Velo-Club Riehen

Corona-Update: Aufgrund der neuen Bestimmungen finden bis und mit 13. Dezember 2020 keine Hallentrainings statt. Ebenfalls abgesagt ist die Monatsversammlung vom 27. November 2020. Bleibt gesund und haltet Abstand!

24. Samschtigstour, 29.08.2020 abgesagt🙄 zu spät

Von André Fürbringer

Dieser Samstag war nicht wie jeder andere denn um 09.04 Uhr erreichte uns ein SMS mit der Mitteilung die Tour sei wegen Regens abgesagt. Zu meiner Überraschung schaute ich aus dem Fenster und sah trockene Strassen und war etwas konfus, hatte ich doch extra mein Kalorienhaushalt aufgestockt um die Tour zu bestehen und machte mich gerade auf den Weg ins Dorf. Also ruf ich schnell Hanspeter an und teilte ihm mit ich würde mal ins Dorf fahren um zu sehen wer dort sei. Scheinbar waren die Strassen im oberen Riehen bereits nass, bei uns im minderen Riehen trocken, zum Staunen von Hanspeter.

Kurz vor dem Start war Ed, Sascha, Werner und Martin S. erschienen. Ich teilte ihnen mit, dass der Tourenchef abgesagt hätte aber keiner hat es mitbekommen. Scheinbar gab es auch auf der Homepage eine Verzögerung. Also entschloss ich die Tour zu übernehmen und etwas Wetterbedingt abzukürzen. Hanspeter wollte ich noch telefonisch erreichen aber ohne Erfolg, vielleicht war sein Velo, Trikot und seine Schuhe vom letzten Samstag noch feucht und dachte sich, lege mich lieber nochmals hin und macht ihr nur…

Vollem Elan starteten wir unsere Tour in Riehen Richtung Liestal, Büren, Grellingen, Crasy Horse retour nach Riehen. Das Wetter spielte mit und kurz vor Liestal besprühte uns der Himmel kurz mit ein paar Tropfen was uns aber weiter nicht hinderte weiter zu fahren.

In Büren wollte Martin eine kürzere Strecke über Himmelried Dornach machen und uns alleine lassen damit wir mehr Höhenmeter zu Stande bekommen. Nach kurzer Überzeugung, dass wir jetzt gemütlich alle hochfahren, liess er sich überreden auch mitzukommen und radelte wie ein Junges Wiesel mit uns im Schlepptau nach Seewen hoch wie nix wäre😉. Nicht einmal einen kurzen Halt wollte er einlegen, also gings direkt weiter Richtung Grellingen.

In der Abfahrt zeigte Sascha scheinbar sein fahrerisches Können, rutschte ihm scheinbar auf nasser Fahrbahn kurz sein Hinterrad weg, aber wie mir bestätigt wurde hatte er alles im Griff.😝 Jetzt war es fast geschafft und der Bahnlinie entlang über Aesch, Dornach, Münchenstein, Crasy Horse ☕🍺erreichten wir wieder Riehen bevor sich der Himmel doch noch vor uns verneigte und uns eine Dusche🌧 verabreichen wollte. Eine gelungene Fahrt wie immer, es macht einfach Spass. 😁🚲🚲

59 km und 490 hm

23. Samschdigstour 22.08.20 – Kneipptour

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Alles begann mit einer Verschiebung. Beim Morgenessen einsetzender Regen zwang mich zur Betrachtung diverser Regenradarseiten. Im Schnitt waren sich zu diesem Zeitpunkt mehrheitlich alle einig, ab 10:30 sollte es mit Nass von oben vorbei sein. Ein Blick nach draussen gab zwar durchaus Anlass zu Zweifel. Trotzdem, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, setzte ich den Start neu auf das voraussichtliche Ende des Regens fest.

Kurz vor dem angesagten Zeitpunkt wurde die Brause tatsächlich auch abgestellt und die vier Teilnehmer André, Manfred, Sascha und Hanspeter schöpften Zuversicht die, mit der Verschiebung einhergehende, geänderte Strecke doch einigermassen trocken absolvieren zu können. Leider wurde sämtlicher Optimismus schon kurz nach Brombach zu Nichte gemacht. Erneut einsetzender Regen liess schon bald die Sauce aus den Schuhen laufen und das Quitschen und Schmatzen bei jeder Tretbewegung übertönte unüberhörbar jegliches Kettenrasseln. Geleichzeitig velofahren und kneippen, was will man mehr?

Mit klatschnassen Trikots entschlossen wir uns bereits vor Schopfheim die Rückfahrt via Wieslet -Weitenau – Steinen anzutreten. Bereits in Langenau waren nur noch die Strasse und unsere Trikots nass, von oben beruhigte sich die Lage zusehends. In Riehen wurden wir nach 51 Km und ein paar Hm sogar von verhaltenem Sonnenschein erwartet.

Hatten wir zu früh aufgegeben, zu früh umgedreht? Nein, ein letzter Blick Richtung Wiesental bestätigte uns das Richtige getan zu haben. Kneippen sollte man sowieso nicht zu lange am Stück, lieber mehrmals wiederholen. Muss aber in unserem Fall auch nicht unbedingt sein, wir verzichten gerne.

22. Samschtigstour 15.08.20 – Wespenstich und andere Leiden

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Bereits um 9.00 Uhr starteten Martin S. und Hansjörg das Abenteuer „Westauffahrt Sirnitz / Kreuzweg“ eine halbe Stunde später nahmen André, Gianni, Manfred, Martin W., Peter, Sascha (Gast) und Hanspeter die Verfolgung auf. Nach Passage der Dörfer Weil, Haltingen und Eimeldigen nahm der Zug Fahrt auf und der Schnitt stieg von Kilometer zu Kilometer praktisch linear an, auch die erste kurze Steigung in Rheinweiler vermochte daran nichts zu ändern. Die nachfolgende Abfahrt kompensierte den Tempoverlust gleich wieder. Erst nach der Steigung vor Bad Bellingen wurde für einen Moment das Tempo rausgenommen damit jeder die Gelegenheit hatte die Lücke wieder zuzufahren und sich das Feld wieder organisieren konnte.

Mit leichtem Rückenwind ging es nach Schliengen auf die lange Gerade nach Müllheim. Unter diesen Bedienungen dürfte es wohl schwer sein dem vor uns gestarteten Duo gross Zeit abzunehmen, zumal Martin S. dafür bekannt ist auf flachem Terrain noch immer ordentlich reinhalten zu können. Da konnten wir nur hoffen die Beiden würden es im Aufstieg gemächlich angehen lassen. Vorerst aber wurde unser Zug kurz nach Auggen Opfer einer Notbremsung auf offener Strecke. Da es ja immer etwas dauert bis der Lockführer mitbekommt was hinten geschieht musste ich mich über den Grund der abrupten Vollbremsung erst mal schlau machen. Der Schnitt lag zu diesem Zeitpunkt bei 28,8. Nun werden die Ersten bereits wieder aufstöhnen, aber in einer Gruppe in dieser Zusammensetzung, in der alle bereits einige tausend Kilometer in den Beinen haben und altersmässig auch nicht allzu weit auseinander liegen will man halt auch mal wieder wissen was noch möglich ist.

Aber nun zur Ursache. André war einmal mehr von einer Wespe gestochen worden und zwar diesmal in den Hals, die Viecher scheinen ihn zu lieben. Für einen Allergiker hätte dies bereits gefährlich werden können. Glücklicherweise zählt André nicht dazu, trotzdem sollte ihm dieser Stich in der Folge noch einige Probleme bereiten. Mit gerötetem Hals und unter der Bräune etwas bleichem Gesicht konnte er die Fahrt fortsetzen. Gut fünf Minuten später waren wir in Müllheim, bei André keine Anzeichen von Atembeschwerden oder zugehendem Hals und auch der Kreislauf schien noch stabil zu sein. All Dies wären Hinweise auf einen anaphylaktischen Schock gewesen und wir hätten unverzüglich den nächsten Arzt aufsuchen müssen.

Nach Rückfrage und Antwort alles OK. nahmen wir die Anfahrt zum Beginn der eigentlichen Steigung in Badenweiler unter die Räder. Immer wieder taucht die Frage auf, wie lang ist eigentlich diese Steigung? Wenn man davon ausgeht, dass es bereits ab Müllheim leicht aber merkbar ansteigt, dann sind es, laut Google Maps, 16.9 Km auf denen man rund 855 Hm überwindet. Ab Niederweiler wären es noch 14.2 Km mit 809 Hm. Alles eine Frage der Betrachtungsweise.

Jedenfalls, hinter Schweighof ging es dann, mit den ersten Kehren, richtig zu Sache. Zuvor hatte sich Manfred bei mir mit den theatralischen Worten, bis hierhin habe ich dich nun begleitet, ab jetzt musst du alleine weitergehen, verabschiedet. Ich gedachte aber nicht zu gehen sondern zu fahren. Auch Manfred drehte nicht um, er hatte mir aber am Start schon anvertraut grossen Respekt vor dieser Steigung zu haben und so war es auch richtig, verhalten unten reinzufahren.

Wie erwartet übernahmen gleich zu Beginn Gianni und Sascha das Zepter am Berg. Wenn noch jemand eine Chance hatte Martin und Hansjörg vor der Passhöhe einzuholen dann einer von Ihnen. Hinter dem Duo bildete sich ein Trio mit Peter, unserem Neumitglied Werner und mir. Gefolgt von einem weiteren Trio mit André, Martin W. und Manfred. Wenn man nicht wirklich zu den Bergspezialisten zählt hilft nur eines, Ruhe bewahren und Tritt suchen. Keinesfalls sollte man sich dazu verleiten lassen mit wissentlich Stärkeren mitzugehen. Ich hatte bald meinen Tritt gefunden und musste mit Erstaunen feststellen mich von Peter abgesetzt zu haben. Noch etwas weiter hinten konnte ich immer noch Werner ausmachen, vor mir konnte ich Gianni und Sascha ebenfalls noch sehen. Allerdings immer kleiner werdend. Allesamt befanden wir uns also nun im Abschnitt andere Leiden, die man sich wohl nur antut wenn man den Berg als Herausforderung sieht. Man will das oder man kann es nicht verstehen, dazwischen gibt es, glaube ich, keine andere Möglichkeit.

Übrigens, ohne es zu wissen fährt man in diesem Aufstieg an der mit rund 51 Meter Höhe mächtigsten Weisstanne Baden-Württembergs vorbei. Sie steht unten am Klemmbach und fällt deshalb auch nicht auf. Bei jeder Überquerung versuche ich sie auszumachen, gelungen ist es mir auch dieses Mal nicht. Wer mehr dazu wissen möchte, Internet: https://schwarzwaldgeschichten.com/geschichten/maechtigste-tanne-baden-wuerttembergs/

Nach etwa 2/3 des Anstieges kommt ein Flachstück, also grösseren Gang auflegen, Tempo machen. Der Geist ist willig, die Muskeln schwach. Die Muskulatur ist dermassen aufgepumpt und an die Belastung der Steigung gewohnt, dass ein Rythmuswechsel schwer fällt. Dann halt etwas erholen, die restlichen Steigungsprozente warten. Irgendwo überhole ich eine Fahrerin des VC Altendorf, der Velo Club vom Zürichsee hängt ebenfalls mit einer grösseren Gruppe an unterschiedlichen Stellen in diesem Berg. Dass sie nicht oben ankommen wird konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Auch bei uns spielte sich hinten ein kleineres Drama ab. André’s Kreislauf reagierte doch noch auf den Wespenstich, er musste zweimal absteigen um sich kurz zu erholen.

Reihenfolge auf dem Berg: Martin S., Hansjörg, Gianni und Sascha, Hanspeter, Peter, Werner, Manfred, André und Martin W.

Martin und Hansjörg hatten es geschafft noch 4 von den 30 Minuten zu retten. Für dieses Mal ist das Experiment Vorhut aufgegangen.

Gemeinsam wurde die Abfahrt in Angriff genommen, dieses Jahr nahmen wir auch Martin W. mit. In Neuenweg nochmals ein kurzer Halt zwecks auffüllen der Wassertanks. Anschliessend war das Tempo nicht mehr zu kontrollieren. Antritt um Antritt erfolgte das gesamte kleine Wiesental hinunter, jeder wollte noch einen draufsetzen. Pure Anarchie. Da es das ganze Tal runter geht konnten alle Anschluss halten. Ab Wieslet übernahm endlich wieder Vernunft die Regie und zügig aber gesittet erreichten wir Steinen wo endlich die lang ersehnte Einkehr stattfand. Bei diversen, endlich kühlen, Getränken und von Hansjörg spendierten Pizzastücken liessen wir es uns zum Abschluss gut gehen.

Gefahrene Strecke 104 Km / 1049 Hm

21. Samschtigstour 08.08.20 – Gleichung mit einer Unbekannten

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Für die meisten der acht Teilnehmer der 21. Samschtigstour 2020 stellte der Meltingerberg die Unbekannte dar. Lediglich Gianni und Martin W. waren diesen Berg schon einmal gefahren. Nicht einmal ich als Tourenleiter war diese Steigung je zuvor gefahren. Ich hatte mir diesen Abschnitt lediglich auf Komoot in der Theorie angeschaut und für machbar befunden.

Sechs VCR Mitglieder, André, Gianni, Manfred, Martin. S, Martin W. (in Liestal dazu gestossen), sowie zwei Gäste Ed bereits altbekannt und erstmals Sascha hiessen die Teilnehmer dieser, bei erneut hohen Temperaturen stattfindenden, Ausfahrt. Manfred wurde von Marion zum Start begleitet, nach eigener Aussage wollte sie sich vergewissern ob tatsächlich jeweils so viele Teilnehmer mitzumachen gewillt sind. Wobei Viel natürlich immer als Relativ zu betrachten ist.

Einmal mehr galt es bis Liestal den Motor auf Betriebstemperatur zu bringen beziehungsweise wohl eher runter zu kühlen. Glücklicherweise gaukelte einem der Fahrtwind doch noch so etwas wie Kühlung vor, mit fortschreitender Stunde allerdings immer weniger.

Ab Reigoldswil galt es erst mal auf 3.2 Kilometer die 175 Höhenmeter bis zur Eichhöhe zu überwinden. Kommot liess mich im Glauben damit sei der schwierigere Teil des Tages bereits abgehakt. Ich hatte da bei der Auswahl der Strecke bereits so meine Zweifel und lag wie sich schon bald herausstellen sollte nicht verkehrt. Zuerst aber noch eine kurze Abfahrt hinunter nach Bretzwil bevor sich die Strasse hinüber nach Nunningen bereits wieder, wenn auch nur leicht, in die andere Richtung neigte. Genaugenommen erst 34 Meter Hoch und gleich 43 Meter wieder runter. Da die Baustelle in Nunningen nicht mehr besteht konnten wir den Schwung aus den 43 Meter in die Steigung Ausgangs Nunningen mitnehmen. Nochmals eine kurze Abfahrt durch Zullwil, für längere Zeit der letzte kühlende Fahrtwind, bevor sich uns ab Meltingen die Unbekannte offenbarte. Gleich nach Meltingen begann die Strasse deutlich enger zu werden, Wirtschaftsweg wäre zutreffender. Mit 2.9 Kilometer Länge leicht kürzer waren aber nun 242 Höhenmeter zu überwinden. Dementsprechend knackig präsentierten sich schon die ersten Kehren. Neben mir hörte ich Sascha, mit einem leichten Ausdruck von Verwunderung, ganz schön steil hier herauspressen. Derweil sich Gianni, Ed und Sascha die Bergreispunkte sicherten bildete ich gefolgt von Manfred das Bindeglied zu André und Martin W. Wer nun genau aufgepasst hat wird feststellen, einer fehlt noch. Richtig. Martin S. hatte sich anerboten ab Bretzwil direkt nach Dornach zu fahren um uns einen Tisch in der Gartenwirtschaft zu sichern.

Die Fahrt auf den Meltingeberg hatte, vor allem im oberen im Wald liegenden Teil, durchaus ihren Reiz und brachte uns bis auf eine Höhe 833 M.ü.M. Auf frostgeschädigter Strasse führte die nachfolgende Abfahrt auf die Passwangstrasse hinunter. Den Passwang allerdings liessen wir links liegen, vielleicht ein anderes Mal, lieber war uns nun die weiterführende Abfahrt nach Erschwil. Angedacht war noch die Ecke nach Bärschwil. Nachdem wir aber vor Wochenfrist eine Ecke mehr gefahren waren zog ich Diese als Bonus ein und führte die Gruppe auf direktem Weg nach Laufen.

Wie versprochen hatte Martin S. im Pergola in Dornach einen genügend grossen Tisch für uns in Beschlag genommen wo er uns bereits erwartete.

Gefahrene Kilometer 87 / Höhenmeter 940

20. Samschtigstour 01.08.20 – Comeback oder Restart?

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Nationalfeiertag und Strade Bianche an einem Tag, das dürfte es wohl nicht so bald wieder geben. Hoffentlich.

Ob es sich bei Bruno und Mike um einen Restart oder um ein Comeback handelte ist eigentlich nebensächlich. Bei Bruno verhinderte zuerst eine leere Batterie im Tretlager sein Erscheinen, ohne Batterie keine Wattmessung, ohne Wattmessung keine Ausfahrt. Wie war denn das früher?

„Dr Doggter FMH wurd sage: Ahhh Jäää Sie, do hän mir die druggte Wattzaale no ahand vo dr Intensitäät vom brenne in de Bai kenne bestimme, vor allem wenn mr hän miesse d Bärge erklimme.

Kaum war dann die Batterie gewechselt versagten die Rippen, aufgrund eines missglückten Stillstandversuches mit Prellungen, ihren Dienst.

Für André, Manfred und Hanspeter war es jedenfalls erfreulich die beiden, nach so langer Zeit, wieder in unseren Reihen zu haben. Komplettiert wurde die Gruppe einmal mehr durch unseren Gastfahrer Ed.

Nach einer Karenzzeit von lediglich fünf Minuten erfolgte, angesichts der vorhergesagten Hitze, der Startpfiff. Über die Palmrainbrücke ging es auf direktem Weg auf die andere Rheinseite wo aus Haus Hüsle wird. Die Strecke bis Niffer, vorbei an den Ortschaften Rosenau und Kembs, eignet sich hervorragend zum Einrollen und so wurde die ansonsten langweilige Strecke den auch relativ zügig absolviert. Der wirklich schöne Abschnitt auf dieser Rheinseite beginnt mit der Einfahrt auf den Veloweg entlang des Kanals. Diese Teilstrecke konnten wir, nicht zuletzt aufgrund der immer noch angenehmen Temperatur, einmal mehr einfach nur geniessen. Allerdings waren wir da nicht die Einzigen. Vorbei an bereits zahlreich aufgestellten Holzkohlengrills inklusive zugehörigem Menschenauflauf und dösenden, in ihren Stühlen hängenden, Fischern wähnten wir uns schon beinahe an einer Etappe der Tour. Vom Kanal verabschiedeten wir uns um über ein langes, lediglich durch einen Rechtsknick unterbrochenes, Waldstück Ottmarsheim und nachfolgend Chalampé zu erreichen.

Nach erneutem überqueren des Rheins mussten wir uns erstmal Übersicht verschaffen und uns orientieren. Gleich nach dem Zoll rechts war einmal. Infolge Strassenbauarbeiten ist die Verkehrsführung an dieser Stelle eher chaotisch. Man ist gezwungen auf stark befahrener Strasse nach Müllheim weiterzufahren und hat erst nach gut 500 Metern die Möglichkeit links nach Neuenburg abzubiegen. Es ist in etwa so wie wenn man sich in einem Laden endlich auskennt und weiss was wo ist und Dieser wieder umgebaut wird.

Aber auch diese Situation wurde bewältigt und bald befanden wir uns auf dem Veloweg nach Steinenstadt. Dort angekommen noch ein Schwenker nach links und wir befanden wir uns in Schliengen. Durch den (neuen) Kreisel, anschliessend nochmals zweimal links und es begannen die Steigungen des Tages bei mittlerweile weit über dreissig Grad, immerhin ohne den berüchtigten weissen Staub „polvere bianca“ den unsere Kollegen von der professionellen Fraktion am Nachmittag schlucken sollten.

Entgegen der Ausschreibung sind wir dann nicht gleich auf der Anhöhe nach Mauchen wieder hinunter nach Untereggenen gefahren, sondern haben noch die Ecke über Feldberg dazu genommen. Es lief halt gerade so schön und keiner hatte es bemerkt.

Von Untereggenen durch die Obstplantagen, mit bereits reifen Zwetschgen, am Schluss mit bis zu 14% (nicht Alkohol) hinüber nach Feuerbach wo am Brunnen nochmals Wasserflaschen gefüllt und heisse Füsse gekühlt wurden.

Auf speziellen Wunsch von Manni, dessen Ersatzvelo an diesem Tag klaglos durchhielt, wurde auf der Strecke Feuerbach – Binzen, imaginär immer ein kühles Getränk vor Augen, nochmals Gas gegeben.

Die Suche nach einem offenen Restaurant war erst nach dem dritten Versuch mit dem Gasthof Schwanen in Binzen von Erfolg gekrönt und das Imaginäre wurde doch noch zur Realität.

Strecke 100 km / 511 hm

Engadiner Bike Giro 10.–12.07.2020

Von Marco Bisonni

Nachdem durch Covid-19 alle Rennen abgesagt wurden, startete die nationale Saison mit dem 3-tägigen Etappenrennen durchs schöne Engadin. So reiste ich am 9.7. motiviert und zuversichtlich ins Engadin. Gemeinsam mit meinem Coach habe ich mich dazu entschieden auf eine klassische höhen Anpassung zu verzichten und auf alternative Methoden zusetzen. Ich stellte mich auf drei intensive Tage mit steilen Anstiegen und tollen Single Trails ein. Die Vorfreude war riesig mit meinem neuen KOBA Sentiero C2 und dem Goldwurst-Power Trikot in einem Rennen starten zu können.

Stage 1 (36 km und 1350 hm)

Das 100-Köpfige Elitefeld war mit unglaublich vielen Topfahrer besetzt. Dementsprechend war der Start, der ersten kurzen Etappe, über 28km und 1400hm unglaublich schnell. Bereits bei den ersten Kurbelumdrehungen schmerzte meine Lunge und ich hatte das Gefühl, dass kein Sauerstoff in meinem Körper ankommt. Ich versuchte ruhig zu bleiben und meinen Rhythmus zufahren. Leider blieb eine Verbesserung aus und ich konnte meine Leistungsfähigkeit nur zu ca. 70% ausschöpfen. Enttäuscht kam ich ins Ziel. Einen Tag zum vergessen….

Stage 2 (71 km und 2550 hm)

Beim Aufstehen war die Freude gross. Ich fühlte mich einigermassen gut erholt und das Wetter war kühl und leicht regnerisch. Bedingungen die mir durchaus entgegenkommen. Der Start verlief etwas besser, jedoch konnte ich weiterhin nicht meine gewohnte Leistung erbringen. Bei Kilometer 40 kam eine kurze Abfahrt gefolgt von einer knackigen Gegensteigung. Ich versuchte den Schwung über die Kuppe mitzunehmen, dabei sprang meine Kette raus und verfing sich beim Pedal. Als ich runterschaute sah ich, dass mein Schaltauge gerissen war. Damit war das Rennen für mich gelaufen. Frustriert rollte ich runter ins Tal.

Stage 3 (64 km und 2350 hm)

Leider hatte mein nicht beenden der Etappe 2 zur Folge, dass ich nicht Teil der Wertung war. Zum Glück aber, hat mir der Veranstalter ermöglicht die letzte Etappe als «Out oft the Race» zu fahren. Ich versuchte die tolle Stimmung und die atemberaubende Strecke möglichst zu geniessen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mir dies bei dem letzten 15km langen Anstieg nur teilweise gelang 😉 Zufrieden und mit vielen neuen Erfahrungen erreichte ich das Ziel.

Ein grosses Kompliment geht an den Veranstalter. Alles war super organisiert, das Schutzkonzept wurde gewissenhaft umgesetzt und die Strecke war mit unglaublich vielen schönen Trails versetzt. Zurzeit befinde ich mich in einem weiteren Trainingsblock. Diesen werde ich mit dem Argovia Cup in Hägglingen (16.8.) beenden. Anschliessend werde ich vom 20.8-23.8 beim Rothaus Bike Giro starten.

19. Samschtigstour 25.07.20 – Manni und sein Velo …

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

… (auch) eine unendliche Geschichte, aber dazu später mehr.

Vorerst beginne ich mit einem kurzen Rückblick auf die 18. Tour vom 18.07.20. bei der Gianni, Pascal, André, Kurt, Hansjörg, Manfred, Claude, Peter, Martin, Ed und Hanspeter für die ansehnliche Zahl von 11 Teilnehmern sorgten. Bis Brombach gab es entlang der Wiese ein gemütliches Einfahren bis die erste Steigung hoch zum Waldparkplatz Kreuzeiche erstmals für eine erhöhte Pulsfrequenz sorgte. Nach dem, in einer Senke liegenden, Dorf Ottwangen nochmals eine kurze Steigung bis Adelhausen gefolgt von einer Schussfahrt nach Maulburg. Ein kurzes Stück durch das kleine Wiesental bis Wieslet wo wir uns aus diesem Tal bereits wieder verabschiedeten, um via Weitenau nach Hofen an den Fuss der Steigung hoch nach Endenburg zu gelangen. Bei der Kirche Hofen ein kurzer Halt zwecks Lagebesprechung und weiterem taktischen Vorgehen. Ein Blick über die Strasse verhiess nichts Gutes. Die Strasse nach Endenburg war als gesperrt signalisiert, Durchfahrt nur bis … möglich. Pascal übernahm die Rolle des Kundschafters und spurtete das Dorf hoch um schon nach kurzer Zeit mit Entwarnungsmeldung zurückzukommen, gemäss einer Anwohnerin soll die Strasse passierbar sein. Kurt und Hansjörg wollten sich für den Aufstieg mehr Zeit nehmen und verfolgten deshalb die Taktik einer verkürzten Strecke. Den Schwenk von Riedlingen rüber nach Schliengen wollten sie auslassen um direkt den vereinbarten Treffpunkt Yachthafen Märkt anzupeilen.

Der Aufstieg nach Endenburg wurde zu einer Angelegenheit zwischen Pascal und Ed. Bei ihnen treffen zwei, nicht unwesentliche, Parameter welche Gipfelstürmer auszeichnen zusammen, Leichtgewicht und, man darf immer noch sagen, Jugend. Auch Claude wäre hier noch dazu zu zählen, aber der hatte den Abgang verpasst und musste sich erst mühsam nach vorne kämpfen.

Die Abfahrt nach Kandern war wie immer ein Genuss und wurde in horrendem Tempo absolviert, trotzdem blieben alle auf der Ihnen zur Verfügung stehenden Seite der Strasse. In Kandern verabschiedete sich Pascal von uns um der eigenen Wege weiterzuziehen. Uns stand als nächstes die Überquerung der Anhöhe hinüber nach Liel bevor um nach einem flachen Zwischenstück (Liel – Schliengen – Bad Bellingen) mit der Steigung nach Bamlach die Jagd nach Höhenmetern für diese Ausfahrt abzuschliessen. Apropos abschliessen, abgeschlossen wurde die Fahrt mit einem redlich verdienten Umtrunk im Yachthafen wo Kurt und Hansjörg, vor beinahe leeren Gläsern bereits auf uns warteten. So gemütlich kann deren Fahrt wohl auch nicht gewesen sein.

Bei der Verabschiedung, verabschiedete sich die Sektion Basel West und angrenzende Ortschaften (Gianni, Peter, Martin) gleich in corpore in die Velowoche(n).

Mit Blick auf den Bericht der 19. Samschtigstour wäre an dieser Stelle noch Manfred zu erwähnen der bereits am Start über ein Geräusch am Vorderrad berichtete.

Nun aber zur 19. Ausfahrt die trotz fehlender Sektion West auf immer noch sechs Startberechtigte kam, namentlich waren dies André, Kurt, Hansjörg, Manfred, Ed und Hanspeter. Zum warmfahren blieb nicht viel Zeit oder besser gesagt gleich die Steigung nach Inzlingen musste für eine betriebsbereite Muskulatur sorgen. Dementsprechend notierten wir denn auch als geschlossene, kompakte, Gruppe diese ersten Höhenmeter, es sollten ja noch einige folgen. Die nächste bereits nach Möhlin wo es in den Sonnenberg hineinging. Dass sich der Tourenleiter zuvor ein erstes Mal verfahren hatte, sehe ich lediglich als Randnotiz. Dieser Sonnenberg hat es je nach Formstand schon noch in sich, mit seinen zwei terrassenförmigen hochprozentigen Rampen ist er nicht jedermanns Freund. Für uns an diesem Tag kein ernsthaftes Problem. Karenzzeitüberschreitungen oder Aufgaben waren keine zu verzeichnen, alle konnten die Fahrt fortsetzen und in der nahfolgenden Abfahrt waren die Trikots gleich wieder trocken. Kurt liess mit einem wilden Ritt seine Abfahrerqualitäten aufblitzen. Da kann man nur hoffen, alles was hinter einem Mauervorsprung sein könnte möge bitte auch dort bleiben. Andere Möglichkeiten will man gar nicht in Erwägung ziehen. Dass die Leibchen nicht allzu lange trocken blieben dafür sorgte der in Buus beginnende Anstieg nach Hemmiken. Nächste Randnotiz, der Tourenleiter verfuhr sich ein zweites Mal, merke Hellikon ist nicht Hemmiken. Kurt als ausgewiesener Kenner der regionalen Geographie rettete die Situation und brachte uns auf den rechten Weg. Den vorausfahrenden Hansjörg konnten wir, durch lautes Rufen, noch zurück beordern. Als Entschädigung darf er sich drei extra Höhenmeter gutschreiben. War die Neigung der Strasse bis Hemmiken noch als angenehm und relativ gelichmässig zu bezeichnen so galt es für die Passage zum Asphof fürs erste den Kopf etwas zurück zu nehmen. An der brutalen Rampe Ausgangs Hemmiken hätte man ihn nämlich leicht anschlagen können. Gottlob waren es nur ein- zweihundert Meter. In Gelterkinden gab es neue Gruppenbildungen, aus der Sechsergruppe wurde eine Vierer und eine Zweier. Kurt, mit sich und der Welt zufrieden aber dem ständigen Verfahren des Tourenleiters überdrüssig, und Hansjörg starteten das Unterfangen Paarzeitfahren Gelterkinden – St. Jakob Crazy Horse auch bekannt als Rossbollebaiz.

Die verbliebene Vierergruppe hatte noch nicht genug und nahm noch die Zusatzrunde „Tecknau – Zeglingen – Kilchberg – Rüneberg – Sissach“ unter die Reifen. Die bis Rüneberg stetig steigende Strasse sorgte nochmals für einige Höhenmeter. Die nicht ganz ungefährliche Abfahrt „Sommerau „ wurde mit den Prädikaten waghalsig Manfred und André bis verhalten Hanspeter und Ed absolviert.

Eingangs Thürnen tönte es hinter mir plötzlich nach wegfliegenden Teilen gefolgt von aufgeregten Rufen. Ausgelöst durch brüskes Bremsen roch es auch gleich nach verbranntem Gummi. Was war passiert? An Manfreds Kettenwechsel hatte sich ein Kettenrädchen aus dem ihm angestammten Platz im Schaltwerk in Richtung Strassenbelag verabschiedet. André konnte zwar das Rad wieder finden leider aber weder den zughörigen Bolzen, noch die Staubdeckel, noch die Lagerbüchse. Verdikt irreparabler Materialschaden. Mit nur einem Kettenrad lässt sich bekanntlich weder Schalten noch weiterfahren. Endstation Besenwagen, der musste aber erst angefordert werden. Um Marion die Sache etwas einfacher zu gestalten zogen wir Manni noch bis zu Bahnhof Sissach wo wir ihn in der Gepäckaufbewahrung deponierten.

Vor zwei Jahren Ausfall infolge ungenügend vernieteter Kette, vor Wochenfrist Geräusche am Vorderrad, nun zerlegen des Kettenwechsels bei voller Fahrt, eingedrücktes Oberrohr (auch nicht ganz unkritisch), Manni dein Velo ist schwer in die Jahre gekommen, da wären langsam ein paar Gedanken vonnöten.

Nunmehr zu Dritt machten wir uns auf die, aussichtslose, Jagd nach Kurt und Hansjörg. Eingeholt hatten wir sie nicht mehr aber immerhin waren die Gläser nicht schon wieder halbleer und der Wurstsalat war auch noch nicht serviert. Eigentlich wäre die Geschichte nun zu Ende, wenn da nicht Hansjörg mit seinem Rebberg gewesen wäre in dem wir zu guter Letzt dann auch gelandet sind. Mit, in Querfahrermanier, geschultertem Rad stürmte Kurt die paar Meter bis zu Hütte, wir begnügten uns mit schieben. Das Schieben setzen wir nach gut 90 Km und 994 Hm (Hansjörg 997) fort, allerdings nennt sich das dann ruhige Kugel.

17. Samschtigstour 11.07.20 – Zweipässe - Fahrt

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Zwei Pässe ein Name, Hauenstein, auseinanderzuhalten durch oberen und unteren. Aber welcher ist nun welcher? Dies herauszufinden machten sich André, Gianni, Martin S., Martin W., Peter, Ed und Hanspeter auf den Weg. Als Erster wird Derjenige angesteuert bei dem Name der Ortschaft und Name des Passes nicht gleich lauten. Nachdem noch am Freitag schwülwarmes Wetter herrschte hatten die Nacht und ein kurzer Regen am frühen Morgen für Abkühlung und angenehme Bedingungen gesorgt.

Allzu viele Wege nach Liestal gibt es nun ja wirklich nicht, genau genommen, wenn man mehrheitlich auf Veloweg fahren möchte, nur einen. Zwar eher langweilig aber als Einrollstrecke durchaus zu gebrauchen. Kurz vor Frenkendorf wurden wir, auf Höhe der Hülftenschanze, von „Marathon man“ Martin W. bereits erwartet. Er hatte sich diesen Übernahmen mit mehreren veritablen Ausfahrten während der gesamten Woche redlich erstrampelt und sich für diesen Samstag den Weg von Therwil nach Riehen geschenkt.

Nach der Durchfahrt durch Liestal begann mit dem Einstieg ins Waldenburgertal der schöne, interessante und auch anspruchsvolle Teil der Ausfahrt. Erst am Waldrand entlang, dann über freies Feld, ab Hölstein in ein Hauseckenkriterium übergehend, führte uns die Route nach Waldenburg und damit an den Fuss der eigentlichen Hauensteinsteigung. Auf gut 5 Km mit durchschnittlich 4.9% Steigung waren nun ziemlich genau 200 Hm zu überwinden. Die maximalen Steigungs-% betragen immerhin 9,5. Derweil sich vorne Gianni, Peter, André und Ed einen beinharten Kampf um den Bergpreis am, nun sei es verraten, oberen Hauenstein lieferten (so wurde jedenfalls berichtet) bildete ich gemeinsam mit den beiden Martin die Nachhut.

Damit war aber noch nicht ganz Schluss mit Steigung. Nach kurzer Abfahrt durch Langebruck bogen wir links nach Bärenwil ab wo nochmals knapp 50 Höhenmeter zu überwinden waren. Die Abfahrt durch die Tüfelsschlucht wie immer traumhaft, irgendwie hat diese Schlucht eine ganz spezielle Atmosphäre.

In Kappel, im Restaurant Linde, stand ein Tankstopp an von dem sich die beiden Martin etwas früher wieder auf die Strecke begaben. Sie wollten den unteren Hauenstein mit etwas Vorsprung in Angriff nehmen. Es sollte sich herausstellen dass wir ihnen zu viel Vorsprung gegeben hatten und sie deshalb oben auf uns warten mussten. Zunächst ging es allerdings der Dünnern, einem Nebenfluss der Aare, am Fusse des Borns, entlang nach Olten. Ein Veloweg der zügiges Tempo zulässt und mitten in Olten endet.

Bereits in Trimbach begann es wieder zu steigen, 295 Höhenmeter auf 7,7 Km waren zu erklimmen. Mit durchschnittlich 3,8% und maximal 6.3% ist die Steigung etwas moderater. Aber Obwohl kräftig reingehalten und ein hohes Tempo angeschlagen wurde waren die Ausreisser, wie bereits erwähnt, nicht mehr zu stellen.

André hatte es allerdings nicht bis nach ganz oben geschafft, ihm war bereits vorher die Luft ausgegangen. Also eigentlich nicht ihm sondern seinem Hinterrad. Einmal mehr hatte er sich selbstlos geopfert um den Part den des Pannenopfers zu übernehmen. Wenn das so weitergeht werden wir ihn wohl bald Poulidor nennen müssen. Auch Frankreichs Nationalidol hatte seinerzeit das Talent jeden Nagel am Strassenrand zielsicher aufzuspüren.

Um das Ganze für uns nicht allzu einfach zu gestalten blies uns ab Hauenstein, bis nach Hause, ein kräftiger Gegenwind ins Gesicht. Anlässlich Andrès Geburtstag ging die Rundfahrt mit Kaffee und Kuchen bei ihm zu Haus zu Ende. Herzlichen Dank für die Einladung, der Kuchen war hervorragend und natürlich wünschen wir an dieser Stelle nochmals alles Gute, Gesundheit und noch viele gemeinsame Kilometer auf dem Velo.

Gefahrene Kilometer 103 / Höhenmeter 1163

16. Samschtigstour 04.07.20 – Experiment Vorhut

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Vortrupp, Vortrab, Schrittmacher, Stosstrupp, Bahnbrecher, alles Synonyme für Vorhut. Tatsächlich könnte man auch von Allem etwas hinein interpretieren in diese erstmals umgesetzte Idee einer, zu einem früheren Zeitpunkt startenden, vorausfahrenden, langsameren Gruppe. Martin S. holte sich Kurt und Hansjörg ins Boot, oder eben aufs Velo, und initiierte so eine 3er Vorhut.

Den regulär um 9:30 Uhr gestarteten Fahrern, die mit André, Gianni, Martin W., Urs, Manfred und Hanspeter, sowie den Gästen Werner, Ed und Harald eine 10er Verfolgergruppe bildeten, oblag die Aufgabe der Einholung. Eines kann man gleich vorneweg nehmen, der Vortrab hatte seine Sache gut gemacht. Den Verfolgern präsentierte sich nämlich eine Strecke in hervorragendem Zustand. Sämtliche Hindernisse waren aus dem Weg geräumt, die Kurven mehrheitlich sauber ausgewischt und unser Kommen angekündigt. Anders kann ich mir die Ola Welle mit welcher wir an der Wiese bereits erwartet wurden nicht erklären.

Das wir auf dem ersten flachen Teil der Strecke entlang der Wiese eine Chance zur Einholung hätten war nicht zu erwarten. Vielmehr konnten wir uns doch Hoffnung machen unseren Stosstrupp gegen Ende des rund zwölf Kilometer langen Aufstieges zum ehemaligen, uns Baslern bestens bekannten, Wintersportort Gersbach einzuholen. Den Berg von Schopfheim via Kürnberg bezwingend kämpften wir uns Meter um Meter die wunderschöne Strasse, die man am sich am Wochenende mit zahlreichen Motorradfahrern teilen muss, dem höchsten Punkt auf rund 900 M.ü.M. entgegen. Hat man erst Mal seinen Tritt gefunden, eine, wegen ihrer Gleichmässigkeit, gut zu fahrende Steigung. Aber je näher wir Gersbach kamen umso grösser wurden auch unsere Augen, von der Vorhut weit und breit nicht zu sehen. Langsam kam der Verdacht auf die mussten mit Licht am Velo gestartet sein. Eingangs Gersbach wurden wir dann doch von Martin erwartet. Kurt und Hansjörg wollten ihren Vorsprung nicht preisgeben und hatten sich ca. eine halbe Stunde vor uns, so lange wartete Martin nämlich bereits, in die Abfahrt gestürzt. Wenn man weiss wie Kurt (noch immer) zu Tale bolzt, dann bestand für uns eine eher bescheidene Chance zur Einholung. Der im Wehratal vor uns fahrende Linienbus macht sie dann endgültig zu Nichte. Wir hätten zwar deutlich schneller fahren können kamen aber nicht vorbei und mit zehn Mann schon mal grad gar nicht.

Mit spitzbübischem Grinsen und ein paar spöttischen Bemerkungen wurden wir deshalb in Wehr von Kurt und Hansjörg in Empfang genommen. Triumphierend hatten die Beiden ihre Vorausfahrt nun doch abgebrochen um auf uns zu warten. Das Erfolgserlebnis sei ihnen von Herzen gegönnt. Wie Radiotour vermeldete ging es nun «Tutti insieme» durch das Naturschutzgebiet an der Wehramündung, gespickt mit ein paar hundert Meter unbefestigter Strasse, weiter nach Schwörstadt und über den Veloweg entlang des Rheins nach Rheinfelden.

Im Kickerhüttle zwischen Degerfelden und Herten hatte der Tourenleiter endlich Einsicht und es gab den von Harald schon im Aufstieg nach Gersbach herbeigesehnten, wie er es nannte, Pit Stop. Allerdings nicht zum Reifenwechsel, sondern nur zum Auftanken. Zur Ergötzung der anwesenden Gäste liess Manfred es sich nicht nehmen, infolge verpassen des Veloweges, eine Querfeldeinlage über den Fussballplatz zum Besten zu geben. Nach ordentlicher Registrierung aller Namen durch den jeweiligen Tischmeister erhielten wir unsere Getränke und die Flüssigkeitsspeicher konnten wieder aufgefüllt werden.

Zur Erleichterung der Bestimmung der Täterschaft wurde die Ausfahrt am Grenzacher Zoll mit einem Gruppenfoto beendet.

Fazit: Das Konzept könnte durchaus Zukunft haben, am Feintuning muss noch etwas gearbeitet werden. Vor allem die Frage wieviel Vorsprung braucht es tatsächlich kann nur über Erfahrungswerte beantwortet werden.

15. Samschtigstour 27.06.20 – Kaistenbergrundfahrt

Von Hanspeter Brack / Bilder André Fürbringer

Drei Gastfahrer/innen Samira, Ed und Werner sowie die VCler André, Martin und Hanspeter fanden sich um 13.00 Uhr am Treffpunkt ein. Somit ergab sich ein Teilnehmerverhältnis von 50 zu 50.

Mit fünf Minuten Karenzzeit startete das Unternehmen Kaistenberg, bei sehr schwülen Wetterbedingungen, gleich mit der ersten Steigung hoch nach Inzlingen. Immer etwas mühsam so ein Kaltstart in den Berg hinein, dementsprechend zurückhaltend wurde die Strecke absolviert. Erst mal den Motor auf Touren bringen.

Kurz vor der Abfahrt zeichnete sich im Gegenlicht ein blau/weisses Trikot ab. Um einen kleinen Vorsprung einzufahren hatte sich René direkt auf die Strecke begeben. Damit war nun doch noch eine kleine Übermacht der VC-Mitglieder gegeben umso mehr auch Werner wohl bald zu den Mitgliedern zählen dürfte.

Via Kraftwerk Rheinfelden übersiedelten wir wieder auf Schweizer Boden um die Fahrt nach Zeiningen, Steinen fortzusetzen. Währendem wir noch bei strahlendem Sonnenschein unterwegs waren, zeigte der Blick nach links ein komplett anderes Bild, gut waren wir nicht im Schwarzwald auf Achse. Kaum den Kopf wieder gedreht ging es nun doch auch bei uns los. An einen so schnellen Wetterumschwung kann ich mich kaum erinnern. Praktisch aus dem Nichts.

Aber man muss eben auch Glück haben. Die Wetterfront erreichte uns genau vor dem Bahnhof Mumpf und gab uns so die Gelegenheit rechtzeitig unterzustehen und das Schauspiel zu geniessen.

Gefühlte 10 Minuten später war der Spuck vorbei und wir setzten die Fahrt nach Frick fort. René kündigte uns an den Kaistenberg auszulassen und die Rückreise bereits ab Frick unter die Räder zu nehmen. Für uns aber stand nun der Kaistenberg, vielen noch bekannt von der 33 Mal durchgeführten Kaistenbergrundfahrt. Leider ist auch diese längst verschwunden. Im Gegensatz zur ehemaligen Rundfahrt mussten wir nur einmal rüber und durften in der Folge die Rundfahrt auf mehrheitlich ebenen Rollerstrecken fortsetzen. Im Aufstieg deckte Samira ihre Karten auf und zeigte uns wo der Hammer hängt. In bescheidenem Understatement, fast ein wenig verlegen, führte sie dies lediglich auf Ihren Gewichtsvorteil zurück. Sie zeigte auf welch hohem Niveau auch Frauen diesen Sport zu betreiben in der Lage sind, das war stark und macht Spass.

Über eine rasante Abfahrt erreichten wir Kaisten, ein Dorf mit geschichtlichem Hintergrund. Die mehrmals wechselnden Besitzverhältnisse gehen von den Alemannen über die Römer, die Habsburger zu den Burgundern. Als diese von den Eidgenossen vernichtend geschlagen wurden gehörte es plötzlich zu Vorderösterreich um 1797 wiederum französisches Protektorat zu werden.

Erst 1803 wurde es zusammen mit dem Kanton Aargau eidgenössisch.

Ausgangs Laufenburg schlug bei André die Defekthexe zu und bescherte uns eine kurze Pause bevor es gegen kräftigen Gegenwind Richtung Stein weiterging. Ab Wallbach offenbarte sich uns, anhand der teilweise noch nassen Strassenabschnitte, mit welchem Wetterglück wir bedacht wurden. Da musste kräftig was runtergekommen sein von dem wir verschont wurden.

Nach einem kleinen Umtrunk im Restaurant Bahnhöfli in Kaiseraugst und der abschliessenden Triumphfahrt durch die Hard war auch diese Ausfahrt bereits wieder Geschichte.

Strecke 94 Km / 748 Hm

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