22. Samschdigstour – Durch's Elsass

Von André Fürbringer

Dieses Wochenende habe ich den Job von Hanspeter übernommen, da er 2 Wochen in den Ferien weilte meinte ich. Als ich auf den Dorfplatz eingetroffen bin waren da bereits, Hanspeter (früher von den Ferien nach Hause gekommen, da er dem Verkehr ausweichen wollte), Martin, Bruno, Pascal, René und Urs Zwahlen (was für eine Überraschung, mal nicht mit Zügeln beschäftigt!) und meine Wenigkeit.

Meine Planvorbereitung für diese Tour hatte ich schon vor 2 Wochen gestartet und bin diese mit dem Roller zur Besichtigung abgefahren. So konnte ich es vermeiden auf irgendwelche Irrleitungen zu treffen. Unsere Tour führte uns über Allschwil-Busschwiller-Folgensbourg-Jettingen-Heimersdorf-Bisel-Moernach-Ferrette-Raedersdorf-Rodersdof-Leymen-Bättwil-Biel-Benken-Oberwil-Binningen wieder nach Riehen.

Bruno begleitete uns bis nach Hégenheim und verliess uns dann in anderer Richtung. Pascal musste aus Zeitgründen nach Heimersdorf ebenfalls den Rückweg antreten. Da waren's nur noch fünf, die die Fortsetzung der Route in Angriff nahmen. Das kupierte Gelände war herrlich zu fahren und auch die Strassen waren fast Autofrei. Urs wollte zwar schon früh einen weiteren Frühschoppen zu sich nehmen und kommentierte es meistens mit den Worten, alles Klasse, herrlich ausser dieser Tour… Spass musste natürlich sein und bis zum Café Halt in Ferrette waren es doch gegen 60 Kilometer.

Nun folgte die nächste Rampe hoch und hinab Richtung Sondersdorf bevor wir nach Kiffis kamen wo uns der Blochmont erwartete, hier noch eine Anmerkung:

Die Belagerung durch die Basler



Der Rat Basels wollte die laufenden Friedensverhandlungen in Breisach nicht gefährden und zögerte Blochmont zu belagern. Schon der vorangegangene Überfall war nicht im Sinne vieler Ratsherren. Die Zünfte strebten aber die Einnahme der Burg an und übten Druck auf den Rat aus. Am 27. April 1449 schufen die Zünfte schliesslich vollendete Tatsachen und hängten nach der Messe die Zunftfahnen auf ihren Zunfthäusern aus - das militärische Aufgebot für die Zunftbrüder.

Die Metzger, die sich schon beim Auszug nach St. Jakob 1444 hervorgetan hatten, sollten auch hier unter den ersten sein die zu den Waffen griffen. Ihnen folgte die Zunft zu Weinleuten und die Zunft zu Spinnwettern und weitere. Der Rat rief vergebens zur Ruhe, die Zünfte wollten und forderten den Ausmarsch gegen Blochmont. Schliesslich liess auch der Rat am Abend das Banner aushängen. Gegen drei Uhr früh zogen die Basler aus um die Burg Blochmont zu belagern.

Um zu verhandeln und allenfalls Hermann von Eptingen zur Aufgabe zu bewegen, sei am zweiten Tag der Belagerung Rudolf von Ramstein (gestorben 1459) bei den Baslern erschienen. Diese waren einer gütlichen Lösung offenbar nicht geneigt. Sie seien gekommen um sich Leib und Gut des Eptingers zu holen. Auch von den breisacher Verhandlungen kamen Boten die nichts auszurichten vermochten. Die Belagerer untergruben die Burgmauern um sie zum Einsturz zu bringen.

Blochmont ergibt sich

Hermann von Eptingen erkannte seine aussichtslose Lage. Auch wusste er dass er und seine Burgbesatzung Gefahr liefen umgebracht zu werden wenn die Burg erst einmal gefallen war, so wie dies damals häufig üblich war. Unter der Bedingung, dass sein Leben geschont würde ergab er sich am dritten Tag der Belagerung den Baslern. Diese forderten jedoch mehrheitlich seinen Tod, so dass es nur mühsam einigen Besonneneren gelang ihn und seine Männer zu retten.

Vor ihrem Auszug nach Blochmont hatten die Basler Bern und Solothurn um Hilfe gebeten. Ein solothurner Kontingent war im Anmarsch, traf dann aber erst kurz nach der Kapitulation ein. Die Basler hatten bereits beschlossen den Eptinger und seine Leute leben zu lassen und es den Sechsern des Rats in Basel zu überlassen ein Urteil zu fällen. Wären die Solothurner etwas früher gekommen, hätte sich sehr wahrscheinlich eine sofortige Hinrichtung durchgesetzt.

Ihren Zorn liessen die Basler jedoch an der Burg Blochmont aus, die sie in Brand setzten und zerstörten. Hermann von Eptingen habe angeblich mit Tränen in den Augen zugesehen und sich gewünscht nie geboren worden zu sein um solches Leid sehen zu müssen. Immerhin wurde sein Leben und das seiner Männer geschont. Anstatt sie hinzurichten, habe man sie in einem demütigenden Zug nach Basel geführt wo sie in "zwo kefi" in den Kerkern des Spalenturms eingesperrt wurden.

Keiner der Tourenfahrer wollte sich natürlich ergeben und die Meisten hatten gar keine Zeit sich so etwas durch den Kopf gehen zu lassen. Alle meisterten den Aufstieg mit Bravour. Dafür wurden wir jetzt mit einer rasanten Abfahrt belohnt bevor es nochmals eine kleine Rampe nach Wolfschwiller hochging.

Jetzt gab's kein Halten mehr und die Abfahrt belohnte uns für die Strapazen. In einer zügigen Fahrt ging es Richtung Leymen bis Urs noch ein paar Höhenmeter einbauen und nicht den Weg direkt nach Therwil fahren wollte. Auch okay dachte ich mir. Mit dieser kleinen Zusatzschlaufe schafften wir es nach 105.75 km, 1249 hm, 2:36 h. Aufstieg, 1:35 h. Abstieg und 26:18 min in der Ebene wieder nach Riehen.

Glücklich und mit schönen Eindrücken vor allem Landschaftlich, Häuserbau und wie hügelig das Elsass ist, erreichten wir das Café Suter im Rauracherzentrum zusammen. Da war auch Urs happy und freute sich, dass keine weitere Organisation von meiner Seite ansteht mit dem Kommentar, alles Klasse gewesen aber diese Tour war…..(schmunzelnd).