Velo-Club Riehen

Das Gravel-Trail-Road-Festival kommt näher! Alle Infos zum Festival

3. Samschtigstour 02.03.24 - Heterogenes Team

Von Urs Zwahlen

Bei trockenem Wetter, bedecktem Himmel und 10 Grad finden sich sechs Fahrer auf dem Dorfplatz ein: Duracell-Martin, der fasnachtsgestärkte Hansjörg, Naturtalent Urs R., Gommer-Marathonlangläufer Kai, Werkstatt-Daniel sowie der erkältungsgeschwächte Schreiberling Urs. Leider muss Tourenleiter Hanspeter kurzfristig absagen, so dass wir die vorgegebene Tour spontan in Angriff nehmen. In moderatem Tempo fahren wir durch die Hard und via Kaiseraugst Richtung Rheinfelden. Unglaublich, wieviel Verkehr auf der naheliegenden Autobahn herrscht. Bald schon meldet sich Daniel, dass er bald abreissen und selbständig zurückfahren wird. Kein Wunder - ein Rucksack gefüllt mit Ersatzreifen, -schlauch, Werkzeug, Flickmaterial etc. sowie eine Trikottasche, welche angeblich dank seinem Portemonnaie fast bis zum Hinterrad hinunter hängt (ob Daniel wohl sämtliches Münz der letzten Monate mitschleppt?), erschweren die durch Bise und entsprechendem Gegenwind eh schon mühsame Fahrt. Schön, dass er doch noch einige Kilometer mitfährt und sich erst nach Rheinfelden auf die Heimfahrt macht.
Zur Besichtigung schlägt Hansjörg vor, die Rennstrecke der Dienstagabendrennen zu befah-ren - dies auch als Vorbereitung für unseren baldigen Einsatz als Streckenposten. Unglaublich auch hier der Lärm der nebenan vorbeiführenden Autobahn. Kurz vor der Abzweigung nach Wallbach winkt uns in Möhlin aus dem Stopsack ein freundlicher Rennvelofahrer zu - Stevie, ebenfalls aus Riehen, ist auf Trainingsfahrt in gleicher Region. Er schliesst sich uns kurz an, um sich dann auf der Meelerhöchi nach Zeiningen zu verabschieden. Da auch Kai seinen gu-ten Fitnessstand verbessern möchte, fährt dieser gleich mit. Die verbleibenden vier Radler beschliessen, dort den schönen und vor allem ruhigen Veloweg zu nehmen und das eigentliche Ziel, Mumpf, auszulassen. Via Möhlin, Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt, Nollingen und Herten, fahren wir über Grenzach-Wyhlen zurück und beenden die Tour ausnahmsweise mal ohne Getränkestop in Riehen.

60Km, 390Hm

24.02.24 - Wetterglück
Der strahlendschöne, stahlblaue morgendliche Himmel wird gegen Mittag allmählich von Wol-ken überdeckt, welche sich gegen 13:00 Uhr, dem Startzeitpunkt der Ausfahrt, in dunkelgraue Regenwolken verwandeln. Über den naheliegenden Jurahöhen sind bereits Regenschauer zu beobachten, weshalb wir - iPhone sei Dank - kurz den Regenradar konsultieren. Dieser zeigt an, dass sich die grosse Niederschlagszelle Richtung Nordost verschiebt. Spontan entscheiden wir, Richtung Nordwest und somit Richtung Mulhouse zu fahren. Via Rheininsel und Kembs fahren wir auf der immer wieder schönen Strecke dem Rhein-Rhône-Kanal entlang bis zur Pont du Bouc bei Rixheim. Von dort geht die Fahrt durch den Hardtwald zurück. Zum Glück sorgen zweimal zwei Fussgänger mit Hunden sowie gleich drei Autos auf der 15 Kilome-ter langen, sehr langen, geradeaus führenden Strecke für etwas Abwechslung. Wieder aus dem Wald heraus, sehen wir in Rosenau die schwarzen Wolken Richtung Schwarzwald da-vonziehen. Die nassen Strassen auf deutscher Seite des Rheins lassen uns wissen, dass wir eine gute Tourenwahl getroffen haben. Mit Kaffee und heisser Schoggi wärmen wir uns im Sängerstübli nach schöner und vor allem trockener Ausfahrt wieder auf.
André, Hansjörg, Martin, René, Urs Z.

65Km, 180Hm

02. Samschtigstour 03.02.24 – Schon fast ein Grossaufgebot …

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

fand sich zum Start der zweiten Samschtigstour 2024 ein. Nach einem doch (relativ) kalten Januar mit Temperaturen um die Null Grad, oder auch darunter, lockte das schon fast frühlingshafte Wetter mit André, Daniel, Martin, René, Roland, Sascha, Urs und Hanspeter gleich acht Teilnehmer auf den Velosattel.

Nachdem alle Materialdiskussionen beendet, alle Fragen geklärt und alle Absichten kundgetan waren, machte sich der Tross auf den Weg Richtung Leimental. Via Muttenz ging es auf den Veloweg der entlang der Birs nach Dornach führt. Dort, über drei Kreisel gehuscht, befanden wir uns schon bald in Aesch.
Verlief bis dahin alles in geordneten Bahnen kam nun plötzlich Chaos auf der schon bald in Anarchismus gipfelte. In Aesch die falsche Abzweigung erwischt zeigte, die zuvor homogene Gruppe, nach einigen Zusatzkehren durch ein Villenviertel, Auflösungserscheinungen. Bald Jeder beanspruchte für sich, den besten Weg nach Ettingen zu kennen.
Zugegeben meiner war es nicht. Das musste auch René mit ausbaden pardon ausfahren, immerhin konnten wir für uns in Anspruch nehmen einige Höhenmeter mehr absolviert zu haben. Zu guter Letzt führten dann doch alle Wege nach Ettingen und so erfolgte der Zusammenschluss kurz vor dem Ortseingang.

Velowegmässig hat sich einiges in dieser Ecke getan, so konnten wir fernab der Hauptstrasse zum nächsten Eckpunkt der Tour nach Flüh gelangen. Aus alter Gewohnheit und weil der Tourenleiter den Veloweg nicht geblickt hatte erreichten wir Leymen nochmals über die Autostrasse. Beim nächsten Mal wird alles besser. Versprochen.
Nun befanden wir uns quasi schon wieder auf dem Heimweg und da Roland immer noch nicht kalt bekommen hatte war auch er immer noch dabei als es in Biel-Benken in den kurzen aber ekelhaften «Stutz» Richtung Oberwil ging. Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde es zweistellig. Zum Ausgleich befanden wir uns am Ende aller Mühsal und der Strasse bereits bei der ehemaligen Ziegelei in Oberwil, also bereits auf der Höhe. Drei Wellen weiter befanden wir uns bereits in Allschwil.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Tennishalle Bachgraben kämpften wir uns über die Dreirosenbrücke an das Kleinbasler Rheinufer. Durch die flanierende Menschmenge ging es nur gemächlich weiter und statt Antrittsstärke waren nun Steuerkünste gefragt.

Strecke: Riehen - Muttenz - Dornach - Aesch - Ettingen - Flüh - Leimen - Biel Benken - Oberwil (Ziegelei) - Allschwil - Basel – Riehen / 57 Km / 360 Hm

Rückblick "Samschtigstouren" 2023

Von Hanspeter Brack

Wenn man (fast) alle absolvierten Touren der Saison 2023 übereinander legt dann sieht das so aus:

Am 07.01. startete die Touren-Saison 2023 mit einer 60 Km Fahrt durch das badische Umland. Wegen durchzogener Wetterbedingungen fanden sowohl im Januar wie auch im Februar insgesamt nur je zwei Ausfahrten statt. Man tröstete sich zu diesem Zeitpunkt mit der Perspektive des bevorstehenden Frühjahres. Der sollte nicht besser werden. Die von starken Niederschlägen geprägten Monate März bis Mai liessen viel Ausfahrten zu einer Zitterpartie werden, oder eine Durchführung gar nicht erst zu.

Anfang Juni wurde dann sprichwörtlich der Wetterschalter umgelegt. Praktisch über Nacht stiegen die Temperaturen. Daran mussten wir uns am 10. Juni auf den 85 Km, die es auf der Strecke Riehen – Kandern – Badenweiler – Müllheim – Efringen – Riehen, zu bewältigen galt erstmal gewöhnen. Von nun an sollte es bis weit in den Oktober hinein sommerlich bleiben. So konnte auch die, um eine Woche, verschobene Pfingsttour bei perfekten äusseren Bedingungen stattfinden. Nach einer schönen und zügigen Fahrt das Elsass hinab wurde, nach Landeswechsel bei Neuenburg, das «Nudelhüsli» in Kandern angesteuert, wo wir mit Pasta und anderen Leckereien verwöhnt wurden.
Eine Woche später fand, mit Überquerung des Oberen und des Unteren Hauenstein, ein erster Saisonhöhepunkt statt. Nach zwei Jahren Bauzeit konnte man endlich wieder einigermassen unbehindert das Waldenburgertal passieren. Anfangs Juni amtete für einmal Urs als Tourenleiter, führte die Teilnehmer ins Elsass und kratzte dabei erneut an der 100 Km Marke.

Der grossen Hitze des Hochsommers geschuldet wurden dann aber bis Ende August wieder eher etwas kürzere Strecken absolviert. Dabei wurde abwechselnd das badische und das schweizerische Umland befahren. Nenzlingen, Blauen, Lehnacker, Sallneck, Titterten, Diegten, viel wurde nicht ausgelassen.
Ein weiteres Saisonhighlight stellte sicher der 9. September dar. Nicht nur wegen des Grillabends sondern auch der denkwürdigen Fahrt Richtung Norden bis Heitersheim. Am Ende der Strecke konnte, über die mehrheitlich flachen 100 Km, fast ein 30iger Schnitt verbucht werden. Zugegeben, der eine oder andere musste dabei wohl etwas an die Grenzen gehen aber für Gesprächsstoff, zwischen Steak und Dessert, war gesorgt.
Mittlerweile war die Jahreshälfte deutlich überschritten und eigentlich hatte keiner damit gerechnet der Tourensaison einen weiteren Höhepunkt hinzufügen zu können. Dank anhaltender Wärme kam es aber anders. Am letzten Septembersamstag konnten wir unseren Wirkungskreis mit einer Fahrt über den Kaistenberg nochmals deutlich Richtung Osten ausweiten. Leider bleibt mir die an sich schöne Tour, durch die teilweise sehr aggressiven und dummen Automobilisten, in sehr schlechter Erinnerung. Diesen Hügel habe ich aus meinem Repertoire gestrichen.

Am 7. Oktober konnten wir bei noch immer über der 20°C Marke liegenden Temperaturen dann auch noch die Fahrt über Gersbach mit anschliessender Abfahrt das Werratal hinunter in Angriff nehmen. Normalerweise um dies Jahreszeit bereits zu kalt brachte uns nur die enge Werratalschlucht etwas zum frösteln.
Danach wiederholte sich das Bild des Frühlings. Einfach in die andere Richtung. Über Nacht schlug das Wetter um leider nicht nur auf kalt, sondern auch auf kalt und nass. So kamen denn im November und Dezember zwar noch ein paar kürzere Ausfahrten zustande, irgendwie aber immer auf der Flucht vor dem nächsten Regenguss.

Auf insgesamt 37 Samschtigstouren wurden Total 2779 Km und 20'135 Hm absolviert. Leider war auch ein Sturz zu verbuchen, der aber glücklicherweise ohne dramatische Folgen blieb.

Frohe Festtage!

Der Vorstand wünscht allen Mitgliedern und Radsportbegeisterten frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Abschlussbericht Saison 2023

Von Mathis Kobel

Als allererstes will ich mich kurz vorstellen, für die, die mich noch nicht kennen:
Ich heisse Mathis Kobel, bin 16 Jahre alt (Jahrgang 2007) und bin seit 2020 Mitglied im VCR. Diese Saison hatte ich meine ersten Velorennen, sowohl auf dem Mountainbike, wie auch auf dem Rennvelo.

Da dies meine erste Saison war, habe ich noch nicht an übermässig vielen Rennen teilgenommen. Das erste Rennen war Teil des Argovia Cups, einer MTB Rennserie, und fand in Lostorf statt. Aufgrund mangelnder Erfahrung und technischen Könnens bin ich auf den letzten Platz gefahren. Trotzdem war ich mit diesem Resultat zufrieden, zum einen weil ich das Rennen fertig gefahren und zum anderen weil ich meiner Meinung nach gar nicht so langsam gewesen war, die anderen waren einfach technisch viel stärker.

Zum Glück standen nach dieser Erfahrung zuerst einmal die Sommerferien an, während denen ich weiter trainiert habe und auch angefangen habe, mich in meinem Umfeld und im Internet nach leistungsorientierten Teams oder Vereinen zu informieren. Dabei bin ich auf die Cycling Academy Nordwestschweiz (CA NW) gestossen, die Jugendliche ab 14 zum Rennradfahren animieren möchte und auch das nötige Material, Trainings und Wissen zur verfügung stellt, um den Einstieg in den Wettkampfsport zu ermöglichen.

Als nächstes stand ein weiteres Mountainbikerennen des Argovia Cups an, diesmal in Hägglingen. Schon beim Aufwärmen hatte ich Mühe mit den alten Klickpedalen, die ich an meinem Velo hatte. Dies verschlimmerte sich dann während der ersten Runde des Rennens, als ich mich mit meinem linken Fuss auf einmal nicht mehr einklicken konnte. Daraufhin bin ich in die Tech Feed Zone gefahren, wo sich herausstellte, dass das Cleat abgefallen war. Somit war ich gezwungen, aufzugeben.

Eine Woche darauf fand der Basel Bike Cup statt, an dem ich auch teilgenommen habe, diesmal zum ersten Mal in den Farben der Cycling Academy NW. Im Vergleich zu den vorherigen zwei Rennen war dies ein Nationales Rennen mit internationaler Beteiligung. Nach den letzten zwei Rennen, an denen ich mitbekommen hatte, wie stark andere Jugendliche in meiner Alterskategorie sind, hatte ich mir keine grossen Hoffnungen gemacht.

Diese Einschätzung erwies sich als richtig, da ich wieder einen letzten Platz einfuhr, nur vor den Fahrern, die während des Rennens ausgeschieden waren. Grund für dieses Resultat war wiederum mein mangelndes technisches Können.

Drei Wochen später stand mein erstes Strassenrennen, die Tour de Jura, an. Die Tour de Jura ist ein relativ kurzes Strassenrennen (5 Runden von jeweils 9,6 km) mit einem ansteigenden Zielsprint. In Vorbereitung auf die Tour de Jura hatte ich mit der CA NW einige Male an einem ähnlichen Aufstieg Sprints geübt.

Im Rennen waren wir zu fünft aus dem Team und hätten uns theoretisch gut gegenseitig helfen können. Jedoch hatte das Peloton am Ende der ersten Runde angegriffen und wir haben uns aus den Augen verloren. Ich bin zurückgefallen, da ich nicht schon zu Beginn alle Energie aufbrauchen wollte. In der zweiten Runde habe ich zwei meiner Teammitglieder und auch noch einige andere, die zurückgefallen waren, eingeholt und durch gegenseitiges Helfen konnten wir, kurz vor Ende der zweiten Runde, uns wieder ans Peloton anschliessen. Dieses hatte aber erneut am Berg wieder angegriffen und somit fielen wir wieder zurück. In der dritten Runde hatte ich mich von meiner Gruppe abgesetzt, in der Hoffnung, wieder zum Peloton aufzuschliesen zu können. Ich habe immer wieder kleine Grüppchen eingeholt, mich kurz im Windschatten ausgeruht und habe dann, als ich dran war mit der Führungsarbeit, wieder angegriffen.

In der letzten Runde habe ich noch zwei Fahrer eingeholt, die, wie mir schien, strategisch langsam fuhren, um mir dann in den Windschatten zu sitzen. Somit war die letzte Runde deutlich langsamer als die Vorigen. Als wir an der letzten Steigung ankamen, habe ich angegriffen und bin als 32. ins Ziel gefahren.

Eine Woche später ging es dann ins Fricktal, wo das Wittnau Regional Verfolgungsrennen stattfand, das heisst, dass man zuerst ein Zeitfahren absolviert und nachher noch ein Rennen fährt, bei dem man mit dem Rückstand startet, den man sich während des Zeitfahrens eingeholt hat.

Weil die Strecke des ersten Teils hauptsächlich flach und bergab ging, waren alle relativ schnell unterwegs. Nach dem ersten Teil lag ich auf dem 5. Rang mit 1:15 min Rückstand auf den Führenden.

Der zweite Teil ging einen Hügel hoch, somit war das Ganze ein wenig langsamer als der erste Teil. Mir ist es gelungen, den 4. Rang, mit 1:26 min Rückstand auf den 3. Platz, zu erreichen und somit ein neues Bestresultat zu setzen.

Alles in allem bin ich zufrieden mit der Saison trotz den zwei letzten Plätzen, die ich auf dem Mountainbike gefahren bin. Ich bin auch sehr zufrieden mit meiner Leistung auf dem Rennvelo, hoffe jedoch, nächste Saison mehr Rennen zu fahren.

Als Ziel, erhoffe ich mir vorne mithalten zu können und mich sowohl technisch, wie auch Ausdauermässig zu Verbessern.

Als letztes würde ich mich gerne noch bei Luzius Humm und Kai Amrhein und dem VC Riehen für das Organisieren der Mountainbike- und Rennvelo- Jugendtrainings, durch die ich überhaupt richtig zum Velofahren gekommen bin, bedanken. Weiterhin möchte ich mich auch noch bei Marcia Eicher und der CA NW bedanken für die Trainingsmöglichkeiten und die Rennbegleitung. Als letztes möchte ich mich noch bei meiner Familie bedanken, die mich die ganze Zeit unterstützt hat.

34. Samschtigstour 11.11.23 – Ich hab noch Sand in den Schuhen…

Von Hanspeter Brack

so präsentierten sich meine Treter am Sonntagmorgen nach dem Abtrocknen. Leider aber nicht aus dem sonnigen Hawai sondern von den nassen Strassen des Markgräfler Landes. Meinen drei Mitstreitern André, Ed und Martin dürfte es auch nicht besser ergangen sein, zumal sie mutig auf Überschuhe verzichteten.

11.11. 11 Uhr 11 ennet der Grenze Beginn der fünften Jahreszeit. Traditionell beginnt an diesem Tag und zu dieser Uhrzeit bei unseren nördlichen Nachbarn die Faschingszeit mit der Erstürmung der Ratshäuser. Davon war nach unserem Start um 13.00 Uhr weder etwas zu hören noch zu sehen. Offenbar waren sämtliche Regierungssitze geentert und alle Krawatten abgeschnitten.

Wettermässig war es ein Pokerspiel welches gerade so aufging. Die diversen Regenradare waren sich nicht so ganz einig, die Tendenz versprach aber doch ein regenfreies Fenster am Nachmittag. Bereits in Haltingen wusste man nichts von diesem Versprechen, es schüttete wie aus Kübeln. Gut hatten wir bereits die Winzergenossenschaft erreicht deren Vordach uns Schutz bot. Zu allem Überfluss schien uns, bei einem Blick Richtung Riedlingen, die Sonne auch noch frech auszulachen. Der Regenguss war glücklicherweise bald vorüber hinterliess aber «saichnassi Stroose».

Dem zum Trotz wagten wir die Fortsetzung der «Samschtigstour» und wurden auf dem Weg nach Riedlingen tatsächlich, zeitweise, sogar mit Sonnenschein belohnt. Da der Blick nach links sich in den unendlichen Weiten von Grau in Grau verlor hielt sich die Freude in Grenzen. Immerhin keimte die Hoffnung auf wenigstens weiterhin von oben nicht benetzt zu werden. Im diese Chance zu vergrössern bogen wir schon Eingangs Riedlingen in die kurze Steigung nach Tannenkirch ein und bogen auf Höhe der Kalten Herberge bereits wieder auf den Rückweg ein. Welmlingen, Efringen, Eimeldingen ohne Halt lautete die Ansage. Obwohl es immer dunkler wurde hatten wir weiterhin nur mit der Strassennässe zu kämpfen und erreichten den Ausgangspunkt bis auf die Füsse, doch einigermassen trocken, wen auch, durch einen Strich der linke und rechte Körperhälfte trennte, deutlich gezeichnet. Zu Hause gleich noch das Velo mit dem Gartenschlauch abspritzen und ab unter die Dusche. Schön war es irgendwie trotzdem.

Strecke: Riehen - Fischingen - Riedlingen - Tannenkirch - Welmlingen - Efringen - Eimeldingen – Riehen / 47 Km / 215 Hm

32. Samschtigstour 21.10.23 – Ab in die Wiese

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer und Urs Zwahlen

Eigentlich war für diesen Samstag die Abschlusstour geplant gewesen. Und eigentlich hätte man Diese auch durchführen können. Aber eigentlich sah die die Wetterprognose noch am Donnerstagmorgen mit einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von >80% gar nicht nach Durchführbarkeit aus.
Nun hatten wir das Problem für 25-30 Personen, im gut besuchten Kickerhüttle Degerfelden, reserviert gehabt zu haben und deshalb gezwungen waren rechtzeitig abzusagen um nicht unnötig Plätze zu blockieren. Im Nachhinein ist man immer schlauer und die Stimmen die dann sagen die Absage sei zu früh gewesen lassen meist auch nicht lange auf sich warten. Andererseits, wären wir mit einer Handvoll schmutztriefenden Fahrern dagestanden hätten wir uns wohl kaum viele Freunde gemacht. Dumm gelaufen.

Als am Freitagmorgen für Samstag plötzlich doch die Hoffnung auf Sonne angesagt war, stand wenigstens einer normalen «Samschtigstour» nichts mehr im Wege und so war meine erste Tat nach dem Aufstehen das publizieren der Tour. So ganz normal wurde die Tour dank André dann doch nicht, dazu aber später. Wohl um zu zeigen, dass es tatsächlich auch hätte anders kommen können begann es kurz nach zwölf noch ganz kurz zu regnen, was dazu veranlasste die Regenjacke doch einzupacken. Bei noch bewölktem Himmel und akzeptablen 18°C fanden sich André, Gianni, Martin, Sascha, Urs und Hanspeter, in bester Stimmung, am Treffpunkt ein. Nachdem wir von der staatlich geprüften und vereidigten Stimmenauszählerin Sonja auf die Strecke geschickt wurden durften wie uns als erstes in Altweil über den neuen Strassenbelag freuen, endlich ist diese Rüttelei vorbei. Jetzt galt es nur noch das Nadelöhr Binzen zu absolvieren bevor Richtung Fischingen so allmählich Fahrt aufgenommen werden konnte.

Weiter über den Rebberg nach Egringen und das Tal hinauf nach Riedlingen. So allmählich kam nun auch mehr und mehr die Sonne hervor und von hinten waren angeregte Gespräche vernehmbar die kurz vor Riedlingen ziemlich hektisch wurden. Was war passiert? Im Augenwinkel sah ich noch wie André akrobatisch versuchte vom Rasenstreifen neben dem Veloweg wieder auf Denselben zurückzukehren. Als er realisierte, dass dies zu einem unmöglichen Unterfangen werden würde und aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem Sturz enden würde, machte er das einzige Richtige und liess, ohne viel Gegenwehr, sein Velo den Weg finden. Dieser führte ab in die Wiese und zwar ziemlich weit. Gefühlt dauerte es eine Ewigkeit bis er endlich, sturzfrei, zum stehen kam. Der Bach kam zwar immer näher die Enten blieben aber unbehelligt, Ente gut alles gut. Den Unterhaltungswert auf einer Skala von 1 bis 10 müsste man mit 10+ bewerten. Zusammen mit Renés Stillstandversuch auf dem Vorderrad – Showact des Jahres.

Da auf dem weiteren Verlauf der Tour, die zuerst den Anstieg Ausgangs Feuerbach gefolgt von der etwas flacheren aber längeren Steigung nach Feldberg beinhaltete und via Müllheim nach Schliengen und Bad Bellingen führte, niemand mehr versuchte Andrés Darbietung zu überbieten hatten wir also nicht nur steigungsmässig alle Höhepunkte der Tour schon bald hinter uns.
Bei der Einkehr kochten dann die Assoziationen hoch, aus Abschlusstour wurde Abschusstour oder, aufgrund der vielen Baumnüsse die auf der Strecke am Boden lagen auch Abnusstour.

Nach Spezi und Apfelkuchen mussten wir leicht fröstelnd konstatieren, der Sommer ist definitiv vorbei und lässt kein allzu lange Verweilen in der Gartenbeiz mehr zu.

Da kam der Aufstieg vor Bamlach gerade gelegen um den Motor wieder auf Betriebstemperatur zu bringen und den restlichen Rückweg wieder mit einem wohligeren Gefühl zu absolvieren.

Strecke: Riehen - Fischingen - Riedlingen - Feuerbach - Feldberg - Müllheim - Efringen - Fischingen – Riehen / 78 Km / 600 Hm

Samschtigstour-30-30.09.23 - Gestrichen

Von Hanspeter Brack

Vielleicht war es schon die letzte lange Ausfahrt 2023. Bei teilweise sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen drehten sich die Räder von Harald, Hansjörg, Martin S., Martin W. und Hanspeter gleich zu Beginn nach Inzlingen hoch.
Mir kam plötzlich das Zitat von Hans Blickensdörfer in den Sinn das da lautet «Sonne in den Speichen sieht nur einer, der sein Rad selbst bewegt». Die heute mehrheitlich schwarzen Speichen ergeben zwar nicht mehr eine so markante Spiegelung, trotzdem war es nochmals schön die Wärme zu spüren und wer weiss vielleicht bleibt es ja auch noch ein wenig so.

Hans Blickensdörfer (1923 – 1997) war ein deutscher Sportjournalist der unter anderem für die frranzöschie L’Equipe schrieb. Er prägte seinerzeit einen neuen Schreibstil in dem er nicht nur rein ergebnisorientiert berichtete, sondern mit seinem grossen Hintergrundwissen, in erzählerischer Form, auch hinter die Kulissen blickte. Neben seiner journalistischen Tätigkeit hatte er auch diverse Bücher zum Thema Radsport verfasst, die man jedem Radsportinteressierten nur empfehlen kann.

Da sich die Beine bei diesen Gedankengängen weiterdrehten, hatten wir zwischenzeitlich Inzlingen hinter uns gelassen und befanden uns bereits in der Abfahrt nach Degerfelden. Da das Velo von Hansjörg nicht so recht laufen wollte (Trek halt) warteten wir Ausgangs Degerfelden kurz um anschliessend einmal mehr via Kraftwerk Rheinfelden die Rheinseite zu wechseln.

Ab Möhlin konnten wir, via Zunzgen bis Mumpf den Veloweg benutzen. Anschliessend stand uns bis Münchwilen lediglich ein markierter Velostreifen, der immerhin zum Ausdruck brachte wir dürfen auch dort sein, zur Verfügung. Der Verkehr war an diesem Samstag generell extrem, das Klima lässt grüssen.

Diesen Streckenteil gut hinter uns gebracht, stand nun das schönste Teilstück bevor. Relaxt konnten wir auf Velowegen und schwach befahrenen Nebenstrassen nach Eiken und weiter nach Oeschgen zum Fuss des Kaistenberges gelangen. Was nun kam kann man tatsächlich ein bisschen als Horror bezeichnen. Nicht einer, nicht zwei, nein gleich mehrere Autos rasten und damit meine ich rasten um Haaresbreite an uns vorbei. Martin W. fragte ganz geschockt, soll ich denn in der Regenrinne fahren? Trotz einer Bauzeit, mit Vollsperrung, von nahezu zwei Jahren hatte man es nicht geschafft einen Radweg einzubauen, noch nicht mal Farbe für einen markierten Velofahrstreifen konnte man aufbringen. Das kann ich nur als unfähig bezeichnen.

Nachdem wir auch das überlebt hatten waren wirklich froh als wir nach der Abfahrt, zwischen Kaisten und Laufgenburg, wieder auf den Veloweg einbiegen konnten. Für künftige Touren ist der Kaistenberg definitiv gestrichen.

Wieder im dichten Verkehr, aber immerhin auf markiertem Velostreifen wurde die Verbindung Laufenburg Sisseln, bis zum Kreisel in welchem sich die meisten Autofahrer Richtung Autobahn verbschieden, absolviert. Ab da wurde es wieder entspannter und ab Sisseln stand uns wieder ein abgetrennter Veloweg bis Stein zur Verfügung. Erfreulich zu diesem Zeitpunkt, Hansjörg der angekündigt hatte nur einen Teil der Tour zu absolvieren war noch immer fester Bestandteil der gestarteten Fünfergruppe. Er hielt zwar zwischenzeitlich nach einem Besenwagen, Zug oder dergleichen Ausschau, mangels Angebot blieben wir aber die einzige valable Mitfahrgelegenheit und so musste er wohl oder übel auf die Zähen beissen und weiterhin mit uns vorliebnehmen.

Ausgangs Wallbach galt es noch die nach Möhlin führende Höhe zu überwinden von wo aus wir, durch den Wald, nach Rheinfelden kurbelten. In Augst gab es den obligaten, von Hansjörg übernommen, Abschlusstrunk, an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank.

Fazit: Eigentlich eine schöne Strecke, aufgrund vieler zum Lenken eines Motorfahrzeuges charakterlich nicht geeigneter Verkehrsteilnehmer zur Nachahmung nicht empfohlen.

Strecke: Riehen - Inzlingen - Nollingen - Möhlin - Stein - Frick - Kaistenberg - Laufenburg - Sisseln - Wallbach - Möhlin - Rheinfelden - Birsfelden - Riehen / 90 Km / 645 Hm.

29. Samschtigstour 23.09.23 – Äquinoktium

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Äqui… was? Ganz einfach Tagundnachtgleiche, die Sonne geht um 6:00 Uhr auf und um 18:00 Uhr unter.
Geschieht, man kanns erraten, zweimal im Jahr, im Herbst und im Frühling. An diesem Samstag war es wieder so weit, um 8:49, knapp eine dreiviertel Stunde vor Start war kalendarischer Herbstanfang. Theoretisch also wäre ein Start im Sommer noch möglich gewesen.

Bei knapp über 10°C liegenden Temperaturen war es allerdings auch zum üblichen Sommerstartzeitpunkt noch erfrischend genug und der Schlaf war spätestens beim ersten Tritt weggeblasen. Sieben Teilnehmer, André, Ed, Gianni, Martin, René, Urs und Hanspeter, nahmen die Herausforderung an.

Ob es am Herbstanfang gelegen hatte? Man weiss es nicht, es war in jedem Fall ein etwas kurioser Tag.
Schon bei der ersten Unterführung entlang der Wiese wäre ein Massencrash durch aus im Bereich des Möglichen gewesen. Ein vor uns fahrender Jüngling machte am Ende der Unterführung, ohne jegliches Handzeichen, eine 180° Kehrtwende und hätte uns damit beinahe abgeräumt. Irgendwie hatten wir das aber noch gerochen und konnten eine Kollision gerade noch verhindern.

Ein paar Kilometer weiter ertönte von hinten das Kommando halt. Ed hatte sich einen Plattfuss eingefahren. Der Schlauchwechsel ging in absoluter Rekordzeit von statten. Aufgrund der langen Zeitdauer kamen schon Befürchtungen hoch, mit dem nach Hause kommen bei Tageslicht könnte es noch knapp werden. Zu allem Überfluss ging der erste Versuch auch noch schief. Beim über die Felge heben des extrem engen Reifens wurde der wunderschöne pinkfarbene Schlauch gleich wieder beschädigt.

(Barbie lässt grüssen.)

Mit viel Kraft und genau so viel Vorsicht konnte die Panne doch noch behoben werden. Schlauch drin, Pneu drauf – nur noch pumpen. Urs hatte die richtige Strategie, die da hiess, jeder gibt zehn Stösse.

Irgendwann war das Rad wieder drin und es konnte doch noch weitergehen.

Allerdings nicht lange. Beim ersten Kreisel in Maulburg verkalkulierte ich mich. Ein von ganz rechts kommendes Auto umrundete den Kreise, wider Erwarten, vollständig und zwang mich zu einem etwas abruptem Bremsmanöver. René, hinter mir fahrend, konnte zwar bremsen, vollführte auf dem Vorderrad aber einen Handstand und stieg letztendlich über den Lenker ab. Dumme Situation und umso unglücklicher da er an dieser Stelle ohnehin umkehren wollte. Auf den ersten Blick war nichts passiert, er fühlte sich in der Lage die Rückfahrt alleine zu absolvieren. Sicherheitshalber vereinbarten wir eine Benachrichtigung sobald er zu Hause ist.

Zu sechst ging es via Wieslet – Weitenau nach Hofen in die Hauptsteigung der Tour an deren Ende wir, ohne weitere Zwischenfälle, Endenburg erreichten.

Nach kurzem Halt wurde, bei mittlerweile 18°C, die rund sieben Kilometer lange Abfahrt nach Kandern geschlossen absolviert. Nach Überquerung des Golfplatzes konnte der Schwung aus der Abfahrt nach Riedlingen in die Steigung Richtung Schliengen mitgenommen werden. Über die kleine Querverbindung «Siedlung am Holz», auf der sich die letzten paar Höhenmeter befanden, steuerten wir Tannenkirch an.

Von nun an gings bergab, auf und entlang der leicht abfallenden B3 flogen wir Efringen – Kirchen entgegen. Auf flachem Terrain setzten wir die Fahrt nach Märkt fort, der Geschmack des Yachthafens war nun schon fast zu riechen. Mit Getränken und Pommes gefolgt von Zwetschgenwähe schlossen wir dort die Ausfahrt ab.

Strecke: Riehen - Steinen - Maulburg - Wieslet - Weitenau - Hofen - Endenburg - Kandern - Riedlingen - Tannenkirch - Efringen - Märkt - Haltingen - Riehen / 75 Km / 700 Hm.

27. Samschtigstour 09.09.23 – Was tun, wenn es heiss wird?

Von Hanspeter Brack

Ganz einfach nach Norden fahren. Der Kälte entgegen. Und tatsächlich waren wir noch nie so weit in den hohen Norden gefahren. Da aber Heitersheim als nördlichster Punkt nur gut 40 Km von Basel entfernt liegt und somit vom hohen Norden her gesehen wiederum sehr südlich liegt, war das mit der Kälte letztendlich nicht wirklich spürbar. Im Gegenteil. Zwar konnte sowohl die Fahrt bei Fischingen über den Rebberg wie auch die Steigung von Riedlingen nach Liel noch bei angenehmen Temperaturen absolviert werden, ab Schliengen aber stieg das Thermometer gefühlt ca. alle fünf Kilometer an.

Hilft also nur noch Eines, vor der ganz grossen Hitze wieder zu Hause sein. Entsprechend schnell war die siebenköpfige Gruppe (André, Bruno, Claude, Ed, Kai, Urs, Hanspeter) unterwegs. Bis Binzen konnten wir noch etwas von der Führungsarbeit der «grupetto basilea» Fahrer, die Ausgangs Weil im 30er Tempo an uns vorbeizogen, profitieren. Damit war die Pace für diesen Tag gesetzt. Kurz nach Haltingen meinte Bruno lakonisch «das ist mein erstes Weltcuprennen in diesem Jahr». Zwischen Egringen und Riedlingen war das für ihn, nachdem er kurz vor Binzen noch selbstsicher die Führung übernahm, allerdings bereits vorbei. Wem grupetto basilea nichts sagt den kann ich beruhigen, mir nämlich auch nichts. Die Aufschrift «ride different» auf dem Trikot machte mich aber neugierig und so habe ich auf deren Hompage eruiert was damit gemeint ist, nämlich keine Trainings und kein Leistungssport. Der Social Ride mit Gleichgesinnten steht im Vordergrund. Also alles wie bei uns aber halt in ein paar englische Schlagworte verpackt, vielleicht «for a better ride» oder einfach nur weil es gerade «in» ist.

Mit leichtem Rückenwind fuhren wir, nachdem in Schliengen bereits alle Steigungen des Tages abgehakt waren, weiter nordwärts und erreichten nach Passage von Müllheim, Hügelheim und Seefelden schon bald den Wendpunkt Heitersheim. Mit ganz wenigen Ausnahmen, wir mussten uns lediglich ein wenig durch die Ortschaften durchwühlen, standen uns abgetrennte Fahrradwege zur Verfügung. Nächster Fixpunkt Grissheim, Auf dem Weg von den Rebbergen in die Nähe des Rheinufers kam tatsächlich ein klein wenig Ferienfeeling auf. Die Weite der Rheinebene mit ihrer speziellen Vegetation strahlt eine ganz eigene, eher südliche, Ambiance aus.

Mit der endgültigen Wende auf den Rückweg hatten wir nicht nur die Sonne im Gesicht sondern auch den Gegenwind. Trotzdem strampelten wir, vorbei an Grissbach, Zienken, und Neunburg, ziemlich zügig Steinenstadt engegen, wo wir uns so langsam auf die nahende Erfrischung in Bad Bellingen freuen durften.

Ein kleiner radsportgeschichtlicher Exkurs zu diesem Tag verweist auf die Erstaustragung des Rennens Brest – Paris – Brest über ca. 1200 Km am 09.09.1891. Gewonnen wurde das Rennen von Charles Terront in 71 Std. und 22 Min. mit einem Schnitt von 16.81 Km/h. Tönt nicht nach viel, man beachte aber das Velo. Die letzte Austragung 1951 wurde vom Sieger Maurice Diot in 38 Std. und 55 Min. und demnach mit einem Schnitt 30.84 Km/h gewonnen. Weil der Sieger für die enormen Anstrengungen lediglich ein einfaches Armband als Preis bekam mussten weitere Austragungen mangels Teilnehmer abgesagt werden. Die Veranstaltung gibt es, mit Unterbrüchen, zwar heute noch aber ausdrücklich nicht als Rennen sondern als Brevet.

Nun denn, unser Schnitt lag beim Erfrischungshalt näher bei dem der zweiten Austragung und so kam der vom Chef höchstpersönlich gebackene und angepriesene Käsekuchen genau richtig. Dem Appetit für das abendliche alljährliche Grillfest konnte er nichts anhaben, dafür wurden mehr als genügend Kalorien zerklopft.

Dem Thermometer, welches mittlerweile über 30°C anzeigte, geschuldet, aber auch damit Urs nicht mehr «zechele» musste (wenn de bim Velofaare zechele muesch isch maischtens dr Sattel z’hoch), wurde der restliche Rückweg in leicht gemässigterem Tempo absolviert.

Strecke: Riehen - Riedlingen - Schliengen - Heitersheim - Grissheim - Zienken - Neuenburg – Bad Bellingen - Efringen - Binzen - Riehen / 100 Km / 350 Hm.

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