Samschdigstour

15.08.2020 09:30 Uhr
Dorfplatz
tourensport rennvelo

ACHTUNG! Martin Schmutz startet bereits um 9.00 Uhr wer möchte kann sich ihm anschliessen. Das Tempo wird in dieser Gruppe etwas niedriger sein.

Wetter
Schön bis 29°C
Strecke
ca. 99 Km / 970 Hm
Der Zusammenschluss der beiden Gruppen soll spätestens am Kreuzweg erfolgen.
Route
Riehen - Fsichingen - Schliengen - Müllheim - Badenweiler - Kreuzweg - Neuenweg - Tegernau - Schopfheim - Steinen - Riehen
Leitung
Hanspeter

22. Samschtigstour 15.08.20 – Wespenstich und andere Leiden

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Bereits um 9.00 Uhr starteten Martin S. und Hansjörg das Abenteuer „Westauffahrt Sirnitz / Kreuzweg“ eine halbe Stunde später nahmen André, Gianni, Manfred, Martin W., Peter, Sascha (Gast) und Hanspeter die Verfolgung auf. Nach Passage der Dörfer Weil, Haltingen und Eimeldigen nahm der Zug Fahrt auf und der Schnitt stieg von Kilometer zu Kilometer praktisch linear an, auch die erste kurze Steigung in Rheinweiler vermochte daran nichts zu ändern. Die nachfolgende Abfahrt kompensierte den Tempoverlust gleich wieder. Erst nach der Steigung vor Bad Bellingen wurde für einen Moment das Tempo rausgenommen damit jeder die Gelegenheit hatte die Lücke wieder zuzufahren und sich das Feld wieder organisieren konnte.

Mit leichtem Rückenwind ging es nach Schliengen auf die lange Gerade nach Müllheim. Unter diesen Bedienungen dürfte es wohl schwer sein dem vor uns gestarteten Duo gross Zeit abzunehmen, zumal Martin S. dafür bekannt ist auf flachem Terrain noch immer ordentlich reinhalten zu können. Da konnten wir nur hoffen die Beiden würden es im Aufstieg gemächlich angehen lassen. Vorerst aber wurde unser Zug kurz nach Auggen Opfer einer Notbremsung auf offener Strecke. Da es ja immer etwas dauert bis der Lockführer mitbekommt was hinten geschieht musste ich mich über den Grund der abrupten Vollbremsung erst mal schlau machen. Der Schnitt lag zu diesem Zeitpunkt bei 28,8. Nun werden die Ersten bereits wieder aufstöhnen, aber in einer Gruppe in dieser Zusammensetzung, in der alle bereits einige tausend Kilometer in den Beinen haben und altersmässig auch nicht allzu weit auseinander liegen will man halt auch mal wieder wissen was noch möglich ist.

Aber nun zur Ursache. André war einmal mehr von einer Wespe gestochen worden und zwar diesmal in den Hals, die Viecher scheinen ihn zu lieben. Für einen Allergiker hätte dies bereits gefährlich werden können. Glücklicherweise zählt André nicht dazu, trotzdem sollte ihm dieser Stich in der Folge noch einige Probleme bereiten. Mit gerötetem Hals und unter der Bräune etwas bleichem Gesicht konnte er die Fahrt fortsetzen. Gut fünf Minuten später waren wir in Müllheim, bei André keine Anzeichen von Atembeschwerden oder zugehendem Hals und auch der Kreislauf schien noch stabil zu sein. All Dies wären Hinweise auf einen anaphylaktischen Schock gewesen und wir hätten unverzüglich den nächsten Arzt aufsuchen müssen.

Nach Rückfrage und Antwort alles OK. nahmen wir die Anfahrt zum Beginn der eigentlichen Steigung in Badenweiler unter die Räder. Immer wieder taucht die Frage auf, wie lang ist eigentlich diese Steigung? Wenn man davon ausgeht, dass es bereits ab Müllheim leicht aber merkbar ansteigt, dann sind es, laut Google Maps, 16.9 Km auf denen man rund 855 Hm überwindet. Ab Niederweiler wären es noch 14.2 Km mit 809 Hm. Alles eine Frage der Betrachtungsweise.

Jedenfalls, hinter Schweighof ging es dann, mit den ersten Kehren, richtig zu Sache. Zuvor hatte sich Manfred bei mir mit den theatralischen Worten, bis hierhin habe ich dich nun begleitet, ab jetzt musst du alleine weitergehen, verabschiedet. Ich gedachte aber nicht zu gehen sondern zu fahren. Auch Manfred drehte nicht um, er hatte mir aber am Start schon anvertraut grossen Respekt vor dieser Steigung zu haben und so war es auch richtig, verhalten unten reinzufahren.

Wie erwartet übernahmen gleich zu Beginn Gianni und Sascha das Zepter am Berg. Wenn noch jemand eine Chance hatte Martin und Hansjörg vor der Passhöhe einzuholen dann einer von Ihnen. Hinter dem Duo bildete sich ein Trio mit Peter, unserem Neumitglied Werner und mir. Gefolgt von einem weiteren Trio mit André, Martin W. und Manfred. Wenn man nicht wirklich zu den Bergspezialisten zählt hilft nur eines, Ruhe bewahren und Tritt suchen. Keinesfalls sollte man sich dazu verleiten lassen mit wissentlich Stärkeren mitzugehen. Ich hatte bald meinen Tritt gefunden und musste mit Erstaunen feststellen mich von Peter abgesetzt zu haben. Noch etwas weiter hinten konnte ich immer noch Werner ausmachen, vor mir konnte ich Gianni und Sascha ebenfalls noch sehen. Allerdings immer kleiner werdend. Allesamt befanden wir uns also nun im Abschnitt andere Leiden, die man sich wohl nur antut wenn man den Berg als Herausforderung sieht. Man will das oder man kann es nicht verstehen, dazwischen gibt es, glaube ich, keine andere Möglichkeit.

Übrigens, ohne es zu wissen fährt man in diesem Aufstieg an der mit rund 51 Meter Höhe mächtigsten Weisstanne Baden-Württembergs vorbei. Sie steht unten am Klemmbach und fällt deshalb auch nicht auf. Bei jeder Überquerung versuche ich sie auszumachen, gelungen ist es mir auch dieses Mal nicht. Wer mehr dazu wissen möchte, Internet: https://schwarzwaldgeschichten.com/geschichten/maechtigste-tanne-baden-wuerttembergs/

Nach etwa 2/3 des Anstieges kommt ein Flachstück, also grösseren Gang auflegen, Tempo machen. Der Geist ist willig, die Muskeln schwach. Die Muskulatur ist dermassen aufgepumpt und an die Belastung der Steigung gewohnt, dass ein Rythmuswechsel schwer fällt. Dann halt etwas erholen, die restlichen Steigungsprozente warten. Irgendwo überhole ich eine Fahrerin des VC Altendorf, der Velo Club vom Zürichsee hängt ebenfalls mit einer grösseren Gruppe an unterschiedlichen Stellen in diesem Berg. Dass sie nicht oben ankommen wird konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Auch bei uns spielte sich hinten ein kleineres Drama ab. André’s Kreislauf reagierte doch noch auf den Wespenstich, er musste zweimal absteigen um sich kurz zu erholen.

Reihenfolge auf dem Berg: Martin S., Hansjörg, Gianni und Sascha, Hanspeter, Peter, Werner, Manfred, André und Martin W.

Martin und Hansjörg hatten es geschafft noch 4 von den 30 Minuten zu retten. Für dieses Mal ist das Experiment Vorhut aufgegangen.

Gemeinsam wurde die Abfahrt in Angriff genommen, dieses Jahr nahmen wir auch Martin W. mit. In Neuenweg nochmals ein kurzer Halt zwecks auffüllen der Wassertanks. Anschliessend war das Tempo nicht mehr zu kontrollieren. Antritt um Antritt erfolgte das gesamte kleine Wiesental hinunter, jeder wollte noch einen draufsetzen. Pure Anarchie. Da es das ganze Tal runter geht konnten alle Anschluss halten. Ab Wieslet übernahm endlich wieder Vernunft die Regie und zügig aber gesittet erreichten wir Steinen wo endlich die lang ersehnte Einkehr stattfand. Bei diversen, endlich kühlen, Getränken und von Hansjörg spendierten Pizzastücken liessen wir es uns zum Abschluss gut gehen.

Gefahrene Strecke 104 Km / 1049 Hm