Samschdigstour

18.05.2019 13:00 Uhr
Dorfplatz
tourensport rennvelo

Wetter
Alles möglich
Route
Sofern es nicht regnet nach Absprache am Treffpunkt.
Leitung
HPB

10. Samschdigstour 18.05.19 – Überzeugungsarbeit und Patchworkbelag

Von Hanspeter Brack, Fotos von André Fürbringer

Nachdem die drei vergangenen Samstage eher von trübem, regnerisch kaltem Wetter geprägt waren konnte endlich wieder einmal eine Ausfahrt in Angriff genommen werden. Währendem der Hauptharst des Veloclubs wahrscheinlich gerade französische Autobahnen unsicher machte, stellte sich am Treffpunkt ein Rumpfteam, bestehend aus André, René und mir zusammen. Die bereits dreimal ausgeschriebene und ebenso oft abgesagte Strecke nach Liestal – Büren – Seewen – Fehren – Breitenbach und durch das Laufental retour nach Riehen. Angesicht der bevorstehenden Steigung von Büren nach Seewen machte René schon vor Abfahrt auf seinen Kriegsfuss, auf dem er mit Steigungen stünde, aufmerksam. Da man aber beim Velofahren den Fuss bekanntermassen eher zum Treten denn zum darauf stehen nutzt, ist auf dem Kriegsfuss stehen de facto eher schwierig. Trotzdem versuchten wir René mit der Ankündigung eines gemütlichen Tempos etwas zu beruhigen. So blieb dann auf der ereignislosen Fahrt nach Liestal doch auch noch Zeit für den einen oder anderen Schwatz. René sprach mich auf die soeben auf der Internetseite des Radrennclub Basel erschienen Memoiren des «Hans Schrade» an, welche auf einer Zusammenarbeit von Bruno Wüest und mir basieren. Wer Lust hat kann sich das ja mal zu Gemüte führen. Hans Schrade war ein wirklich interessanter und erfinderischer Mensch.

Ab Liestal ging es dann mit moderatem Gegenwind durch das leicht steigende Oristal Richtung Büren zum Fusse der Steigung hinauf nach Seewen. Der steilste Teil dieser Steigung beginnt gleich hinter Büren und erstreckt sich auf etwa zwei- bis dreihundert Meter danach flacht die Strasse bereits wieder ab. Aber unter dem Motto, was ich befürchtete wird wahr, ging vor René das Loch auf und in ihm reifte der Entschluss ab Seewen direkt Grellingen anzusteuern um dort auf uns zu warten. Nun war Überzeugungsarbeit angesagt. Währendessen Fotograf André vorausfuhr um einige Fotos zu schiessen nahm ich René ans Hinterrad. Indem ich Ihm ein Argument nach dem Anderen, weshalb es besser sei wenn wir nicht auf ihn warten würden, zunichtemachte, konnte ich ihn allmählich überzeugen mit uns die ganze Strecke zu absolvieren. Abgelenkt durch diese Unterhaltung erreichten wir beinahe nebenbei die Höhe oberhalb Seewen.

Nach einer kurzen Abfahrt erreichten wir in Seewen die Abzweigung nach «Brätzbel» und nochmals ein letzter Versuch «ich halte euch nur auf». Blödsinn, einfach nicht darauf eingehen. Auf der Höhe ist es nun fühlbar kühler, wärmere Temperaturen lassen immer noch auf sich warten. Schon bald erreichen wir Brätzwil wo wir von einem Fahrlehrerauto mit kleinstmöglichem Minimalabstand überholt wurden. Auf das verwerfen meiner Hände erhielten wir dann noch das allseits bekannte Fingerzeichen. Das erklärt natürlich so manch gängige Verhaltensweisen im heutigen Strassenverkehr. Nach Nunningen und Zullwil erreichen wir, so hat mir ein Brislacher mal erzählt, die Sonnenstube Fehren. Angeblich soll es dort sehr sonnig sein, davon ist heute allerdings nichts zu sehen. Wir verlassen die kühle Hochebene nun und stürzen uns in die Abfahrt nach Büsserach.

Die Steigungen hatten wir nun hinter uns, auf René mussten wir übrigens nie warten und auf der bevorstehenden flachen Heimfahrt wird er auch keine Probleme mehr haben. Auf der Fläche Tempo halten kann er problemlos. Wir können nun also noch etwas für die Tempofestigkeit tun. Auf der leicht abfallenden Strasse nach Zwingen geht es deshalb mit Ü40 Tempo doch noch etwas zur Sache. Breitenbach und Brislach fliegen nur so an uns vorbei. Die von einem Pachworkbelag überzogene Strasse schlägt uns dabei unbarmherzig in Hände und Rücken. Auf Anfrage wäre unser Herr Wessels, der ja gerne grosszügig mit unserem Geld umgeht, sicher bereit die Sanierung auch dieser Strasse zu übernehmen. Sei’s drum, Zwingen erreichen wir trotzdem unbeschadet. Bis Grellingen müssen wir uns für ein kurzes Stück auf der Hauptstrasse fortbewegen. Nach Grellingen nutzen wir die Möglichkeit Riehen mehrheitlich über velotaugliche Schleichwege zu erreichen, sogar im Joggeli zeigt uns André noch eine Möglichkeit wie die Strasse unter- statt überquert werden kann.

Nach drei Stunden gefahrenen 75 km und rund 645 hm waren wir wieder zu Hause.