15. Samschdigstour 30.06.18 – Hochzeitsglocken

Von Kurt Kaiser

Es soll warm werden, sehr warm, 30 Grad. Eigentlich geeignet, die Ausfahrt auf die Morgenstunden zu verlegen. Doch dem steht ein gewichtiges Argument entgegen, eine Einladung. René und Isabelle haben geheiratet und sie haben die VCR-Ausfahrttruppe eingeladen, auf diesen Anlass an zu stossen., nach 15:30 Uhr, auf der Kraftwerkinsel. Da wollen wir, am Ende der Ausfahrt, hingehen und unsere persönlichen Glückwünsche dem Paar überbringen. Das machen wir gerne für unser VCR-Mitglied und langjährigen Co-Sponsor ( Algacom) unseres Kriteriums.

Auf dem Gemeindeplatz finden sich zur Hitzefahrt ein: Alice, Gianni, Bruno, Urs, Kurt und Hanspeter. Ausgeschriebene Strecke: Riehen-Muttenz-Liestal-Arboldswil-Titterten-Reigoldswil-Bretzwil-Nunningen-Grellingen-Kraftwerkinsel., ca. 70 km. Allein schon der Gedanke an den Aufstieg von Reigoldswil hinauf zur Eichhöhe, treibt Schweissperlen auf die Stirn. Ein Aufstieg ohne jeglichen Schatten. Doch bis dorthin bleibt noch Zeit. Es kann nur noch wärmer werden. Bis Liestal fahren wir ereignislos, zügig dahin. In einem kurzen Anstieg in Liestal bleibt Alice zurück. Was ist passiert? Ihr Hightech-Velo resp. der elektronische Umwerfer für das vordere Kettenblatt streikt. Die Kette bleibt auf dem grossen Zahnkranz. Keine gute Aussicht für die beiden bevorstehenden Aufstiege. Da ist doch das Velogeschäft in Liestal, einst von einem früheren VCR-Mitglied geführt. Vielleicht kann man Abhilfe schaffen. Der junge Velomech realisierte sehr bald, dass es nicht an der Stromzufuhr liegen kann. Die Batterien sind geladen und wie! Ein Stromstoss bewirkte bei ihm eine kurze heftige Reaktion. Immerhin konnte er den Schaden so beheben, dass die Kette auf dem kleinen Kettenblatt verblieb. Die Aufstiege können kommen. Und sie kamen auch. Mühsam der Anstieg hinauf nach Arboldswil, insbesondere empfand dies der ‚Alte‘.

Die Strasse nach Titterten ist mit einem Fahrverbot belegt. Als Radfahrer wird man doch wohl durchkommen. Wir nehmen das Risiko auf uns und stehen am Dorfeingang Titterten vor einer, in der ganzen Breite, aufgerissenen Strasse. Und jetzt? Der letzte kurze und steile Anstieg vor uns. Ein Anwohner gibt uns die beruhigende Info, dass nur noch 100m vor uns liegen. Gianni zieht die Rennschuhe aus, die Schuhplatten sollen nicht beschädigt werden, und bewältigt die Strecke in den Socken. Früher gab es doch immer Rennen die teils über Naturstrassen führten. Also kleinster Gang aufgelegt und siehe da, der Anstieg war auch auf dem Rad sitzend zu bewältigen. Oben angekommen können wir uns an einem Brunnen erfrischen. Herrlich, das kalte Wasser! Kurt spielt mit dem Gedanken in Reigoldswil nach rechts abzubiegen und sich den Aufstieg zur Eichhöhe zu schenken. In Reigoldswil ein kurzer Stopp. Also ‚ciao‘ ich fahre Richtung Liestal. Treffen wir uns auf dem Schänzli. War es das schlechte Gewissen, das ihn bewog, den Gedanken zu verwerfen? Jedenfalls hat er am Ende des Dorfplatzes nochmals eine Richtungsänderung vorgenommen und doch noch den Aufstieg in Angriff genommen. Dann allerdings der Hinweis, fährt ohne zu warten weiter über Bretzwil-Nunningen-Grellingen ich werde in Bretzwil rechts abbiegen und über Seewen nach Grellingen fahren. Mit der langsameren Bergauffahrt könnte es hinkommen, dass wir etwa gleichzeitig in Grellingen sein werden. Die rasante Abfahrt von Welschhans nach Grellingen wird jäh gestoppt. Eine Warntafel ‚Split‘! Die Fahrt zum Glück rechtzeitig verlangsamt. Das hätte ins Auge gehen können.

Tatsächlich, auf der Strecke nach Duggingen und Aesch brausen von hinten 4 Fahrer in blau-weissen Trikots heran. Die Gruppe wieder komplett. Nach einem kurzen Stopp in der Rossbolle-Beiz, auf dem Schänzli, begeben wir uns auf die Kraftwerkinsel. Wir sehen eine Wagenburg. Das sind wohl Fahrende, die sich da niedergelassen haben. Weil wir ansonsten jedoch keinen treffenden Anlass finden konnten, fahren wir doch zur Wagenburg. Siehe da, René und Isabelle stehen da, in ‚Vollschmuck‘, wie es sich für ein Hochzeitspaar geziemt. Wir kommen gerade rechtzeitig, um die Darbietungen von René’s Fasnachtsclique anzuhören. Schön, sehr schön! Mit unserem Auftritt in Velomontur wurden wir ungläubig mehrmals vom Personal gefragt, ob wir hier dazu gehören. René und Isabell, herzlichen Dank, viel Glück auf dem gemeinsamen Lebensweg!