17. Samschtigstour 06.07.19 – Nei schöner als im Baselbiet…

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

…chas währli niene sy – So schrieb es Wilhelm Senn in seinem Baselbieter Lied Anno 1865 nieder. Für uns, der Zunft ‘zur glänzenden Speiche’ angehörend, könnte es hin und wieder auch heissen „nei steiler als im Baselbiet chas währli niene sy.

Das wurde uns anlässlich dieser Tour, welche uns alle, teilweise, über bisher unbefahrenes Terrain führte, gnadenlos vor Augen geführt. Uns heisst in diesem Fall André, René, Mike und Hanspeter, um 8:39 Uhr in Riehen gestartet, sowie Kurt der seine Soloflucht in Pfeffingen begann. Bei der Hülftenschanze wurde der Ausreisser gestellt, die Temperatur war zu diesem Zeitpunkt sehr angenehm, der leicht bedeckte Himmel liess allerdings bezüglich einer trockenen Ausfahrt leichte Zweifel aufkommen. Mit einem einzigen Satz „wir werden trocken nach Hause kommen“ erschlug René mit absoluter Bestimmtheit jegliche Zweifel. Er sollte Recht behalten.

Liestal haben wir schnell hinter uns gelassen und die Fahrt über die verkehrsfreie Strasse nach Bubendorf war einfach ein Genuss. Durch das Fünflibertal ging es weiter bis Ziefen wo sich uns auch schon die erste und gleichzeitig längste Steigung des Tages in den Weg stellte. Diese sollte uns anfänglich noch moderat und langezogen steigend gegen Ende hin aber eher ruppig werdend, in das schöne aber eben hoch gelegene Arboldswil führen. Das war aber noch nicht das Ende der Fahnenstange beziehungsweise der „Kraxelei“. Nach einer kurzen Höhenfahrt war Ausgangs Titterten nochmals eine respektable Wand zu erklimmen. Zusammen mit André konnte ich mich leicht absetzen, von der Schimpferei hinter unseren Rücken haben wir erst im Nachhinein erfahren. Wenn man im Baselbiet den Sprung auf neue Wege wagt kann halt auch mal sowas dabei rauskommen. Für alle die im letzten Jahr die Fahrt nach Seltisberg noch in Erinnerung haben, so schlimm war’s nicht.

Das Dach der Tour war nun erreicht und vorerst stand nun die berauschende Abfahrt nach Oberdorf auf dem Programm. Kurt verabschiedete sich von uns und stürzte sich in die Abfahrt, er wollte ab Bubendorf die Heimreise auf direktem Weg antreten. Wir genossen noch ein wenig die Höhenluft. André gab uns die bisher gefahrenen Höhenmeter bekannt, „siebenhundertundeinpaarungrade“. Soso Riehen liegt auf 278 Meter Titterten auf 668 Meter, es sollte sich dann aber später herausstellen, es war die Höhe über Meer gemeint und damit waren dann wieder alle einverstanden.

Mit den ersten Regentropfen nahmen nun auch wir die Abfahrt unter die Räder. Für die nächsten Kilometer sollte uns der Regen auch noch ein wenig begleiten. Für wirklich nasse Strassen reichte es glücklicherweise nie, denn das Nass verdampfte grösstenteils vor Aufprall auf dem Asphalt. Auf dem rumpligen Veloweg zwischen Niederdorf und Hölstein wurden wir hin und wieder ordentlich geschüttelt aber immerhin nicht auch noch gerührt. Anlass genug für uns, das Waldenburgertal zu verlassen, um uns über die Bennwilerstrasse nach Diegten zu verschieben.

Den Weg in die regenfreie Zone mussten wir uns zuvor aber noch mit der Bezwingung der Höchachersteigung verdienen. Dieser zweite Anstieg des Tages, nicht zu vergleichen mit dem bereits erlebten, war schnell bezwungen und schon befanden wir uns in der Anfahrt zur letzten nennenswerten Kletterpartie. In Diegten hiess es nämlich unmittelbar nach dem Restaurant Hirschen scharf rechts in die Känerkinderstrasse abbiegen. Es erwartete uns nochmals ein kurzer aber knackiger Anstieg, welcher das Feld wieder etwas auseinanderriss. Nach erfolgtem Zusammenschluss verliessen wir die Känerkinderstrasse um über die Ringackerstrasse und Sonnenbergweg, auf dem Höhenzug bleibend, Wittinsburg anzufahren.

Auf den letzten Anstieg folgt natürlich auch eine letzte Abfahrt und die brachte uns hinunter ins Homburgertal. Auf Anregung von Mike beabsichtigten wir in Sissach einen kurzen Verpflegungshalt hinzulegen, geschlossene Restaurants und ein Blick zum Himmel liess uns diesen Zeitpunkt noch etwas Richtung Basel verlagern. Während der Himmel über Sissach, trotz Sonnenschein, bedrohlich grau war versprach uns der Blick Richtung Basel sonnigere Aussichten. Nachdem die Einkehr dann in Lausen stattgefunden hatte, ging es anschliessend zügig nach Hause. Nach gefahrenen 84 km und 876 hm erreichten wir, mit uns und der Welt zufrieden, wieder unseren Ausgangspunkt.