18. Samschtigstour 13.07.19 – Gutedel-Tour

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Die Tour führte uns durch die Anbaugebiete in denen die Gutedeltraube seit 1780 beheimatet ist. Zu diesem Zeitpunkt nämlich wurde sie vom badischen Markgrafen Karl Friedrich von Baden aus Vevey importiert. Wer hat’s erfunden? Vor der Fahrt durch, um und entlang den Rebbergen galt es einmal mehr das Kandertal zu durchfahren um in Kandern die Strasse Richtung Badenweiler unter die Räder zu nehmen und damit gleichzeitig die Höhenmeter des Tages zu absolvieren.

Der Start war auf 9.00 Uhr angesetzt, Kurt, André mit Tochter Bianca und Volker folgten dem Aufruf, mit meiner Wenigkeit, immerhin ein Quintett. Die Fahrt bis Kandern verlief zügig und könnte unter dem Motto „Kurt is Back“ in die Clubgeschichte eingehen. Erfreulich wie der wiedererstarkte Kaiser auf ebenem Terrain Tempo halten kann und am Hinterrad klebt wie eh und je. Da nützte auch das tiefstapeln nichts, die Karten sind aufgedeckt. Die nächste Station nach Kandern hiess Sitzenkirch, Basisstation zum Aufstieg auf die St. Johannesbreite der ersten und zugleich auch anspruchvollsten von drei aufeinanderfolgenden Steigungen. Anschliessend eine kurze Abfahrt und gleich hinein in den nächsten Anstieg. Für die nächsten paar Kilometer hatten wir den Genuss durch einen traumhaften, kräftigen Mischwald zu fahren. Auf der rechten Strassenseite verliehen teilweise meterhohe, noch vom Regen der vergangenen Nacht benetzten Farne einen Hauch von Mystik. Vielleicht hatten das die Erbauer von Schloss Bürgeln auch so empfunden als sie seinerzeit ihr Refugium oberhalb dieses Waldes erbauten. Für alle die das Schloss nicht kennen, es kann besichtigt werden und eine Führung ist amüsant und empfehlenswert.

Das Spiel von vorhin, Abfahrt Aufstieg wiederholte sich, allerdings war die dritte und letzte Steigung nochmals kurz und knackig. Belohnt wurden wir dann mit einer langen Abfahrt nach und durch Badenweiler hindurch. In Badenweiler machte mich Kurt, beim Vorbeifahren, auf die Strassenmarkierungen aufmerksam. Wer kann die bei diesem Tempo schon lesen? Scherz beiseite, sicher waren wir etwas zu schnell, aber natürlich hatten wir trotzdem die gebotene Vorsicht walten lassen und uns nicht kopflos durch den langsam erwachenden Kurort hinuntergestürzt. In Niederweiler ging es rechts ab und wir befanden uns in den Hängen wo Gutedel und Burgunder gedeihen.

Uns wurde eine vom Motorverkehr befreite, grosszügig angelegte, mitten durch Reben verlaufende Strasse zu Verfügung gestellt. Leider war auch dieser Abschnitt viel zu schnell absolviert und im Handumdrehen befanden wir uns in (schon mal gehört?) Dattingen, ein kleines Winzerdorf auf dem Weg nach Buggingen. Zwischen Buggingen und Giessheim gönnten wir uns dann, indem wir auf einen so ausgeschilderten Radweg einbogen, noch einen Erlebnispfad. Natürlich wussten wir nicht was uns erwarten würde. Am besten beschreiben lässt es sich mit einem Hauch „Strade Bianche“ jenem Rennen welches über weite Teile auf unbefestigten Strassen in der Toscana ausgetragen wird. Wenn da nicht zu allem Überdruss auch noch diese zertrümmerte Flasche auf dem Schotter gelegen hätte wäre auch alles gut gegangen. So aber dauerte es nicht allzu lange bis der erste und glücklicherweise auch letzte Defekt angezeigt wurde. André war der Auserkorene. Gemeinsam war aber auch dieses Malheur im Schatten eines Kirschbaumes schnell behoben. Die heruntergefallen, weil nicht abgelesenen, Kirschen klopften wir uns übrigens noch auf dem Dorfplatz in Riehen aus den Schuhen.

Zur allgemeinen Erleichterung ging die Strasse auch schon bald von unbefestigt zu befestigt über und via Steinenstadt erreichten wir Bad Bellingen wo eigentlich ein Verpflegungshalt mit Kuchen oder so vorgesehen war. Wegen zu geschlossen, daraus wurde also nichts. Nächste Option Restaurant Blume Kleinkems. Etwas zu trinken erhielten wir gerade noch, Kuchen aber erneut Fehlanzeige. Mittagessen wäre möglich gewesen, Dessert demzufolge aber nicht. Eigenartig, irgendwie nichts Ganzes und nichts Halbes. Von einem Mitglied des Radrennclub Basels, der mit seinem E-Bike anwesend war, wurden wir angehalten schön rechts zu fahren damit er dann später problemlos an uns vorbeiziehen könne. Wir warten heute noch.

Wie bereits erwähnt klopften wir uns nach 90 Km durchsetzt mit 582 Hm beim Verabschieden noch die letzten Kirschen von den Schuhsolen.