8. Samschdigstour 13.04.2019 – Unterwegs mit Aiolos

Von Hanspeter Brack, Fotos von André Fürbringer

Bezüglich Temperatur waren sich die diversen Wetterportale schon während der ganzen Woche einig, kalt soll es werden. So kam es auch, es war im Februar schon definitiv wärmer. Währenddessen André sein neues Clubtrikot mit einer wärmenden Jacke verhüllte, eilte Urs nochmals nach Hause, um eine zusätzliche Schicht zu holen. Der bereits wartende Hansjörg wandte sein Erfolgsrezept von vergangenem Samstag erneut an, kurze Hose über Lange. Für Urs, der sich dieses Jahr auf die grossen Rundfahrten konzentrieren möchte, wird es langsam Zeit seinen Formaufbau voranzutreiben. Das stundenlange Verfolgen der TV-Live Übertragungen wird viel Kraft kosten. Scherz beiseite. Kommen wir zur Einschreibung der noch nicht erwähnten Teilnehmer, die da wären Sonja, Martin, Martin, Pascal, Volker and myself.

Wie schon erwähnt war heute, nicht zuletzt den prophezeiten kalten Witterungsbedingungen geschuldet, eine Ausfahrt mit moderatem Profil angesagt. Diese führte uns ab Binzen durch das Kandertal, wie könnte es anders sein, nach Kandern. Aiolos, der uns frostig und kräftig entgegenblasende Gott des Windes, belehrte uns, dass flach nicht mit widerstandslos gleich zu setzen sei. Als treuer Begleiter half es uns, auch auf dem weiteren Streckenverlauf, Riedlingen, Liel, Schliengen bis nach Müllheim, den für unsere Beinmuskulatur grösstmöglichen Trainingsefekt zu erzielen.

Aufmerksame Beobachter dürften nun bereits bemerkt haben, Müllheim war doch gar nicht auf dem Streckenplan. Stimmt. Vorgesehen war bei Auggen in Richtung Neuenburg abzubiegen, um so via Steinenstadt wieder retour zu fahren. Nun war aber bei Auggen die Brücke, welche wir hätten nutzen müssen, wegen Bauarbeiten gesperrt. Das hatten wir doch auf der anderen Rheinseite kürzlich auch schon. So wurden wir also gezwungen, unsere Fahrt bis Müllheim auszudehnen. Immerhin wissen wir nun, wo sich dort der Bahnhof befindet. Das kann ja vielleicht auch mal nützlich sein. Um auf die andere Seite der Geleise zu kommen, stand uns eine Bahnhofsunterführung zur Verfügung. Zum Glück stand dort lediglich Radfahrer und nicht Rennradfahrer absteigen. So konnten wir also diese Passage ohne abgelaufene Schuhplatten absolvieren.

Allerdings erforderten die dort angebrachten, sich leicht überschneidenden und nur einen schmalen Durchgang freigebenden, Sicherheitsbügel einiges an Balance und Fahrgefühl. Voller Zuversicht, Steinenstadt nun doch noch zu erreichen, fuhren wir nun weiter. Wie sich aber schon bald zeigen sollte, war das heute einfach nicht möglich. Wir mussten nämlich zur Kenntnis nehmen, nicht nur an der Brücke, auf deren anderer Seite wir uns nun endlich befanden, wurde gebaut, sondern auch auf der dahinter weiterführenden Strasse. Kurz darauf war den ganz aufmerksamen Teilnehmern nicht entgangen, dass wir uns bereits wieder auf kurz zuvor durchfahrenem Gebiet befanden. Wie näherten uns ab Auggen nämlich bereits wieder Schliengen.

Auch Aiolos war übrigens noch da, allerdings gewährte er uns nun einen gewaltigen Schub von hinten und so war die restliche Rückfahrt zügig und locker zu absolvieren. Auf der Ebene zwischen Rheinweiler und Kleinkembs war Urs der Meinung, etwas Bewegung ins Feld bringen zu müssen und so zogen wir das Tempo kontinuierlich bis auf Maximalspeed an. Schon bald aber brachen wir dieses Unterfangen lachend, Jungs halt, nach Aus- und Zurufen von hinten, ab. Das war’s dann aber, wie auch Sonja erkennen durfte, mit der Tempobolzerei für diesen Tag. Mit einem kurzen Umtrunk im Sängerstübli ging diese Ausfahrt zu ende.

75 km / 349 hm