15. Samschdigstour 22.06.19 – Ein Fall für Zwei

Von Hanspeter Brack

Einmal mehr war die ganze Woche genau für Samstag Regenfall vorhergesagt, uns so hörte ich denn auch schon beim Erwachen wie draussen der Regen niederprasselte. Damit betrachtete ich die Tour eigentlich schon als gelaufen. Im Gegensatz zu den Profis die selbst bei Schnee noch antreten müssen können wir uns ja erlauben auch mal eine Tour abzusagen. Eine Besorgung in Lörrach, nach gemütlichem Frühstück, liess dann aber doch erste Hoffnung aufkeimen. Im Gegensatz zu Riehen wo es immer noch kräftig schüttete war dort bereits regenfreie Zone und sogar die Strassen zeigten sich bereits in abgetrocknetem Zustand.

Trotz immer noch leichtem nieseln machte ich mich gegen ein Uhr, in vollem Kriegsschmuck, auf den Weg zum Treffpunkt. Wie erwartet hatte sich zu diesem Zeitpunkt noch niemand eingefunden und ich dachte schon das wird wohl auch so bleiben. Als ich mich geistig bereits darauf eingestellt hatte meinerseits das Unterfangen ebenfalls einzustellen erschien doch noch ein Sinnesgenosse. Martin Schmutz pokerte ebenfalls auf Aufhellung und so wurde die Ausfahrt zu einem Fall für zwei. Die Mission hiess möglichen Regenfronten auszuweichen. Meine Aufgabe bestand darin meinen Spürsinn walten zu lassen um mögliche, noch potentiell vorhandene, Duschmöglichkeiten grosszügig zu Umfahren. Martin übernahm mit messerscharfer Analyse die Einschätzung und Beurteilung meiner meteorologischen Einschätzungen. So entwickelten wir uns im Verlauf dieser Tour zu einem kongenialen Duo dem es auch wirklich gelang trocken über die Runden zu kommen.

Mit Fahrt über Binzen nach Hammerstein wurde die Fahrt auch anlog der ausgeschriebenen Strecke begonnen. Nach Überquerung der ersten Kuppe die uns von Hammerstein nach Holzen führte machten sich, wenn auch noch schüchtern, erste Sonnenstrahlen bemerkbar. Bis Feuerbach verlief die Ausfahrt ohne erwähnenswerte Ereignisse. Auf der Überführungsstrecke zwischen Feuerbach und Untereggenen, wo vor noch nicht allzu langer Zeit ein schneeweisses Blütenmeer regierte beginnt es zwischen dunkelgrünem Blattgewand allmählich rot hervor zu leuchten,“so langsam wärde d’Kirsi riff“.

In Untereggenen angekommen verhiess mir ein Blick in Richtung geplanter Weiterfahrt nichts Gutes und auch Martin kam mit seiner Einschätzung auf den gleichen Nenner. So verkürzten wir denn ab hier die vorgesehene Strecke um über Schliengen die Heimfahrt auf direktem Weg anzutreten. In der Abfahrt von Bamlach nach Rheinweiler sorgte ein Fahrzeug mit ZH Kennzeichen dann noch für den Adrenalinstoss des Tages. Währenddessen ein entgegenkommender PW-Lenker korrekt hinter einem parkierten Fahrzeug wartete um uns passieren zu lassen, meinte der dahinter kommende „Zircher“ laut hupend, uns Lichthupe gebend, beide Fahrzeuge überholen zu müssen. Einmal pro Ausfahrt muss einem der Puls wohl auch ohne absolvieren einer Steigung hochschnellen.

Vor Fischingen bestätigten uns ein paar vereinzelte Regentropfen dann noch die Richtigkeit unserer Entscheidung die Tour etwas zu verkürzen. Bei einem Bier waren wir uns einig unseren Fall für zwei, nach knapp 70 Km und 476 Hm, erfolgreich abgeschlossen zu haben.