der Startrampe bildete sich eine Schlange von VelofahrerInnen die geduldig darauf warteten endlich ihre Power in den Beinen zu zeigen. Die Temperaturen waren noch angenehm, lediglich ein kühler Wind sorgte für die eine oder andere Sorgenfalte auf der Stirn unter dem Helm.

Aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen wurde der Startintervall auf 15 Sekunden verkürzt. Dies bedeutete Hektik auf der Starttampe. Kaum war ich oben hieß es nun sehr schnell aufsitzen, Beine in Position und schon ertönte die Startfreigabe. Dann ging es auf die 16 km lange Strecke, die ca. 200 hm aufwies. Der erste Kilometer hatte ein leichtes Gefälle, so dass zu Beginn ein hohes Tempo gefahren werden konnte. Dann folgte der Aufstieg auf die Hirschhalde ca. 1 km mit 9% Steigung. Diesen Abschnitt konnte ich recht kraftvoll hochfahren. Oben angekommen folgte eine lange leicht abfallende Abfahrt die sehr schnell gefahren wurde. Aufgrund der kurzen Startintervalle konnte ich einige Fahrer überholen was natürlich den „Jagt Instinkt“ in mir weckte. Nach dem Umkehrpunkt musste ich dann richtig beißen auf der nun ansteigenden Rückfahrt. Auf der Abfahrt vor dem Ziel konnte ich nochmals etwas Zeit gutmachen. Nach 0:24:22 erreichte ich das Ziel mit einem Schnitt von 39.4 km/h was für den 1. Platz in der Master Klasse IV reichte.

Samstag 24.09.2016

Mit dem wunderbaren Gefühl ein Führungstrikot zu tragen stand ich schon 30 Minuten vor dem Start im 1. Startblock. Vor uns eine Route von 110 km und 1700 hm.

Nach dem Startschuss ging es den ersten Kilometer neutralisiert los. Dann erfolgte die Freigabe kurz vor dem ersten Anstieg. Für mich bedeutete dies ab jetzt nur noch dranbleiben und dies so lange wie möglich. Bis zur ersten Bergwertung bei Kilometer 22 schaffte ich dies auch. Dann begann die Selektion, die sich bei jedem Anstieg fortsetzte. In den Aufstiegen konnte ich das Tempo in den jeweiligen Gruppen gut mitgehen, oder teilweise auch in vordere Gruppen aufschließen. Auch die Abfahrten wurden in sehr hohem Tempo gefahren. Hier war die Devise immer so viele Positionen wie möglich gutmachen, um aufgehende Lücken möglichst zu vermeiden.

Der Parcours war ein ständiges Auf und ab. In den Dörfern gab es zum Teil sehr kurze aber happige Aufstiege, bei denen nicht nur jede Menge Kraft, sondern auch eine gut funktionierende Schaltung mit der entsprechenden Übersetzung gefordert waren.

Ca. 25 km vor dem Ziel wurde nochmals richtig Gas gegeben. Ich konnte mit wiederum in der vorderen Gruppe halten und ließ im Zielsprint noch einige Konkurrenten hinter mir.

In 3:05:11 fuhr ich über die Ziellinie in Bad Dürrheim, was einem Schnitt von 35.64 km/h entspricht und erreichte wiederum den 1. Platz in der Master Klasse IV.

Sonntag 25.09.2016

Während dem Einfahren war ich froh darüber, dass ich die Winterausrüstung dabei hatte. Das Thermometer zeigte 4 Grad an. Am Start 2 Stunden später waren es dann schon 14 Grad, Tendenz steigend. Die heutige Strecke war 85 km lang und führte über 1200 hm.

Nach dem neutralisierten Start führte die Strecke über nicht enden wollende Hügel von Dorf zu Dorf. Die ersten 25 km wiesen unendlich viele Kreisel und Abzweigungen auf, was ein ständiges bremsen und wieder beschleunigen bedeutete und unheimlich viel Kraft und Konzentration verlangte. Auch hier waren die Anstiege wiederum sehr selektiv. Etwa bei Rennhälfte bildete sich eine Gruppe von ca. 30 FahrerInnen die bis zum Schluss beisammen blieb. Im Zielsprint wurde ich etwas eingeklemmt, fuhr aber eine Sekunde nach meinem größten Konkurrent über die Ziellinie. Dies nach 2:17:56 und einem Stundenmittel von

37.84 km/h und schaffte damit den 3. Platz in der Master Klasse IV. Mit diesem Ergebnis war ich der stolze Gewinner in der Gesamtwertung meiner Altersklasse des Rothaus Riderman 2016.

An diesem Wochenende hatte alles zusammengepasst. Das Wetter, die Beine und auch das nötige Quäntchen Glück. Für mich bedeutete dieser Gewinn auch der Lohn von den doch sehr vielen Stunden im Velosattel.

Es hat aber auch einen riesen Spaß gemacht auf vollständig abgesperrten und hervorragend gesicherten Straßen zu fahren. In den Dörfern verfolgten sehr viel Zuschauer das Rennen und feuerten die Fahrer lautstark an. Im Peloton herrschte eine sehr gute Stimmung. Es wurde sehr schnell, aber auch sehr vorsichtig und rücksichtsvoll gefahren. Auch die Ablösungen klappten hervorragend. Nicht zu vergessen die Super Organisation des Rennens.

Nächstes Jahr ist der Riderman natürlich schon wieder fest eingeplant.

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