2. Samschdigstour 23.02.2019 – Möhlin Jet

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Heute geht die Tour rheinaufwärts nach Mumpf. Die Strecke ist zwar als eher flach zu bezeichnen, allerdings ist um diese Jahreszeit, vor allem bei schönem Wetter, mit dem „Möhlin Jet“, einem kräftigen Südostwind, zu rechnen. Ein Wetterphänomen welches sogar mit einem Eintrag in die Wikipedia Enzyklopädie aufwarten kann.

Zu dieser Fahrt erscheinen André, Bruno, Daniel, Gianni, Mike, René Geiser, Rene Gysin und Hanspeter. Sowohl Bruno wie die beiden René meldeten an uns ein Stück zu begleiten, ebenso kündigte Daniel an uns in Rheinfelden zu verlassen um seiner eigenen Wege zu ziehen.

Irgendwie war es auch die Tour der verkehrten Vorzeichen da steht, übrigens zur Freude aller Teilnehmer, ein MTB-ler mit seinem Gravelracer am Start wohingegen Mike plötzlich mit einem MTB daher kommt. Wollte er wohl diesmal sicher sein keinen Plattfuss einzufangen? Nein sein Rennvelo befindet schlicht und einfach im Service.

So reihten wir uns zur Fahrt Richtung Grenzach ein. Den unbefestigten Weg am Hörnli haben wir uns angesichts der frisch geputzten und glänzenden Velos geschenkt. Dem Einkaufstumult in Grenzach sind wir durch das wenig befahren Industriegebiet ausgewichen. Als Erster liess uns in Grenzach-Wyhlen, wie angekündigt, René Gysin ziehen. Nach der Rheinüberquerung über das Kraftwerk Kaiseraugst verabschiedeten sich auch Bruno und René Geiser.

Als Quintett kämpften wir gegen den nun deutlich spürbaren Gegenwind weiter Richtung Rheinfelden wo der nächste angekündigte Abgang durch Daniel erfolgte. Auf der Ebene zwischen Rheinfelden und Möhlin blies dem verbliebenen Quartett der Gegenwind nun mit voller Wucht entgegen. Je näher wir Möhlin kamen desto klarer wurde uns weshalb dieser Wind Möhlin Jet heisst. Er bläst uns tatsächlich vor und um Möhlin herum mit der gefühlt stärksten Kraft entgegen. Eine Unterhaltung war bei diesem konstanten Rauschpegel fast nicht mehr möglich. Wir nehmen das als Einstimmung auf die schon bald wieder anstehenden belgischen Frühjahrs-klassiker, so muss sich das in den Ardennen wohl anfühlen.

Nach dem kurzen Anstieg vor Möhlin biegen wir rechts ab um nach Zeiningen zu gelangen. Im Schutz des Dorfes können wir uns etwas erholen und auch auf der Verbindungsstrecke nach Zeiningen befinden wir uns auf windgeschützterem Terrain. In Zeiningen klettern wir durch das Industriegebiet zur Anhöhe hoch wo wir uns direkt neben der Autobahn wieder voll im Wind befinden. Nicht mehr weit und wir haben unseren Wendpunkt Mumpf erreicht.

Dem Rhein entlang fahren nach Wallbach. Was hört eigentlich wo auf und was fängt wo an?

Zur eigenen Verwunderung fand der Tourenleiter in Wallbach den vorgesehenen Weg, über die weitgehend verkehrsfreie Anhöhe, nach Möhlin auf Anhieb. Auf freiem Gelände bekamen wir nun den Wind in angenehmer Weise von hinten zu spüren und sogar zur Anhöhe rollte es beinahe von selbst. Würde ein Rennvelo über einen Segelmast verfügen wären wir, nach setzen des Grosssegels, wohl ohne einen einzigen Tritt nach Hause gekommen. Aber auch so rollte es von der Anhöhe, in einer langgezogenen Abfahrt, in flottem Tempo Möhlin entgegen, wo wir am Batapark an einem Stück Schweizer Industriegeschichte vorbeifuhren. Über das Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt verlagerten wir uns wieder auf die deutsche Rheinseite. Allerdings wurden wir auf dem Kraftwerk durch einen vor uns fahrendes Pace Car, in Form eines älteren Herrn auf einem Damenrad, welcher in einem als Sozius dienenden Korb, seinen Hund als Beifahrer mitführte, etwas ausgebremst. Immerhin hatten wir dabei die volle Aufmerksamkeit des Hundes. Schon bald war Rheinfelden erreicht. Nach Durchfahrt bestens bekannter Gefilde endete die Fahrt schliesslich wieder in Riehen.

Unseren besonderen Respekt hat sich sicher Mike, der die ganze Strecke mit seinem MTB absolviert hat, verdient. Vielleicht sollte man ihm ein paar extra Kilometer gut schreiben.