Samschdigstour

30.03.2019 13:00 Uhr
Dorfplatz
tourensport rennvelo

Wetter
Schön bis 20 Grad
Strecke
ca. 80 Km / 620 Hm
Route
Riehen – Muttenz – Liestal – Gelterkinden – Zeglingen – Läufelfingen – Sissach – Liestal – Kaiseraugst – Grenzach - Riehen
Leitung
HPB

6. Samschdigstour 30.03.19 — Hochprozentiges

Von Hanspeter Brack, Bilder André Fürbringer

Keine Sorge, der Titel bezieht sich natürlich nicht auf den Inhalt unserer Trinkflaschen, dazu aber später mehr. Auf dem Programm stand eine Fahrt, welche uns durch drei Kantone führte. Die Ortschaft Wisen, mit der wir gleichzeitig den Wendepunkt der Tour erreichten, liegt nämlich bereits im Kanton Solothurn und gehört zum Bezirk Gösgen. Unter die Räder genommen wurde die Strecke von André, Gianni, dem doppelten Martin, Mike und Hanspeter. Bei meteorologisch besten Bedingungen konnten wir unser Vorhaben, welches bis Gelterkinden auf bestens bekanntem Terrain stattfinden würde, in Angriff nehmen. In Gelterkinden bogen wir beim zweiten Kreisel in Richtung Tecknau ab und erreichten durch das moderat, aber stetig, steigende, nach dem Eibach benannte, Eital nach Zeglingen.

Nun kommen wir zum Hochprozentigen. Um nach Wisen zu gelangen mussten wir ein terassenähnliches, 3.5 Kilometer langes, Strassenprofil mit bis zu 16% Steigung erklimmen. Viele Jahr hatte ich diese Strecke nie mehr gefahren und hatte diese Steigung doch deutlich flacher in Erinnerung. Aber wie es so ist, in der Erinnerung verliert so manches seinen Schrecken. Die flacheren Streckenabschnitte wurden jeweils zum Zusammenschluss genutzt. Vor der letzten Rampe, unmittelbar vor Wisen, macht sich Mike aus dem Staub. Er wollte vorausfahren um den Kampf am Berg videotechnisch zu dokumentieren. In rennvelopsychologischer Kriegsführung bestens bewandert, bemühten wir uns, mit lachenden, Lockerheit vortäuschenden, Gesichtern die Aufnahmestation zu passieren. Wie sich im Nachhinein herausstellte, völlig vergeblich. Der Akku an Mikes Kamera war nämlich schon lange leer. Künftig werden wir ihm, zwecks fortlaufender Stromerzeugung, wohl einen Vorderradnabendynamo montieren müssen. In Wisen machte uns ein Wegschild, kein Scherz, darauf aufmerksam dass, hätten wir die Strecke in umgekehrter Richtung befahren, eine Durchfahrt bis Moskau und Peking möglich gewesen wäre.

Ab dem Kulminationspunkt, kurz oberhalb Wisen, führte uns die Strasse, mit ebenfalls beachtlichem Gefälle, wieder hinunter, wo wir kurz vor Läufelfingen auf die Hauensteinstrasse einbogen. Vor Buckten wurde das geschlossene Feld von einem heftigen Adrenalinstoss durchgeschüttelt. Als wir um eine Kurve geschossen kamen, sahen wir uns unvermittelt mit einer nicht unerheblichen Steinbrocken übersäten Strasse konfrontiert. Dank sofortigem Zeichen geben konnte diese wirklich kritische Situation ohne Folgen gemeistert werden. War dieser Felssturz gar schon ein Vorzeichen auf den bevorstehenden politischen Umbruch in unserem Nachbarkanton? Durch das kontinuierlich leicht abfallende Homburgertal konnten wir nach kurzer Zeit, das bereits vor einer ca. einer Stunde erstmalig durchquerte, Sissach erreichen.

Dort entschieden wir uns zu einer kleinen Streckanapassung. Statt wie vorgesehen bei Kaiseraugst den Rhein zu überqueren entschlossen wir uns, Martin der nach Therwil musste, bis Muttenz zu begleiten. Das gab uns gleichzeitig die Möglichkeit, die Ausfahrt im Crazy Horse ausklingen zu lassen. Nein das ist jetzt kein Nachtclub, sondern die, umgangssprachlich, als «Rossbollebeiz» bekannte Wirtschaft im Schänzli. Die dort vorhandenen Stangen dienen, in unserem Fall, lediglich zum Anlehnen eines Stahl- oder Carbonrosses, den zu anderweitigen Animationen.