6. Samschdigstour vom 28.04.2018 – Für jede(n) etwas

Von René Altorfer

Es gibt Strecken, die sind wie zugeschnitten für kräftige Roller, mit ihren dicken Waden. Andere Parcours lassen federleichte Bergziegen in die Höhe schnellen, während die Sprinter nach Luft japsen. Die heutige Ausfahrt bot schlicht Alles, ob Bergfahrer, Roller, Abfahrer oder Allrounder – alle kamen auf ihre Rechnung.

Kurz nach 13:00 starteten, Bruno, Urs, René (Geiser) René Altorfer (Schreiberling), Ben, Harald (unser Neumitglied), Gastfahrer Hanspeter Brack und, last but not least, die beiden Damen Alice und Johanna, Erstere mit neuem High-Tech Rad. Nach einer taktischen Schlaufe via Schänzli und G80, die zum Ziel hatte, kurz vor der Holzbrücke in Münchenstein, unseren Tourenleiter Kurt ins Feld zu saugen, ging’s in zügigem Tempo via Muttenz, Pratteln und Frenkendorf nach Liestal. Dort sorgte die Streckenführung beim Schreiberling für etwas Verwirrung. War nicht was von Büren im Streckenplan gestanden? Dann geht’s doch nach rechts? Aber nein – unser Tourenleiter hat sich für den herrlich milden Frühlingstag was ganz Besonderes ausgedacht.

Über Schleichwege fahren wir parallel zur Frenke (endlich weiss ich, woher Frenkendorf seinen Namen hat) nach Bubendorf, wo uns ein Wegweiser mit der Aufschrift «Seltisberg» von der Hauptstrasse weg nach rechts führt. Was mir als Übermittlungs-Warmduscher wenig sagt, lässt bei jedem Basler Infanteristen das Herz in die Hose fallen, denn die kennen die Steigungsprozente, welche es zu überwinden gilt, wenn man in eben diesem Seltisberg ankommen möchte. Bald schon bäumt sich die Strasse gefühlte 20% vor einem auf und ich frage mich, was wohl unseren Kurt geritten hat, als er diese Rampe auf das Menu gesetzt hat? Natürlich war es im Nachhinein ein Genuss dort hochgefahren zu sein, und ich kann an dieser Stelle nur ein riesiges Kompliment an unseren Tourenleiter aussprechen, der mit leichter Atmung und völlig entspannt (die Übertreibung kennt keine Grenzen, KK) am Seltisberger Dorfbrunnen eingerollt ist.

Dann folgte eine erste tolle Abfahrt via Lupsingen nach Büren, wo uns die nachfolgende Steigung bis Seewen, nach absolvierter Seltisberger Rampe, schon fast flach vorkam.

Eine kleine Plauderfahrt über Bretzwil nach Nunningen läutete dann die Stunde der Roller und Abfahrer ein. Unser Gast «Hampe» machte, unterstützt von Kraftpaket Ben, mächtig Dampf an der Spitze, und der Schreiberling versuchte irgendwie dran zu bleiben. Dass das horrende Tempo gelegentlich mal zu einem Loch im Feld geführt hat, war nur logisch. Zu guter Letzt kamen dann auch noch die Bremsklötze auf ihre Rechnung, und in der Schlussabfahrt nach Grellingen machte sich das Testosteron nicht nur bei den Männern bemerkbar…

Ein gemütlicher Hock in der Gartenbeiz bei der Minigolfanlage in Aesch rundete die durchwegs gelungene Ausfahrt ab und alle fuhren glücklich und zufrieden nach Hause. Leider bis zur G80 entlang der Hauptstrasse, da der Radweg entlang der Birs immer noch gesperrt ist. Dies soll keine Klage sein – mehr einen Hinweis an alle Radkollegen (Sorry guys, ich hatte eigentlich vor, euch auf das Weglein entlang der Bahnlinie aufmerksam zu machen. Vielleicht hat die Gedankenfrische doch gelitten, KK).

75 km, knapp 800 Höhenmeter und ein Schnitt von 24 km/h standen schliesslich zu Buche. Werte die irgendwie doch ein wenig stolz machen, wenn auch klar das Vergnügen, die Kameradschaft und das unfallfreie Fahren im Vordergrund stehen sollen.