23. Samschtigstour 24.08.19 – Premierentag

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Nachdem ich die ausgeschriebene Tour bei Komoot sicherheitshalber nochmals nachgescheckt hatte, spuckte das Programm unter Anforderungen folgendes aus: Schwere Rennradtour, sehr gute Kondition erforderlich, überwiegend gute Strassenbeläge, einfach zu fahren. Liegt ja alles immer im Auge des Betrachters.

Umso mehr erstaunte, dass mit der extra aus der Umgebung von Thun angereisten Margrit sowie Alice und dem wieder genesenen Harald gleich drei Mitglieder ihr Debüt für die laufende Saison gaben. Komplettiert wurde die Gruppe durch Johanna, André, Bruno, Heinz, Kurt, Martin S, Martin W und Hanspeter. Eine stattliche elfköpfige Truppe die sich also dieser Herausforderung ganz oder teilweise gewachsen fühlte. Die nahezu topfebene Anfahrt bis Müllheim gestaltete sich dann doch nicht so ganz einfach wie gedacht. Strassenbauarbeiten in Kleinkembs, die auch den gewohnten Veloweg betrafen sorgten für einiges an Verwirrung. Plötzlich standen wir nämlich vor einem Schotterweg über welchen wir unsere Fahrt fortsetzen sollten. Die noch aus „Collézeiten“ stammende notorische Angst vor solchen Abschnitten liess uns wenden um die zweite mögliche Variante, oben gleich unterhalb der Bahnlinie, zu nutzen. Kaum zu glauben auch dieses Strässchen war gesperrt. Es kam aber noch besser. Nachdem wir uns entschlossen hatten halt doch die Hauptstrasse zu benutzen standen wir auch dort vor einer Absperrung. Die Annahme mit dem Velo würde man schon durchkommen erwies sich als ebenso trügerisch wie falsch, standen wir doch zu guter Letzt vor einer Brücke ohne Strassenbelag. Bruno gab endlich zu diese Sperrungen in Auftrag gegeben zu haben und somit Verursacher des ganzen Chaos zu sein. Für ihn wäre diese Distanz nämlich bereits ausreichend gewesen und mit dieser Massnahme glaubte er sich eine Weiterfahrt ersparen zu können. Da hatte er die Rechnung ohne den unerschütterlichen Vorwärtsdrang von Velofahrern gemacht. Mit geschultertem Velo wurde auch diese Hürde gemeistert. Einer ist natürlich immer schlauer. In diesem Fall war es André der doch die Schotterstrecke gewählt hatte und uns auf der anderen Seite der Brücke bereits entgegenkam.

In Schliengen reichte es, trotz deutlich aufsteigender Form, Bruno endgültig und gemeinsam mit Martin S, der aus Zeitgründen nicht die ganze Tour absolvieren konnte, machte er sich via Liel auf den Rückweg.

Bei Kilometer 40 war Müllheim erreicht und kaum merklich fing es stetig zu steigen an. Kurt verabschiedete sich ebenfalls um via Feldberg und Scheideck „s’Beizli“ an der Wiese, wo er auf uns warten würde, anzupeilen.

Zu acht ging es nun also dem Wanderparkplatz Kreuzweg oder auch Sirnitzpass, welcher mit 1079 m.ü.M. den Kulminationspunkt der Tour darstellte, entgegen. Je nachdem wo man nun den Beginn der Steigung definiert, ob bereits in Müllheim oder erst in Badenweiler beträgt deren Länge 16 oder immerhin immer noch 10 Kilometer mit durchschnittlich 6.8% Steigung und maximal 10% einmal im unteren, einmal im oberen Bereich. Es handelt sich nach dem Notschrei um die zweithöchste Passstrasse im Landkreis Lörrach.

Die Wartezeit bis alle oben ankamen betrug lediglich um die 14 Minuten angesichts der Altersunterschiede innerhalb der Gruppe mehr als respektabel. Nach kurzer Verschnaufpause ging es in die Abfahrt welche uns durch das kleine Wiesental nach Schopfheim führen sollte. Eigentlich hätte es „Gruppo completo“ heissen sollen und auch müssen. Leider hatte Martin den Abgang verpasst, bis er nämlich Helm und Brille aufhatte war bereits keiner mehr da und auch keiner hat’s gemerkt. Irgendwie lag der Fokus auf Margrit die sich vor der Abfahrt als eher schlechte „Downhillerin“ geoutet hatte. Tut uns leid Martin hätte nicht passieren dürfen, da haben wir Dich um das Vergnügen eines Mannschaftszeitfahrens gebracht.

Wie abgemacht erwartete uns Kurt in bereits erwähntem Beizli an der Wiese. Gemeinsam verprassten wir die, noch auf die Ferienwoche zurückgehende, Spende von René Gysi. René vielen Dank es hatte noch selten so gut getan. Auch Martin gelang es so den Anschluss wieder herzustellen und „tutti insieme“ also alle gemeinsam trudelten wir in Riehen wieder ein.

Gefahrene Strecke 99 km / 970 hm