Velo-Club Riehen

Clubmeisterschaft – Rennen 2 – Bergzeitfahren Gempen

Von Kai Amrhein

Auch dieses Jahr gibt/gab es wieder eine kleine Serie von Rennen, die gemeinsam mit dem VC Peloton ausgetragen wurden und die als Clubmeisterschaft gewertet werden können. Nach einem ersten Rennen im August rund um Waidhof oberhalb von Inzlingen, stand jetzt am 20. September ein weiteres Rennen auf einer klassischen Strecke an, ein Bergzeitfahren „Dornach-Gempen“ über die Serpentinenstrasse.

Rennstrecke als Segment "Gempen Bergzeitfahren" bei Strava

Es fanden sich acht Teilnehmer ein, sieben Herren und eine Dame – alle mit mehr oder weniger VC Peloton Hintergrund. Die potentiellen Kandidaten aus den Reihen des VC Riehen waren wohl alle verhindert - schade.
Und ohne grosses Zeremoniell gab Lucius also um 19.00 Uhr das Rennen frei für den ersten Teilnehmer, gestartet wurde in Abständen von 30 Sekunden. Nach 4 Minuten war also das gesamte Starterfeld auf der Strecke, und Lucius und ich konnten mit dem Auto am Feld vorbei zum Ziel eilen, wo wir dann wieder die Zeitnahme organisierten.
Und es wurde sehr gut gefahren, eine Siegerzeit von unter 15:00 Minuten dokumentiert die gute Leistungsfähigkeit des Teilnehmerfeldes: Mit 14:55 sind nur 3,7 Prozent aller 4300 jemals bei Strava registrierten Leistungen besser als die Siegerzeit. Ähnliches bei den Damen: Die dort erbrachte Zeit von 18:21 ist besser als 95,5% aller 620 bei Strava registrierten Leistungen in diesem Abschnitt.

Dann wurde es langsam dunkel und kalt, also noch schnell zwei Fotos für die Anwesenden Reporter und schon war es erledigt, unser Bergzeitfahren Gempen-Dornach. Für die nächste Woche – wiederum Dienstag, der 27.09.2022 – ist ein weiteres Rennen geplant, wiederum ein Zeitfahren, allerdings flach am Rhein in der Region Huninguen-Kembs-Rosenau – vielleicht schafft es ja jemand vom VCR?

Rangliste Bergzeitfahren Dornach – Gempen

Teilnehmerfeld mit Dame
Siegerpodest — von links Gaugler/Daynes/Geiger

31. Samschtigstour, 10.09.2022 – Schwimmfest

Von Hanspeter Brack / Fotos von André Fürbringer

Nur zwei Wochen nach dem eidg. Schwing- und Älplerfest nun auch noch das Schwimmfest des VC Riehen.

Früh aufgestanden und sämtliche Regenradarseiten abgeklappert erschien mir die Durchführung der 31. Samschtigstour durchaus erfolgsversprechend. Von möglicherweise ein paar wenigen Tropfen, um 11.00 Uhr, bis es kommt gar nichts mehr waren sich alle Prognosen einigermassen einig. Na also, alles bestens, kein Grund zur Absage. Nanu, was soll das? Als ich mich kurz vor halb zehn aufs Velo schwingen wollte, Tropfen auf dem Sattel. Umso besser, dann kommen die halt jetzt schon statt erst um elf. Allerdings der Blick nach oben liess erste Zweifel aufkommen.

Naja, vielleicht kommt ja gar niemand und ich kann getrost wieder nach Hause. Pech gehabt, Ecke Schmiedgasse Wendelinsgasse sehe ich sechs Unverdrossene und zu allem Entschlossene. Johanna, André, Kumar, Martin S., Martin W., Sascha liessen sich durch nichts und niemanden abhalten. Meine, angesichts des noch immer leichten Niederschlages, zaghafte Frage, wollte ihr wirklich gehen, wurde sogleich im Keim erstickt. Nun sin wir schon mal hier… Ok, dann los, wenn ihr es so haben wollt.

Bis Fischingen hielt sich das mit dem Regen noch einigermassen in erträglichem Rahmen, wenn’s nicht schlimmer wird geht’s ja noch. Falsch gedacht, bereits nach Überquerung des Rebberges in Fischingen lief uns das Wasser, wie es oben reinkam, unten wieder aus den Schuhen. Die Intensität hatte innert weniger Meter erheblich zugenommen. Nun nicht mehr ganz so zuversichtlich setzen wir trotzdem den Weg in Richtung Riedlingen fort. Es wurde nicht besser, wegen zu hohem Wellengang entschlossen wir uns zur Streckenänderung. Anstatt über Feuerbach und Feldberg nach Müllheim zu gelangen, wurde direkt Schliengen anvisiert. Allerdings auch nur um bereits nach Erreichen des nächsten Hügels eine erneute Streckenkorrektur vorzunehmen. Auf Initiative von André kämpften wir uns, durch die entgegenkommenden Fluten, entlang des Hügels nach Tannenkirch und Gupf.

Die Überquerung des Golfplatzes Bamlach schenkten wir uns ebenfalls und nahmen den Rückweg via Welmlingen – Efringen – Eimeldingen unter den Kiel, pardon die Räder. So wurden aus den geplanten 80 Km zu guter Letzt noch 47. Mit dem Sand, den ich mir anschliessend von den Beinen wusch, bin ich nun auch bereits für das erste Glatteis des kommenden Winters gewappnet.

Bis zum Abend hatten sich die Schwimmhäute zwischen den Zehen schon weitgehend zurückgebildet und wir konnten beim gleichentags stattfinden alljährlichen Grillfest bereits wieder darüber lachen.

VC Riehen Rennsportgruppe – Bodensee Radmarathon

Von Kai Amrhein

VC Riehen Rennsportgruppe – Bodensee Radmarathon

Drei spezielle Termine haben wir uns in der Rennsportgruppe für dieses Jahr in den Kalender geschrieben, und nachdem im Juli mit der Schwarzwaldrundfahrt des VC Kaisten das erste bereits absolviert war und im August das Bergtrainingslager im Goms stattgefunden hatte, kam es also jetzt zum „Saisonhöhepunkt“, der Teilnahme am Bodensee Radmarathon. Dabei wird im Uhrzeigersinn um den Bodensee gefahren. Starten kann man wahlweise an fünf um den See verteilten Orten – was wir aber erst nach der Durchführung kapiert haben („Hinterher ist man…usw“.). In der Vorbereitung und während der Planung sah es so aus, als ob Start und Ziel in Altenrhein wären – und entsprechend hatten wir dort Quartier bezogen.

Die 5 möglichen Startorte der Rundfahrt

Was wir auch erst im Nachhinein verstanden haben ist, dass die gesamte Strecke nur währen fest vorgegebener 12h befahrbar war: Zwischen 7 Uhr am Samstagmorgen und 19 Uhr am Samstagabend. Da unser Hotel frühestens ab 7 Uhr am Morgen Frühstück servierte, machten wir uns also erst gegen 8 Uhr auf den Weg – und hatten dadurch bereits die erste der 12 Stunden „vergeudet“. Wir, das waren in diesem Fall Claude Stäger und ich als Vertreter des VC Riehen, und wiederum mein guter Freund Thimo aus Deutschland, der mit der Teilnahme am Radmarthon nach Schwarzwaldrundfahrt und Bergtrainingslager also auch am dritten Event dabei war. Auf dem Parkplatz vorm Hotel trafen wir dann noch Axel aus München, der allein auf die Strecke gehen wollte und es dann vorzog, sich stattdessen bei uns anzuschliessen. In dieser Besetzung also nahmen wir die ersten 60 bis 80 Kilometer flach am schweizerischen Seeufer entlang nach Osten unter die Räder. Die Wettervorhersage für den Tag war alles andere als erfreulich und auch hatte es in der Nacht kräftig geregnet. Entsprechend hing der Himmel voller Wolken und die Strasse war stellenweise komplett nass. Dies veranlasste Thimo dazu, seine 30 Jahre alte Goretex Jacke zum Einsatz zu bringen. Laut seiner Aussage musste er sie dazu erst mal aus dem Altkleidersack heraus operieren – eigentlich wollte er nie mehr bei Wetter fahren, welches diese Jacke nötig machen würde. Und auch wenn die Jacke – weiter unten mal im Bild zu sehen – modisch nicht mehr ganz auf der Höhe ist, scheint sie dennoch so gut zu funktionieren, dass Thimo sie nach wie vor für „die grösste materialtechnische Errungenschaft im modernen Radsport“ hält, ausgehend von der Frage: Was nützen Carbon, Clickpedale und 12 Gänge, wenn der Fahrer in einem patschnassen Wolltrikot friert? Sie wird also nach der Rundfahrt wieder einen Platz im Kleiderschrank finden und wird nochmal vorm Altkleidersack verschont. Wie dem auch sei, wir hatten einigermassen Glück in den ersten 2-3 Stunden, und so konnte ich meine etwas modernere Goretex Jacke tatsächlich im Rucksack lassen – die Niederschläge waren so unerheblich, dass sich das ausging. Darüber hinaus hatten wir einmal Pech, als Thimo Defekt am Vorderreifen hatte. Allerdings muss ich sagen, dass der Schlauchreifen (Collé wie man hierzulande sagt) so schnell ersetzt war, dass es mit einem normalen Drahtreifen sicher nicht besser hätte gehen können. Allerdings kann man den Collé halt nicht unterwegs reparieren, und somit war Thimo nach bereits rund 20km ohne Ersatz unterwegs…was zu einiger mentaler Anspannung führte, sich allerdings in Tägerwilen mit einem Besuch beim direkt an der Strecke gelegenen Velohändler glimpflich lösen liess. Und dann hatten wir es noch einmal lustig, als wir eine Wegmarkierung für einen Bring- und Holtag in einem der Dörfer missverstanden haben und zu viert auf den Werkhof des Recyclinbgparks eingefahren sind…sehr zur Erheiterung der dortigen Mitarbeiter und Besucher. Ansonsten verliefen die rund 85km bis Stein am Rhein ereignislos, bei nahezu windstillen Verhältnissen konnten wir uns konstant oberhalb von 30km/h vorwärtsbewegen.

Nachdem wir in Stein dann die deutsche Grenze passiert hatten, wurde die Strecke erst verkehrsreicher, und dann wesentlich welliger. Wie man im folgenden Höhenprofil sieht, konzentriert sich der Grossteil der insgesamt rund 1500 HM auf den Streckenabschnitt zwischen Kilometer 100 und 200:

Das Höhenprofil mit einer deutlichen Konzentration der Steigungen zwischen km 100 und 200

Grund dafür ist, dass die Strecke hier teilweise recht weit vom Seeufer entfernt verläuft: Anstatt flach am See entlang, geht es teilweise steil durchs Hinterland. Entsprechend schwierig war es hier dann auch, sich in unserer Vierergruppe gegenseitig zu Unterstützen. Hier war also jeder einigermassen auf sich gestellt, und somit ging die Intensität der Belastung doch deutlich nach oben im Vergleich zum ersten Streckenabschnitt.

Nach weiteren rund 30km kamen wir dann am äusseren Rand von Konstanz an die Fähre nach Meersburg, welche als Teil der Rundfahrt zu benutzen war. Etwa 20min dauert die Überfahrt, und hier hatten wir fürs mal Glück, weil wir fast ohne Wartezeit aufs Schiff gelangten und sofort übersetzen konnten. Dabei hatten wir dann auch Zeit, mal ein paar der andern Teilnehmer kennenzulernen. Und habe ich schon erwähnt.. wir wurden häufig von fremden Fahrern angesprochen. Wahrscheinlich nicht nur, weil die VC Riehen Trikots so schön aussehen (was freilich auch für Ihre Träger gilt), sondern weil…. Wir aus völlig unklaren Gründen etwas spezielle Startnummern hatten: So durfte ich tatsächlich mit der Nummer 1 in die Rundfahrt starten, Thimo mit der 2 und Claude mit der 3. Welchem sonderbaren Zufall wir diese Startnummern verdanken (bei Rund 3000 Startern) – wir wissen es nicht, hatten aber unseren Spass damit.

Startnummern 1, 2 und 3 - was kann da schon schiefgehen?
Gute Stimmung auf der Fähre...aber...das dicke Ende erwartete uns erst noch
Mein Rad wurde sehr...aerodynamisch schmutzig

Auf der Fähre trafen wir dann die Verabredung, uns in Meersburg ein Restaurant zu suchen und uns richtig zu verpflegen - man kann ja nicht den ganzen Tag nur Riegel essen. Unseren Mitfahrer Axel verloren wir dadurch – er vertrage es nicht, während der Aktivität viel zu essen. Und so fuhren wir ab hier also nur noch zu dritt.

Auf der anderen Seite angekommen, bewiesen die Streckenplaner erst mal Humor und schickten uns in eine nutzlose aber umso steilere Runde (17%) durch die Vororte von Meersburg. Endlich in der Stadt angekommen, fanden wir in der Fussgängerzone eine geeignete Gastwirtschaft, wo wir den bereits konsumierten Riegeln eine ordentliche Portion Pasta hinterher schickten. Etwa 1 Stunde liessen wir uns Zeit für Vorspeise, Hauptspeise und Kaffee. Dass der schwierigere und längere Streckenteil noch vor uns lag, ahnten wir nicht so richtig, ebenso wenig wie dass…. die Runde nur während 12 Stunden befahrbar war, wovon jetzt wieder eine Weitere verstrichen war.

Wer denkt sich denn sowas aus? Und dann noch mit 17% Steigung

Nach Meersburg wurde es dann nochmal richtig anstrengend. Mit jetzt schon rund 140km auf der Uhr waren wir wohl auch nicht mehr ganz taufrisch, mussten uns aber weiterhin mit erheblichen Steigungen auf der Strecke auseinandersetzen. Und irgendwo zwischen Oberteuren und Meckbeuren, so etwa bei Km 160 haben wir dann auch noch die Strecke verloren. Irgendwas muss mit der Beschilderung schief gelaufen sein, vielleicht hatte der Wind oder ein übler Scherzbold einen Abbiegehinweis entfernt… auf jeden Fall bemerkten wir irgendwann, dass wir keine Bedschilderung mehr hatten. Und nicht nur wir alleine, auch mindestens zwei weitere Gruppen waren unmittelbar um uns herum in die selben Schwierigkeiten geraten. Und da die Veranstalter keine GPS Daten von der Route zur Verfügung gestellt hatten, hatte ich nur ein GPX File eines Teilnehmers aus 2021 auf meinem Radcomputer zur Verfügung – die Strecke war aber damals doch deutlich anders verlaufen. Dennoch rettete uns diese Route, weil es uns wenigstens Anhaltspunkte liefern konnte, wo wir den grob hinmussten. Wir haben wahrscheinlich 10-15km extra zurück gelegt durch diese Aktion, und also weitere rund 30 Minuten eingebüsst.

Schlussendlich kamen wir dann aber doch zur vorletzten Station in Kressbronn, und wurden zum ersten Mal an diesem Tag von Sonnenschein und freundlichem Wetter empfangen. Laut Aussage der dortigen Streckenposten hatte es nur wenige Stunden vorher „wie aus Kübeln“ geschüttet – wir hatten also wieder Glück mit dem Wetter. Weniger glücklich waren wir dann, als wir in Kressbronn dann doch final verstanden (also – ich habe es da erst verstanden….vielleicht ist bei meinen Mitstreitern der Groschen früher gefallen), dass wir uns schon beachtlich nahe am Ende des 12-Stunden Zeitfensters befanden: Von Kressbronn bis Altenrhein waren 47km angeschrieben (zusätzlich zu den 185, die wir schon hatten) – in weiterhin welligem, nicht einfachem Gelände. Wir verliessen den Posten in Kressbronn kurz nach 17:00 Uhr, und hatten somit also etwas weniger als 2 Stunden, um noch vor Kontrollschluss nach Altenrhein zu gelangen. Auf den nächsten rund 30km hatten wir dann nochmals rund 350 Höhenmeter zu bewältigen (Originalton Thimo bei Durchfahrt durchs malerische, aber leider auf einem steilen Hügel gelegene Örtchen Hohenweiler: „Oh mein Gott, hoffentlich kommt als nächstes Niederweiler“), bevor wir kurz vor Bregenz wieder ans Seeufer zurückkehren durften. Von dort waren es noch knapp 30 Kilometer, und wir hatten noch ziemlich genau eine Stunde Zeit übrig. Mittlerweile war uns aber allen bewusst, was die Uhr geschlagen hatte, und wir rafften uns für eine letzte Anstrengung auf. Mit leicht über 30km/h ging es erst durch die Innenstadt von Bregenz und dann durch gefühlt 20km Baumärkte, Tankstellen und Einkaufszentren, bevor wir bei Rheineck wieder die schweizerische Grenze passieren konnten. Von dort waren es nur noch rund 8km bis zum Posten in Altenrhein. Wir gaben nochmal alles… und erreichten um 18:57 die Sporthalle Rheineck und konnten den letzten Stempel in unserer Streckenkarte empfangen……puuuh.

Noch eine letzte kleine Pause mit einem wohlverdienten Kaltgetränk, und die Seerundfahrt, die in weiten Teilen eine „Hügelig-durchs-Hinterland-Fahrt“ war, war erfolgreich absolviert. Ob wir nächstes Jahr wieder an den Start gehen…. wird sich zeigen, aber vielleicht lassen sich ja ein paar Vereinskollegen durch diese Zeilen motivieren – und motivieren dann wiederum uns zur Wiederholung - wäre doch was!

Es ist vollbracht...noch ein Bier und das Abenteuer Bodensee Radmarathon 2022 ist Geschichte

Zur Aktivität auf Strava

VC Riehen Rennsportgruppe – Bergtrainingslager Goms/Italien/Tessin/Goms

Von Kai Amrhein

Drei spezielle Termine haben wir uns in der Rennsportgruppe für dieses Jahr in den Kalender geschrieben, und nachdem im Juli mit der Schwarzwaldrundfahrt des VC Kaisten das erste – unberichtet auf dieser Seite – bereits absolviert war, stand also jetzt, am 06. Und 07. August das zweite Ereignis an – Bergtrainingslager im Goms, von und bis Oberwald, wo der Autor dieser Zeilen ein kleines Ferienchalet besitzt. In diesem schlugen wir unser Basislager auf.

Basislager im Goms, bei herrlichem Wetter.

Sei es dem Termin in den Schulferien geschuldet oder der Tatsache, dass die Rennsportgruppe noch nicht wieder total etabliert ist… auf jeden Fall fanden sich letztendlich nur zwei Starter in Oberwald ein. Neben mir – um die Farben des VC Riehen hochzuhalten – noch mein guter Freund Thimo aus Deutschland, der quasi als „Gastfahrer“ vom Programm profitierte. Mit dieser Besetzung entschieden wir uns, die zwei Tage eher als eine ausgedehntere Tour zu interpretieren, denn als streng funktionales Training. Und während es im Wallis, insbesondere rund um Oberwald, an Pässen, Bergen und Anstiegen nicht mangelt, war es trotzdem nicht so einfach, eine passende Strecke für die zwei Tage zu entwickeln: Alle „Runden“ von und nach Oberwald – z.B. Furka, Susten, Grimsel oder Nufenen, Gotthard, Furka - beinhalten drei Pass-Überfahrten, und damit mehr als 3000 HM. Deshalb kamen wir am Ende dahin, über die zwei Tage eine weit angelegte Runde durchs Wallis ins italienische Piemont und das Tessin zurück ins Wallis zu drehen – mit Überquerung des Simplonpasses und Durchfahrt des Centovalli am ersten Tag. Nach Übernachtung in Locarno dann an Tag Zwei Aufstieg vom Lago Maggiore durch das Leventin und schliesslich über den Nufenenpass zurück ins Goms. Meine Tochter Milena meldete sich freiwillig, unser Gepäck (und sich selbst ;-) ) per Auto nach Locarno zu transportieren, so dass wir wenigstens nur mit Marschgepäck ausgerüstet auf die Strecke gehen konnten. Auf Strava geplant, sah diese Strecke furchterregend folgendermassen aus:

2 Tourenplanung auf Strava, die angegebenen HM sind aber deutlich zu viel.

Wobei man sagen muss, dass Strava da um mehr als 1000 HM daneben liegt, in „echt“ sind es wohl eher „nur“ 4500, also ca. 2300 pro Tag – gut für uns.

Und so ging es dann also an Tag 1 – Samstag, dem 6. August – um 8 Uhr am Morgen los. Bei etwa 17 Grad nahmen wir die langgezogene – und auch gelegentlich wellige – Abfahrt nach Brig in Angriff. Immerhin 250 HM sind schon auf den 45 km dieser Abfahrt zu bewältigen, und entsprechend genehmigten wir uns in der Fussgängerzone von Brig noch ein z’nüni, auch im Angesicht des bevorstehenden Simplon-Passes mit seinen knapp 1500 HM. In der Anfahrt zu diesem Pass konnte ich meinem Freund Thimo zu einem technologischen Aha-Erlebnis verhelfen: Dank GPS-Navigation gemäss Strava „Popularity-Routing“ (dabei sucht Strava eine Route entlang der am häufigsten befahrenen Abschnitte aus) konnten wir die ersten knapp 500 HM des Passes auf sehr verkehrsberuhigten Nebenstrassen bewältigen. Thimo, der sonst eher lieber auf bewährte Technologie à la Speichenmagnet setzt, war beeindruckt, hatte er doch vor Jahren schon mal den Pass komplett auf der (Autobahn-ähnlichen) Hauptstrasse absolviert. Diese Hauptstrasse kam dann aber doch noch zum Zuge, und die beiden oberen Drittel des Passes mussten wir uns also mit allerlei Autos, Motorrädern und Lastwagen teilen. In den teils kilometerlangen Galerien ein Lärm- und Gestanks-Inferno erster Güte!

Traumkulisse am Simplonpass, aber in den Galerien wird es unglaublich laut und eng.

Mittlerweile waren auch die Temperaturen auf über 25 Grad angestiegen, und die rund zwei Stunden bis zur Passhöhe – über die futuristische Ganterbrücke - erwiesen sich als absolut anstrengend. Doch einmal oben angekommen, begann die fast 60km lange Abfahrt nach Domodossola, durch das immer enger und schöner werdende Tal des Toce. Hier kamen wir so sehr in den Flow, dass wir trotz weiter steigender Temperaturen viel zu wenig an Rast und Verpflegung dachten. Entsprechend ausgehungert und -getrocknet kamen wir dann am frühen Nachmittag auf der Talsohle vor Domodossola an, wo wir endlich in einer kleinen Pizzeria die strapazierten Reserven auffrischen konnten. Doch Schreck – als wir nach der Pause wieder auf die Räder stiegen, zeigte das Thermometer 42 Grad im Schatten an! Und dann ging es ja auch nur knapp 10km im Tal entlang, bevor wir gleich wieder etwa 650 HM hoch nach Druogno mussten, dem Scheitelpunkt des Centovalli.

32km nach Locarno...aber 42 Grad im Schatten!

Dies war bei den enormen Temperaturen so sehr anstrengend, dass mich eigentlich nur der lange Strassentunnel am Ende des Anstieges gerettet hat: Dort war es – trotz neuerlichem Lärm- und Gestank-Inferno - nämlich immerhin ein bisschen kühler als in den offenen Hanglagen darunter. Oben angekommen, machte mir der schon lange auf mich wartende Thimo das schöne Kompliment, ich würde ziemlich erledigt aussehen – was ich vehement von mir wies, und stattdessen lieber von „entschlossen“ sprechen wollte.

Erledigt oder entschlossen? Die Wahrheit liegt...wohl eher am linken Ende.

Jetzt stand also nur noch die nächste lange Abfahrt vor uns, knapp 40km durchs Centovalli hinab nach Locarno. Mitten auf dieser Strecke mussten wir dann allerdings wie die Räuber ein kleines Lokal überfallen und einen Getränkekühlschrank ausplündern – es war so warm! Und so kam es, dass wir das malerische Tal, auf dem sich die Strasse und die parallel verlaufende Bahnstrecke immer wieder spielerisch ineinander verschränken wie zwei Tango-Tänzer, deutlich weniger geniessen konnten, als das der Landschaft gebührt hätte. Muss man wohl mal wieder hinkommen…

In Locarno angekommen, genehmigten wir uns verschiedene kühle Getränke und dann ein Bad im See – in nahezu voller Bike-Montur, und mit final 151km und 2300 HM auf der Uhr.

Wohlverdientes Kaltgetränk am Seeufer, und gleich geht es in Bike-Klamotten ins Wasser. Die eBikes im Hintergrund gehören zum Nachbartisch – ehrlich!

Quartier bezogen wir in einer aussergewöhnlichen Herberge: Dem ehemaligen Kurhotel „Esplanade“. Dieses beeindruckende, altehrwürdige Haus hat seine allerbesten Tage leider hinter sich, und fristet heute unter dem blödsinnigen Namen „eRooms Minusio“ ein unrühmliches Dasein: Ohne Rezeption, mit minimalem Personalaufwand, Selbst-Check-In und Verkaufsautomaten ausgerüstet, hofft es auf bessere Zeiten. Ob die kommen mögen oder nicht – wir fühlten uns in den langen Gängen des riesigen Gebäudes wie in die Welt des Zauberberges hineinversetzt – und nach den Entbehrungen des Tages auch ein wenig tuberkulosig und kurzatmig.

Der Versuch, dann am Samstagabend einfach mal so zum Abendessen in die Innenstadt von Locarno zu gehen, erwies sich als ein wenig schwierig; vielleicht auch, weil dort gerade das Filmfestival in Gange war. Doch jetzt kam uns das Wetter zur Hilfe: Ein kleiner Wolkenbruch, und schon waren ganz viele Sitzplätze im Freien verfügbar. So konnten wir mit ein wenig Glück einen Tisch ergattern, genau in dem kurzen Zeitfenster, als das Wetter wieder besser wurde. Sehr neumodisches Zeug musste ich da zu mir nehmen – Poke Bowls und Sushi. Ob das ideal war, um die Reserven für den nächsten Tag wieder aufzufüllen? Sehr gut und angenehm verlief dann allerdings die Nacht im Kurhotel – die dicken, alten Steinmauern hielten uns schön kühl und frisch.

Mit gemischten Gefühlen ging es dann in Tag zwei hinein: Würden die Beine, Po und Füsse noch eine zweite Riesen-Anstrengung bewältigen? Immerhin waren auch am zweiten Tag mehr als 2000 HM geplant, und nach den drei Abfahrten des Vortags würde es jetzt nur nach oben gehen. Wir verliessen gegen 8 Uhr das Hotel (nach einem sehr ordentlichen Frühstück – „eRooms Minusio“ mag zwar ein blöder Name sein, aber das Hotel ist absolut empfehlenswert), und machten uns auf dem Radweg am Ticino entlang auf den weg nach „oben“. Und diesmal hatten wir die Lehren aus dem Vortag gezogen: Alle 20km, an jeder auf der Strecke liegenden Tankstelle, haben wir ausgiebig Flüssigkeit und Brennstoff nachgefüllt. Und so kamen wir über die Stunden in einen guten Rhythmus und bewegten uns kontinuierlich auf Airolo zu, wo mit dem Nufenenpass die letzte grosse Hürde auf unserem Weg liegen würde. Die Fahrt durchs Leventin, rund 50km von Tenero bis etwa Biasca ging mit konstant ca. 1-2% Steigung leicht von der Hand, und erst dann wurde es langsam steiler. Mittlerweile war aber eine Höhe erreicht, wo es nicht mehr ganz heiss war. Und überhaupt, das Wetter hatte sich gegenüber dem Vortag deutlich verändert: Wir konnten über dem Alpen-Südhang dunkle Wolken aufziehen sehen – auch wenn diese noch weit vor uns lagen. Zur Mittagszeit trafen wir dann meine sich ebenfalls auf der Rückfahrt befindliche Tochter zum Mittagessen in Airolo. Und während wir mit Pizza und Nudeln die Reserven für den Nufenen adäquat auffüllten, verschlechterte sich das Wetter zusehends. Als wir das Mittags-Restaurant verliessen, konnten wir in Richtung Pass schon Gewitterwolken und Blitze sehen. Und so entschieden wir uns, den letzten Berg nicht mehr aus eigener Kraft, sondern im Auto zurückzulegen. Eine gute Wahl, mussten wir uns doch passaufwärts durch schwieriges Wetter, starken Regen und Temperaturen um 10 Grad kämpfen. Und so blieb es dann für Tag zwei bei 80km und 1150HM. Auch dass schon ordentliche Werte, die einen deutlichen Trainingseffekt nach sich ziehen werden – hoffentlich!

Vorzeitiges Ende der Tour - Gewitter am Nufenenpass. Töchter mit Führerschein sind super, und es ist unglaublich bis nahezu unverschämt, wie (E-)Autos den Berg hochfahren können.

29. Samschtigstour, 13.08.2022 – Einer lud und Viele kamen

Von Hanspeter Brack / Fotos von André Fürbringer

Mit der Präsenz von zwei Damen und elf Herren (Johanna, Sonja, André, Claude, Ed, Gianni, Martin S., Martin W., Peter, Sascha, Urs, Volker, Hanspeter) gab sich, nach Wochen der Bescheidenheit, wieder einmal eine grössere Gruppe ein Stelldichein.

War nun Volkers Einladung zum anschliessenden Wurst und Brot essen oder das Ende der Sommerferienzeit Ursache des Grossaufmarsches? Man weiss es nicht. Im Zweifel für die Angeklagten. Schreiben wir es dem Trainingseifer und dem Bedürfnis sämtliche in den Ferien vertilgte Gelati möglichst schnell wieder los zu werden zu.

Um rechtzeitig zur Essenszeit zu Hause zu sein legte ich die Tour, auf Wunsch von Volker, auf moderate 80 Km aus, auf der gut verteilte 800 Hm zu überwinden waren. Gestartet wurde das Ganze wie immer mitten im Dorf. Martin S. sorgte mit seinem nigelnagelneuen Look E-765 Optimum für Gesprächsstoff. Steht doch das unauffällige E für Elektro. Mit seinem gut getarnten Fazua Antrieb wird das Leiden am Berg künftig deutlich erträglicher werden. Es laufen bereits erste Wetten wer wohl der Nächste sein wird. Einen klaren Favoriten gibt es bereits.

Endlich geht es aufwärts tönte es denn auch gleich in der ersten Steigung Ausgangs Fischingen. Nicht mehr von «ig fahr mis Tämpo». Um etwas Variation in die Anfahrt nach Kandern zu bringen wählten wir den Übergang bei Mugenhart um vom einen in das andere Tal zu gelangen. Mit einer taktischen Meisterleistung setzte sich Urs in der Abfahrt ins Kandertal unversehens an die Spitze des Feldes. Bereits beim Friedhof in Weil gelang ihm Dies ein erstes Mal. Währendem nämlich alle vor ihm, mangels Vortritt, das Tempo kurz reduzierten um, nach Erhaltener Übersicht, gleich wieder anzutreten, schlich er sich im Vorbeigehen oder, wie er es eben nannte, taktisch an die Spitze.

Die Fahrt nach Endenburg wurde in zwei Teilstrecken genommen. Bei der Abzweigung kurz vor der Scheideck wurde ein Zwischenhalt eingelegt. Nachdem sich diverse Herren erleichtert hatten und alle Gelegenheit zum Verschnaufen bekamen ging es weiter. Habt Ihr vor lauter Tunnelblick und hochjagen die Berge überhaupt gesehen? So fragte es aus der zweiten Gruppe. Naja die Berge waren letztes Mal schon da und werden beim nächsten Mal wohl auch noch da sein. Nein, Spass beiseite. Der Weitblick in Endenburg auf das Alpenpanorama ist schon sehr beeindruckend und ja, zuweilen vergisst man den auch mal. Für eine Gruppenfoto reichte es aber dann doch alleweil. Was ist jetzt? Machen wir hier «z’Nünipause»? Nein Sonja es geht gleich weiter.

In der Abfahrt nach Hofen wurden wir, wie schon im Rebberg in Fischingen, von zwei, man kann es nicht anders sagen, irren Motorradfahrer überholt. Insgesamt war die Stimmung auf den Strassen eher etwas aggressiv an diesem Samstag. Nachwehen des Vollmondes?

Den kleinen Schwenker über Weitenau und Wieslet konnten wir mehrheitlich auf Radwegen absolvieren und auch für die Weiterfahrt nach Steinen stand uns eigenes Terrain zur Verfügung. An solchen Tagen ein Segen. Einen letzten Effort verlangte die Steigung von Steinen nach Adelhausen. Vor allem der erste Abschnitt bis Hüsingen ging zum Schluss nochmals ganz schön in die Beine.

In Adelhausen übermittelte Volker das Kommando Feuer frei an die Einsatzzentrale. Unverzüglich wurde mit Brandbeschleuniger der Holzkohle zu Leibe gerückt. Mit wachsender Vorfreude wurde der restliche Rückweg nun absolviert. Auch dem Wunsch von Johanna wurde Rechnung getragen. Mit der Grenzüberquerung durch die Siedlung Hornacker wurde die Schotterpiste Riehener Weg – Grenzackerweg umfahren.

Nun ist es so! Man kann in Riehen unten, mittig oder oben wohnen. Volker wohnt oben und so mussten Wurst und Kuchen förmlich bis zum letzten Meter hart erkämpft werden. Die erste Getränkerunde ging dann sozusagen auch in einem Schluck weg. Erst dann wuchs das Verlangen nach fester Nahrung und die liess, dank gut getimter Vorarbeit, nicht lange auf sich warten. Zur allgemeinen Freude stiess auch noch Kurt, der den weiten und beschwerlichen Weg von Pfeffingen nach Riehen auf sich genommen hatte, zu uns.

Eine schöne Ausfahrt nahm so mit einem gelungenen Grillschmaus gefolgt von Kuchen ihren krönenden Abschluss. Nochmals einen herzlichen Dank an Claudia und Volker, wie Urs schon androhte, das machen wir jetzt jeden Samstag so.

28. Samschtigstour, 06.08.2022

Von André Fürbringer

Zur heutigen Tour könnte man meinen die Leute haben Hanspeters Hitzewarnung ernst genommen und sind darum gar nicht am Treffpunkt erschienen. Aufgerafft haben sich nur Johanna, Martin W., Volker und ich. Hanspeter konnte kurzfristig nicht mitkommen.

Seine ausgeschriebene Tour führte uns wieder einmal ins Baselland, AG und Basel. Pünktlich abgefahren sind wir über Birsfelden, Rheinfelden, Magden, Buus, wo uns dann die erste Rampe Richtung Hemmiken erwartet hatte. Oben angekommen haben wir uns kurz entschlossen bei diesen tollen angenehmen Temperaturen (22c) statt 35 noch eine Schleife über Schupfart, Eiken, Mumpf, Wallbach, Möhlin zu nehmen bevor wir dann den Rhein beim Schloss Beuggen überquerten.

Kurz nach Degerfelden haben wir auf dem Sportplatz unseren heutigen Stop eingelegt. Bier, Linzerkuchen, Weizenbier wurden genommen und Volker liess es sich nicht nehmen eine Käs-Spätzli Pfanne zu bestellen; leider fehlte nur noch das weisse Tischtuch und Silberbesteck. 😋Offenbar war sein Kalorienhaushalt auf den Null Punkt gesunken😉. Martin der uns die Runde offerierte möchten wir nochmals ganz herzlich danken.

Die letzten Kilometer bis Basel meisterten wir locker, zügig, ohne Regen und angenehme Temperaturen. Overall zeigte das Display 82.97km und 820Hm.

27. Samschtigstour 30.07.2022 — Höhenmeter im Schwarzwald

Von André Fürbringer

Zur heutigen Tour kamen immerhin 6 VCR’ler, Kai, Martin W., Gianni, Volker, Ed und meine Wenigkeit trotz 28c. Hanspeter war kurzfristig ausgefallen als er diese Woche in einer Trainingsfahrt leider stürzte! Gute Besserung von unserer Seite. Immerhin scheint er nicht zu starke Verletzungen davon getragen zu haben. Glück im Unglück. 😉

Unsere Etappe führte uns von Riehen an der Wiese entlang nach Hauingen, Schlächterhaus, Endenburg mit dem 1. Bergpreis den Martin knapp vor Gianni. Ed und Kai ergaterte, runter nach Kirchhausen bevor die nächste Steigung auf uns wartete nach Sallneck. Anschliessend fuhren wir die Ostrampe hinauf zum Lipple Passübergang zwischen Kandern und Tegernau mit den ersten harten Schweisstropfen im Feld, klar unsere Bergflöhe Ed und Gianni war das nur die kleine Vorspeise. 👍

Die Steigung beträgt durchschnittlich rund 6 %, im oberen Teil rund 4 Mal das Steigungsmaximum bei 13.5%. Oben angekommen konnten wir an einem Brunnen das kühle Quellwasser geniessen. Glück hatten wir, dass eine Familie uns kurz unsere Bidon füllen lies, bevor Sie X Wasserflaschen und Kanister füllten. Unterdessen wurde auch die Auto Kolone auf dem Parkplatz immer Grösser! Scheinbar halt Gratis also macht man das, hoffentlich bleibt das Wasser beim Lagern keimfrei!

Kurzer Schattenhalt lies uns kurz beraten wo die Tour weitergeht und nun fuhren wir über Marzell statt Richtung Hochblauen, da scheinbar die Strasse in schlechtem Zustand sein soll. Gute Sache so sparten wir uns einige Höhenmeter. 😅 Weiter gings zügig nach Kandern, Riedlingen rüber nach Bad Bellingen zu unserer Stammkneippe, 🍻 🍰 Istein, Fischingen, Weil und wieder zurück nach Riehen. Tolles Wetter, coole Leute wie immer ein Highlight am Samstag.

Distanz
93.58 km
Bewegungszeit
3:52:47
Höhenmeter
1087 hm

26. Samschtigstour 23.07.2022 – Viele Wege führen nach…

Von Hanspeter Brack, Fotos von André Fürbringer

Gempen. Das beliebte Ausflugsziel lässt sich, für Velofahrer, auf mehr oder weniger beschwerliche Art und vor allem auf mehr oder weniger gefährliche Weise erreichen. Während der Grenzschliessung im ersten Coronajahr 2020 wagte ich mich, nach vielen Jahren, wieder einmal auf die Strecke Dornach – Gempen. Nachdem ich im Aufstieg gleich zweimal von Sportwagen (im Rennmodus) beinahe gestreift wurde, fiel das Fazit ernüchternd aus. Man muss schon etwas des Lebens überdrüssig sein, um diese Strasse zu befahren.

Meinen Mitstreitern, André, Gianni, Kumar und Martin wollte ich Dies nicht zumuten. Deshalb wurde der wesentlich längere und anspruchsvollere Aufstieg über die Schauenburgerstrasse gewählt. Zunächst sah es allerdings nicht so aus, als ob das mit der Samschtigstour überhaupt etwas werden würde. Bereits beim Start vermeldete Radiotour einen platten Hinterreifen beim Fahrer Bedon.

Nach flottem Schlauchwechsel begab sich André, derweil Gianni sich im Gemeindehaus die Hände waschen ging, zum Pumpen auf die andere Strassenseite zu Cenci. Erfolglos wie sich herausstellen sollte, der neue Schlauch war schon vor dem Pumpen kaputt. Neues Spiel neues Glück, neuer Schlauch kurzes Glück. Bereits in Birsfelden kam von hinten erneut Defektmeldung. Ein Stück Stahldraht steckte im Pneu. Mittlerweile war 11.30 Uhr, nach der ersten Stunde waren wir bereits in Birsfelden. Rekordverdächtig. Gianni wollte bereits nach Hause umkehren. Aller guten Dinge sind drei. So war es auch in diesem Fall. Der dritte Versuch sass und wir konnten die Fahrt, es sei bereits jetzt verraten, ohne weitere Zwischenfälle fortsetzen. Nun mussten wir nur noch Martin, der beim Schiessstand Muttenz auf uns wartete und sich mit Kreis fahren die Zeit vertrieb, aus seiner Endlosschleife befreien.

Nächstes Ungemach befürchteten wir als wir beim Gelände des Eidg. Schwingfestes auf einen Mergelweg umgeleitet wurden. Das Aufschnaufen nach defektfreier Absolvierung muss weit herum hörbar gewesen sein. Nach Frenkendorf ging es, mit Abbiegen in die Schauenburgerstrasse, in bereits erwähnten Steigung nach Gempen. Auf dem 8.5 Km langen Aufstieg waren immer wieder Rampen mit bis zu 13 Steigungsprozenten zu überwinden. Die hohe Luftfeuchtigkeit liess uns ein wenig erahnen, wie sich das für Mike, ein gutes Stück weiter östlich von uns, täglich anfühlen muss. Aufguss ohne Sauna. Bad Schauenburg, Stollenhäuser so hiessen die Zwischenziele auf dem Weg nach Gempen.

Mit etwas Vorsicht, die Strasse war noch nicht vollständig abgetrocknet, wurde die Abfahrt nach Dornach anschliessend absolviert. Vorerst flach ging es, Richtung Zwingen weiter. Zwingen sollte auch der Wendepunkt der Ausfahrt sein. Allerdings sollte dieser über den Höhenzug Nenzlingen – Blauen erreicht werden. Demzufolge war also noch die Steigung nach Nenzlingen zu bewältigen. Mit der bereits absolvierten Bergfahrt in den Beinen kam uns Diese schon beinahe flach vor.

Einmal mehr ein Genuss war die Fahrt nach Blauen mit dem herrlichen Weitblick über das Laufental. Mittlerweile stieg die Temperaturanzeige, wie schon die ganze Woche über gewohnt, gegen die 30° Grenze. Gut hatten wie nach kurzer Abfahrt, in der Talsohle nur noch den Rückweg zu absolvieren.

Strecke: Riehen – Muttenz – Frenkendorf – Gempen – Dornach – Grellingen – Nenzlingen – Blauen – Zwingen – Dornach – St. Jakob – Riehen / 80 Km / 860 Hm

25. Samschtigstour 16.07.2022 – Gutedeltour

Von Hanspeter Brack, Fotos von André Fürbringer

Via Kandern – Schallsingen – Badenweiler ging es zu den Hängen an denen derzeit, gut sichtbar, Gutedel, aber auch andere Sorten, am reifen sind.

Als wir (André, Ed, Martin, Volker, Hanspeter) in Badenweiler, bei Kilometer 35, in die Rebberge der Badischen Weinstrasse einbogen, hatten wir bereits rund 500 Höhenmeter in den Beinen. Eingehandelt hatten wir uns diese zur Hauptsache bei der Überfahrt von Feuerbach nach Untereggenen und dem anschliessenden, mit Durchfahrt Schallsingen verbundenen, erklimmen der L132 die Kandern mit Badenweiler verbindet.

Kurz vor Sehringen war der höchste Punkt der Tour erreicht und in der nachfolgenden Abfahrt durften wir unsere Beine fürs Erste einmal hängen lassen. Angesichts der Tatsache, dass es nun bereits Richtung Rheinebene ging, fragten wir uns wir uns schon ein wenig wie die restlichen 400 Höhenmeter nun noch zustande kommen sollten.

Weitere 75 brachte uns die Fahrt durch die …ingen Region. Dattingen, Britzingen, Laufen (tanzt namentlich ein wenig aus der Reihe) und Buggingen. Ein wunderschönes Gebiet mit Radwegen mitten durch die Rebberge. Der bekannteste Wein dieser Region dürfte wohl aus Britzingen kommen. Der 1950, nach dem zweiten Weltkrieg, gegründeten Winzergenossenschaft Britzingen gereichte es, im Laufe der vergangenen Jahre, immer wieder zu mehrfach prämierten Weinen. Schön früh gelang die Abkehr von den damals noch beliebten als «süss und lieblich» angepriesenen badischen Weinen, bei denen anderntags (auch bei moderatem Genuss) oftmals ein Kopfwehpülverchen vonnöten war.

In Buggingen befanden wir uns bereits wieder in der Oberrheinischen Tiefebene, die sich über rund 300 Km von Basel bis Frankfurt erstreckt. Nebst Weinbau wurde in Buggingen im vergangenen Jahrhundert auch nach anderen Ertragsquellen gesucht. So bohrte man 1936 nach Erdöl und stiess, wenn wunderts, auf Thermalwasser. Um die benachbarten Heilbäder nicht zu konkurrenzieren, wurde das Bohrloch unauffällig wieder verschlossen.

Erfolgreicher verlief die Kalisalzgewinnung. Das 1922 entstanden Kalisalzbergwerk war bis zu seiner Schliessung 1973, mit bis zu 1200 Beschäftigten, einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region. Seit 2001 zeugt ein von Kalikumpeln errichtetes Kalimuseum von diesen Zeiten.

Der Wendepunkt der Tour war nun erreicht, nun ging es heim. Passend hiessen die nächsten Stationen Hügelheim und Mülheim. Mit dem Wind im Rücken flogen wir Schliengen entgegen und damit dem bestens bekannten Rückweg über Bad Bellingen, Bamlach wo die letzten Höhenmeter eingeheimst wurden, Istein und Efringen-Kirchen.

Am Ende der Tour warteten Käse und Kuchen (nicht Käsekuchen) sowie ein Sprung ins nicht kalte Wasser auf uns. André hatte, anlässlich seines Geburtstages eingeladen. Zu diesem Ereignis gesellten sich auch Hansjörg, Gewinner des Preises schnellster in Badehosen, und Kurt.

Komoot hatte recht behalten, es wurden tatsächlich 900, auf 100 Kilometer verteilte, Höhenmeter. Für Martin, der mittlerweile für weniger als 100 Km kaum mehr aufs Velo steigt, ein Klacks. Sicherheitshalber verordneten wir ihm für Sonntag einen Ruhetag.

Vielen Dank an André, für die bereits gewohnt hervorragende Bewirtung und natürlich nochmals alles Gute für das neue Lebensjahr.

Strecke: Riehen – Kandern – Feuerbach – Schallsingen – Badenweiler – Dattingen – Britzingen – Bugginen – Hügelheim – Müllheim – Bamlach – Istein – Binzen – Riehen / 100 Km / 890 Hm

PS. Mehr zum Kali-Museum unter https://www.wikiwand.com/de/Kalisalzbergwerk_Buggingen

24. Samschtigstour 09.07.2022 – Wie erklommen so zerronnen

Von Hanspeter Brack

Förmlich wie der Esel am Berg standen wir im Vorjahr am Kaistenberg. Wegen zu geschlossen. Eine Grossbaustelle verunmöglichte jegliches Durchkommen. Trotzdem beabsichtigte ich auch dieses Jahr eine Tour in diese Region durchzuführen. Die Recherchen allerdings ergaben, der Kaistenberg ist noch immer, bis Herbst 2022, gesperrt.
Wie und wo könnten wir also über den Berg kommen. Die Lösung glaubte ich auf Höhe Hornussen gefunden zu haben. Quasi um den Frickberg herum führt eine Nebenstrasse nach Ittenthal. Ittenthal? Noch nie gehört, schauen wir uns das doch mal an. Da das Gebiet definitiv nicht zu meinem üblichen Jagdgebiet gehört und ich die Strecke selbst auch noch nie gefahren bin waren Überraschungen von vornherein nicht ganz auszuschliessen. So sollte es denn auch kommen.
Die ersten 150 von gut 800 Höhenmeter, die an diesem Tag bevorstanden, wurden von den Teilnehmern (Kumar, Martin, Roland, Urs, Hanspeter) gleich zu Beginn abgehakt. Über Inzlingen ging es zur Rheinüberquerung, über das Kraftwerk Rheinfelden, nach Möhlin. Irgendwie hat man das Gefühl dieses Dorf endet nie. In Wirklichkeit beträgt die zu durchfahrende Distanz lediglich 2.3 Km.

In Zeiningen konnten dem Steigungskonto, entlang der Autobahn, die nächsten Höhenmeter gutgeschrieben werden. Wellig ging es bis zum Bahnhof Mumpf weiter. In Münchwilen rächte sich, dass wir mehrheitlich von der anderen Seite kommen. Kommt man von der Gegenseite, sieht es einfach anders aus. Der Plan war, nach Eiken, den Veloweg Dammstrasse entlang den Zuggeleisen zu nehmen. In der Reihenfolge richtig - wenden, falsch - wenden, wieder richtig erreichten wir diesen dann auch. Obwohl richtig gefahren hatte ich, irgendwie, das Gefühl falsch zu sein, was zu einigen unvorhergesehen Manövern führte. Mit stoischer Gelassenheit machten meine Mitstreiter das ganze Hü und Hott mit.

Bis Oeschgen lief wieder alles nach Plan. Ab dann begann auch für mich Neuland. Aus diesem Grunde hatte ich mir einen Spickzettel (gleichaltrige kennen das noch aus der Schulzeit) mit Abfolge der Strassen, die nach uns Ittenthal bringen sollen, gemacht. Auf Komoot sah das Alles ziemlich easy aus.
Wäre es auch gewesen, hätte nicht eine Baustelle meinen Spickzettel mit ein paar Abschrankungen zunichte gemacht. Es folgte eine unfreiwillige Ehrenrunde durch ein Industriegebiet in Frick. Klar war, irgendwo müssen wir wieder links. Vorerst ging es weiter Richtung Hornussen. Der nächste Versuch sass. Plötzlich kam linker Hand das Strassenschild «Bergstrasse». Bergstrasse hatte ich auf meinem Spickzettel aufgeführt. Fürs Erste waren wir wieder auf dem richtigen Weg. Mit dem richtigen Bauchgefühl unterwegs liess ich mich trotzdem dazu verleiten den Automobilisten, der uns kurz zuvor überholt hatte und nun rechts am Strassenrand parkierte, sicherheitshalber nach dem Weg zu fragen.
Seine Empfehlung, unsere Fahrt via Golfplatz Fricktal fortzusetzen, ergab zwar zusätzlich Höhenmeter endete aber letztendlich vor einer Mergelpiste mit ungewissem Ausgang.

Ein freundlicher Golfer klärte mich dann auf. Mein Bauchgefühl wäre richtig gewesen, was bedeutete, Kameraden wir gehen zurück. So ganz nebenbei erfuhr ich noch, bei den Eingeborenen heisst Ittenthal «Ütlette». Die soeben gewonnen Höhemeter zerronnen also gleich wieder.

Nun ging es aber los. Ich konnte mich vor Vorschlägen zur Überschrift meines Tourenberichtes kaum retten. Beste Plätze, schönste Plätze, abgelegenste Plätze etc. etc. etc. In Urs keimte ein böser Verdacht auf. Vermutlich hätte der Automobilist uns aus Ärger darüber, dass er hinter uns warten musste, absichtlich falsch geleitet. Vielleicht war er sich auch einfach unserer Ausrüstung, Rennvelos und nicht MTB’s, nicht bewusst.

Zu guter Letzt schafften wir es dann doch noch in den Aufstieg nach Ütlette. Nach knapp drei Kilometer Steigung, konstant zwischen 8 und 10%, war der Kulminationspunkt erreicht. Unter dem Schild Ittenthal prangte noch der Hinweis «Genussweg».

Der lakonische Kommentar von Urs, wenn man mal oben ist, schon.

In der Abfahrt wurden wir, unter anderem, von einigen Motorrädern überholt. Darunter von einem mit deutschem Kennzeichen HH. Üttleten kennt man also bis in den hohen Norden.

Auch der von Kumar gesuchte Brunnen liess sich dort finden. Beim kurzen Halt zum Wasserfassen fragten wir uns schon ein wenig, wohnt hier Jemand oder ist alles nur Kulisse für vorbeifahrende Hanseaten. Tatsächlich soll die Einwohnerzahl bei ca. 240 liegen. Die hatten sich an diesem Tag aber alle gut versteckt.

Das nur etwa sechs Kilometer entfernte Laufenburg war auf der leicht abfallenden Strasse schnell erreicht und auch Stein war, dank Rückenwind, bald abgehakt. Die letzten nennenswerten Höhemeter stellten sich uns, einmal mehr, ausgangs Wallbach in den Weg. Beim kurzen Halt auf der Höhe sahen wir schon von weitem einen Velofahrer, im blauweissen Trikot, im Stil des früheren Chris Froome herbeistürmen. Wie beim Start vereinbart fuhr uns André entgegen. Wie sagte doch Hannibal vom A-Team immer «ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert».

Ende gut alles gut. So tönte es jedenfalls beim Abschlusstrunk. Trotz allen Irrungen und Wirrungen war es eine schöne Tour. Wir waren alle (Kaistenbergsperrung sei Dank) auf Strassen, die wir noch nie zuvor befahren hatten und an einem Ort, den wir wohl nie besucht hätten.

Strecke:
Riehen – Inzlingen – Schloss Beuggen – Zeiningen – Eiken – Ittenthal – Kaisten – Laufenburg – Sisseln – Wallbach – Rheinfelden – Birsfelden - Riehen
97 Km / 840 Hm

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