21. Samschtigstour 03.08.19 – Auf und Ab … auf allen Ebenen

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Am gewohnten Treffpunkt fanden sich um 9.00 Uhr Johanna, André, Mike, Martin S., und Hanspeter ein. Da Johanna noch den Auftritt von Alice ankündigte, die dann letztendlich doch nicht erschien, verschob sich der Zeitpunkt der Abfahrt auf 9:10 Uhr. Der von Therwil her kommende Martin W. liess ausrichten, er werde an der Brücke in Aesch auf uns warten. Von Kurt wusste ich dass er sich die ersten Bergpreispunkte in Nunningen gutschreiben lassen wollte und zur Erreichung dieses Zieles bereits vorausgefahren war. Nachdem es mit Alice wie bereits erwähnt nicht geklappt hatte und uns auf der Einrollstrecke entlang der Birs ein VCR Mitglied entgegenkam (falsche Richtung) landeten wir mit dem bereits wartenden Martin den ersten Volltreffer des Tages. Nun zu sechst passierten wir Duggingen und wurden bei unserer Aufholjagd auf Kurt erst von der Bahnschranke in Grellingen, welch zugleich den Fuss des ersten Aufstieges markierte, gestoppt. Nochmals Zeit zum Durchschnaufen, zu einem letzten Schluck aus der Flasche oder zu einem letzten Biss in was auch immer.

Das Heben der Bahnschranke kam einem Startschuss gleich und ab ging es in die gleich nach dem Bahnübergang beginnende bis zur ersten Haarnadelkurve durchaus anspruchsvolle Steigung. Hat man diese ersten 700 m erst mal absolviert werden die restlichen 8 km gegen oben hin (gefühlt) immer flacher. Bereits eingangs Nunningen kam mir Kurt entgegen um die Formation des Tages zu komplettieren. Da er schon etwas länger am Warten war wusste er nicht so recht ob er nun zu früh losgefahren oder zu schnell hochgefahren sei. Wir einigten uns auf zu schnell hochgerattert. Hinter dem als Dritten eintreffenden André hatten sich Johann und die beiden Martin zu einem Grupetto zusammengefunden. Allerdings wurde Johanna auf ihrem Mietvelo irgendwie immer kleiner. Dies führte auf der Höhe nach Bretzwil, mit knapp 700 m der Höchste Punkt der Tour, zu einem etwas windigen Halt. Leider konnte der nach unten rutschende Sattel, mangels passendem Werkzeug, weder neu positioniert noch fixiert werden. Es blieb nichts anderes übrig als wie mit den Knien bis zum nächsten Veloladen weiter zu fahren. Glücklicherweise stand die Abfahrt bis Reigoldswil bevor und da wäre ein Veloladen direkt an der Strasse und hätte er nicht Betriebsferien gehabt, hätte er sich sicher hilfsbereit gezeigt.

Zwischenzeitlich fragte ich mich ob Kurt, der sich in die Abfahrt gestürzt hatte als gäbe es kein Morgen, nun auch noch in den Speed-Disziplinen auf sich aufmerksam machen will. Hat er da etwas durcheinander gebracht? Der Alpine Abfahrtsweltcup beginnt doch erst im November. In Bubendorf konnte dann ein Bekannter von Johanna das Problem mit der Sattelstütze fürs Erste lösen und mit deutlich gesteigertem Überblick konnte sie die Fahrt fortsetzen. Da ich weiss dass Kurt der Fahrt von Liestal nach Basel nicht viel abgewinnen kann hatte ich die Variante über den Asphof verbunden mit ein paar extra Kilometern gewählt. Bei besten äusseren Bedingungen erreichten wir schon bald Sissach und standen im Handumdrehen vor der zweiten nennenswerten Steigung des Tages hinauf zum Asphof. Vor Rothenfluh also links abbiegen, Kette vorne runter und wenn möglich Kadenz halten. Auf dem Asphof angekommen ein kurzer Halt, Mike betätigte sich als „Wasserschmöcker“ und kam mit immerhin halb gefülltem Bidon wieder zurück. Die Anderen machten sich das, indem sie nach absolvierter Abfahrt die Dorfbrunnen in Wegenstetten nutzten, etwas einfacher. Mit vollen Tanks ging es anschliessend das Tal hinunter nach Möhlin. Ein kurzes Verfahren des Tourenführers sorgte kurzfristig für etwas Verwirrung, ansonsten wurde auch diese Teilstrecke so zügig absolviert dass, nach eigenen Aussagen, nicht alle viel gesehen haben.

Johanna hatte ein anderes Problem, sie wurde nun stetig wieder kleiner. Es hatte zwar Gegenwind aber ob das langsame absenken der Sattelstütze ein probates Gegenmittel darstellt ist wissenschaftlich nicht belegt. Also bitte nicht nachmachen, die Knie danken es. Man kann sich auf dem Velo auch anders klein machen. Nachdem wir das Möhlintal verlassen hatten macht sich auf der freien Strecke zwischen Möhlin und Rheinfelden nun ein deutlicher Temperaturanstieg bemerkbar. Dies und die Tatsache dass unsere Fahrt noch über das Gelände einer Gerste verarbeitenden Firma Namens Feldschlösschen führte liess bei Mike die Zunge wohl in die Kette rutschen. Zaghaft kam er nach vorne um nachzufragen ob ich gedenke die Fahrt in einem Rutsch durchzuziehen. Natürlich nicht und so sassen wir denn kurz darauf im Restaurant Bahnhöfli in Kaiseraugst unter Kastanienbäumen. Bestellt wurde ausschliesslich in Halblitergebinden dazu eine Pizza für Alle. Mike übernahm dankenswerterweise die Rechnung. In gemütlicher Runde wurden unter anderem bereits Pläne für die Velowoche 2020 geschmiedet.

Der Rest der Strecke bis Birsfelden wurde zum Ausrollen genutzt. Ende Hard verabschiedeten sich Kurt und Martin, sie werden bis zu ihren jeweiligen Wohnorten den „Hunderter“ wohl auch noch vollgemacht haben.

Gefahrene Kilometer 100 / Höhenmeter 910