5. Samschdigstour 23.03.19 – Wo fahren Sie denn? Wo fahren Sie denn hin?

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer, Video von Mike Hugentobler

Frei nach Loriot aber nach wahren Begebenheiten. Darsteller André, Bruno, Claude, Martin, Martin, Mike, René, Volker. Ein kurzes Wegstück wurden wir noch von Marion begleitet. Sie kam vorbei, um Hallo zu sagen und uns mitzuteilen, dass die bestellte Clubbekleidung, am nächsten Clubhock, zur Abholung bereitsteht. In einem ersten Abschnitt verlagert sich der ganze Tross über die Palmrheinbrücke auf die elsässische Rheinseite. Bei mir war im Hinterkopf immer noch dieser tiefergelegte Schachtdeckel irgendwo zwischen Rosenau und Kemps. Im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses wollte ich, diese im letzten Jahr noch übersehenen und bei den Nachfolgenden zu heftigen Schlägen in Kreuz und Handgelenke führende, Absenkung unbedingt grosszügig umfahren. Zumindest dieser Teil des Planes ist gelungen. In einem der nachfolgenden Kreisel verpasste dann Bruno die Ausfahrt. Wahrscheinlich wähnte er sich an einem Bahnrennen. Wir hoffen er möge irgendwann die Ausfahrt Richtung Heimat gefunden haben und drehe nicht immer noch in besagtem Kreis seine Runden.

Kurze Zeit später wurde die Ausfahrt in Niffer zu einer kleinen Irrfahrt. Irgendwie war ich, als Elsass unkundiger der Meinung, vor Niffer die Brücke überqueren zu müssen, um dem Kanal entlang zu fahren. Die Brücke aber war gesperrt, kein Durchkommen. Im Nachhinein Gott sei Dank. Wir wären, zwar nicht völlig, aber trotzdem falsch gewesen. Deutlicher wie mit dieser radikalen Wegsperrung hätte man mir dies nicht begreiflich machen können. Trotzdem wollte ich es immer noch nicht glauben, weshalb wir ein kurzes Stück zurück fuhren um zu sehen, ob nicht doch noch ein Wechsel auf die andere Kanalseite möglich wäre. Dem war nicht so. René ermutigte uns dann zu einer Weiterfahrt durch die nachfolgenden Dörfer. Schon in Niffer war, durch eine erfreulich gute Markierung, der Radweg auszumachen. Übrigens hatte ich mich bei Kurt schon im Vorfeld nach dem Weg ab Niffer erkundigt. Aufgrund seiner umgehenden Antwort hätte ich merken müssen, die Brücke kann man getrost links liegen lassen. In der nächsten Ortschaft Petit-Landau zwang uns die Route zu einem kleinen Hauseckenrennen. René meinte, das sei gewollt, so seien wir gezwungen, uns «d’Hislé» anzuschauen.

In Homburg führte das Übersehen eines kleinen grünen, nach links zeigenden, Pfeiles zum nächsten Abenteuer. Die Strasse, anfänglich noch geteert, wurde mehr und mehr zu einem löchrigen, von einzelnen Teersegmenten zusammengehaltenen, irgendwas. Für das Elsass erschienen uns selbst solche Strassenverhältnisse nicht für unmöglich. Also gingen wir diesen Weg gemeinsam bis zum Ende. Dieses offenbarte sich uns in Form eines beginnenden Feldweges. Nun war klar, wir sind falsch. Also, der ganze Eiertanz, zwischen den riesig erscheinenden Strassenlöchern, zurück. Der neben mir fahrende Martin (Schmutz) knallte sich, mit dem Vorderrad, selbst einen Stein ans Scheinbein. War das die Strafe dafür, dass er als einziger den Pfeil gesehen hatte, uns aber nicht von dieser Paris-Roubaix-Einlage abhielt? Trotz aller Widrigkeiten war es bis hierhin eine schöne, beinahe autofreie Fahrt, bei herrlichem Frühlingswetter. Man nahm das Ganze mit viel Humor, die Stimmung hätte besser nicht sein können. Verkehrstechnisch blieb das bis Bantzenheim so, wenig Autos und separate Velowege. Ausgangs Bantzenheim mussten wir von der D468, übrigens eine der beiden von Kurt vorgeschlagenen Routen, auf die D39 wechseln, diese führt geradewegs nach Chalampé und damit zur Rheinbrücke nach Neuenburg.

Der nächste ungeplante Halt erfolgte zwischen Neuenburg und Steinenstadt. André sass auf einem schleichenden Plattfuss. Mit vereinten Kräften wurde der Defekt zügig behoben. Nach all den Vorkommnissen witterte René nun einen vierseitigen Tourenbericht, ich habe mich nun doch etwas kürzer gefasst. Für eine einzige Tour sollte dann doch nicht die ganze Festplatte belegt werden. Zum Austoben und Loswerden der letzten Reserven musste die einzige Erhebung des Tages, die Steigung vor Bamlach hinhalten. Ein jeder konnte, nach Lust, Laune und Möglichkeiten, seine derzeitigen Grenzen bzw. seinen Formstand ausloten. In der Ortschaft Bamlach wurde bis zum Zusammenschluss gewartet und in geordneter Formation erreichten wir Efringen. Nach kurzer Rückfrage wurde, zu einem Abschlusstrunk, der Yachthafen in Märkt angesteuert. Nachdem sich alle, mit dem Getränk ihrer Wahl erfrischen konnten, erteilten wir Martin (Wüthrich) Geleitschutz bis Friedlingen, ab da musste er sich noch bis nach Therwil durchkämpfen. Die verbliebene Gruppe musste sich noch durch die Shoppingmeile in Weil kämpfen. Am Samstagabend nicht ganz Ohne, fördert aber Gleichgewichtssinn, Reaktionsvermögen und Velobeherrschung ungemein. In Riehen angekommen lagen 85, nicht ganz ereignislose, Kilometer und ein paar wenige Höhenmeter hinter uns. Eine Fahrt unter perfekten frühlingshaften Bedingungen, welche dem Tourenleiter erneut Potential zur Verbesserung bietet.