19. Samschtigstour 20.07.19 – Ganz hundert

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Für unserem Sport nicht nahe Stehende erscheinen wir die wir uns wöchentlich, viele sogar mehrmals, auf zwei Rädern abstrampeln zuweilen schon für nicht ganz hundert. So war es für mich, vor allem angesichts der schwachen Teilenehmerzahlen der vergangenen Ausfahrten, schon ein gewisses Wagnis erstmals eine Tour mit dreistelliger Kilometer- und vierstelliger Höhenmeterzahl auszuschreiben.

So war ich dann äusserst gespannt wie viele Teilenehmer zu dieser Tour erscheinen werden. Punkt neun Uhr war das Rätsel gelöst, zwei Gastfahrerinnen (Samira und Bianca) sowie acht Clubmitglieder (André, Gianni, Martin S, Mike, René, Volker und Hanspeter) wollten sich als ganz hundert qualifizieren. Bruno machte uns, an einem Finger mit einer sauberen Zickzacknaht verziert, ebenfalls seine Aufwartung um uns ein Stück des Weges zu begleiten. Auf dem Weg nach Liestal sammelten wir den von Therwil direkt gestarteten Martin W noch ein und damit war die Zehnergruppe komplett.

In Liestal selbst waren noch ein paar Hindernisse in Form von unkoordinierten Autofahrern zu umschiffen (umfahren könnte falsch verstanden werden)bevor wir uns auf dem Veloweg nach Bubendorf abseits des Verkehrs bewegen durften. Mittlerweile ist es tatsächlich möglich über eine manchmal zwar etwas enge und teilweise auch holprige, als Radweg gekennzeichnete, Verbindung das ganze Waldenburgertal zu durchfahren. Genauso erreichten wir den auch Waldenburg wo bereits im Dorf die Steigung hinauf zum oberen Hauenstein ihren Anfang nimmt. Eine Steigung in der man, den Tritt einmal gefunden, diesen auch bis oben gleichmässig durchziehen kann. So war dann auch jeder erstmal mit suchen beschäftigt was naturgemäss zu einer Auflockerung des Feldes führte. Gianni auch Motörchen genannt hisste als erster oben in Langenbruck die Flagge. Zwischendurch wurden wir von einem laut hupenden, unartikulierte Laute von sich gebenden, Autofahrer überholt. Knallfrosch halt, daran haben wir uns mittlerweile ja schon gewöhnt. Da alle korrekt rechts und hintereinander fuhren kann es daran wohl nicht gelegen haben.

In Langenbruck gab es für die Gipfelstürmer auf dem Kulminationspunkt einen Halt, für die Einen länger für die Anderen etwas kürzer. Mit der Abzweigung nach Bärenwil stand uns nochmals ein kurzer Anstieg bevor. In Bärenwil war erneut ein, diesmal aber unfreiwilliger, Halt angesagt. André war gar nicht erst aus Langenbruck raus gekommen. Erneut zwang in ein Plattfuss seine mittlerweile erworbenen Kenntnisse im Schlauch wechseln zu vertiefen. Moralisch unterstützt dabei wurde er von Martin W, derweil Martin S langsam etwas unruhig wurde. Sein Fahrplan drohte in Gefahr zu geraten. Als ich retour fuhr kamen mir die Vermissten auf halbem Weg bereits entgegen, es konnte also vermeldet werden „gruppo completamente“. Aufgereiht wie auf einer Perlenschnur absolvierten wir in der Folge die wunderschöne und rasante Abfahrt durch die Teufelsschlucht oder „Tüfusschlucht“ wie sie in bestem Gäuer Dialekt heisst. Da muss in Hägendorf vor dem Kreisel wirklich hart in die Eisen gestiegen werden, der Bremsweg ist nicht sehr lang.

Eine Ehren- oder Dorfrunde in Kappel endete direkt vor dem Restaurant Kreuz ideal für einen kurzen Verpflegungshalt. Noch bevor wir unsere Velos angestellt hatten waren auf der Terasse bereits die Tische für uns zusammengestellt worden. Nachdem alle bestellt und erhalten hatten überraschte uns André anlässlich seines kürzlich gehabten Geburtstages noch mit einem Zvieriplättli. An dieser Stelle nochmals vielen Dank und Alles Gute. Anschliessend trieb uns der Rückenwind fast von Alleine nach Olten. Würde ein Velo über solche verfügen wäre Segel setzen durchaus angebracht gewesen. Auch schön mal in die richtige Richtung zu fahren. Nach drei, vier Ecken in Olten befanden wir uns bereits in Trimbach und damit auch schon in der Steigung des unteren Hauensteins. Irgendwo mussten wir ja wieder über den Berg. Auch diese Steigung eine gut zu befahrende. Wiederum war Trittsuche angesagt und das Feld zog sich in die Länge. Plötzlich war ich vorne alleine, wo bleibt nur „Motörchen“ diesmal hatte er seine Aufholjagd wohl zu spät gestartet. Es war nun auch sehr warm geworden, Martin vermeldet eine Temperatur von 35°C.

In Buckten wurde unsere Abfahrt durch eine Baustelle und Rotlicht zwar fürs Erste gebremst, trotzdem war Sissach bereits nach einem gefühlten Wimpernschlag erreicht. Bei der Baustelle zwischen Lausen und Liestal hatten wir für einmal die Verkehrsregler auf unserer Seite. Wir befanden uns noch Ausgangs Lausen als der gesamte Verkehr aufgehalten wurde damit wir im gestreckten Galopp passieren konnten. Aufgrund der unterschiedlichen Wohnsituationen fand die Verabschiedung dieses Mal bereits in Muttenz statt und die gut harmonierende Gruppe löste sich in alle Himmelsrichtung auf. Die hundert sind also gut gelaufen, Samira sah ihren persönlichen Anreiz sogar genau in dieser Zahl begründet und Bianca hätte bereits am vergangenen Samstag gerne eine dreistellige Zahl auf ihrem Tacho gelesen.

Gefahrene Kilometer 101 / Höhenmeter 1135 / reine Fahrzeit 4 Std. 29 Min