Velo-Club Riehen

3. Samschtigstour 27.02.21 – Sind viele Jäger wirklich des Hasen Tod?

Von Hanspeter Brack und André Fürbringer

Vor den angekündigten Lockerungen für die kommende Woche hiess es nochmals die erlaubte Gruppengrösse von maximal fünf einzuhalten. Mit insgesamt zehn Teilnehmern ging das hervorragend auf. Die Hasengruppe, bestehend aus Johanna, Ed, Gianni, Harald und Hanspeter begab sich als erste auf die Strecke. Die Chasing group, in der Zusammensetzung Claude, Sascha, Volker und Gast Roland, folgte unter der Leitung von André wiederum auf Sichtweite.

Da bis Liestal, im nahezu gleichbleibend starken Gegenwind, alle mit dem gleichen Gegner zu kämpfen hatten war die Verfolgergruppe mühelos auf Distanz zu halten. Und auch das Oristal hinauf änderte sich bis zur Hälfte des Aufstieges an dieser Sachlage nichts. Währendem sich die Hasen Gianni und Harald leicht absetzen konnten, wurde ich mit Johanna im Schlepptau sowie Ed, der auch bei uns verblieb, von den von hinten heranstürmenden Kletterspezialisten Sascha und Claude ein- und überholt. Da die zwei aber oben wieder auf die restliche Verfolgergruppe wieder warten mussten, war der Status Quo auf der Weiterfahrt Richtung Bretzwil, Nunningen und Fehren sogleich wieder hergestellt.

In Nunningen setzte dann der Schmelzprozess der Hasengruppe ein. Johanna verabschiedete sich Richtung Himmelried um mit der Ausfahrt einen Besuch zu verbinden. Verblieb also noch ein Quartett welches sich über Fehren in die Abfahrt nach Büsserach zu retten vermochte. Nach kurzer Wartezeit, am Ende der Abfahrt, traf auch die zweite Gruppe ein.

Nach kurzer Lagebesprechung ging es in gehabtem Abstand weiter Richtung Zwingen. Ordentlich durchgeschüttelt, wer braucht schon Paris – Roubaix wenn wir solch eine Strecke fast vor der Haustüre haben, erreichten wir das Laufental. Gianni’s Hoffnung auf Rückenwind für die Rückfahrt ging nicht auf. Mehrfach hatte man bei böigem Gegenwind, das Gefühl gegen eine Wand zu fahren. Tief geduckt konnte trotzdem konnte noch etwas am Schnitt gearbeitet und die Verfolger auf Distanz gehalten werden.

Nachdem Gianni in Dornach und Harald in Münchenstein nach Hause ausgeschert hatten verblieb von der ehemaligen Hasengruppe mit Ed und mir noch ein Rumpfteam. Dies veranlasste uns dann doch auf die Chasing group zu warten um den Rest des Weges gemeinsam zu absolvieren.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich noch den Besuch von Bruno am Treffpunkt. Erneut wurde er vom Pech verfolgt, befindet sich aber nach dramatischen Tagen wieder auf dem Weg der Besserung. Ich glaube ich spreche in aller Namen wenn ich Ihm an dieser Stelle gute und baldige Genesung wünsche. Vor allem aber hoffen wir mit Ihm auf endlich bessere Zeiten. Irgendwann muss ja jede Pechsträhne mal zu Ende gehen.

Chasing Hanspeter and his group, COVID zum 2.

Normalerweise bezahlt man fast Fr. 250.- für einen Startplatz im Verfolgungsrennen mit Fabian Cancellara und muss auch schon früh aus den Federn um den Start um 4.00 Uhr nicht zu verpassen. Bei uns im VCR kannst Du das alles haben, inkludiert im Jahresbeitrag und der Start um 13.00 Uhr ist mehr als Christlich, auch dieses Mal mit Sonne und etwas kühleren Temperaturen.

Trotz kleinem Fauxpas der Streckenführung letztes Mal gesellte sich Volker, Claude, Sascha, ich und Roland (ich glaube er wollte etwas mehr Action als das letzte Mal) in die Chasing Group.

Los ging es mit etwas Rückstand raus aus Riehen, Richtung Liestal und Büren immer gebremst vom starken Gegenwind und in Schlagdistanz zur Chasing Group. Ab und zu war es so still hinter meinem Hinterrad geworden, dass ich dachte irgendwie haben mich Alle verlassen. Dies war aber nur Taktisch von Sascha und Claude geplant, um dann in der Steigung von Büren Richtung Seewen den Turbo zu zünden und Alle stehen zu lassen, inklusive der ersten Gruppe. Volker, ich und Roland strampelten mehr oder weniger zusammen den Berg hoch, wohlwissend oben angekommen werden Sascha und Claude wieder auf uns warten. Hanspeter mit seiner Gruppe ist gerade weggefahren als wir oben ankamen. So liessen wir auch Roland kurz verschnaufen damit sich die Blutkörperchen wieder beruhigen konnten und wir mit etwas Abstand wieder voll in die Pedale treten konnten.

Der Wind war unser ständiger Begleiter und liess es sich nicht nehmen uns immer wieder runter zu bremsen. Über Nunningen, Fehren, Büsserach, Zwingen, Dornach und Münchenstein, wo die dezimierte Chasing Group nur noch aus Hanspeter («Rest flüchtete in alle Himmelsrichtungen nach Hause») und Ed bestand, erreichten wir zusammen Riehen, Windgeplagt nach 76km und 680HM. Wieder einmal hat es sich gelohnt den Drahtesel hervor zu nehmen Wind hin oder her, aber es wäre schon schön mal mit Rückenwind zu fahren… 😁

2. Samschtigstour 20.02.21 – Plus 30°

Von Hanspeter Brack und André Fürbringer

Für einmal ist damit nicht der Grad der Steigung gemeint, sondern der unglaubliche Temperaturanstieg innert Wochenfrist. Waren es am vergangenen Samstag noch, bei zwar schönem Wetter, Temperaturen im deutlichen Minusbereich (bis -14°) die selbst die hartgesottensten davon abhielten aufs Velo zu steigen, so stellten sich an diesem Samstag, bei bis zu 18°C, doch bereits die ersten Frühlingsgefühle ein.

So war denn der Aufmarsch von einem Dutzend Fahrerinnen und Fahrer für die Jahreszeit beachtlich. Johanna erschien in Begleitung ihres Nachbarn «Iceman» Roland, der die Rolle des ersten Gastfahrers im laufenden Jahr übernahm. Weshalb Iceman? Deshalb - kurze Hosen und Zehenwärmer.

Weiter trudelten nacheinander André, Gianni, Urs, Mike, Claude, Volker, Ed, Sascha und Manfred am Treffpunkt ein. Es stellte sich die Frage was tun, 3 Gruppen à 4 oder 2 Gruppen à 6? Eine etwas grosszügige Interpretation liess uns zum Schluss kommen 2 Gruppen à 5 plus je ein Tourenleiter könne den Vorschriften des Bundesrates gerade noch so entsprechen. So bildete sich ohne weiteres Abzählen eine erste Gruppe unter der Leitung von Hanspeter und eine zweite unter der Leitung von André.

Mit der zweiten Gruppe im Nacken nahmen wir in der Hard so allmählich Fahrt auf. Aber es war wieder einmal einer jener Samstage an denen einem jedes Rotlicht den Wind aus den Segeln nimmt. Glücklicherweise war es dann mit dem Abbiegen in Augst erstmal vorbei mit Verkehrsampeln. Ebenfalls vorbei war es für Mike – aber nur vorbei mit Hinterradfahren. Wie bereits am Start angekündigt verabschiedete er sich an dieser Stelle von uns um den weiteren Nachhausweg nach Zürich, alleine gegen den Wind kämpfend, unter die Räder zu nehmen.

Währendem wir kurz vor Liestal zur Hauptstrasse hoch fuhren sahen wir unter uns die zweite Gruppe der Ergolz entlang geradeaus weiterfahren. Viele Wege führen nach Hölstein. Es sollte der letzte Blickkontakt sein, fortan wurden sie nicht mehr gesehen.

Der zu Beginn sanfte Anstieg der Bennwilerstrasse, wir befinden uns geographisch bereits Ausgangs Hölstein, gab unserer, sich noch etwas im Wintermodus befindlichen, Muskulatur Gelegenheit sich langsam an höhere Belastung zu gewöhnen. Wie gewohnt machte sich Gianni auf den letzten 300 steileren Metern, hoch zum «Höchacher», auf und davon, Bergziege bleibt halt Bergziege.

Oben angekommen harrten wir, bei schönstem Sonnenschein, der zweiten Gruppe die da kommen sollte. Aber es kam Nix und bevor wir wieder eingeschneit wurden, man weiss ja nie, stürzten wir uns Richtung Tenniken zu Tal.

Eingangs Pratteln erfuhren, nach kurzer telefonischer Kontaktaufnahme, mehr über den Verbleib von Gruppe 2 und die Gründe weshalb sie sich erst in Tenniken befanden. Das aber nun aus der Sicht von André.

Verfolgergruppe II COVID Konform, Sascha, Volker, Manfred, Ed, Claude und meine Wenigkeit

Zum ersten Mal mussten wir dem Bundesrat Folge leisten und konnten nicht zusammen eine Ausfahrt unternehmen. Hanspeter schickte mir im Vorfeld die ausgesuchte Route und ich speicherte diese auf meinem Wahoo ordnungsgemäss ab.

Nach dem Start von Hanspeters Gruppe warteten wir noch ein paar Minuten bevor wir die Verfolgung aufnahmen. Wunderbares Wetter begleitete uns über die ganze Strecke und der Frühling hielt Einzug mit fast sommerlichen Temperaturen.

In der Hard konnten wir weit vorne bereits unsere vorausfahrende Gruppe erkennen. Abstand haltend blieben wir aber doch auf Schlagdistanz, jedoch ohne uns strafbar zu machen. Vor Liestal fuhren wir unten an der Ergolz entlang während die andere Gruppe den bekannten Weg über die Hauptstrasse Richtung Bubendorf fuhr. Von diesem Moment an waren wir ausser Sicht und keiner konnte mehr den Anderen sehen. Als wir dann Richtung Hölstein kamen zeigte mein GPS plötzlich eine Richtungsänderung an, was mich stutzig machte.

Verunsichert, wider besseres Wissen, liess ich mich dazu verleiten den Weg gemäss Wahoo zu einzuschlagen. Dies blieb natürlich nicht ohne Folgen. Plötzlich standen wir nämlich vor einer 20%-Plus Rampe die uns über einen, eher Gravelbike tauglichen Feld- / Waldweg, wieder auf den richtigen Weg Richtung Diegten brachte. Saschas Orientierungshilfe mit seinen GPS Inputs waren grandios.

Auf dem höchsten Punkt hielten wir kurz an, nahmen einen grossen Schluck aus der Flasche und ich hatte Glück, musste ich nicht noch den Mitstreitern ihr Velos reinigen Nun konnte uns nichts mehr vom falschen Weg abbringen und Zunzgen, Sissach, Liestal, Pratteln liessen wir rechts liegen und erreichten Riehen wieder nach 70km und 560 HM. 2 Gruppen kleine unterschiedliche Routen aber ein riesen Spass.

Das Europa-Kriterium — Ein Blick in die Vergangenheit des Velo-Club Riehen als Rennorganisator

Kurt Kaiser arbeitet sich derzeit durch die zahlreichen Unterlagen im Archiv vom VCR und bereitet diese auf für die Publizierung. Aufgeschaltet werden wird dieser historische Schatz in der neuen Kategorie «Chronik». Los geht's mit den ersten beiden Kapiteln zur Vorgeschichte Schwarzwaldallee und 2. Europa-Kriterium Basel 1947.

Jeden Freitag folgt ein neues Kapitel. Wir danken Kurt Kaiser für seine Arbeit und wünschen viel Spass bei der Lektüre!

1. Samschtigstour 05.02.21 – BAG Konform

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Alles BAG-Konform – Johanna, André, Gianni, Urs und Hanspeter bildeten nämlich genau die vom BAG zugelassene 5er-Gruppe.

Mit der Streckenwahl allerdings ist es im Moment eher etwas schwierig. Die für diese Jahreszeit präferierten flachen Strecken befinden sich eher rheinabwärts. Dummerweise gehört das aber, beidseits des Rheins, nicht mehr zur Schweiz und eine Überquerung der Grenze empfiehlt sich weder Hüben noch Drüben. Schon gar nicht als Gruppe, ausser man möchte die gleiche Erfahrung machen wie jener Schweizer Kollege der am 21. Januar via Elsass nach Neuenburg fuhr und für den Rückweg auf der badischen Seite, in massloser Selbstüberschätzung, gleich die Autobahn benutzte. Er hatte damit sowohl gegen die Strassenverkehrsordnung wie auch gegen die Corona Verordnung verstossen. Da dürfte ein stolzes Sümmchen zusammenkommen.

Wer es genauer wissen möchte: https://www.badische-zeitung.de/58-jaehriger-faehrt-mit-dem-rennrad-auf-der-a5-von-neuenburg-bis-efringen-kirchen--199609303.html

Für die nächsten Wochen dürfte die Abwechslung also überschaubar werden, zumindest bis es wieder wärmer wird und auch steilere Anstiege in die Routenwahl einbezogen werden können. Bis dann verbleiben genau drei Möglichkeiten, Richtung Rheinfelden, Richtung Liestal oder Richtung Laufen.

Für die Eröffnungstour 2021 habe ich mich für erstere entschieden und damit für eine Wiederholung der Ausfahrt vom 28.11.20. Bei allerdings um einiges wärmeren Temperaturen ging es also nochmals via Rheinfelden – Möhlin – Wegenstetten bis zum Wendepunkt oberhalb von Hemmiken. Nebst immer wieder fröhlich hupenden Autofahrern, man weiss gar nicht weshalb die sich immer so über uns Pedaleure freuen, war des Öfteren auch ein knirschen im Feld auszumachen. Für einmal stammten diese Geräusche aber nicht von schlecht geölten Fahrradketten, sondern vom Saharasand welcher sich zwischen unsere Zähne verirrt hatte. Dies erklärte auch den leicht goldfarbenen Himmel über unseren Köpfen. Immerhin bestand so auch keine Rutschgefahr.

Erfreulich das, nach langer Abstinenz, rundum geglückte Comeback von Urs R., erfreulich aber auch ein, zwischen zwei Kälteperioden, gelungener Auftakt zu Saison 2021.

Den nächsten Samstag werden wir bei voraussichtlich -1° bis -11° wohl doch wieder vor dem warmen Ofen verbringen.

Strecke: Riehen – Birsfelden – Rheinfelden – Möhlin – Wegenstetten – Hemmiken – Sissach – Liestal – Muttenz – Riehen / 73 Kilometer – 450 Höhenmeter

Link zur Ausfahrt auf Relive: https://www.relive.cc/view/vE6Jgm2zyxq

Dankeschön

Von Hansjörg Keller

Liebe VCR Leute, es ist nicht schwer, mal den Verantwortlichen zu danken die über das spezielle Jahr 2020 im Verein verschiedene Arbeiten gemacht haben. Namentlich erwähne ich mal Kurt, der versuchte wieder eine tolle Velowoche auf die Beine zu stellen, Sonja die uns dienstags immer fit halten wollte und Hanspeter für seine tollen Touren. Allen anderen natürlich die den Verein unterstützten gilt der Dank natürlich auch. In diesem Sinne hoffe ich auf ein besseres 2021 und bleibt gesund.

MTB Jugendtraining 09.01.2021

Von Lucius Humm

Grüsse vom ersten MTB Jugendtraining im neuen Jahr bei frostigen Temperaturen und Sonnenschein.

Tourensport-Rückblicks-Collage 2020

Von Hanspeter Brack

Tourensport-Rückblicks-Collage 2020

Liebe Vereinsmitglieder,

mit einer kleinen Collage rufe ich die «Samschtigstouren» des abgelaufenen Jahres nochmals ein klein wenig in Erinnerung. Es war ein Jahr weit weg von gewohnter Normalität und auch das neue Jahr wird uns Diese so schnell nicht zurückbringen. Möglicherweise muss der Begriff Normalität sogar neu definiert werden. Aus Global könnte wieder vermehrt Lokal werden. Gut haben wir, mit unseren zwei Rädern, noch längst nicht alle Winkel und Ecken unserer Region erforscht. Zum Tourenjahr 2020 verbleibt zu Berichten, trotz beinahe dreimonatigem Lockdown und ein paar Ausfahrten weniger, wurden sowohl mehr Kilometer wie auch mehr Höhenmeter absolviert, zu verdanken einer durchschnittlich höheren Teilnehmerzahl. Erfreulich auch die, im Verlaufe des Jahres neu hinzugekommen, Mitstreiter die sich im Verlauf der Saison als echte Bereicherung etablieren konnten. Tourenmässig war es ein tolles Jahr, leider etwas getrübt durch einen Unfall während der letzten Ausfahrt des Jahres. Dem Betroffenen wünsche ich an dieser Stelle nochmals gute und schnelle Genesung.

Ich bedanke mich bei Allen für das Vertrauen und die rege Teilnahme und freue mich auf hoffentlich wiederum zahlreiche Ausfahrten im 2021.

Ich wünsche Euch alles Gute, Gesundheit und das notwendige Quäntchen Glück, welches es eben immer auch noch braucht, für das kommende Jahr.

Hanspeter

33. Samschtigstour 28.11.20 – Sofort(im)bild

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Auf den Tag genau vor 72 Jahren (28.11.1948) ging in Boston, mit dem Model 95, die erste von Dr. Edwin Land entwickelte Polaroid-Kamera in den Verkauf. Dem Bedürfnis immer alles optisch festhalten und auch noch sofort das Ergebnis vor Augen zu haben kann heute natürlich mit jedem Smartphone auf brillante Weise entsprochen werden. Der Erfindung der Polaroid Folie an sich tut dies aber bis heute keinen Abbruch, findet sich Diese nämlich noch heute in vielen Sonnenbrillen. Für das Fotografieren unterwegs währen anno dazumal doch um einiges grössere Trikottaschen vonnöten gewesen.

Was hat das alles nun mit der 33-ten Samschdigstour zu tun? Ausser dem Datum rein gar nichts. Die Täterschaft bestehend aus Alice, Johanna, André, Ed, Martin, Mike, Sascha, Urs und Hanspeter wurde wie üblich digital verewigt und selbst tönende Folien in irgendwelchen Sonnenbrillen waren an diesem Tag nicht von primärem Interesse. Vielmehr drehten sich die Bedürfnisse um warme Füsse und Finger.

Währendem der erste Drittel der Tour noch vielfach im wärmenden Sonnenlicht absolviert werden konnte, ging das ganze Unterfangen dann aber zu Beginn des mittleren Drittels, Ausgangs Rheinfelden, ziemlich abrupt mehr und mehr zu neblig bis trüb über. Auch der Blick Richtung Möhlintal versprach für die Fahrt nach Wegenstetten keine Erhellung. Parallel zum Ansteigen der Strasse, die ihren Höhepunkt für einmal nicht beim Asphof sondern etwas weiter rechts unmittelbar oberhalb Hemmiken finden sollte, sank die Temperaturanzeige bis sie kurz vor 0°. Die Tannenbäume im umliegenden Wald zeigten sich wie von einer leichten Zuckerschicht überzogen. Da müssen einige Dosen Schneespray draufgegangen sein.

Nach Wegenstetten riss Alice, die es offenbar nicht mehr im Feld hielt, aus und eröffnete damit die Schlussoffensive am einzigen nennenswerten Hügel an diesem Tag. Die Punkte für den Bergpreis allerdings vergab sie indem sie an der Abzweigung nach Hemmiken weiter Richtung Asphof vorbeistürmte. Hätte ich sie im dichten Nebel nicht beinahe verschwinden sehen und gerade noch zurückbeordert wäre sie uns in die Abfahrt entwischt.

Beim nachfolgenden Halt auf dem Kulminationspunkt entpuppte sich der dichte Nebel dann doch nur als beschlagene Brille. Dem Gruppenbild mit Damen stand also nichts im Weg, neblige Verschleierungen waren keine zu befürchten. Trotzdem hätte man Dies auch an einem sonnigeren Flecken erledigen können, hätte man denn alles gewusst.

Zwischen Hemmiken und Ormalingen wurden wir nämlich tatsächlich zu Beginn des letzten Drittels wieder mit Sonne verwöhnt. In Ormalingen schoss, beim Einbiegen in die Alte Landstrasse, eine Gruppe Velofahrer in horrendem Tempo an uns vorbei. Urs erwachte aus der Kältestarre und blies zum Gegenangriff. Erbarmungslos jagten wir das Grupetto vor uns her bis eingangs Gelterkinden die Waffen gestreckt wurden und wir unsererseits glorreich vorbeizogen. Manch einer mag es jetzt schon ahnen, alles sinnlos übertrieben. In Wahrheit gelang uns die Einholung nur dank einem Halt der anderen Gruppe.

Nachdem wir uns noch in den City‘s Sissach und Liestal durch den Einkaufsrummel gekämpft hatten, vor Liestal beinahe von einem ungeduldigen Automobilisten abgeräumt wurden, erreichten wir reichlich frisch aber zufrieden und unversehrt wieder unseren Ausgangspunkt.

Gefahrene Kilometer 73 / Höhenmeter 450

31. Samschtigstour 14.11.20 – Spätherbsttag und 32. Samschtigstour 21.11.20 – Frühwintertag

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Mangels Zeit während der vergangenen Woche gibt es nun 2 Berichte in einem. Gegensätzlicher hätten die äusseren Bedingungen wohl kaum sein können, war die 31. Tour noch von herrlichem Spätherbstwetter begleitet erwartete uns nur eine Woche später, zu 32. Ausfahrt, der erste Wintertag.

Doch der Reihe nach, es war nochmals eine Zehnergruppe (Johanna, André, Ed, Gianni, Martin W., Mike, Peter, Sascha, Werner) welche am 14.11. pünktlich am Treffpunkt eintrudelte. Martin S. machte sich eine Viertelstunde vor uns auf den Weg und hoffte nicht vor dem Hardwald eingeholt zu werden. Wir hätten also so um die zwei Minuten auf 10 Km aufholen müssen und da Martin auf der Fläche nur unwesentlich langsamer unterwegs ist standen die Chancen ihn an diesem Tag noch zu sehen von vornherein schlecht.

Auf dem Programm stand dieselbe Tour (Riehen - Liestal - Gelterkinden - Asphof - Schupfahrt - Eiken - Wallbach - Möhlin - Birsfelden - Riehen) die wir bereits zum Ende des Lockdowns End Mai als «Spontantour» absolviert hatten. Bis an den Fuss der Asphofsteigung wurde die Fahrt durchs Baselbiet bei leichtem Gegenwind, mit etwas moderaterem Tempo wie zur Sommerszeit, zügig und gleichmässig absolviert. Einzig die Passage durch die Kantonshauptstadt und das nachfolgende Lausen brachen etwas den Rhythmus.

Auffallend an diesem Tag war das aggressive Verhalten diverser Automobilisten. Obwohl innerhalb der für Velofahrer markierten Fläche fahrend, wurde uns der Unmut über unser Vorhandensein durch lautes Gehupe kundgetan. Selbst im Aufstieg zum Asphof, weit auseinandergezogen, jeder in seinem eigenen Rhythmus unterwegs, blieben wir davon nicht verschont. Gesprengt wurde das Feld übrigens gleich auf den ersten Metern durch Johanna, gefolgt von Gianni und weiteren Ungestümen. André, Martin und ich zogen es vor möglichst trocken oben anzukommen weshalb wir den Aufstieg eher verhalten absolvierten. Vorbei an den oben Wartenden stürzten wir uns sogleich in die Abfahrt nach Wegenstetten von wo die Strasse übergangslos in die nächste Steigung, hoch zum Flugplatz Schupfahrt, geht. Nach einer weiteren Abfahrt stand uns Ausgangs dem Dorf Schupfahrt noch der letzte Teil der Steigungstrilogie bevor. Zu unserem Pech konnten wir den Schwung der Abfahrt, aufgrund eines Baustellenrotlichts, nicht in die Rampe mitnehmen. In der langgezogenen Abfahrt Richtung Eiken, teilweise im Wald verlaufend, war es merklich kühler wie auch schon. Die Rückfahrt über Wallbach verlief, abgesehen von einem Plattfuss den sich Gianni in Möhlin eingehandelt hatte, völlig unspektakulär. Trotz Rückenwindunterstützung war danach aber die noch immer vorhandene, wenn auch nicht ganz reale, Hoffnung Martin noch einzuholen, endgültig begraben.

Strecke 84 Km / 630 Hm


Eine Woche später.

Trotz frostigen Temperaturen um die 6° kam mit Johanna, André, Ed, Martin, Sascha und mir selbst, erfreulicherweise, doch ein Sextett zusammen. Da in Deutschland, aufgrund der Coronamassnahmen, mittlerweile noch maximal 2er Gruppen erlaubt sind und im Elsass gar nichts mehr geht, bleiben nurmehr Ausfahrten in der Schweiz. Da wiederum bleiben, im Grossen und Ganzen, auch nurmehr drei Möglichkeiten. Rheinaufwärts, Richtung Liestal oder Richtung Laufental. Mit diesem eingegrenzten Jagdgebiet werden die, vor allem für die kalte Jahreszeit bevorzugten, flachen Strecken sehr schnell sehr überschaubar.

Für dieses Mal wagte ich Angesichts des angesagten sonnigen Wetters nochmals eine Ausfahrt über den Höhenzug Seewen – Bretzwil – Nunningen – Fehren. Nachdem wir Martin, der in Liestal auf uns wartete, in unsern Zug integriert hatten passierten wir gemeinsam das Oristal bis Büren. Bereits im Aufstieg nach Seewen fiel die Temperaturanzeige gegen 2°. Dementsprechend gemütlich absolvierten wir diese Höhenmeter und erreichten als kompakte Gruppe den Kulminationspunkt oberhalb Seewen. War die Fahrt über Bretzwil und Nunningen zwar frisch aber durchaus noch zum Aushalten, wurden wir Ausgangs Zullwil mit Beginn der Steigung nach Fehren von weissen Wiesen empfangen. Zwar nicht Schnee aber auch kalt, sehr kalt. Ein Nordhang an den die Sonne bereits jetzt nicht mehr herankommt und demzufolge der Nachtfrost zum Tagfrost wird, Temperatur ±1°. In Fehren, gegen Süden liegend von der Sonne beschienen, hatte man schon fast wieder das Gefühl von Wärme. Allerdings war es in der Abfahrt nach Büsserrach mit diesem Gefühl auch gleich wieder vorbei. Glücklicherweise war die Strasse, welche Abschnittsweise durch den Wald abgeschirmt wird, trocken. Trotzdem war Vorsicht geboten und die liessen wir denn auch walten. Ziemlich durchfroren aber zwischenfallfrei erreichten wir Büsserrach.

Wie gewohnt nahm der Zug auf der abfallenden Strasse Richtung Zwingen schnell an Fahrt auf. Nicht auszudenken was da bei gutem Strassenbelag drin liegen würde. So aber wurden wir wieder einmal durch die Sprünge von einem Flicken zum Nächsten ordentlich durchgeschüttelt, eine passable Alternative zu jedem Powerplate Gerät. Mit der Kälte im Nacken wurde das Tempo auch auf der Laufentalstrasse weiterhin auf ordentlichem Niveau gehalten. Konversation gegen Null, irgendwie war jeder auf seine Art, fast meditativ, mit sich und der Kälte beschäftigt. Sascha brachte Dies dann nach einem Platten in Birsfelden auf den Punkt, Zitat «so Einsilbig war es glaube ich noch nie»

Irgendwie war es, spätestens nach einer warmen Dusche, trotzdem schön und erfrischend.

Strecke 76 Km / 625 Hm

30. Samschtigstour 07.11.20 – Gegen den Sonnenuntergang

Von Hanspeter Brack, Bilder von André Fürbringer

Johanna, André, Bruno, Daniel, Ed, Martin, Werner, Sascha, Kumar — mit diesem Andrang war angesichts der fortgeschrittenen Jahreszeit nicht zu rechnen. Nach der üblichen Karenzzeit von fünf Minuten erfolgte Bruno’s legendärer Startpfiff, zuvor ermahnte der Tourenleiter nochmals alle Teilnehmer doch bitte diszipliniert hintereinander zu fahren. Mehrheitlich wurde Dies während der gesamten Tour auch beherzigt, Danke.

Bei schönstem Wetter und rund 12°C Aussentemperatur absolvierten wir das erste Teilstück, mit Ausnahme eines Kettenabwurfs bei Martin, locker und entspannt. Unmittelbar vor dem Bahnhof Grellingen ein Antritt unseres Kameramanns André. «Ich fahre voraus um ein Video zu drehen» waren seine Worte im vorbeirauschen und mit vollem Schub fuhr er in die Steigung Richtung Nunningen. Schade, falscher Berg, falsche Steigung, falsche Route, Nenzlingen nicht Nunningen war angesagt. Als er uns, bereit zur Aufnahme, rechts statt links abbiegen sah, erkannte er seinen Irrtum und fand, den Schwung der Abfahrt nutzend, schnell wieder Unterschlupf im Feld.

Nach einer kurzen Verschnaufpause der nächste Versuch, diesmal am richtigen Berg. Um ihm genügend Vorsprung zu geben wurde das Tempo im Feld, bis zum Einbiegen in die Steigung nach Nenzlingen, ein wenig gedrosselt. Vereinzelt hinter mir krachende Schaltungen verrieten, nicht jeder wusste wie es nach dieser 180° Kurve gleich zur Sache geht. Nach und nach zogen wir, mit oder ohne «Wheelie» an André vorbei und wurden auf Zelluloid bzw. Speicherchip gebannt.

Im oberen Teil konnte sich eine Gruppe absetzen die aber, in Unkenntnis der Streckenführung, am Wartepunkt einfach weiterfuhr. Natürlich in die falsche Richtung. So waren dann die Letzten plötzlich wieder die Ersten und fuhren, bei deutlich wärmerer Temperatur wie noch zuvor in der Talsohle, dem Dorf Blauen entgegen. Nach kurzer Wartezeit stiessen auch die Falschfahrer, mit leicht abgehetztem Gesichtsausdruck, wieder zu uns. Nach kurzer Abfahrt ging es via Laufen – Wahlen nach Büsserrach wo schon der nächste Aufstieg auf uns wartete. In mehreren Gruppen hievten wir uns hoch zur Sonnenterasse Fehren, so das Image des kleinen Dorfes hoch über dem Laufental. Dem Solisten welcher uns zu Beginn des oberen Teiles mit strammem Tritt einholte ging schon bald die Luft aus und Anfangs Dorf war die ganze Aktion wieder neutralisiert. Kumar bekundete, vor allem mit den Steigungen, nun zusehends Mühe. Da kam ihm das Rennen, welches wir uns mit einer Gruppe Italiener lieferten, auch nicht gerade entgegen. Erst als sich die «Ciclista» Richtung Ziefen verabschiedet hatten hielt wieder Ordnung und Ruhe Einzug.

Etwas abgeschlagen erreichte auch Kumar den vermeintlich letzten Aufstieg nach Hochwald, wo er in Empfang genommen und mit gleichmässigem Tritt hochgezogen wurde. Statt wie vorgesehen über Gempen nach Dornach hinunter zu fahren entschieden wir uns für die direktere Linie über die Abfahrt nach Muttenz. Mittlerweile fuhren wir nämlich gegen den Sonnenuntergang (nicht zu verwechseln mit dem Sonnenuntergang entgegen) welcher an diesem Samstag auf 17:04 Uhr angekündigt war. Allerdings stand uns da noch die Rampe die zum Gempenturm führt im Wege. Kumar beschworen wir zuvor, da technisch noch nicht so versiert, eindringlich in der Abfahrt nicht über seine Verhältnisse zu fahren. Nachdem sich Martin schon bei den Stollenhäusern verabschiedete brachten wir alle, wenn auch teilweise gut abgekühlt, heil, sturzfrei und ohne heikle Situationen nach Muttenz hinunter wo sich Johanna als nächste verabschiedete. Die restliche Gruppe rettete sich noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang über das Kraftwerk wo man sich nach 82 Km und 960 Hm nach Hause verabschiedete.

← Neuere Artikel Ältere Artikel →