1. Samschdigstour 16.02.2019 — Sonne in den Speichen

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Bei für die Jahreszeit mehr als milden 15 Grad blockierten bei meiner Ankunft bereits André, Bruno, Volker und der von Aesch „angestrampelte„ Kurt die Sitzbank vor der Kan(to)albank. Wenig später gesellte sich auch noch Claude dazu.
Nach einem kurzen Wortwechsel mit Bruno war klar, seine Strategie würde in diesem Jahr nicht aufgehen. Heimlich still und leise wollte er nämlich, während wir anderen tagsüber arbeiten müssen, Kilometer um Kilometer in sich hineinfressen um dann bereits in Topform zum Saisonstart antreten zu können. Da hatte in der unangekündigte Saisonstart vom vergangenen Samstag wohl kalt erwischt.

Währendem sich Kurt, der verständlicherweise noch sein eigenes Aufbauprogramm betreibt, wieder auf den Rückweg Richtung Aesch machte, brechen wir zu fünft, auf die zuvor abgesprochene Strecke Riehen – Binzen – Kandern – Tannenkirch – Bamlach – Efringen – Märkt – Weil – Riehen, auf. Mit einem Auge immer Ausschau haltend ob nicht, von irgendwoher, doch noch Gianni anzuhetzen kommt.

Irgendwie fühlt man sich bei diesem Sonnenschein einfach wieder lebendiger und dementsprechend gut gelaunt rollen wir vor uns hin. Kurz vor Binzen wollte Bruno uns, die wir alle brav auf dem Veloweg geblieben sind, mit einem vorzeitigen Vorstoss über die Autostrasse austricksen. Mit herausgestreckter Zunge rollte er, auf der Einspurstrecke Richtung Fischingen, ans uns vorbei.

Dabei hatte er die Rechnung allerdings ohne den Tourenleiter gemacht, dessen Plan sah nämlich vor durch Binzen durchzufahren und erst ca. in der Mitte der Ortschaft links auf den Veloweg nach Kandern abzubiegen. Pech gehabt aber doch ein Beitrag zur ohnehin schon guten Stimmung.

Mit einem relativ konstanten Tempo um die +/- 25 km/h näherten wir uns Kandern. In gemächlichem Tempo absolvierten wir die Steigung in Kandern. Bei Erreichen der nächsten Ortschaft Riedlingen nahm Bruno, wie abgesprochen, die „Diretissima“ ins Ziel. Wie man von Mailand – San Remo weiss, für Fahrer die das Rennen nur trainingshalber bestreiten, eine durchaus gängige Praxis. Dort wird nämlich auch der „Poggio“ rechts liegen gelassen um gemütlich am Meer entlang ins Ziel zu rollen. In Unserem Fall ist der Poggio die Steigung nach Riedlingen Richtung Liel. In diesem Aufstieg liess erstmals Claude, schlauchlos unterwegs, seine Klasse aufblitzen. Mit einer kaum zu bemerkenden Tempoverschärfung riss er in kürzester Zeit ein Loch von 30, 40 Meter auf. Das muss doch zuzufahren sein, Hust… Keuch… Ächz… ja… ist zu.

Statt die Abfahrt nach Liel unter die Räder zu nehmen traversierten wir am Hang entlang, nicht vergessen immer den Talski belasten, hinüber nach Tannenkirch. Von dort weiter via kalte Heerberge nach Bamlach und weiter nach Efringen. In Efringen kurzer Halt, Lagebesprechung und Entscheid im Yachthafen die Ausfahrt ausklingen zu lassen.

Im Yachthafen angekommen mussten wir zu unserer Verwunderung feststellen, es hat freie Plätze in Hülle und Fülle, das war eigentlich nicht zu erwarten. Die Tür war zwar offen aber ein Blick ins Innere zeigte uns einen leeren, dafür aber nach frischer Farbe riechenden, Raum. Wegen Renovation bis am 03.03.19 geschlossen. Freundlicherweise waren aber draussen doch einige Tische und Stühle aufgestellt. So setzten wir uns denn doch hin und bewiesen uns mit den mitgeführten Bidon’s als Selbstversorger.

Die abschliessende Fahrt durch das verstopfte Weil forderte dann nochmals einiges an Velobeherschung und Gleichgewichtsgefühl, aber auch das wurde von Allen mit Bravour absolviert.

Ein sonniger Auftakt wie er kaum schöner hätte sein können — wir hatten Sonne in den Speichen.