Rundstreckenrennen Wurzeltrail 09.06.2016

Von Andreas Zeller

Nachdem wir letztes Jahr den «Zweiwurzeltrail» (auf Strava auch als Brombach-Loop bezeichnet) zwar gefühlte achtmal besichtigt, aber nie wettkampfmässig unter die Stollenreifen genommen hatten, war es jetzt soweit.

Mara, Kai, Marco, Mauro, Matteo und ich selber rollen gemütlich über die Eiserne Hand ein und treffen kurz vor der Wettkampfstrecke auf Luzi und Bruno, die sich auch dieses Mal um Zeitnahme und Fotos kümmern wollen. Bei der Streckenbesichtigung dann gleich das erste Missgeschick: Matteo versucht sich an der Schlüsselstelle, einer zirka ein Meter langen, schmalen Passage über ein paar fiese Wurzeln. Leider muss er ausklicken, verliert dabei die Balance und landet samt Velo knapp zwei Meter tiefer. Er lässt sich von dem schmerzenden Knöchel aber nicht vom Rennen abhalten.

Fünf Minuten später zählt Luzis selbstgeschriebene Zeitnahmesoftware den Countdown herunter und es geht los: zunächst etwa 800m welliger Anstieg bei flottem Tempo. Ich hänge mich an das Spitzenduo (Kai und Marco) und dann geht es auch schon links in den Singletrail. Durch das Licht-Schattenspiel der tiefstehenden Sonne heisst es «volle Konzentration» auf den immer noch recht matschigen Untergrund. Runterschalten, Anbremsen, scharfe Rechtskurve und dann kommt auch schon die berüchtigte Wurzelpassage. Ich hatte mir vorgenommen, diese Schlüsselstelle zu fahren und eben nicht auszuklicken, bin dann aber mental doch nicht so weit und entscheide mich für die Chicken-Variante. Wieder einklicken, Vorderrad über die zweite Wurzel heben und dranbleiben! Am Ende des Waldes geht es auf Schotter nach einem kleinen Drop hart rechts und steil hoch — wer hier den falschen Gang drin hat ist weg. Marco und Kai sind schon recht weit voraus, aber auf der langen Abfahrt bis zur Ziellinie kann ich mich wieder ranarbeiten. Zweite Runde: Marco muss am Anstieg seiner Zügel-bedingten Trainingspause Tribut zollen und abreissen lassen. Kais Strohwitwer-Trainingslager zahlt sich hingegen aus und ich kann nur mit Mühe an ihm dranbleiben. Auf dem Singletrail holt Marco wieder auf. Dritte Runde: es gilt! Der Gewichtsvorteil bringt mir im Anstieg wertvolle 50m Vorsprung auf Kai ein, aber die werden auf der langen Zielabfahrt nicht reichen. An der Wurzel nichts riskieren, schliesslich liege ich in Führung und Kai kann mich auf dem Singletrail aus Platzgründen nicht überholen. Auf der Zielabfahrt heisst es «Kette rechts». Ich erwarte jeden Augenblick, dass Kai zum Überholen ansetzt, aber nichts passiert. Zieldurchfahrt, Erster! Nach 30 sec ist Kai immer noch nicht da, doch dann kommt er endlich: ziemlich angefressen, mit Kratzern in Schienbein und Rahmen (was war wohl schlimmer?). Er hatte an der Wurzelpassage zu viel riskiert und Pech gehabt. Nach und nach rollen die restlichen Teilnehmer ein, Mauro hatte als einziger genügend Vertrauen in seine Fahrkünste und hat auf den 3 Runden nicht ausgeklickt — Chapeau!