11. Samschdigstour 25.05.19 – Wetterwärts

Von Hanspeter Brack, Fotos von André Fürbringer

Nachdem alle wieder aus der VC-Riehen Velowoche retour und im Alltag angekommen sind war nun wieder eine grössere Teilnehmerzahl zu erwarten. Mit Ardèche gestärkten Waden erschienen also Gianni, Martin, Peter und Heinz sowie die in der Zwischenzeit auch nicht ganz untätigen, zu Hause gebliebenen, André, in Begleitung seiner Tochter Bianca, Mike, Bruno und mir selbst. Ein illustres neunköpfiges Feld das sich da auf den Weg Richtung Hasel machen wollte. Vermisst wurde Urs Z. Es ging das Gerücht um er sei, wie schon einige Male in diesem Frühjahr, mit Umzugsarbeiten beschäftigt. Angesichts seiner absehbaren Pensionierung scheint er sich bereits frühzeitig ein neues Standbein aufbauen zu wollen.

Mit einem Kaltstart ging es sogleich in die Steigung hoch nach Inzlingen hinein. Bruno startete noch in der neutralisierten Zone, will heissen bevor wir anderen in die Pedale einklicken konnten und weit vom Ziel entfernt, den ersten Angriff des Tages. Viel zu früh wie sich schon bald herausstellen sollte. Ausgangs Inzlingen hatte sich das Feld bereits etwas in die Länge gezogen aber natürlich wurde auf der Einfahrt zum Parkplatz oberhalb Inzlingen bis zum Zusammenschluss gewartet. Bruno zog erneut, mit den Worten „so viele Domestiken kann ich mir finanziell nicht leisten“ an uns vorbei um sich kurz darauf mit der Begründung „Ranzeweh und kai Form das goot nit“ via Lörrach zu verabschieden.

Zu Acht traversierten wir durch die Waldstrasse weiter nach Adelhausen. In der langgezogenen, nicht zu unterschätzenden Steigung in das Dorf hinein liess Gianni mit einem trockenen Antritt seine Form aufblitzen und war bis das restliche Feld eintraf bereits wieder abgetrocknet, oder war er erst gar nicht ins Schwitzen gekommen? Ausgangs Adelhausen war dann schnell klar, mit der vorgesehenen Strecke wird das ohne Neoprenanzug wohl nichts werden. Über Hasel türmten sich bleischwere, beinahe schwarze, Wolken auf. Von nun an ging es „Wetterwärts“.

Ein Blick nach links liess die Aussicht auf eine trockene Fahrt über die Scheideck deutlich aussichtsreicher erscheinen. Trotzdem bewegten wir uns vorerst weiter in die Grauzone. Die Abfahrt nach Maulburg wollten wir uns denn doch nicht nehmen lassen. Auf der Fahrt nach Steinen mussten wir die Hauptstrasse überqueren. Wie generell an diesem Tag waren uns die Autofahrer sehr wohl gesonnen und drosselten gar ihr Tempo um uns Dies gefahrlos tun zu lassen. Bevor wir die Scheideck erreichten stellte sich uns nicht nur die zugehörige Steigung in den Weg, zur Effizienzsteigerung blies uns auch noch ein kräftiger Wind entgegen.

Ausgangs Schlächtenhaus war ich dann plötzlich einige Meter vor Gianni und nochmals einige Meter vor dem Feld. Was tun? Warten? Nein, gewartet wird oben. Gianni wird mich sowieso bald einholen. Aber Gianni kam und kam nicht. Erst auf den letzten Metern schloss er zu mir auf, überlies mir aber im Stile eines grossen Champions den Bergpreis. An dieser Stelle muss nun aber unser Gast Bianca dringend erwähnt werden, als Neueinsteigerin in diesen Sport absolvierte sie die gesamte Strecke mit Bravour und erreichte die Scheideck topfrisch. Mike hatte ihr im Aufstieg versprochen dies sei die letzte Steigung. Mike, man soll nichts versprechen was man nicht halten kann.

In der Abfahrt nach Kandern wurde uns mit einigen wenigen Tropfen zu verstehen gegeben wie nahe an der Regenzone wir uns befinden. Über die nun definitiv letzte Steigung hievten wir uns bei Kandern noch über den Golfplatz nach Riedlingen, denn statt noch über Tannenkirch zu fahren zog es uns nun endgültig zum hellen Himmel über Riehen. Nach Egringen bekamen wir aus sonnenklarem Himmel nochmals einige Wassertropfen ab. Befand die Sonne unsere Fahrweise nun zum Lachen oder zum Weinen, man weiss es nicht. Unsere Befürchtungen doch noch geduscht zu werden verdampften noch vor Fischingen im Sonnenschein. Während der ganzen Fahrt waren wir immer wieder von einem Grauschleier umgeben, aber irgendwie wurde uns eine meist sonnige Gasse frei gehalten. Sogar den Abschlusstrunk im Restaurant Sängerstübli konnten wir, wie es so schön neudeutsch heisst, Outdoor einnehmen.

Eckdaten der improvisierten Strecke Riehen – Inzlingen- Maulburg – Steinen – Scheideck – Kandern – Riedlingen – Fischingen – Riehen. 60 km und 650 hm.