Velo-Club Riehen

Wichtig! Protestfahrt gegen den Unfall am Gempen: Informationen anzeigen.

10. Samschdigstour 18.05.19 – Überzeugungsarbeit und Patchworkbelag

Von Hanspeter Brack, Fotos von André Fürbringer

Nachdem die drei vergangenen Samstage eher von trübem, regnerisch kaltem Wetter geprägt waren konnte endlich wieder einmal eine Ausfahrt in Angriff genommen werden. Währendem der Hauptharst des Veloclubs wahrscheinlich gerade französische Autobahnen unsicher machte, stellte sich am Treffpunkt ein Rumpfteam, bestehend aus André, René und mir zusammen. Die bereits dreimal ausgeschriebene und ebenso oft abgesagte Strecke nach Liestal – Büren – Seewen – Fehren – Breitenbach und durch das Laufental retour nach Riehen. Angesicht der bevorstehenden Steigung von Büren nach Seewen machte René schon vor Abfahrt auf seinen Kriegsfuss, auf dem er mit Steigungen stünde, aufmerksam. Da man aber beim Velofahren den Fuss bekanntermassen eher zum Treten denn zum darauf stehen nutzt, ist auf dem Kriegsfuss stehen de facto eher schwierig. Trotzdem versuchten wir René mit der Ankündigung eines gemütlichen Tempos etwas zu beruhigen. So blieb dann auf der ereignislosen Fahrt nach Liestal doch auch noch Zeit für den einen oder anderen Schwatz. René sprach mich auf die soeben auf der Internetseite des Radrennclub Basel erschienen Memoiren des «Hans Schrade» an, welche auf einer Zusammenarbeit von Bruno Wüest und mir basieren. Wer Lust hat kann sich das ja mal zu Gemüte führen. Hans Schrade war ein wirklich interessanter und erfinderischer Mensch.

Ab Liestal ging es dann mit moderatem Gegenwind durch das leicht steigende Oristal Richtung Büren zum Fusse der Steigung hinauf nach Seewen. Der steilste Teil dieser Steigung beginnt gleich hinter Büren und erstreckt sich auf etwa zwei- bis dreihundert Meter danach flacht die Strasse bereits wieder ab. Aber unter dem Motto, was ich befürchtete wird wahr, ging vor René das Loch auf und in ihm reifte der Entschluss ab Seewen direkt Grellingen anzusteuern um dort auf uns zu warten. Nun war Überzeugungsarbeit angesagt. Währendessen Fotograf André vorausfuhr um einige Fotos zu schiessen nahm ich René ans Hinterrad. Indem ich Ihm ein Argument nach dem Anderen, weshalb es besser sei wenn wir nicht auf ihn warten würden, zunichtemachte, konnte ich ihn allmählich überzeugen mit uns die ganze Strecke zu absolvieren. Abgelenkt durch diese Unterhaltung erreichten wir beinahe nebenbei die Höhe oberhalb Seewen.

Nach einer kurzen Abfahrt erreichten wir in Seewen die Abzweigung nach «Brätzbel» und nochmals ein letzter Versuch «ich halte euch nur auf». Blödsinn, einfach nicht darauf eingehen. Auf der Höhe ist es nun fühlbar kühler, wärmere Temperaturen lassen immer noch auf sich warten. Schon bald erreichen wir Brätzwil wo wir von einem Fahrlehrerauto mit kleinstmöglichem Minimalabstand überholt wurden. Auf das verwerfen meiner Hände erhielten wir dann noch das allseits bekannte Fingerzeichen. Das erklärt natürlich so manch gängige Verhaltensweisen im heutigen Strassenverkehr. Nach Nunningen und Zullwil erreichen wir, so hat mir ein Brislacher mal erzählt, die Sonnenstube Fehren. Angeblich soll es dort sehr sonnig sein, davon ist heute allerdings nichts zu sehen. Wir verlassen die kühle Hochebene nun und stürzen uns in die Abfahrt nach Büsserach.

Die Steigungen hatten wir nun hinter uns, auf René mussten wir übrigens nie warten und auf der bevorstehenden flachen Heimfahrt wird er auch keine Probleme mehr haben. Auf der Fläche Tempo halten kann er problemlos. Wir können nun also noch etwas für die Tempofestigkeit tun. Auf der leicht abfallenden Strasse nach Zwingen geht es deshalb mit Ü40 Tempo doch noch etwas zur Sache. Breitenbach und Brislach fliegen nur so an uns vorbei. Die von einem Pachworkbelag überzogene Strasse schlägt uns dabei unbarmherzig in Hände und Rücken. Auf Anfrage wäre unser Herr Wessels, der ja gerne grosszügig mit unserem Geld umgeht, sicher bereit die Sanierung auch dieser Strasse zu übernehmen. Sei’s drum, Zwingen erreichen wir trotzdem unbeschadet. Bis Grellingen müssen wir uns für ein kurzes Stück auf der Hauptstrasse fortbewegen. Nach Grellingen nutzen wir die Möglichkeit Riehen mehrheitlich über velotaugliche Schleichwege zu erreichen, sogar im Joggeli zeigt uns André noch eine Möglichkeit wie die Strasse unter- statt überquert werden kann.

Nach drei Stunden gefahrenen 75 km und rund 645 hm waren wir wieder zu Hause.

Grüsse aus dem sonnigen Südfrankreich

Seit vergangenen Samstag sind die Strassen rund um Joyeuse in Südfrankreich unter den Rädern der VCR-Mitglieder. Bei optimalen Bedingungen spulen sie die zusammengezählt tausenden Trainingskilometer ab.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veloferienwoche 2019 grüssen alle Daheimgebliebenen.

Coole VCR Jugend Bike Tour im Gempengebiet 01.05.2019

Von Marc Fink

Spontan ist oft am besten. Auf Initiative von Max, wurde am Dienstagnachmittag noch schnell eine MTB-Tour für den 01. Mai ins Gempengebiet mit vielen flowigen downhill Trails organisiert und Moritz, Mads und Marc konnten dafür schnell begeistert werden. Bei Top-Wetter sind wir 4-M’s am Mittwochvormittag um 11:00 Uhr am VCR-Treffpunkt in Riehen gestartet. Vom Startpunkt am Riehener Dorfbrunnen sind wir zunächst zum Einrollen via Kraftwerk und Grün 99 nach Münchenstein gefahren. Zum Glück gab es genug Schatten beim anschliessenden, schweisstreibenden Aufstieg zum Gempenturm. Oben angekommen, haben wir uns eine schöne Pause mit super Aussicht gegönnt und erwartungsvoll der Abfahrt entgegengefiebert. Unserm Guide Max folgend, sind wir einige tolle Singletrails in Richtung Münchenstein gefahren und mussten leider feststellen, dass nach dem Surfen auf dem Banana Trail die Tour allmählich zu Ende ging.

Es war für uns eine spassige Bike-Tour mit tollen flowigen Trails, und ich musste mich als einziger Ü18 besonders anstrengen, hinterher zu kommen.

Danke an Max für die spontane Organisation — bitte wiederholen!

MTB und Rennvelo fahren mit dem Velo-Club Riehen
Fährst du auch gerne Velo? Dann schnuppere bei unseren Jugendtrainings rein: Informationen zum Trainingsangebot für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.

Osterfahrt nach Amsterdam

Von Christof Leumann

Da die Alpenpässe in den Süden zu Ostern noch von den grossen Schneemassen des Winters versperrt waren haben sich mein Coucousin, sein Studienkollege und ich auf eine Tour mit dem Rennrad in Richtung Norden gemacht. Bei unserem Start in Basel am Karfreitag haben wir noch für knapp eine Stunde Geleit vom frisch gebackenen Papa Landy bekommen.

Die Reise ging auf der deutschen Rheinseite bis Kmebs wo wir auf die französische Seite wechselten. Kurz nach dem Durchqueren der Festungsstadt Neuf-Brislach ging es dann dem alten Rhein – Rhone Kanal entlang bis in das malerische Strassburg wo in einer Touristenfalle mit wenig freundlicher Bedienung, grossen Preisen und kleinen Portionen der erste grosse Verpflegungsstopp stattfand.

Die Energiespeicher wurden dann am Rand von Strassburg in einem Café mit Kuchen noch komplett aufgefüllt.

Dem Rhein entlang ging es weiter nordwärts mit stetig leichtem Gegenwind. Mein Coucousin durchpflügte diesen unbeeindruckt wodurch sich nach einiger Zeit ein weiterer Rennradfahrer an unser Hinterrad heftete.

Plötzlich war in meinem Rücken ein Geräusch von aneinander reibenden Reifen und kurz darauf ein heftiges Scheppern zu hören. Den Franzosen der sich an unser Hinterrad geheftet hat hat es in einer unaufmerksamen Sekunde auf dem Asphalt verstrichen. Es war zwar alles noch dran und nichts gebrochen. Aber er sah schon sehr mitgenommen aus. Von unserer kleinen Gruppe blieben zum Glück alle sicher im Sattel und unverletzt.

Bei Lauterbourg im “Au bord du rhin“ gabs dann ein fantastisches Pastazvieri mit hausgemachten Nudeln und frischen Kräutern. Knapp eine Stunde später war dann unsere erste Etape beim barocken Schoss Karlsruhe zu ende.

Schon am morgenfrüh standen wir wieder bereit für die nächste Etappe. Wir wichen dem Wind über den Pfälzerwald nach Bingen an den Fuss des Rheingaugebirges. Die Strasse schlängelt sich abwechslungsreich dem Speyerbach entlang durch die Hügel. Zwischen Taunus und Hundsrück ging es dann dem Ostufer des Rheins entlang durch das UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal welches mit einer wunderbaren Landschaft, zahlreichen Burgen, historischen Gebäuden und Denkmählern gespickt ist. Eher spät haben wir im Hammerstein eine Unterkunft gefunden in der wir trotz später Ankunft mit gutem und nahrhaftem Essen versorgt wurden.

Die dritte Etappe führte über Bonn, Köln, Düsseldorf nach Arnheim. Dank einem Navigationsfehler kurz vor Düsseldorf haben wir in Hamm einen guten Verpflegungsposten gefunden.

Bei Enden / Babberich haben wir die Grenze zu den Niederlanden überquert. Danach waren es nur noch wenige Kilometer zum Entapenziel in Arnheim.

Die vierte und letzte Etappe führte uns am Ostermontag über Utrecht nach Amsterdam. Zu unserem Erstaunen war schon am Morgen ein Berg von stolzen 50 Metern Höhe zu bezwingen. Es schien an diesem Montag jeder auf dem Rad zu sein. So kam es auch dass uns seit dem Start in Basel der erste Rennradfahrer überholte. In der Hoffnung etwas Windschatten gespendet zu bekommen hefteten wir uns an sein Hinterrad. Dieser wehrte sich jedoch mit etlichen Sprintattacken bis er völlig entkräftet aufgeben musste und wir wieder ohne Windschatten weiterfahren mussten.

Bei unserer Nächsten Snickerspause passten wir wieder einen Rennradfahrer ab. Das halbe Snickers noch im Mund schwangen wir uns auf unsere Rennräder und machten uns auf die Verfolgung. So konnten wir bei stattlicher Geschwindigkeit für etwa 10 km etwas Energie sparen. Vor Amsterdam ging es dann an mäandernden Grachten an Windmühlen vorbei Richtung Hauptstadt.

Nach 825 Kilometern und dreieinhalb Tagen haben wir unser Ziel in Amsterdam erreicht.

Prolog MTB Clubmeisterschaft 2019 – Starke Leistung der Jugend

Von Kai Amrhein

Ein neues (Radsport) Jahr beginnt und für die Mountainbikerinnen und Mountainbiker vom VC Riehen steht als erstes Rennen der Clubmeisterschaft der Prolog an. Traditionell auf unserer Prolog-Rennstrecke im Hagenbachtal, die alles mitbringt was man für einen Prolog so braucht: Knapp zweieinhalb Kilometer, leicht steigend in der Anfahrt, leicht fallend zurück, technisch einfach – und somit High-Speed pur. Mal was ganz anderes als die sonst doch eher berg-lastigen Kurse im Programm der MTB Clubmeisterschaft. Oder anders formuliert… ein Kurs nicht für die Bergziegen, sondern für die Roller. Wer‘s genau wissen oder nachfahren möchte, bitteschön: https://www.strava.com/segments/9276687.

Das Teilnehmerfeld in diesem Jahr war ordentlich nach Altersklassen durchmischt – zwei der sieben Fahrerinnen und Fahrer hätten noch in der U17 (bzw. sogar der U13) Wertung fahren dürfen – und neben fünf Herren waren auch zwei Damen vertreten.

Das ganze Feld

Eigentlich hätten acht am Start stehen sollen – aber leider hatte der Autor dieser Zeilen im Laufe des Tages vor dem Rennen Flausen im Kopf und hatte eine Verabredung zum Ski-Rollern mit einem Vereinskollegen vom SSC Riehen angenommen… in deren Verlaufe es leider zu einem Sturz mit schmerzhaften Folgen kam – so dass das Teilnehmerfeld entsprechend dezimiert wurde, sich dafür aber der „Schriftführer“ wie von selbst nominierte. 😉

Keine Stürze zu beklagen gab es beim Rennen selbst. Äusserts routiniert und professionell einigten sich die Starter auf eine Startreihenfolge und konnten unter Verwendung der VC Riehen eigenen Zeitnahme Software sehr geordnet an den Start geschickt werden.

Typische Zeiten für die dieses Jahr bereits zum vierten Mal befahrene Prologstrecke liegen bei etwa vier bis sechs Minuten – und so kam es auch dieses Jahr wieder. In grober Näherung hätte man die Fahrer mit Ihrer Zeit vom Vorjahr werten können… eigentlich lagen alle sehr nah an der Vorjahresleistung; z. B. Mauro mit 5:29 nach 5:26 im Vorjahr, oder Andi Zeller mit 4:30 nach 4:24. Eine leichte Verbesserung gab es beim späteren Sieger Daniel Landmann, der sich letztes Jahr mit 4:27 noch knapp gegen Andi Zeller und dem dieses Jahr nicht mitfahrenden Marco Bisonni geschlagen geben musste. Daniel verbesserte seine Zeit auf 4:10, wurde damit klarer Sieger und hat notabene auch die beste jemals bei einer CM geleistete Zeit erreicht.

Das Gesamtpodest

Auch die anwesenden Damen konnten sich deutlich verbessern – Svenja Amrhein war 40 Sekunden schneller als bei Ihrer letzten Teilnahme in 2017! Und doch reichte das wieder einmal nicht zum Sieg in der Damenkonkurrenz, weil sich seit 2017 eben auch Mara Bisonni deutlich weiterentwickelt hat: Von 5:51 im 2017 über 5:17 in 2018 bis jetzt zu 4:43 – was eine Steigerung!

Das Podest der Damen

Und wo wir gerade bei starken Leistungen der Jugend sind, soll auf jeden Fall noch die Leistung von Moritz Bartsch besondere Erwähnung finden: Der junge Mann – Jahrgang 2006 – trat zum ersten Mal bei einer CM mit den Erwachsenen an. Seine Zeit von 4:58 reichte z.B. um einige der Erwachsenen Teilnehmer zu distanzieren – ganz toll!

Das Podest der Jugend

Vielen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für einen unterhaltsamen Abend – und bis in zwei Wochen zum nächsten Rennen – wiederum im Hagenbachtal.

Luca Heider fährt auf den 2. Platz in Möhlin

Am vergangenen Dienstag fuhr der Riehener Nachwuchsrennradfahrer Luca Heider sein erstes Dienstagabendrennen und beendete dieses sogleich auf dem 2. Platz! Herzliche Gratulation!

Luca Heider — links im Bild — im Anstieg auf dem Rundkurs in Möhlin

9. Samschdigstour 20.04.19 – Um an Ostern zu warten muss man nicht am Gotthard stehen

Von Hanspeter Brack, Fotos von André Fürbringer

Wir waren (irgendwie) unterwegs, damit wäre schon fast alles gesagt. Ausgeschrieben war eine nicht allzu lange, aber mit doch einigen Höhenmetern ausgestattete Strecke. Das schöne und warme Wetter liess bei der Teilnehmeranzahl das Dutzend voll werden. Die Gruppe stellte sich wie folgt zusammen, Sonja, Isabelle & René, Andre, Bruno, Claude, Gianni, Martin, Mike, Urs, dem vom VC Peloton transferierten indischen Gastfahrer Kuma, und mir selbst. Schon nach der ersten Steigung oberhalb Inzlingen zeigte sich, dass es für unseren Gast wohl kein einfacher Tag werden würde, mussten wir doch bereits geraume Zeit auf ihn warten. Man hätte den Tag durchaus auch mit warten auf Kuma betiteln können.

Auf der B316, bis zur Abzweigung nach Adelhausen, hiess es in geordneter Einerkolonne zu fahren. Wie René richtig bemerkte, ist der nach dieser Abzweigung durch den Wald führende Streckenabschnitt deshalb faszinierend, weil man, von beiden Seiten kommend, das Gefühl hat, die Strasse sei abfallend. Allerdings führt sie vor Adelhausen in eine Senke und damit verbunden zu einer kurzen Steigung in das Dorf hinauf. Wieder warten. Bruno der von hier via Steinen retour fahren wollte, bot sich an, unseren Gast mitzunehmen. Dieser wollte aber, wohl ohne zu wissen was ihn erwarten wird, partout mit uns weiterziehen. So setzten wir uns Richtung Obereichsel in Bewegung, wo die nächste Wartezone eingerichtet wurde. Nein falsch, nicht warten auf Kuma, sondern auf Martin, dessen Schuhplatte sich gelöst hatte. Ziemlich genau vor Jahresfrist hatten wir das auch schon. Das Problem konnte gelöst werden und mit über 50 km/h schossen wir abwärts Degerfelden entgegen, von wo aus wir via Nollingen und Minseln Nordschwaben zu erreichen gedachten.

In Minseln und Norschwaben konnten wir uns erneut auf die verzögerte Ankunft von Kuma, dessen Gesicht nun immer leidendere Züge annahm, einrichten. In Norschwaben verweigerte das Getriebe am Velo des Tourenleiters, mit lautem Getöse, seinen Dienst. Nun musste auch noch auf ihn gewartet werden. Das wird ja immer besser. Was war geschehen? An der oberen Umlenkrolle des Kettenwechsels hatte sich eine Schraube gelöst. Peinlich. Gut hat er keinen Veloladen mehr. Dank Claude’s Universalwerkzeug konnte auch dieser Defekt schnell behoben werden. Der Tourenleiter hätte übrigens gratis eine Defekthexe abzugeben. Bevor wir mit einer rasanten Abfahrt nach Schopfheim für unsere Anstrengungen belohnt wurden, war am Wanderparkplatz Altreb wiederum warten auf Kuma angesagt. Leider wurde uns die Abfahrt teilweise durch ein das Tempo drosselnden Pace-Car etwas vermiest.

Ab Schopfheim führte uns die Route bis Wislet noch ein kurzes Stück ins kleine Wiesental hinein. Vorgesehen war, ab Weitenau, vorbei am Vogelpark, über die Anhöhe «Evangelische Kirche Hofen Steinen» Schlächtenhaus anzusteuern. Unserem Gast zuliebe, der nun mehr und mehr verzweifelt nach einem nicht vorhandenen Dorfbrunnen Ausschau hielt, kürzten wir unser Vorhaben ab, indem wir direkt von Weitenau nach Steinen fuhren. Auf der Fahrt der Wiese entlang wurde unser Fahrerfeld bei einer Unterführung durch zwei sich in der Mitte treffende Velofahrer, was bekanntlich selten gut ausgeht, geteilt. Zudem hat auch Martin, irgendwo auf diesem Teilstück, seinen persönlichen Glückstag durch einen Pedalbruch vollendet. Von all diesen Vorfällen nichts mitbekommen, hiess dies für den vorderen Teil des Feldes, am Ende des Veloweges, bei der letzten Brücke vor der Grenze, die übrigens «Ob der Bruck» heisst, ein letztes Mal warten. Man muss also über Ostern nicht zwingend am Gotthard stehen um zu warten.

Aus gegebenem Anlass endete diese Ausfahrt beim Tourenleiter zu Hause, wo wir bereits von dessen Frau Beatrix und Kurt erwartet wurden. Bei Kaffee und Kuchen fand der Tag doch noch einen würdigen Abschluss. Getränke und Kuchen konnten ohne weitere Zwischenfälle vernichtet werden und über die sonstigen Erreignisse konnte bereits wieder gelacht werden. Für Kuma war es wohl ein ziemlich harter Einstieg, aber er hat sich tapfer durchgebissen und dafür gebührt ihm doch auch ein gewisser Respekt. Ihm jedenfalls scheint es gefallen zu haben, hat er uns doch sein Erscheinen für kommenden Samstag bereits angedroht.

Strecke 64 km, 638 hm.

8. Samschdigstour 13.04.2019 – Unterwegs mit Aiolos

Von Hanspeter Brack, Fotos von André Fürbringer

Bezüglich Temperatur waren sich die diversen Wetterportale schon während der ganzen Woche einig, kalt soll es werden. So kam es auch, es war im Februar schon definitiv wärmer. Währenddessen André sein neues Clubtrikot mit einer wärmenden Jacke verhüllte, eilte Urs nochmals nach Hause, um eine zusätzliche Schicht zu holen. Der bereits wartende Hansjörg wandte sein Erfolgsrezept von vergangenem Samstag erneut an, kurze Hose über Lange. Für Urs, der sich dieses Jahr auf die grossen Rundfahrten konzentrieren möchte, wird es langsam Zeit seinen Formaufbau voranzutreiben. Das stundenlange Verfolgen der TV-Live Übertragungen wird viel Kraft kosten. Scherz beiseite. Kommen wir zur Einschreibung der noch nicht erwähnten Teilnehmer, die da wären Sonja, Martin, Martin, Pascal, Volker and myself.

Wie schon erwähnt war heute, nicht zuletzt den prophezeiten kalten Witterungsbedingungen geschuldet, eine Ausfahrt mit moderatem Profil angesagt. Diese führte uns ab Binzen durch das Kandertal, wie könnte es anders sein, nach Kandern. Aiolos, der uns frostig und kräftig entgegenblasende Gott des Windes, belehrte uns, dass flach nicht mit widerstandslos gleich zu setzen sei. Als treuer Begleiter half es uns, auch auf dem weiteren Streckenverlauf, Riedlingen, Liel, Schliengen bis nach Müllheim, den für unsere Beinmuskulatur grösstmöglichen Trainingsefekt zu erzielen.

Aufmerksame Beobachter dürften nun bereits bemerkt haben, Müllheim war doch gar nicht auf dem Streckenplan. Stimmt. Vorgesehen war bei Auggen in Richtung Neuenburg abzubiegen, um so via Steinenstadt wieder retour zu fahren. Nun war aber bei Auggen die Brücke, welche wir hätten nutzen müssen, wegen Bauarbeiten gesperrt. Das hatten wir doch auf der anderen Rheinseite kürzlich auch schon. So wurden wir also gezwungen, unsere Fahrt bis Müllheim auszudehnen. Immerhin wissen wir nun, wo sich dort der Bahnhof befindet. Das kann ja vielleicht auch mal nützlich sein. Um auf die andere Seite der Geleise zu kommen, stand uns eine Bahnhofsunterführung zur Verfügung. Zum Glück stand dort lediglich Radfahrer und nicht Rennradfahrer absteigen. So konnten wir also diese Passage ohne abgelaufene Schuhplatten absolvieren.

Allerdings erforderten die dort angebrachten, sich leicht überschneidenden und nur einen schmalen Durchgang freigebenden, Sicherheitsbügel einiges an Balance und Fahrgefühl. Voller Zuversicht, Steinenstadt nun doch noch zu erreichen, fuhren wir nun weiter. Wie sich aber schon bald zeigen sollte, war das heute einfach nicht möglich. Wir mussten nämlich zur Kenntnis nehmen, nicht nur an der Brücke, auf deren anderer Seite wir uns nun endlich befanden, wurde gebaut, sondern auch auf der dahinter weiterführenden Strasse. Kurz darauf war den ganz aufmerksamen Teilnehmern nicht entgangen, dass wir uns bereits wieder auf kurz zuvor durchfahrenem Gebiet befanden. Wie näherten uns ab Auggen nämlich bereits wieder Schliengen.

Auch Aiolos war übrigens noch da, allerdings gewährte er uns nun einen gewaltigen Schub von hinten und so war die restliche Rückfahrt zügig und locker zu absolvieren. Auf der Ebene zwischen Rheinweiler und Kleinkembs war Urs der Meinung, etwas Bewegung ins Feld bringen zu müssen und so zogen wir das Tempo kontinuierlich bis auf Maximalspeed an. Schon bald aber brachen wir dieses Unterfangen lachend, Jungs halt, nach Aus- und Zurufen von hinten, ab. Das war’s dann aber, wie auch Sonja erkennen durfte, mit der Tempobolzerei für diesen Tag. Mit einem kurzen Umtrunk im Sängerstübli ging diese Ausfahrt zu ende.

75 km / 349 hm

Velo-Club Riehen sichert Rennstrecke in Möhlin

Von Lucius Humm

Seit dem 02.04.2019 laufen die diesjährigen Dienstag-Abend-Rennen in Möhlin. Vergangenen Dienstag war der VCR an der Reihe mit der Streckensicherung. Bei frischen Temperaturen taten wir unseren Dienst und feuerten nebenbei tatkräftig Daniel Landmann als einzigen Riehener Starter an.

Nach erfüllter Aufgabe geht das grosse Fahnenschwingen für's Fotoshooting weiter.

Die Abend-Rennserie in Möhlin läuft noch bis am 30.04.2019: Ranglisten und Infos.

7. Samschdigstour 06.04.2019 – Stichtag

Von Hanspeter Brack

Der heutige Tourenbericht handelt von Bienen- und anderen Stichen. Er- und durchlebt wurden die nachfolgend beschriebenen Geschehnisse von Bruno, der uns leider wieder nicht lange begleiten konnte, Claude, Gianni, Hansjörg, Heinz, Martin, Martin, Urs, Volker, mir selbst und als einziger weiblicher Teilnehmerin, meine persönlichen Begleiterin, der Defekthexe. Da weder Kameramann Mike, noch unser Fotograf André, der das Fotoknipsen bei fahrendem Velo wie kein Zweiter beherrscht, anwesend waren, gibt es weder bewegte noch andere Bilder.

Nach dem Wintereinbruch der vergangenen Woche waren die Temperaturen deutlich kühler wie noch vor Wochenfrist. Dies veranlasste Hansjörg zu einem spontanen Hosenkauf. Er hatte Angst vor Unterkühlung seiner unter der Gürtellinie liegenden Region und wollte diese mit einem paar kurzer Hosen, welche er über die langen überzog, zusätzlich schützen. Modisch wird das wohl keinen neuen Trend setzen, aber geholfen hat es allemal.

Die Tour führte uns zu Beginn, über Fischingen auf die parallel zum Feuerbach verlaufende Kanderner Strasse. Auf der Höhe von Holzen verliessen wir diese. um über einen Wirtschaftsweg Gupf, wo uns eine erste kurze, ruppige, Steigung erwartete, zu erreichen. Beim nachfolgenden Umlegen der Kette auf das grosse Kettenblatt verweigerte mir diese ihren angestammten Verwendungszeck, nämlich das Velo anzutreiben, indem sie einfach runtersprang. Ein erstes Schulterklopfen meiner Defekthexe. Das Problem war schnell und dank neuer Kette, ohne schwarze Finger, behoben.

Weiter nach Kaltenherberge und kurz darauf gleich wieder hoch zum Golplatz. Etwa Mitte der Steigung macht sich ein schleichender Luftverlust an meinem Vorderrad bemerkbar. Zum Hochfahren hat es noch gereicht. Oben biegen wir rechts auf einen weiteren Wirtschaftsweg ein, über welchen wir Schliengen ansteuern möchten. Doch zuerst wird mit vereinten Kräften mein Schlauch gewechselt.

Die Weiterfahrt über die folgende Anhöhe erlaubt uns einen freien Blick auf die frisch verschneite Bergkette des badischen Blauens. Hansjörg möchte gerne hochfahren, wohl um Schnee zu schaufeln? Wahrscheinlich handelt es ich beim neu erstandenen Beinkleid um eine Thermohose.

Wo es raufgeht geht es irgendwann wieder runter und so stand vor Schliengen eine nicht ganz unproblematische Abfahrt auf dem Programm, führt sie doch durch eine Art hohle Gasse, ohne seitliche Ausweichmöglichkeiten. Wenn einem dann noch ein Traktor entgegenkommt kann es durchaus eng werden. Mit dem Hinweis auf die gebotene Vorsicht wird die Abfahrt ohne Zwischenfall von allen Teilnehmern gemeistert. In Schliengen biegen wir, wie vorgesehen, auf die, moderat steigende, Strasse nach Mauchen ab. Kurz vor Mauchen eiere ich plötzlich sehr eigenartig um eine Kurve. Nun hat es auch mein Hinterrad erwischt. Mit zwei benötigten Ersatzschläuchen und zwei CO2 Kartuschen ist meine Satteltasche nun endgültig ausgeschossen. Glücklicherweise kommt uns in Feldberg eine grössere Gruppe Rennvelofahrer entgegen. Meine Defekthexe wittert frischen Gummi und verabschiedet sich von mir um sich dieser Gruppe anzuschliessen. Vielleicht wollte sie sich auch nur um die bevorstehende Überquerung der Scheideck drücken.

Zuerst ging es aber noch über Schallsingen zur Johannishöhe. Auf der leicht fallenden Strasse nach Kandern setzte Gianni, von hinten, mit Claude im Schlepptau, plötzlich eine seiner gefürchteten Attacken. Auf dem letzten Drücker erwischte ich diesen Schnellzug nach Kandern. Nichts von Dampfeisenbahnromantik. Auf die restliche Gruppe, welche den Abgang verpasst hatte, wurde in Kandern natürlich artig gewartet. Aus Zeitgründen verabschiedete sich Martin Schmutz bei dieser Gelegenheit von uns. Die nun Verbliebenen nahmen die Steigung auf die Scheideck gemeinsam in Angriff. Gianni und Claude machten das Tempo und schon bald tat sich hinter mir eine Lücke auf.

Nach den steileren Teilstücken liess ich meine beiden Gefährten ziehen um auf das Grupetto zu warten. Unser Ü80-Senior Heinz schnappte sich mein Hinterrad und gemeinsam konnte wir uns erneut von der restlichen Gruppe absetzen. Oben angekommen schlich sich ein verschmitztes Lächeln über das Gesicht von Heinz. Zu Recht, Chapeau! Sogar auf der Scheideck lag noch vereinzelt Schnee. Hansjörgs Wunsch nach Schneeschippen hätte also, in abgeschwächter Form, unter Zuhilfenahme eines Esslöffels, auch noch in Erfüllung gehen können. Nach der Abfahrt führte uns die, ab Schlächtenhaus, leicht abfallende Strasse in zügigem Tempo nach Steinen. Da unsere gewohnte Beiz an der Wiese geschlossen war, liessen wir die Ausfahrt bei Kaffee und Bienenstich, ich, da ich für heute genug von Stichen hatte, entschied mich für Apfelküchle, in einem Kaffee mitten in Lörrach ausklingen.

Für die Statistik, es wurden 75 km und 846 hm bewältigt.

Noch eine Anmerkung in eigener Sache und nur für Insider, herzliche Grüsse an den «Gümmeler ennet dem Berg» und viel Spass beim Lesen.

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