Velo-Club Riehen

Veloferienwoche 2022 — Jetzt Interesse anmelden!

Nachdem mehrfach Interesse bekundet wurde, im 2022 wieder an einer Veloferienwoche teilzunehmen, sind entsprechende Schritte eingeleitet worden. Nachstehend einige Informationen:

Ort: Südfrankreich (allgemein bessere Strassen)


Datum: 14. – 21.05.2022

Wer an einer Teilnahme an der Ferienwoche Interesse hat, soll sich umgehend bei Kurt Kaiser melden: kkaiser@intergga.ch oder 076 398 08 01 (WhatsApp).

Für die Teilnahme an der Ferienwoche ist ein Covid-Zertifikat zwingend notwendig.


23. Samschtigstour 28.08.21 – Plan B - Kanalwärts

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Einmal mehr musste man, wegen unsicherer Wetterlage, lange auf die Bekanntgabe der Samstagsroute warten. Da noch am Donnerstag mit einer grossen Regenwahrscheinlichkeit zu rechnen war wählte ich eine Tour von ca. 68 Km in der näheren Umgebung mit vielen Abkürzungsmöglichkeiten. Sollte sich die Lage positiver entwickeln hatte ich noch einen Plan B im Hinterkopf.

Erfreulicherweise sah die Wetterlage am Samstagmorgen tatsächlich etwas besser aus und meine Mitstreiter André, Bruno, Claude, Ed, Harald, Martin S, Martin W, und Sascha waren schnell für Plan B zu Begeistern. Einzig Bruno, der sich für die ausgeschriebene Tour Chancen für die Absolvierung der ganzen Tour ausrechnete, verlor für kurze Zeit etwas den braunen Teint. Nach gutem Zureden kehrte dieser aber schnell zurück. Um es mit Angies Worten zu sagen – Bruno wir schaffen das.

Nachdem in Weil einige Hausecken umkurvt waren, befanden wir uns schon bald jenseits des Rheins auf französischem Territorium. Plan B sah nämlich, nach langer Corona bedingter Pause,vor via Elsass Neuenburg zu erreichen um dort für die Rückfahrt den Rhein zu überqueren.

Nach gut zwanzig Kilometer schnurgerader Fahrt entlang des Rheins war Niffer erreicht und damit begann einer der schönsten Abschnitte dieser Tour, entlang dem Rhein-Rhone-Kanal. Nach einer Bauzeit von 49 Jahren verband dieser Kanal ab 1833 die Küsten des Mittelmeeres mit denjenigen der Nordsee in Form einer schiffbahren Verbindung. Auch sonst veränderte der zu dieser Zeit gefürchtete Rhein sein Gesicht durch die von Johann Gottfried Tulla entworfenen Pläne zur Begradigung des Rheinverlaufes. Malaria und Hochwasser machten damals den Leuten das Leben entlang der Rheinauen schwer, heute kaum zu glauben.

Trotz den für diese Jahreszeit schattigen Temperaturen war die Fahrt entlang des Kanals, mit seiner ganz eigenen Ambiance, einmal mehr ein Genuss. Auf halber Strecke hörte ich wie der immer noch hinter mir fahrende Bruno Bedauern mit mir hatte. Er war nämlich der Meinung, der vorderste sei der einsamste Mensch in dieser Gruppe. Für mich fühlte sich das nicht so an, umgeben von Natur ist man nie einsam.

Nach Verlassen des Kanals und Fahrt quer durch Waldgebiete standen wir in Schalambi, wo wir auf die badische Seite zu wechseln gedachten, vor einer, wegen Bauarbeiten, gesperrten Brücke. Uff, Glück gehabt: Übersetzen zu Fuss ist möglich. Wir wählten eine Zwischenlösung- fahren auf dem Fussweg im Schritttempo. Die Schuhplatten ablaufen wollten wir uns ja auch nicht. Auf der anderen Seite angekommen wurden wir bereits von der deutschen Polizei erwartet, so schien es jedenfalls. Das sie sich dann doch nicht für uns interessierten kam uns sehr entgegen.

Mit Rückenwind und daraus resultierendem Tempo 30 ging es nun auf die Rückfahrt. Dem entsprechend schnell war die «Chuechbaiz» in Bad Bellingen, Bruno noch immer am Hinterrad, erreicht. Schnitt zu diesem Zeitpunkt 26,8 und keiner hatte es bemerkt.

Frisch gestärkt stand nun die einzige Steigung des Tages nach Bamlach und gleich weiter über den Golfplatz auf dem Programm, ein paar Prozente mussten es schon noch sein. Zur Belohnung ging es anschliessend bis Eimeldingen nur noch abwärts und ab da war sowieso nur noch Ausrollen angesagt.

Eines hatte Bruno am Ende des Tages mit Nino Schurter gemeinsam, auch er konnte sagen Ich hab’s noch drauf.

Strecke: Riehen – Weil – Rosenau – Niffer – Chalambé - Neuenburg – Steinenstadt – Bad Bellingen – Bamlach – Eimeldingen - Riehen / 83 Km / 160 Hm

MTB Wochenende im Engadin

Von Claude Mettler

Anreise

Unter dem herbert.bike Motto «Das Bett zum Trail» durften wir im Hotel Cresta Palace in feudalem Ambiente die Zimmer beziehen. Neben den Biker-Bedürfnissen wie Bike-Garage, Werkstatt und exzellenter Lage für die anstehenden Touren beinhaltete das Angebot die freie Fahrt auf allen Bergbahnen der Umgebung, was die früh Angereisten bereits zu Nutzen wussten. Beste Wetteraussichten, gute Küche am Abend und Fachgespräche über Velos, Ersatzteile und VO2 max. liessen die Vorfreude auf die anstehenden Tage noch wachsen.

Samstag

Das reichhaltige Frühstücksbuffet verleitete zu längerem Verweilen, die anstehende Bernina-Tour mit Ziel Poschiavo liess die Gruppe aber schon vor 8 Uhr ins Abenteuer aufbrechen. Der stetige Aufstieg durch eine atem(be)raubende Natur, mit Aussicht zum Morteratsch-Gletscher, liess manch eine Pulsfrequenz höher schlagen. Fast ununterbrochen auf Singletrails unterwegs, erreichten wir die Bernina-Passhöhe, genossen kurz die Lago Bianco- Atmosphäre, bevor sich die Abfahrt nach Poschiavo durch anspruchsvolle, steinige und durchflutete Wege in die Tiefe schlängelte.

Freitag der 13. war da schon gestern, aber hatte wohl verschlafen. Defekte Schaltung, platte Reifen und dies gleich mehrfach liessen die angestrebte Zugverbindung zurück auf den Berninapass in weite Ferne rücken. Immerhin ist bei einigen die Erkenntnis gereift, dass manch Millimeter mehr Federweg doch gut gewesen wäre oder wie bei den gemieteten Bikes, der Vermieter aus nachvollziehbaren Gründen die Dämpfer deshalb so prall gefüllt hat. Die altbewährten Fähigkeiten für Reparatur, Navigation und ich-lass-mir-die-Freude-nicht-nehmen haben uns dennoch durch die pittoreske Landschaft nach Poschiavo geführt.

Zwar haben wir den frühen Zug verpasst, uns dafür aber an dem doppelstöckigen Veloanhänger vom Postauto und der rasanten Extrafahrt zurück erfreut. Mit dem Ziel noch mit der Bahn auf den Piz Nair zu gelangen, war die Abfahrt getaktet mit schnellen Antritten, kurzen Pausen und direkter Linienwahl... Und tatsächlich sind wir quasi mit der letzten Bahn in mondähnlicher Umgebung aus Stein und Schotter angekommen.

Die Tour zur Trais Fluors hoch über Celerina war ein Singletrail-Feuerwerk sondergleichen. Der Aufstieg war zwar steil und streng, die Abfahrt nach Samedan inklusive dem wenig bekannten Trail von der Alp Muntatsch bot dann aber Flow-Spass, der seinesgleichen sucht. Die Rückfahrt mit wunderbarer Abendstimmung nach Celerina bot ein würdiger Abschluss der Bikeroute. Die lokale Kulinarik genossem wir mit Capuns, Pizokel und Hackbraten nach Nanni`s Art im Heimatli (https://rosatsch.ch/)

Sonntag

Bei besten Bedingungen und strahlendem Blau nutzten wir das Bahnticket für die weniger attraktiven Höhenmeter zugunsten der tollen Abfahrten. Ein Single-Trail-Aufstieg hoch zum Suvretta Pass und schon lag die genussvolle Abfahrt durch das malerische Val Bever vor uns. Langgezogene Wege, steinige Passagen bis hin zu engen Spitzkehren beglückten unsere Biker-Herzen und beanspruchten unsere Konzentration. Da kam die Einkehr im Chesa Spinas zur kurzen Verschnaufpause genau richtig, bevor wir die Suvretta-Loop Route fertig fuhren. Glücklicherweise blieben auch Mann und Material grösstenteils unbeschadet.

Die Gruppe hat sich am Nachmittag dann aufgeteilt und jeder hat nach Lust und Laune noch den einen und anderen gebauten Trail (Olympia Trail, WM Trail) genossen. Die aus den Hochglanz-Prospekten bekannten Anleger, Steilwandkurven und die Aussicht aufs Engadin haben geradezu verleitet, noch einige Tage anzuhängen. Es war aber auch gleichzeitig der würdige Abschluss für einen tollen VCR-Gruppenevent. Klar stand noch eine etwas längere Heimfahrt an, aber mit dem Wissen drei neue VCR-Mitglieder dazugewonnen zu haben, eine super Zeit verbracht zu haben und die schönen Momente mit nach Hause zu nehmen, können wir von einem bereichernden Wochenende berichten.

Drei neue Mitglieder für den VCR: Daniel, Thomas und Thomas

Teilnehmer: Thomas Berweger, Rainer Büchele, Patrick Hetzel, Lucius Humm, Claude Mettler, Sven Schulzke, Thomas Wolff, Daniel Trachsel, Andreas Zeller

22. Samschtigstour 21.08.2021

Von André Fürbringer

Heute hatte ich mal wieder das Vergnügen eine Tour zu führen, da 1. das Elsass angesagt war und 2. leider Hanspeter kurzfristig eh ausfiel, dies aber nichts zu Sache hatte. Gute Besserung von uns.

Wie immer pfiff uns Bruno zum Start, wo auch noch Ed, Gianni, Hans-Jörg, Martin W., Sascha, Claude und ich uns auf die Sättel schwangen und Richtung Lange Erlen davonzogen. Gemütlich bis Allschwil schlugen wir uns tapfer durch den Basler Morgenverkehr, wobei Hans-Jörg anmerkte, «am Morgen da ist die Welt noch in Ordnung».

Schon bald überquerten wir die F-Grenze und genossen die fast leeren Elsässerstrassen. Nach Buschwiler verliess uns Bruno der eine eigene Tour startete, wir folgten den Strassen weiter Richtung Folgensburg wo uns eine der vielen kleinen Steigungen erwartete. Auf der Höhe des Golfplatzes konnten wir dann endlich die erste Abfahrt geniessen und nahmen Tempo auf. Eigentlich ging es wie von alleine und bis nach Hundsbach waren wir wie im Tour de France Fieber.

Von nun an war es ein ständiges auf und ab über Bisel, wo die Meisten dachten, top schon wieder in Basel, einfach falsch geschrieben und leider nicht der Wahrheit entsprochen, Moernach, Koestlach, Vieux-Ferrette zum Café in Ferrette wo wir von Sascha zu einem Znüni eingeladen wurden. Herzlichen Dank nochmals.

In Ferrette ist übrigens Antony Eleveur de fromages, der seit 1979 Käse herstellt die in alle grossen Häuser und Länder verkauft resp. exportiert werden.

Nun waren die Batterien bei Hans-Jörg langsam im roten Bereich mit dem ständigen auf und ab und er wollte von nun an seinen eigenen Chef sein und verabschiedete sich von uns und fuhr seine eigene Strecke bis zum abgemachten Bierhalt, bei Gianni.

Da waren es nur noch 6 kleine VCR’ler die den Chemin Du Musenrain und den Blochmont meisterten. Damit wir nicht direkt auf der Strasse zum Blochmont hochfuhren, streute ich noch den Bogen durch die Rue de la Scierie ein, bevor wir dann auch die Strasse zum Blochmont Climb erreichten. Unter der Tempovorgabe von Sascha, kein Halten gab es mehr, zog er uns durch die schönen Wälder hoch zum höchsten Punkt. Da ich mich etwas zurückfallen liess und mit Martin auch den Kulminationspunkt erreichte ist es mir nicht möglich den Bergpreiskönig auszurufen.

Unterdessen kletterte das Thermometer auf gute 30c und der letzte Leymen Climb hatten wir easy geschafft bevor es über Rodersdorf, Leymen unter dem Tempo von Martin nach Benken ging. Irgendwie muss er gewaltig Durst bekommen haben, attackierte er doch noch an einem kleinen Hügel wie Pogacar und liess uns fast Alle stehen.

Richtung CH Grenze wussten wir, jetzt gibt es noch im Garten von Gianni ein Bier. Statt locker nach Basel zu fahren, wählte er absolute Insider Schleichwege zu sich und schaute, dass wir noch ein paar Kilometer und Höhenmeter mehr auf das Tacho bekamen. Aber es ist alles verziehen, zauberte er doch und seine Frau in einem wunderbaren Schattengarten, Bier, Wasser, Cola, Schinkengipfeli und eine hervorragende Wähe hervor.

Herzlichen Dank an Gianni und seine Frau Gemahlin für die tolle Verköstigung.

Ja das war’s mal wieder von einer von Eindrücken tollen Rundfahrt im Elsass, 107km, 1175 Hm.

21. Samschtigstour 14.08.21 – Hotter than July …

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

… heisser als der Juli hiess das 1980 erschienene Album von Stevie Wonder. Besser wie auf den laufenden Sommer hätte dieser Titel kaum je passen können. Derzeit sieht es nämlich tatsächlich nach einem, im Vergleich zum Juli, erheblich heisseren August aus.

Seit vielen Wochen zum ersten Mal sah es schon zu Wochenbeginn nach stabiler Wetterlage mit vorwiegend Sonnenschein aus. Endlich Gelegenheit sich mal auf die andere Seite der beiden «Hauensteine» zu wagen. Die Frage wer sich an die hundert Kilometer und gut 1000 Höhenmeter wagen will war schnell geklärt. Beim Start um 9:35 setzte sich das Feld aus André, Bruno, Claude, Ed, Kumar und Hanspeter zusammen. Martin hatte sich den Weg nach Riehen erspart und erwartete uns in Liestal beim «Törli».

Für einmal wählte ich in Liestal den nicht die Strasse am Bahnhof vorbei, sondern mitten durchs Städtchen. Keine gute Idee. Obwohl eindeutig als Veloweg angeschrieben, wurden wir aufs heftigste angeschnauzt. Halt – absteigen – Fussgängerzone. André machte vor lauter Schreck einen Satz vom Velo und wurde in der Folge immer kleiner da er sich die Schuhplatten von den Sohlen lief.

Martin, den wir schon von weitem warten sahen, wurde umgehend in die Gruppe integriert. Er löste Bruno, der sich schon in Pratteln ausgeklinkt hatte, ab.

Nachdem wir Ausgangs Liestal noch Kurt, der aus dem Fünflibertal kam, gekreuzt hatten befanden wir uns bereits im Waldenburgertal. Aufgrund der umfassenden Bauarbeiten zur Erstellung der neuen Bahntrasses ähnelte die Streckenführung des Veloweges eher einem Geschicklichkeitsparcour. Mehrfach sahen wir uns mit abrupten Richtungswechseln, Kurven bis 180 Gras, konfrontiert.

Alles wurde von Allen gut gemeistert und mit Beginn der eigentlichen Steigung kurz nach Waldenburg waren sämtliche baubedingten Hindernisse geschafft.

Wie erwartet zog sich die Gruppe in diesem Aufstieg etwas auseinander. Kumar hiess derjenige der sich opferte um das Ganze von hinten zu kontrollieren. Damit handelt er sich in Langenbruck einen kleinen Rückstand ein.

Nach kurzer Pause auf der Passhöhe und noch kürzere Abfahrt wurde noch das letzte Stück des Aufstieges bis Bärenwil bewältigt. Die nachfolgende Abfahrt durch die Tüfelschlucht, hinunter nach Hägendorf, liess unsere Trikots doch ein klein wenig trocknen. Immerhin so, dass wir bei der Einkehr in Kappel nicht tropften. Den Kalorienhaushalt mangels Nussgipfel oder Ähnlichem mit Cola aufgefüllt ging es der Dünnern entlang weiter bis Olten.

Mittlerweile war es nochmals deutlich wärmer geworden, erste sprachen auch bereits schon von heiss. Jedenfalls zeigte die Temperaturanzeige kurz oberhalb des Motorradtreffpunktes in Trimbach stolze 39 Grad. Zu diesem Zeitpunkt kämpfte Kumar, für den es die erste so anspruchsvolle Ausfahrt war, schon spürbar, aber auch unverdrossen, gegen den Berg. Ich hiess die Anderen zufahren und nahm ihn ins Schlepptau. Mit 8 - 9 Km/h schraubten wir uns wortlos den Berg hinauf um gemeinsam die Passhöhe zu erreichen. Oben angekommen wurden wir von unseren völlig ausgepumpten, teilweise in der eigenen Schweisslache liegenden, Mitstreitern erwartet.

Kumar, der sich einmal mehr höchst beachtlich geschlagen hatte, versprachen wir hoch und heilig, dass es nun nur noch abwärts gehen werde. Er sah uns nur mit ungläubigen, alles sagenden, Augen an. Irgendwie kam das nicht glaubwürdig rüber. Für einmal aber hielten wir unser Versprechen.

In Liestal wählten wir vorsichtshalber nun wieder die Variante am Bahnhof vorbei und entgingen damit jeglichen Anfeindungen. Die restliche Fahrt bis zum Abschlusshalt in Muttenz lief von allein und war schnell abgehakt.

Strecke: Riehen – Muttenz – Liestal – Waldenburg – Langenbruck – Kappel – Olten – Hauenstein – Liestal – Muttenz – Riehen / 100 Km / 1050 Hm

Clubrennen Nr. 5 2021 — BZF Arlesheim – Gempen — 03.08.2021

Von Lucius Humm

Bei leichtem Regen mache ich mich auf den Weg zum Start des fünften und zweitletzten Clubrennens in Arlesheim. Das Bergzeitfahren führt über die Schönmatt auf den Gempen und ist mit zwischenzeitlichen 20% Steigung ein Härtetest. Von den sieben Personen am Start werden fünf das Rennen mit dem Velo unter die Räder nehmen — Lucas Vater als Zuschauer und ich als Zeitnehmer haben's bequemer und fahren nachdem alle auf der Strecke sind mit dem Auto hoch. Ein paar Eindrücke von unterwegs:

Oben angekommen müssen wir uns nur kurz gedulden und schon tauchen die ersten Fahrer am Horizont auf. Als erster überquert Luca die imaginäre Ziellinie, dicht gefolgt von James. Danach folgt Gabriel, kurz vor den von ihm überholten Mark und Peter. Zu guter letzt und uns aller Überraschung schiesst Roland mit einem Affenzahn durchs Ziel — er war extra aus Deutschland angereist und hatte den Start um ein paar Minuten verpasst. Nächstes Mal warten wir auf dich, Roland!

Pünktlich mit dem Rennende intensiviert sich auch der Regen wieder. Wir verabschieden uns und schon nach wenigen Minuten schüttet es aus allen Kübeln. Wie aus den vergangenen Wochen gewohnt kreuzen bereits nach kurzer Zeit kleine Bäche die Strasse. Hoffentlich sind trotzdem alle gut nach Hause gekommen und finden auch wieder am 21.08. den Weg an den Start des letzten Clubrennens der Saison auf den Passwang.

Rangliste BZF Arlesheim – Gempen

20. Samschtigstour 31.07.21 – Eine VCR-Woche in 3 Akten

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

1. Akt Montag

Für einmal begannen die VCR Aktivitäten bereits am Montag. Nicht weniger als 14 VC-ler/innen trafen sich am Montag um 16:00 Uhr zur ultimativen Verabschiedung von Mike.

Natürlich lief auch dieser Anlass nicht gänzlich ohne sportliche Betätigung ab, war doch vor dem grossen Schmaus ein Spaziergang zur Schliesse zu absolvieren.

Die kulinarische Vorgabe „Basler Spezialitäten“ wurde mit einer Mehlsuppe gefolgt von Basler Geschnetzelten abgerundet mit einem Läckerlimousse hervorragend umgesetzt. Es war ein rundum gelungener Abend um Mike in sein neues Leben zu entlassen, in dem künftig andere kulinarische Spezialitäten auf dem Speiseplan stehen werden.

2. Akt Freitag

Nach langer Corona bedingter Pause fand wieder einmal eine Monatsversammlung statt. In entspannter Atmosphäre wurden Neuigkeiten bekannt gegeben. Nicht zuletzt sorgten natürlich die Erfolge der Delegation von Swiss Cycle an der laufenden Olympiade für viel Gesprächsstoff, allen voran die der Mountainbikerinnen.

Leider aber musste auch die Abwesenheit zweier Vereinsmitglieder, die in der Vergangenheit an kaum einer Versammlung fehlten, registriert werden. Wie Kurt zu berichten wusste, haben derzeit beide mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Die Teilnehmer der Monatsversammlung wünschen Beiden auch im Namen des VCR gute Besserung und Genesung.

3. Akt Samstag

Den Abschluss dieser sehr VCR lastigen Woche bildete wie immer, sofern der Wettergott mitspielt, die Samschtigstour. Nach einer wiederum sehr regenreichen Woche hatte Petrus für diesen Samstag ein Einsehen mit uns Tourenfahrern und stellte uns einen niederschlagsfreien Tag zu Verfügung.

Johanna, André, Bruno, Ed, Hansjörg, Kurt, Martin S., Martin W. und Hanspeter nahmen dies dankend an und fanden sich pünktlich am Treffpunkt ein. Brunos Tagesziel hiess, wie er mir beim Start mitteilte, bis Feuerbach mitzuhalten. Das muss doch auch noch bis mindesten über den ersten Berg gehen, so meine Überlegung. Und da die grossen Tempobolzer urlaubs-bedingt ohnehin fehlten dachte ich mir eine Erfolgsversprechende Strategie aus. So wurde denn die Fahrt bis zur ersten Steigung in Fischingen zwar in zügigem aber dennoch motor-schonendem Tempo absolviert.

Für die Steigung selbst wurde ein Rhythmus angeschlagen der es Jedem/er erlaubte im geschlossenen Feld rüber zu kommen. Die nachfolgenden, knapp, neun Kilometer bis Riedlingen stellten ebenfalls kein Problem dar. Bruno gab mir mit seinen Anweisungen klar zu verstehen auf welcher Seite meines Hinterrades er sich gerade verstecken möchte und der Klang seines Atems bestimmte mehrheitlich das Tempo.

Parallel mit Brunos Zuversicht begann die Strasse entlang des Feuerbachs wieder leicht zu steigen und schon bald war das gesetzte Tagesziel erreicht. Mit nunmehr gestärktem Selbstvertrauen ging es unverzüglich weiter in die nächste Rampe, die beim Wanderparkplatz Stelli ihren Höhepunkt erreicht. Was Viele nicht wissen, es gibt eine etwas moderatere, durchs Dorf führende, Variante um die Höhe zu erreichen und diese wählte ich für diesen Tag. Auf den letzten Steigungsmetern vor dem „Stelli“ blieb uns die Spucke weg. Was war denn das? Bruno überraschte uns alle und sicherte sich mit einem trockenen Antritt den Bergpreis. Das hat man nun davon. Es gibt also nicht nur das Comeback von Cavendish zu verzeichnen. Nein es zeichnen sich weit bedeutsamere Rückkehrer ab zu denen, in einem gewissen Sinn auch Kurt zu zählen ist. Allerdings war der nie wirklich weg.

Nach kurzer Verpflegung stürzten wir uns alsbald in die Abfahrt hinunter nach Niedereggen wo es bereits wieder zu steigen begann. In Obereggenen verabschiedete sich Bruno sichtlich zufrieden mit sich und der Welt Richtung Kandern, derweil wir uns noch den Aufstieg nach Felberg zur Brust nahmen.

In der für seine Kirschblüte bekannten Gegend, in der in normalen Zeiten das jährliche Kirschblütenfest stattfindet, hängen nun bereits die vor der Reife stehende Äpfel an den Bäumen. Nach der Passage von Feldberg, nochmals gefolgt von einem kurzen Aufstieg, konnten wir uns auf der Abfahrt nach Müllheim endlich wieder etwas erholen und auch mal die Beine hängen lassen.

Nach Müllheim erwartete uns, auf dem Verbindungsstück nach Schliengen, ein spürbarer Gegenwind. Druck auf den Pedalen war gefragt.

In Bad Bellingen gab es, vor dem letzten Aufstieg nach Bamlach, noch einen Verpflegungshalt in der allseits bekannten Kuchenbeiz. Urs das wäre dein Preis gewesen.

Frisch gestärkt und mit aufgefülltem Kalorienhaushalt war die restliche Strecke der Tour ein Klacks.

Strecke: Riehen – Fischingen – Riedlingen – Feuerbach – Niedereggenen – Feldberg – Müllheim – Bad Bellingen – Bamlach - Efringen – Fischingen – Riehen / 75 Km / 490 Hm

19. Samschtigstour 17.07.21 – Sommerherbst

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Nach einer, im wahrsten Sinn des Wortes, abgesoffenen Woche begann der Samstag mit Hochnebel aber immerhin trocken. Die Luft war, durch die heftigen Niederschläge der ganzen Woche, so mit Feuchtigkeit getränkt, das auf das Mitführen eines Bidons schon beinahe verzichtet werden konnte. Beim Einatmen musste eher darauf geachtet werden sich nicht zu verschlucken.

Dem Frieden am Himmel mochte an diesem Samstagmorgen wohl so Mancher nicht richtig trauen, denn mit den fünf Teilnehmern André, Bruno, Ed, Martin und Hanspeter war der Aufmarsch eher bescheiden. Auch die laufenden Sommerferien (Sommer?) waren einer grösseren Teilnehmerzahl natürlich auch nicht förderlich.

Trotzdem, das kann man vorwegnehmen, war es für die Jahreszeit eine besondere aber auf ihre Weise schöne Tour. Schönwetter kann ja schliesslich jeder.

Nachdem wir den in Aesch wartenden Martin eingesammelt hatten, ging es in Grellingen gleich links in die Steigung nach Nunningen. André kam zuvor kurz in Versuchung den am Bahnhof wartenden Bus in Anspruch zu nehmen.

Genau diesen Bus hatten wir dann kurz nach der ersten Rechtskurve im Rücken. Geduldig wartete er bis wir ihn vorbeilassen konnten. Anschliessend absolvierten wir den Aufstieg nahezu unbehelligt.

Was uns die Gelegenheit bot die eher herbstliche Stimmung, die durch die im Bachbett hängenden Nebelfetzen unterstrichen wurde, aufzunehmen. Einzig die nicht zum Herbst passende Temperatur rief uns die Sommerzeit in Erinnerung.

Gemeinsam erreichten wir Nunningen. Nach einer kurzen Abfahrt hiess es in Bretzwil scharf rechts einbiegen und sofort runterschalten, denn der Abschnitt bis zur Eichhöhe verlangt nach kleineren Gängen. Mit diesem Übergang war denn auch schon der mit 685 MüM höchste Punkt der Tour erreicht. Dies drückte sich auch in der Temperatur von bescheidenen 14°C aus.

Nach der Abfahrt nach Reigoldswil wartete die weiterhin leicht abfallende Fahrt durchs „Fünlibertal“ auf uns. Kurz nach Ziefen zu linker Hand eine weiter Kuriosität; wo zu dieser Jahreszeit normalerweise ein abgeerntetes Feld zu sehen ist befand sich nun ein „Ententeich“.

Überhaupt waren wir auf der ganzen Strecke im wieder mit über die Strasse laufendem Wasser konfrontiert. So ganz trocken ging es also doch nicht ab.

Die beiden nachfolgenden Abschnitte, Bubendorf – Hölstein – Diegten und Diegten – Buckten, beinhalteten nochmals zwei Übergänge die das Konto an Höhenmetern ansteigen liess.

Wie immer brachten wir die Strecke bis Sissach mit ein paar Kurbelumdrehungen hinter uns. Das letzte nennenswerte Hindernis wartete erst zwischen Pratteln und Muttenz wieder auf uns. Einmal mehr befand sich ein See an einer Stelle wo sonst keiner hingehört und zwar genau auf dem Veloweg. Unter dem Motto wer sein Velo liebt der schiebt umrundeten wir dieses Gewässer auf dem bereits wieder einigermassen abgetrockneten Rasenstreifen zwischen Tramtrasse und Veloweg.

Beim Überqueren des Kraftwerkes Birsfelden konnten wir dann zum Abschluss noch die Ausschwemmung welche der Rhein im Bereich der Grenzacherstrasse verursacht hatte bestaunen.

Strecke: Riehen – Grellingen – Nunningen – Bretzwil – Reigoldswil – Bubendorf – Hölstein – Diegten – Buckten – Sissach – Muttenz - Riehen / 92 Km / 910 Hm

18. Samschtigstour 10.07.21 – Mit mathematischen Aufgaben die Steigung glätten

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Dankenswerterweise zeigte sich, nach einer mehrheitlich durchnässten Woche, der Samstag von seiner sonnigen Seite. Grund genug für Sonja, André, Bruno, Ed, Kumar, Kurt, Martin S., Martin W. René, Urs und Hanspeter sich zeitig in die Veloklamotten zu stürzen und pünktlich am Treffpunkt zu erscheinen.

Oder war es doch die, zum Ende der Tour, in Aussicht stehende Wähe oder der angebotene Sprung in den Pool? Wie dem auch sei, immer wieder erfreulich wenn sich mehr als eine Handvoll Teilnehmer zur wöchentlichen Tour einfinden.

Nach kurzem Einrollen entlang der Wiese ging es in Brombach bereits in die erste Steigung. Durch den Tannengraben erklommen wir den Waldparkplatz Kreuzeiche. Übrigens, zur linken Seite der Route befindet sich die „Villa Rustica“ von Brombach. Ein römischer Gutshof der im 2. Jahrhundert nach Chr. erbaut wurde und im 3. Niederbrannte. Zu sehen sind folge dessen lediglich die 1979 gefundenen Grundmauern des ehemaligen Anwesens. Die bei der Freilegung und Ausgrabungen zum Vorschein gekommen Fundstücke sind teilweise im Dreiländermuseum Lörrach zu bewundern. Zeitlich fällt die Zerstörung mit Einfall der Alemannen hinter den Limes zusammen.

All dies Wissen lässt die Steigung nicht flacher werden. Wie wir später erfuhren hat Urs zu diesem Zweck seine ganz eigene Strategie entwickelt. Sobald die Strasse zu steigen beginnt lenkt er sich mit mathematischen Aufgabenstellungen ab. Je länger die Steigung je schwerer die Aufgabe. Oder so. So ganz ins Detail gehen wollte er denn doch nicht. Auch ob die Lösung jeweils mit dem Ende der Steigung zusammen fällt ist nicht bekannt. Immerhin soll es den Tunnelblick leidlich bekämpfen.

Nach diesen Ausschweifungen nun aber wieder zurück auf die Strecke und damit zum eigentlichen Geschehen. Die nachfolgende kurze Abfahrt führte ohne Halt gleich weiter in die nächste Erhebung die zu erklimmen war um Adelhausen zu erreichen war. Warum denn auch halten? Die Abfahrt nach Brombach muss zur Erholung genügen. Nach flacher Fahrt zu Beginn des kleinen Wiesentals ging das an diesem Tag tonangebende stetige auf und ab weiter. Zuerst über die Höhe nach Weitenau dann hinter dem Vogelpark vorbei zur Kirche nach Hofen.

Kurt, der bis dahin problemlos mithalten konnte, verabschiedete sich Richtung Scheideck. Wir blieben mit vielen ????? zurück. Wo bitte liegt nun der Unterschied zwischen der Steigung zur Scheideck und derjenigen nach Endenburg? Laut Google genau 100 Meter, 3.3 Km zu 3.2 Km. Naja es gibt ja auch noch den gefühlten Unterschied und der ist entscheidend.

Wir jedenfalls blieben bei der ausgeschriebenen Route und nahmen die Strasse nach Endenburg unter die Räder. Eine Steigung die sich in regelmässige Abschnitte von steilen und flachen aufteilt und dementsprechend angenehm zu fahren ist, da sie immer wieder Gelegenheit zu Erholung bietet.

Über die herrliche Abfahrt nach Kandern brachten wir dieses Mal auch Kumar ohne brenzligen Zwischenfall gut hinunter. Urs sei’s gedankt. Nach Abschluss aller Rechenaufgaben nahm er sich seiner an und gab ihm etwas Anschauungsunterricht zum Thema Abfahrt.

Die Rückfahrt durchs Kandertal stand unter dem Motto Jagd auf Kurt. Allerdings erfolglos. Den, nach eigenen Aussagen, vermeintlichen Bremsklotz sahen wir nämlich erst vor André’s Haus wieder.

Zu guter Letzt stand nun das Vernichten diverser Getränke und Speisen auf dem Programm. Irgendwann zwischen Schinkengipfeli und Aprikosenwähe meinte Urs nur, das hätten wir ja auch einfacher haben können. Er hätte einen deutlich kürzeren Weg gekannt.

Aus dem Badespass wurde dann doch nichts und so blieb Sonjas Badekleid halt im Bidon. Schön war es, gut war es, Spass hat es gemacht, was will man mehr? Herzlichen Dank an André und Gabi, wir kommen wieder. Kein Versprechen eher Drohung.

Strecke: Riehen – Maulburg – Ottwangen – Adelhausen – Maulburg – Wieslet – Hofen – Endenburg – Kandern – Riehen / 69 Km 690 Hm

17. Samschtigstour 03.07.21 – Baselbieter Highlands

Von Hanspeter Brack / Fotos André Fürbringer

Wieder einmal stand der oberste Zipfel des Baselbietes auf dem Programm. Allerdings wurde Anwil dieses Mal nicht direkt angefahren sondern via Wenslingen und Oltingen. Zwei Gemeinden die ebenfalls auf den Höhenzügen der Baselbieter Highlands liegen.

Die um 9:30 bei angenehmen äusseren Bedingungen gestarteten hörten auf die Namen André, Bruno, Gianni, Martin S., Martin W., Mike, Pascal, Sascha, Volker und Hanspeter.

Mike hatte zwischen Zelte abbrechen und Koffer packen tatsächlich noch ein Zeitfenster zur Teilnahme gefunden. Sein nächstes Erscheinen, für ein vorläufig und wohl für lange Zeit letztes Mal, hat er uns für den 24.07.21 bereits angekündigt. Am 31.07.21 wird er schon im Flugzeug Richtung Fernost sitzen wo sein künftiges Leben stattfinden wird.

Schon am Start gab Bruno die Erreichung Gelterkindens als persönliches Tagesziel bekannt. Auf der Fahrt durch die Hard nach Augst wurde er sich schlagartig der Tatsache bewusst, dass dort bereits der erste „Pass“ auf ihn warten würde. Durch eine Tempoverschärfung versuchte er in Augst mit Vorsprung in die Steigung hineinzufahren. Dank dieser Finte und der versprochenen Tempoverschleppung durch den Tourenleiter gelang es ihm die „Passhöhe“ im Schutze des Feldes zu erreichen. Sein Tagesziel verpasste er mit einer Wende in Sissach dann nur knapp.

Kurz vor Tecknau sahen wir schon von weitem ein blauweisses, uns entgegenkommendes, Trikot. Drin steckte Kurt, angeblich schon oben gewesen, war er bereits auf dem Rückweg. Nach kurzer Lagebesprechung einigte man sich auf das Restaurant Bahnhof in Kaiseraugst als Treffpunkt.

Währenddessen Kurt Diesen via Asphof zu erreichen gedachte, ging es für uns in Tecknau links weg in die Steigung hoch nach Wenslingen. Mit konstant zwischen 7 und 8 Steigungsprozenten ein durchaus schon respektabler Anstieg. Sascha liess von hinten irgend etwas von 200 Watt verlauten. Auf den Baselbieter Höhen ging es weiter nach Ormalingen wo noch das Verbindungsstück nach Anwil (Ammel) bevorstand. Grundsätzlich eine schöne Fahrt wäre da nicht noch diese Rampe beim Rebenhof. Für ca. 50 Meter stellten sich uns um die 18% Steigung in den Weg. Augen zu und durch und möglichst ohne Salto rückwärts über das Hinterrad.

In Anwil noch die letzten Höhenmeter und ab in die Abfahrt nach Kienberg. Nachdem Jeder, bis natürlich den Vordersten, ein Hinterrad gefunden hatte nahm der Zug auf den neun leicht abfallenden Kilometern das Tal hinunter Fahrt auf. Trotz Gegenwind wurde die 40 Km/h Grenze bis Frick kaum mehr unterboten.

Nach einem kurzen Tankstopp an einem Brunnen in Stein stand in Wallbach, auf der Überführungsstrecke nach Möhlin, nochmals ein kurzer Anstieg bevor. Rheinfelden erreichten wir für dieses Mal unten herum über den durch den Wald führenden Bahnweg-Oberrüchi.

In Kaiseraugst wurde, quasi als Zusatzaufgabe, noch das Befahren von Unterführungen geübt (einmal hin und wieder zurück). Wie in Tecknau abgesprochen, wartete im Restaurant Bahnhof Kurt bereits verköstigt auf uns. Nachdem auch wir unsere Flüssigkeitsspeicher aufgefüllt hatten wurde die restliche Rückfahrt bis zum Ender der Hard, wo sich Kurt und Martin W. verabschiedeten, gemeinsam bestritten.

Strecke: Riehen – Augst – Liestal – Gelterkinden – Wenslingen – Oltingen – Anwil – Frick – Wallbach – Rheinfelden – Birsfelden – Riehen / 96 Km 690 Hm

Everesting an der Chrischona 26.06.2021

Von Andreas Zeller und Rainer Büchele

Da auch 2021 Corona-bedingt viele Wettkämpfe ausfielen, kamen wir auf eine grandiose Idee: „Everesting“. Zumindest dachten wir, dass es eine grandiose Idee wäre. Einfach so lange immer den gleichen Berg hochfahren, bis die akkumulierten Höhenmeter dem Mt. Everest entsprechen. 8848 m.

Die Regeln erlauben Pausen, man könnte auch jederzeit aufhören falls es Probleme gibt. Man müsste keine Angst vor einem Gewitter auf einem 2500m hohen Alpenpass haben. Sowohl Training als auch Wettkampf wären familienfreundlich. Also rundum nur Vorteile, wäre da nicht diese Zahl...knapp 9000 Höhenmeter... Auf der Homepage von www.everesting.cc steht: “FIENDISHLY SIMPLE, YET BRUTALLY HARD. EVERESTING IS THE MOST DIFFICULT CLIMBING CHALLENGE IN THE WORLD.”

Aus Internet-Foren wussten wir dass der gewählte Anstieg nicht zu lang sein darf, da sonst die Muskeln nach der Abfahrt wieder kalt sind. Ausserdem nicht zu flach, da sonst mehr als 300km Strecke zusammenkommen. Die Chrischona erschien uns geeignet: nicht zu steil, nicht zu viel Verkehr, nah an Riehen, mehrere Brunnen. Leider enthält sie auch 2 Rampen mit 10% und ist praktisch ohne Schatten.

Der 26.6. war dann der Tag der Wahrheit: Vier Uhr aufstehen, Müsli essen, Kaffee, Sonnencreme Faktor 50, Auto oben parkieren und runterrollen. Kurz nach 5h morgens am Hörnli-Kreisel drückten wir den Startknopf des Velocomputers. Kühl, kaum Verkehr, es läuft. Wir kurbeln eine Runde nach der anderen, ganz lockere Pace. Euphorie macht sich breit. So darfs weitergehen!

Um 9h dann die erste Kaffeepause, nur 10min, Brezel runterdrücken, weiter gehts. Immer wieder kommen Freunde vorbei, stehen am Streckenrand oder fahren ein paar Runden mit und sprechen uns gut zu. Zur Mittagspause verstösst Andi gegen die Grundregel „keine Experimente“ und trinkt einen Ayran statt der gewohnten und bewährten Riegel/Gel-Diät. Bereits eine Runde später kommen dann Magenprobleme, er muss sich übergeben. Durch das Hinsetzen, die Sonne und den Salzverlust macht der Kreislauf Ärger und das Unternehmen steht auf der Kippe. Doch nach einer Weile Beine hochlegen und einer Salzbrezel kann es in gemässigtem Tempo weitergehen. Problem dabei: es stehen noch 5000 Höhenmeter bevor... Auch Rainer hat nachmittags mit leichter Übelkeit zu kämpfen und muss ein bisschen vom Gas gehen, der geplante Feierabend um 21h, rechtzeitig mit einem Bier vor dem Match, rückt in weite Ferne. Es wird langsam dunkel, immer noch 2000 hm vor uns. Verkehr aber auch Hitze lassen nach aber wir müssen jetzt mit Lampen fahren. 
Eine halbe Stunde vor Mitternacht: Rainer hats geschafft, Andi noch 3 Runden vor sich. Jetzt bloss keinen Fahrfehler machen.

Am Ende, bereits am nächsten Tag, freuen sich die beiden Fahrer mit dem letzten, eisernen Supporter, Patrick, über die 45. und letzte Gipfelfahrt auf der Chrischona über das geglückte Everesting.

Die Kennzahlen
Andreas Zeller: 19 Std 30 min total bei 16 Std 16 min in Bewegung, gefahrene 306.11 km mit 8984 Höhenmetern (ca. 7’900 kcal)
Rainer Büchele: 18 Std 09 min total bei 15 Std 25 min in Bewegung, gefahrene 306.25 km mit 8’902 Höhenmetern (ca. 9’300 kcal)

Gesamthaft verbrannte Kalorien entsprechen ca. 19 Schnitzel mit Pommes


Supporter: Vielen Dank an alle, die uns glückt gewünscht haben, ein paar Fahrten mitgefahren sind oder uns am Strassenrand motiviert haben: Patrick, Jürgen, Luzi, André, Christian, Marc, Matyas, Thomas, Bernd, Mauro, Marco, Mara, Landi und unsere Familien.

← Neuere Artikel Ältere Artikel →