Waldhaus Marathon 2015

Von Sven Schulzke

Dieser Kurzmarathon über 42 km (900 hm) ist jedes Jahr fest im Programm der VCR MTB Gruppe. Es ist eine sehr schöne, abwechslungsreiche und sehr schnelle Strecke. Das erste Drittel hat 3 steile Anstiege im Bereich von 7, 10 und 20 min, im mittleren, welligen Teil wird immer hohes Tempo gefahren, hier braucht man eine gute Gruppe. Im Schlussdrittel, bei insgesamt ansteigendem Höhenprofil mit vielen knackig-kurzen Anstiegen, kommt es nochmal auf gute Reserven an, um seine Gruppe nicht zu verlieren und noch Plätze zu gewinnen.

Neben einigen bekannten Profis waren dieses Jahr etwa 100 Lizenzfahrer und 650 Hobbyfahrer am Start. Wir waren dieses Jahr für den VCR mit 3 Startern dabei: Mauro und Marco Bisonni sowie ich.

Da bei diesem Rennen die Einteilung der Hobbyfahrer in Startblöcke auf freiwilliger Basis und Selbsteinschätzung der erwarteten Fahrzeit erfolgt, gibt es am Start immer ein Riesengedrängel. Viele gruppieren sich zu weit vorne ein, dadurch entsteht sprichwörtlich ein Stau vor dem ersten, verwurzelten Singletrail. Hierdurch kann man bei schlechter Startposition gleich einmal eine Minute verlieren. Alles klar: Es ist wichtig, weit vorne zu starten. Das hatte ich in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen aber leider nicht geschafft. Typische Ausreden waren: Langes Warmfahren ist wichtig; nochmal aufs WC muss sein, sonst bin ich zu schwer; Kräfte einteilen und nicht zu schnell angehen, sonst geht man früh ein; es geht nur um den Spass und was macht mehr Spass, als das Feld von hinten aufzurollen? Etc. etc. Ausreden eben.

Für dieses Jahr hatte ich mir fest vorgenommen, früh im Block zu sein, nach dem Motto: Wer hinten steht, hat schon am Start verloren. So war es dann auch und ich konnte mit Marco erstmals von vorne zügig und ohne Hindernisse in den ersten Singletrail einfahren, wo es abgesehen von zwei kleinen Stürzen vor mir und vielen, von den einer Minute zuvor gestarteten Lizenzfahrern verlorenen Trinkflaschen zwischen den Wurzeln keine grösseren Schwierigkeiten gab. Ich kam gut in Schwung, konnte in den längeren Anstiegen die Leistung abrufen und mich dann einer schnellen Gruppe anschliessen. Nach 1h 39 min war ich wieder im Ziel. Die Strategie war aufgegangen. In meiner Altersklasse belegte ich den 21. von 260 Plätzen und hatte damit mein Ziel, unter die 10% Altersbesten zu kommen, erreicht.

Bei Marco lief es leider nicht wie gewünscht. Nach einem guten Start machten sich seine seit dem Frühjahr immer wieder auftretenden Rückenschmerzen stark bemerkbar, so dass er bald nicht mehr im Renntempo fahren konnte und im Grundlagenbereich ausrollen lassen musste. Mauro konnte sein persönliches gestecktes Ziel nicht erreichen. Er fand keinen Rhythmus, so war es schwierig, am Berg mit einem angemessenen Tempo hochzufahren. Er fuhr die Strecke in einer Zeit von 2h 32 min ca. 10 min langsamer als letztes Jahr.

Insgesamt war es wieder ein gut organisiertes Rennen mit toller Atmosphäre - und das alkoholfreie Bier des Titelsponsors, was es im Ziel auf Eis gibt, war in der schwülen Hitze wirklich genau das Richtige. Nächstes Jahr sind wir wieder dabei, hoffentlich mit noch mehr Startern — und Starterinnen (!) — vom VCR.