Samschdigstour

12.09.2020 09:30 Uhr
Dorfplatz
tourensport rennvelo

Auf speziellen Wunsch eine mittelschwere Tour ins Badfische - Gutedeltour

Wetter
Schön bis 28°C
Strecke
Ca. 75 Km / 650 Hm
Route
Riehen - Binzen - Kandern - Feuerbach - Feldberg - Müllheim - Bamlach - Efringen - Märkt - Riehen
Leitung
Hanspeter

26. Samschtigstour 12.09.20 – Kaiserzeit

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Angefangen bei der byzantinische Kaiserzeit kannte die Weltgeschichte diverse Kaiserreiche. Seit vergangenem Samstag hat nun auch der VC Riehen seine Kaiserzeit, wenn auch nur für die kurze Zeit von einem Tag bzw. einer Ausfahrt.

Begonnen hatte alles mit einer kurzen E-Mail von Kurt in welcher er die Teilnahme von Heinz und seinem Sohn Ralf ankündigte, verbunden mit der Bitte eine Ausfahrt ins Badische einzuplanen. Gerne war ich dieser Bitte nachgekommen, allerdings mit einer etwas von Kurts Vorschlag abweichender Route.

Dem kaiserlichen Aufruf folgend trudelten die Untertanen Bruno, André, Heinz K., Martin, Manfred, Werner, Ed, Sascha und Hanspeter nach und nach am Treffpunkt ein. Bei Bilderbuchwetter ging es auf die 18 Kilometer lange, zum Einrollen angedachte, flache Strecke nach Kandern. Bei moderatem Tempo konnte jeder seinen Motor auf Betriebstemperatur bringen. Bekanntlich werden zum Warmlaufen mit fortschreitendem Alter immer mehr Kilometer benötigt. Achtung Fertig Los ist nicht mehr so angesagt. Nach einer kurzen Fahrt durch die Einkaufsmeile von Kandern stand bereits der, mit bis zu 14 Prozent Steigung, steilste Abschnitt über die Feuerbacherhöhe bevor. Irgendwann muss das 32er Ritzel hinten auch mal gebraucht werden.

Obwohl locker erklommen, war das für Kurt zu viel des Guten. Kaum wieder zu Atem gekommen teilte er mir mit anlässlich der nächsten GV Antrag auf Abwahl des Tourenleiters zu stellen. Nach der Abfahrt nach Feuerbach und widerhergestellter Blutsauerstoffsättigung war das aber bereits wieder vergessen.

Mit etwas weniger Strassenneigung aber noch immer knapp 10 Prozent wurden auf dem Weg nach Niedereggenen die Höhenmeter weiter aufgestockt. Wo im Frühling Kirschen blühten und vor Monatsfrist noch Zwetschgen geerntet wurden stehen nun, mit Ausnahme der Apfelbäume, nur noch abgeerntete Obstplantagen. Ein untrüglicher Hinweis auf den nahenden Herbst. Bei noch hochsommerlichen Temperaturen kaum zu glauben.

Das aufeinanderfolgende Tripple an Steigungen wurde, ab Obereggenen, mit dem Anstieg nach Feldberg komplettiert. Im Rennfahrerjargon als Tempostutz bezeichnet geht dieser Hügel auch auf der grossen Scheibe. Ralf, bis zu diesem Zeitpunkt als treuer Adjutant seines Vaters unterwegs, liess es sich nicht nehmen seine Bergfestigkeit als ehemaliger Eliteamateur auszuspielen um sich nach kurzer Aufholjagd den Bergpreis zu sichern.

Nach erfolgter Abfahrt nach Müllheim war Richtung Schliengen, bei leichtem Gegenwind, Windschattenfahren angesagt. Hinterradfahren, die Einen können es die Anderen lernen es nie. Kann man es, spart man viel Energie und kommt mit zwei statt vier Energieriegeln aus. Dies wiederum spart Gewicht, was zu nochmals weniger Energiebedarf führt. Irgendwie muss ich jetzt wieder aus dieser Endlosspirale rauskommen. Apropos Energie, diese führten wir in flüssiger Form im Restaurant zum Brunnen in Bad Bellingen wieder zu. Beim Zahlungsversuch war die Rechnung durch Heinz bereits beglichen. Nochmals herzlichen Dank.

Mit schwappender Flüssigkeit im Bauch war noch die letzte Welle des Tages, hoch nach Bamlach zu bezwingen bevor es auf flachem Terrain an Istein, Efringen und Fischingen vorbei zurück an den Ausgangsort ging.

Drei Kaiser und lediglich neun Untertanen. Zum Schluss kam es wie es kommen musste, ein Kaiser musste gestürzt werden. Heinz erledigte das gleich selbst. Wie schon Vielen vor ihm, wurde ihm die Abfahrt von der Wiesenbrücke auf den Wiesendamm zum Verhängnis. Der Übergang von befestigtem auf unbefestigten Untergrund führte auch bei Heinz zu einem wegrutschen des Vorderrades.

Weshalb das kurze Stück nicht geteert wurde erschliesst sich mir nicht. An einem Ort an dem man sich, wohlverstanden auf einem markierten Veloweg, als Velofahrer zwischen Fussgängern, Kindern und freilaufenden Hunden durchschlängeln muss kann man sich nur schwerlich auch noch auf die Wegbeschaffenheit konzentrieren.

Gefahrene Strecke 75 Km / 614 Hm